- Kontakt

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Dohle

Beitragvon Dohle » 22.09.2013, 13:38

kehr aus,

dass sich das Grün zeigt

der große Zweig

die Brücke

der Strom

setz dich ruhig

verweile - so entsteht Kontakt




kehr ein

Blick raus

gefaltetes Buch

nachschenken

ruhig mehr Zeit

ruhig mehr finden

- Kontakt




































");

Benutzeravatar
Ylvi
Beiträge: 9473
Registriert: 04.03.2006

Beitragvon Ylvi » 23.09.2013, 09:26

Hallo Dohle,

(dann lasse ich hier mal auch noch meinen Senf da. .-) )
Vorab die Frage, ob die Zeichen am Ende noch zum Text gehören, oder Forumsgeschuldet sind? Für mich wirken sie sehr gut mit dem Text zusammen, auch in genau der Kombination und mit der Leere davor. Die Frage ist vielleicht, ob du Anführungsstriche und Klammer vorher im Text öffnen willst, aber das würde sich natürlich auch auf das Lesen auswirken. (Das Komma in der ersten Zeile würde ich auf jeden Fall streichen, da es für mich nur eine grammatische, aber keine aus dem Text heraus begründete Funktion hat, was ich schade finde, wenn du mit den Zeichen am Ende arbeitest.)

Unangenehm empfinde ich die Befehlsform. In der zweiten Strophe bekommt sie ungewollt einen soldatischen Klang: kehr ein - Blick raus - im Gleichschritt Marsch :o) was für mich überhaupt nicht zum restlichen Text passt. Und es wirkt sehr belehrend, was durch die Feststellung/Erklärung: "so entsteht Kontakt" noch verstärkt wird. Ich denke nicht, dass es das braucht, sondern dass hier der Titel diesen Bezug alleine schafft?
Mit einem "du" fände ich es wesentlich offener zu lesen, und auch leichter, sich darauf einzulassen, weicher, stimmiger. Aber vielleicht soll es das ja nicht sein?

Schön, wie sich hier die Szene durch so wenige Worte doch immer weiter entwickelt, ergänzt, bis man sie am Ende vor Augen hat und in Ruhe betrachten kann. Auch die Wiederholungen, und die Umkehrung funktionieren hier für mich gut.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Mucki
Beiträge: 26644
Registriert: 07.09.2006
Geschlecht:

Beitragvon Mucki » 23.09.2013, 20:24

Hallo und willkommen im Blauen Salon, Dohle,

mir geht es anders als Flora mit deinem Gedicht. Ich lese es als Einladung und ganz langsam, ruhig und leise mit vielen Pausen, die du ja durch die Absetzung automatisch erzeugst.
Einzig weglassen würde ich sämtliche Satzzeichen, auch die am Schluss.

Saludos
Gabriella

Dohle

Beitragvon Dohle » 24.09.2013, 11:50

Hallo Flora,
ich bin froh über den Senf und fühle mich auch geehrt durch dein Lob.
Leider sind die Zeichen ganz am des Textes dem Zufall geschuldete Tippfehler, schön aber, dass sie das Gedicht noch ergänzen.

Also den Imperativ wollte ich nicht bewusst bedienen, viel mehr ging es mir um eine Art innere Stimme, die das lyrische Ich, dazu führt Kontakt aufzunehemen mit der Außenwelt, die ja auch immer nach innen wirkt.

Auch meinte ich „den Blick raus“ den man hat, zugegebener Weise ist das zweideutig zu verstehen. Die Kritik an der Zeichensetzung nehme ich gerne an.

Viele Grüße un Danke

Dohle

Dohle

Beitragvon Dohle » 24.09.2013, 11:52

Hola Gabriella,

gracias por tus palabras y por leer mi poema.
Da bin ich froh, dass man nicht immer den Befehlston in dem Gedicht sieht. Vielleicht kann ich ja auch die Anregung von Flora aufnehmen und eine Du-Version erarbeiten.

saludos
Dohle


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 15 Gäste