leoniden

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 21.10.2012, 21:08

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Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 29.10.2012, 16:50

... Danke für die freundliche Antwort, denn dann traut man sich doch mal dazu, zu kommentieren, frisch von der Leber weg. Denn sonst spricht oft dieses Zitat die berühmten Bände:

Wir lieben die Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken – falls sie das Gleiche denken wie wir. (Mark Twain)

lG
Renée

Max

Beitragvon Max » 30.10.2012, 18:34

Lieber Räuber-Franz,

das Gedicht hat mich gleich angesprochen, weil ich die Leoniden in diesem Sommer in eine Decke eingemummelt auf der Terrasse beobachtet habe.


Sehr stark finde ich den Anfang - ein eingängiges Bild, das ich noch nirgends gesehen haben. Mit dem "tags" habe ich vielleicht nicht ganz die gleichen Probleme wie fenestra weiter oben in diesem Faden, aber ich finde Bruch schon sehr unnatürlich - Carl Lösung dort ist einfach elegant (aber das ist nicht erstaunlich ... ;) ) . Die letzte Zeil ist harmonisch - so what, in günstigen Stunden kann das Leben auch das (und wir schreiben zu wenig darüber) ... mir gefällt das Gedicht. Solche Texte sind ein Grund, hier häufiger vorbeizuschauen!

Liebe Grüße
Max

carl
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Beitragvon carl » 02.11.2012, 08:57

Hallo Max, ich empfinde die erste Strophe auch so wie du! (Danke übrigens für die Blumen! :icon_redface2:)

Hallo Räuber,

ich habe lange an den Brombeeren gehangen.
Die erste Frage war, was haben die hier zu suchen? Kann man die nicht weglassen?
Kann man nicht.
Sie bilden für mich den Anker auf der Erde. Durch das Senken des Blicks vom Stern-Himmel auf die Wegränder entsteht für mich ein Bild von der Situation des Lyr. Ichs:
Einsame Gänge tags wie nachts, weitab vom Streulicht der großen Städte. Vielleicht sollte deswegen auch das "einstweilen" bleiben. Es betont das Vertraute der Wege, die das Lyrich geht.
Ich habe die Satzreihenfolge umgestellt, damit man beim Lesen nicht langsam darauf vorbereitet wird, dass der Blick nach unten geht, statt oben zu bleiben. So entsteht ein Überraschungseffekt, weil man bisher dachte, es ginge nach wie vor um den Sternhimmel, und dann werden die "Galaxien" plötzlich mit den Brombeeren verbunden.
Dadurch wird für mich die Situation "einsame, regelmäßige Gänge" des Lyrichs stärker in den Mittelpunkt gerückt.
Ist natürlich Geschmackssache...
Ebenso der Schluss:
"unzählbar (sind) die wege zum glück" ist ein Resumee. Es strahlt ein bisschen Glückskeks-Weisheit aus.
"unzählbare wege zum glück" bezieht sich auf die Licht-Spuren der Leoniden im vorigen Vers. Die sind unzählbar und wahlweise Metaphern auf die Glücksmomente des Lebens oder das kurze Aufflammen und Verlöschen eines individuellen Lebens, in der das Glück des Daseins oder Dagewesen-Seins aufflammt. Und sie können nebenbei auch so gedeutet werden, wie oben.

LG, Carl


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