Hallo Max, ich empfinde die erste Strophe auch so wie du! (Danke übrigens für die Blumen!

)
Hallo Räuber,
ich habe lange an den Brombeeren gehangen.
Die erste Frage war, was haben die hier zu suchen? Kann man die nicht weglassen?
Kann man nicht.
Sie bilden für mich den Anker auf der Erde. Durch das Senken des Blicks vom Stern-Himmel auf die Wegränder entsteht für mich ein Bild von der Situation des Lyr. Ichs:
Einsame Gänge tags wie nachts, weitab vom Streulicht der großen Städte. Vielleicht sollte deswegen auch das "einstweilen" bleiben. Es betont das Vertraute der Wege, die das Lyrich geht.
Ich habe die Satzreihenfolge umgestellt, damit man beim Lesen nicht langsam darauf vorbereitet wird, dass der Blick nach unten geht, statt oben zu bleiben. So entsteht ein Überraschungseffekt, weil man bisher dachte, es ginge nach wie vor um den Sternhimmel, und dann werden die "Galaxien" plötzlich mit den Brombeeren verbunden.
Dadurch wird für mich die Situation "einsame, regelmäßige Gänge" des Lyrichs stärker in den Mittelpunkt gerückt.
Ist natürlich Geschmackssache...
Ebenso der Schluss:
"unzählbar (sind) die wege zum glück" ist ein Resumee. Es strahlt ein bisschen Glückskeks-Weisheit aus.
"unzählbare wege zum glück" bezieht sich auf die Licht-Spuren der Leoniden im vorigen Vers.
Die sind unzählbar und wahlweise Metaphern auf die Glücksmomente des Lebens oder das kurze Aufflammen und Verlöschen eines individuellen Lebens, in der das Glück des Daseins oder Dagewesen-Seins aufflammt. Und sie können nebenbei auch so gedeutet werden, wie oben.
LG, Carl