Beitragvon nera » 01.10.2012, 23:58
hallo amanita
ich habe bei deinem probleme alle bilder unter einen hut zu bringen.
ich versuche sie mal aufzuschlüsseln.
bei der überschrift denke ich natürlich an diese seuche, die im mittelalter halb europa ausgerottet hat und unter anderem zu furchtbaren pogromen führte. ich denke aber auch an nosferatu und auch an camus. ich weiß aber auch, dass die pest durch ratten übertragen wird/wurde. (interessant als metapher) und das längst besiegte (glaubte man)massenerkrankungen, bzw. deren erreger wieder aus ihren löcher kriechen, teilweise in mutierter form, was noch schlimmer ist. (auch eine gute metapher) -hier kann man also durchaus einen gesellschaftlichen bezug herstellen, auch in verschiedene richtungen.
nun kommen aber die geheimen gärten. da assoziere ich sofort "der geheime garten" von f.h. burnett und das hat dann für mich eine ganze andere richtung. in diesem garten wurde ja etwas bewahrt, was letztendlich zu einer gesundung führte. (ach jesses) gut, das ist meine leseart und für mich wäre wahrscheinlich das bild von labors hier viel passender. ich bin etwas romantisch veranlagt, ich gebs zu.
nun kommt dieser muhme-vers. muhme hat ja auch etwas warmes, märchenhaftes. klar, passt ins mittelalter. und diese muhmen bleichten tatsächlich hautpigmente weg, weil sie teilweise als hexenzeichen galten. und gerade in pestzeiten (oder anderen katastrophenzeiten) muss/te man schuldige finden. da hat sich nichts geändert, auch wenn wir nicht mehr sehr abergläubig sind.
den nächsten vers kann ich nicht so ganz einordnen. wieso reiht sich das li in die reihen der gezeichneten? wieso erscheint hier überhaupt ein li. wieso plötzlich ein arzt? und die schule? wieso rabenvögel? weil sie unglücksvögel genannt werden? weil sie unglück prophezeien? hugin und munin?
schlechte gene nun...das ist ziemlich offensichtlich. hier gibt es eine stufung von gestrig zu schlecht. ok, da muss ich noch nachdenken.
nun kommt die 5. strophe. hier wird eine situation beschrieben die wieder sehr gut zu diesem von mir genannten buch passt und letztendlich bedeutet, dass sich die kaste der mächtigen und reichen versucht vor der epedemie zu schützen hinter ihren mauern. aber sie entkommen ihr nicht. (egal jetzt ob die pest eine metapher ist oder nicht)
das wird auch in dem nächsten vers deutlich. egal wie man es nennt, welche namen man ihr gibt, dieser seuche, selbst man es verbietet sie man namen zu nennen und glaubt, diese nichtbenennung sei ein adäquates heilmittel, sie ist eine seuche. ( das ist übrigens genauso archarisch wie der glaube, man könne so eine seuche bekämpfen, wenn man einen angeblichen schuldigen findet).
nun kommt die strophe mit dem impfen. die für mich in diese richtung zielt: einfache lösungen wie eben dieses nichtbenennen, male-wegbleichen, die ausrotten, die man zum schuldigen stempelt... die geschichte erzählt von vielen beispielen. (fühlt sich li gestempelt? wo ist es? ist es kassandra, ein rabenvogel, weil es sich nicht impfen lässt?
die letzte zeile.....in den gärten wächst das vergessene...welche vergessene...die pest? das ist sehr fatalistisch. ok, könnte ich noch mitgehen, wenn eben gärten für mich nicht so positiv besetzt wären.
ok, erst mal fertisch mit meiner gedankenüberflutung....
lg.
(sorry wenn ich zu viele fehler drin habe, bin müde)