Pestwarnung

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 24.09.2012, 13:06

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ecb

Beitragvon ecb » 26.09.2012, 21:10

Wer weiß, vielleicht fällt uns noch was Gutes ein , ich werde mal ein bißchen Mitgrübeln Bild
Und ja - auf keinen Fall verwerfen, sowas braucht Zeit.

Liebe Grüße
Eva

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 26.09.2012, 21:30

Hallo Zefira, danke für Dein Engagement.

Einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart wollte ich natürlich nie, sonst hätte ich das alles anders aufgezogen. Indirekte/ versteckte Hinweise gibt es aber schon, z. B. die Gene "von gestern" in den geheimen Gärten, heißt alte Sorten, die "man" (heute) am liebsten verbieten würde.

pjesma

Beitragvon pjesma » 26.09.2012, 22:56

ich finde das gedicht auch schön.

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.10.2012, 07:40

Liebe amanita,

für mich gibt es den Bezug zur Gegenwart schon, und zwar durch "Die geheimen Gärten" ... Ich sehe sofort Genlabors, in denen (und wenn ich mich nicht irre, ist es ja auch geschehen), die Pesterreger gezüchtet werden.
Da ich diese Vorliebe in anderen Texten von dir auch schon entdeckt zu haben glaube, du diesen ganzen Forschungswahn distanziert betrachetest, wundert mich das nicht und insofern empfinde ich den Text insgesamt gut eingerahmt. Ohne diese Verbindung schlagen zu können, wüsste ich ehrlich gesagt nicht so recht, was mir das Gedicht sagen möchte.

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.10.2012, 08:26

Hallo Gerda, ja, so ist es (gemeint). Ich habe durchaus Respekt vor Wissenschaft und Forschung (und vor deren Errungenschaften) - an manchen Stellen sehe ich aber auch ein Spiel mit dem Feuer, das sich auch in die Gesellschaft einfräst. So dass sich der Fortschritt selbst wieder behindert.

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nera
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Beitragvon nera » 01.10.2012, 23:58

hallo amanita
ich habe bei deinem probleme alle bilder unter einen hut zu bringen.
ich versuche sie mal aufzuschlüsseln.
bei der überschrift denke ich natürlich an diese seuche, die im mittelalter halb europa ausgerottet hat und unter anderem zu furchtbaren pogromen führte. ich denke aber auch an nosferatu und auch an camus. ich weiß aber auch, dass die pest durch ratten übertragen wird/wurde. (interessant als metapher) und das längst besiegte (glaubte man)massenerkrankungen, bzw. deren erreger wieder aus ihren löcher kriechen, teilweise in mutierter form, was noch schlimmer ist. (auch eine gute metapher) -hier kann man also durchaus einen gesellschaftlichen bezug herstellen, auch in verschiedene richtungen.
nun kommen aber die geheimen gärten. da assoziere ich sofort "der geheime garten" von f.h. burnett und das hat dann für mich eine ganze andere richtung. in diesem garten wurde ja etwas bewahrt, was letztendlich zu einer gesundung führte. (ach jesses) gut, das ist meine leseart und für mich wäre wahrscheinlich das bild von labors hier viel passender. ich bin etwas romantisch veranlagt, ich gebs zu.
nun kommt dieser muhme-vers. muhme hat ja auch etwas warmes, märchenhaftes. klar, passt ins mittelalter. und diese muhmen bleichten tatsächlich hautpigmente weg, weil sie teilweise als hexenzeichen galten. und gerade in pestzeiten (oder anderen katastrophenzeiten) muss/te man schuldige finden. da hat sich nichts geändert, auch wenn wir nicht mehr sehr abergläubig sind.
den nächsten vers kann ich nicht so ganz einordnen. wieso reiht sich das li in die reihen der gezeichneten? wieso erscheint hier überhaupt ein li. wieso plötzlich ein arzt? und die schule? wieso rabenvögel? weil sie unglücksvögel genannt werden? weil sie unglück prophezeien? hugin und munin?
schlechte gene nun...das ist ziemlich offensichtlich. hier gibt es eine stufung von gestrig zu schlecht. ok, da muss ich noch nachdenken.
nun kommt die 5. strophe. hier wird eine situation beschrieben die wieder sehr gut zu diesem von mir genannten buch passt und letztendlich bedeutet, dass sich die kaste der mächtigen und reichen versucht vor der epedemie zu schützen hinter ihren mauern. aber sie entkommen ihr nicht. (egal jetzt ob die pest eine metapher ist oder nicht)
das wird auch in dem nächsten vers deutlich. egal wie man es nennt, welche namen man ihr gibt, dieser seuche, selbst man es verbietet sie man namen zu nennen und glaubt, diese nichtbenennung sei ein adäquates heilmittel, sie ist eine seuche. ( das ist übrigens genauso archarisch wie der glaube, man könne so eine seuche bekämpfen, wenn man einen angeblichen schuldigen findet).
nun kommt die strophe mit dem impfen. die für mich in diese richtung zielt: einfache lösungen wie eben dieses nichtbenennen, male-wegbleichen, die ausrotten, die man zum schuldigen stempelt... die geschichte erzählt von vielen beispielen. (fühlt sich li gestempelt? wo ist es? ist es kassandra, ein rabenvogel, weil es sich nicht impfen lässt?
die letzte zeile.....in den gärten wächst das vergessene...welche vergessene...die pest? das ist sehr fatalistisch. ok, könnte ich noch mitgehen, wenn eben gärten für mich nicht so positiv besetzt wären.

ok, erst mal fertisch mit meiner gedankenüberflutung....
lg.
(sorry wenn ich zu viele fehler drin habe, bin müde)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.10.2012, 09:13

Hm ... soll ich oder soll ich nicht (aufdröseln)?

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nera
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Beitragvon nera » 02.10.2012, 17:14

hi
ich kann dir schon folgen und habe die gleichen befürchtungen im allgemeinen und im einzelnen. ich sehe die gefahr zwar nicht unbedingt im ansteigen der tumorrate (ich denke mal das liegt teilweise auch an der verschiebung des lebensalters) aber wir werden ganz sicher probleme mit mutierten keimen bekommen und resistenzen. haben wir ja schon, mag auch sein, dass die genforschung bei saatgut in nicht all zu ferner zukunft negative auswirkungen zeigen wird. und sicherlich wird vieles versucht unterm teppich zu halten, nicht nur wegen schlampereien von wem auch immer, sondern auch um paniken zu verhindern. das ist dann der punkt in deinem text, dem ich nicht gänzlich folge, weil ich glaube, dass man, wir, auch gar nicht alles wissen wollen, uns selbst taub und blind machen . krankheit und tod sind nicht unbedingt ein tabu, weil wir es aufgedrückt bekommen, sondern weil es uns angst macht und wir mit einer großen hilflosigkeit diesen entwicklungen gegenüberstehen.
ein anderes thema ist wieder die sich immer weiter öffende schere zwischen arm und reich, die sich natürlich schon auf das gesundheitssystem auswirkt, die sich ja schon in der ernährung niederschlägt und in der kinderbetreuung und mit all den negativen oder positiven folgen.
allerdings glaube ich, dem texte täte es besser, sich auf ein thema zu konzentrieren. hm, ich weiß jetzt nicht, wie ich das ausdrücken soll???
grüße

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Beitragvon Amanita » 02.10.2012, 17:41

Hallo nera, daher lasse ich vieles ja nur anklingen, man soll es ahnen, spüren; letztlich geht es mir ja um die "mittelalterliche Stimmung" mit bestimmten Einsprengseln.


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