Musenkuss

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 19.08.2012, 09:33

Musenkuss

Es könnte doch sein
dass niemand auf der Welt
so glücklich ist wie ich es bin
(Ich meine, wirklich auszuschließen ist es nicht
Aber ein Abgleichen wäre unmöglich).

Von einer Schreibwelle erfasst
bringe ich mich ins Trockne
In Wahrheit könnte ich mich
von dieser Woge schaukeln lassen.

©GJ20120814

Edit: "schier" in Z5 gestrichen. Danke Monika und Eule.
Edit 25.08.2012 uferlos halte ich mich im Zaum. ist geopfert ;-)
Z 3 in Str. 2 gedreht.

Danke Elsa, danke Zefira. :daumen:
Zuletzt geändert von Gerda am 25.08.2012, 09:06, insgesamt 3-mal geändert.

scarlett

Beitragvon scarlett » 19.08.2012, 09:38

bis auf diese zeile, gerda

Aber ein Abgleichen wäre schier unmöglich

find ich das sehr schön, das spiel mit kuss und muse zwischen nass und trocken ...

ich würde statt des konjunktiv inidativ präsens nehmen, das "schier" drückt schon unwahrscheinlichkeit/unmöglichkeit zur genüge aus, also

aber ein Abgleichen ist schier unmöglich

ja ja, der übermut und die unbändige kraft des verliebtseins ...

schön!

monika

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Eule
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Beitragvon Eule » 19.08.2012, 09:46

Geht mir ähnlich wie Monika, mein klitzekleines Stolpern bei "schier unmöglich" würde ich durch Weglassen des ersten Wortes lösen.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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birke
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Beitragvon birke » 19.08.2012, 10:13

sehr schön!!
das glück schwebt durch die zeilen ... :-)

sommergrüße
diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

Nifl
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Beitragvon Nifl » 19.08.2012, 10:56

Hi Gerda,

ich kann dem Text nichts abgewinnen. Finde ausgewrungene uninspirierte Bilder und Behauptungen.

Es könnte doch sein
dass niemand auf der Welt
so glücklich ist wie ich es bin

Und? Warum sollte mich das als Leser interessieren? Was soll ich mit der vollkommen in der Luft hängenden Behauptung anfangen? Ist schon ein bisschen Ponyhofpoesie, oder?
Und dann noch eine olympische Disziplin daraus machen?

Von einer Schreibwelle erfasst
bringe ich mich ins Trockne
uferlos halte ich mich im Zaum.
Könnte mich in Wahrheit
von dieser Woge schaukeln lassen.

Viel Pathos und nichts dahinter. Also da unterdrückt jemand seinen Schreibimpuls (was manchmal echt besser ist) Warum er sich geißelt, ist nicht klar ... dabei könnte er sich doch schaukeln lassen. Verstehe ich nicht. Für mich sind das hier ein paar Zeilen, die in ein Tagebuch gehören und nicht zur Schau gestellt.

LG
Nifl
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Gerda

Beitragvon Gerda » 19.08.2012, 11:50

Dank an Monika, Eule und Diana, sowie Nifl-Miese-Peter des heutigen Tages ;-) ... hat er selbst aufgebracht.

So, ich vertröste euch aber nur, denn zum Antworten brauche ich ein wenig Zeit, den Dank wollte ich gern los werden.

Lasst euch beschatten ;-)
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 19.08.2012, 22:58

Hi Nifl,
Nifl hat geschrieben:ausgewrungene uninspirierte Bilder


Ausgewrungen soll "abgenutzt" heißen nehme ich an.
Interessant, dass du es so liest. Ich werde allerdings nicht hergehen und jedes Bild einzeln verteidigen. Für mich sind die Bilder in diesem Kontext frisch. Unter uninspiriert kann ich mir beim besten Willen nichts vorstellen. Ein Bild kann allerhöchstens (un)inspirierend sei, aber nicht uninspiriert. Dass dich der Text nicht inspiriert hast du hinreichend bekundet. Dass ich dir nicht folgen kann, wird dich kaum verwundern.
Du hast ja offensichtlich nicht erkannt, dass die Bilder nicht nur fürs Schreiben stehen. (Siehe weiter unten)
Nifl hat geschrieben:"viel Pathos und nichts dahinter"
, zwei Behautungen in einem Satz, die mich anspríngen ;-)
Warum die vielleicht etwas entrückte Glücksäußerung von dir als pathetisch empfunden wird, weiß ich nicht. Ich will auch keine Mutmaßungen anstellen. Dahinter oder darin steckt indes einges, was dir möglicherweise auf Grund deiner ablehnenden Haltung, die in deiner Kritik spürbar wird, entgangen ist. Ich finde schon, das ein Mensch, also hier das Lyrich sich fragen kann, wenn es überschwängliche Gefühle hegt, für was oder wen auch immer, ob jemand überhaupt noch glücklicher sein kann, weil es empfindet, mehr ginge gar nicht ...
Ich nehme zur Kenntnis, das du diesen Text pathosbeladen empfindest und ihm nichts abgewinnen kannst.
Deine Behauptung, es stecke nichts dahinter finde ich indes recht kühn.
Es handelt sich um eine philosophische Betrachtung, die das Lyrich als nicht nachprüfbar, oder beweißbar erkennt.
Dass die Schreibwelle, die das Lyrich erfasst, von der Liebe herangetragen wird, hast du offenbar nicht erkannt.
Kein Text für dich, wenn ich das mal so sagen darf. So etwas kommt vor, aber danke, dass du gelesen und deinen Eindruck rückgemeldet hast.

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.08.2012, 23:12

Ich muss sagen, ich "nifle" ein bisschen mit. Mir ist das Gedicht zu verzagt, zu unentschieden. Es ist für mich eher ein winziges und eiliges Musenküsschen...

Mit den Zeilen in der Klammer, vor allem aber mit uferlos halte ich mich im Zaum kann ich leider so gar nichts anfangen.

Gerda

Beitragvon Gerda » 19.08.2012, 23:23

Tja, Amanita, hast du gelesen, was ich Nifl geantwortet habe?
Es geht eben nicht nur um die Sache des Schreibens sondern auch um die Liebe2sache".
Was sich wie bedingt, kann jeder nach eigenem Gusto herauslesen oder auch nicht.
Wie ich schon schreib ich beginne jetzt nicht Wort für Wort zu erklären oder zu verteidigen.
Ist ein Glücksgedicht, nicht mehr aber auch nicht weniger.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 19.08.2012, 23:31

Ja, genau dieses Glück ist mir zu klein - wenn es denn ein Glücksgedicht sein soll.

pjesma

Beitragvon pjesma » 20.08.2012, 00:38

...wohlwollend neidisch auf deine inspiration quelle ;-)...nahm ich auch einen schluck...ein kleines gedichtlein für dich :-) (evt. korrektur bitte einlesen ;-)

das lieben

es hat sie erfasst
wie von der hüfte eine tischdecke
gezogen wird
und doch keine
vase zur bruch fält
so hat es sie erfasst
in diesem einen millimeter
(der wimperlnänge)
in dieser eine nanosekunde
(des wimpernschlages)
gefangen hat es sie
weich und fest
ich hatte davon gelesen:
es gebe ein
töricht- glück
ein glück
könne nur
töricht sein
…ein glück!

lg

Gerda

Beitragvon Gerda » 20.08.2012, 03:16

:smile: Ach, wieder eine wunderbare Überraschung Pjesma, eine Gedicht-Antwort. :daumen:
Herzlichen Dank!
Ein Gedicht über das Glück. Ja, das denke ich auch. Menschen meinen in der Regel das Glück müsse vor allem "gewaltig" sein. Töricht sind die, die darüber schreiben. Es ist einfacher über die Abwesenheit des Glücks zu schreiben, man wird auf jeden Fall sehr viel ernster genommen.

Liebe Grüße

Gerda

Amanita, trifft wahrscheinlich genau den Punkt, den du kritisiert hast.
Ich kann es nicht irgendwie verändern, dass das Glück jedem passt. ;-)

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Beitragvon Amanita » 20.08.2012, 08:28

Nein, natürlich nicht, DEIN Glück muss nicht (zu) UNS passen; ganz klar. Aber da Du den Text zumindest in unsere Halb-Öffentlichkeit hier stellst, sollen wir doch irgendwie "mitgehen", oder?
Und genau das kann ich hier nicht. Verstehen kann ich diese/ Deine "Zaghaftigkeit" allemal, ich bin selbst auch eher "so". Aber Du hast das Gedicht Musenkuss genannt - und DEN stelle ich mich schon etwas "gewaltiger" vor (bzw. eben das angehängte Glücklichsein).

Nifl
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Beitragvon Nifl » 20.08.2012, 20:39

Hallo Gerda.

Ausgewrungen soll "abgenutzt" heißen nehme ich an.

Nein, dann hätte ich ja abgenutzt geschrieben und das wäre eine abgenutzte Formulierung gewesen. Die Worte sind ausgewrungen in dem Sinne, dass sie saft- und kraftlos sind. Da ist für mich als Leser nur noch schlecht etwas zu entdecken. Ich will nicht sagen, dass das nicht möglich wäre und die Worte auf einen Index gehörten, aber es ist eben verdammt schwer, sich von Poesiealbenplattitüden aus der Teenie-Ecke zu distanzieren und sie in einen unverbrauchten Kontext zu stellen. Dir ist das hier mE. nicht gelungen.

Unter uninspiriert kann ich mir beim besten Willen nichts vorstellen. Ein Bild kann allerhöchstens (un)inspirierend sei, aber nicht uninspiriert.

Gehe mal zu Wortschatz oder sonst wo hin und sehe dir die Beispiele an, das ist eine gängige Formulierung, also eigentlich ausgewrungen sozusagen, aber für dich eben neu.

von dir als pathetisch empfunden wird, weiß ich nicht. Ich will auch keine Mutmaßungen anstellen.

danke

Dass die Schreibwelle, die das Lyrich erfasst, von der Liebe herangetragen wird, hast du offenbar nicht erkannt.

doch doch (hä? ist doch vollkommen unverschlüsselt?), aber das macht den Text nicht besser.

Ach, egal, schreibe was du willst.

LG
Nifl
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)


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