Sie nahmen sich Zeit

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.07.2012, 21:39

Sie nahmen sich Zeit

Sie saßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
nippten vom Zuckergebäck der Stille
und lächelten leer

Sie nahmen einander die Zeit
Zuletzt geändert von Amanita am 30.07.2012, 18:17, insgesamt 2-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 29.07.2012, 22:28

hallo amanita,

die in den kaffee gerührten nichtworte - das ist bärenstark! gerade auch deswegen finde ich zuckergebäck der stille - zeile zu schwach für deinen text. den titel fände ich eingebunden gehaltvoller.
mir würde es so richtig gut gefallen:

Sie nahmen sich Zeit
saßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
und lächelten leer

Sie nahmen einander die Zeit

liebe grüße: niko

PS: Sie nahmen sich die zeit versus sie stahlen sich die zeit...........vielleicht wäre das eine satt abrundende alternative.....????
hey......es gefällt mir wirklich gut, dein gedicht...es sind nur gedanken aus MEINER schreibperspektive. ok?

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.07.2012, 22:33

Hallo Niko, eigentlich sollte der Titel auch eingebunden sein, ich mochte es aber mit der Fettschrift in diesem Fall nicht.

Ich schreibe die erste Zeile auch normal, ja?

Die Stille muss nicht unbedingt drin sein, mir war es allerdings lieber, sie noch an etwas kauen zu lassen!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.07.2012, 22:34

Hallo Amanita,

die Zeile mit dem Zuckergebäck halte ich auch für entbehrlich. Ansonsten finde ich das sehr gelungen, vor allem
dieses "Sie nahmen sich Zeit" und "Sie nahmen einander die Zeit". Auch gefällt mir hier, dass du das "einander" aus der ersten Zeile in die letzte Zeile mitnimmst.

Liebe Grüße
Gabi

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.07.2012, 22:37

Na gut, wenn Euch das Prägnante besser gefällt (ich sehe diese Perspektive durchaus ein).

Ich warte noch auf ein paar Stimmen ... habe das DurchstreichenMarkieren schon im Blick ... :)

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.07.2012, 22:45

Amanita hat geschrieben:Die Stille muss nicht unbedingt drin sein, mir war es allerdings lieber, sie noch an etwas kauen zu lassen!

Ich finde, dass hier tatsächlich weniger mehr ist. Diese Szene ist ausdrucksstark und bedrückend genug. Da braucht es diese Stille-Zeile gar nicht.
Aber, klar, warte erst mal weitere Meinungen ab.

Gerda

Beitragvon Gerda » 29.07.2012, 23:10

ich schlendere vor meinem Urlaub nochmal durch den Salon ... und wollte fragen, Amanita, ob du es dir auch so vorstellen kannst:

Sie nahmen sich Zeit

Sie saßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
nippten vom Zuckergebäck der Stille
und lächelten leer
und stahlen sich die Zeit


So ganz fügt sich dein letzter Vers für mich nicht, er wirkt auf mich angehängt. Auch denke ich an "Zeit stehlen" , was ja auch gemeint ist und mir besser gefallen würde, als die Wiederholung. Die Zeile könnte vielleicht lauten: s. o.

Ich hoffe, dass du diese Änderungsvorschläge nicht als übergriffig empfindest.

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.07.2012, 23:21

Nein, Gerda, übergriffig auf keinen Fall!
Nur sind das die Möglichkeiten, die ich schon durchgespielt hatte - und meine Fassung gefiel mir, logisch, am besten.

Stahlen sich die Zeit ... das ist mir schon eine Idee "zuviel", zumal es eigentlich heißt: "Du stiehlst mir die Zeit", also mit viel Vorwurf belastet. "Sich Zeit (füreinander) nehmen" ist ja zunächst ein positiver Ansatz - der hier dezent, aber deutlich ins Gegenteil umschlägt.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.07.2012, 23:23

Ich finde, dass gerade die "Beinahe-Wiederholung" am Ende, die genau das Gegenteil vom Beginn ausdrückt, der Clou an diesem Text ist. Außerdem verstärkt / drückt diese Wiederholung auch noch einmal die Monotonie aus, die zwischen den beiden vorherrscht.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.07.2012, 23:25

Ja, liebe Gabriella, so war's gedacht.

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birke
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Beitragvon birke » 30.07.2012, 16:56

Das ist sehr gut, Amanita, ja!
Sagt mir zu!

Ich würde auch allerdings zur Verkürzung tendieren, am Anfang, wie Gerda, aber dann den Schluss doch so belassen, wie du ihn hast, denn die Wiederholung zum Schluss finde ich auch sehr gelungen, sie macht dein Gedicht im Prinzip aus, meine ich. So wäre meine Lesart:



Sie nahmen sich Zeit

Siesaßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
nippten vom Zuckergebäck der Stille
und lächelten leer

Sie nahmen einander die Zeit




Liebe sonnige Grüße
Diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

Niko

Beitragvon Niko » 30.07.2012, 17:08

ich glaube - rückruder, rückruder - das du am anfang und am ende schreiben kannst: "sie nahmen sich zeit"

also so:

Sie nahmen sich Zeit
saßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
und lächelten leer

Sie nahmen sich Zeit

ich glaube, der leser nimmt die wandlung des inhaltes im zweiten "sie nahmen sich zeit" ganz genau mit.

liebe grüße: niko

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.07.2012, 17:14

Huch, jetzt bin ich erstmal völlig verwirrt ... (danke auch Dir, birke ...)

Mucki
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Beitragvon Mucki » 30.07.2012, 17:40

Der Schlusszeile das "einander die" zu nehmen, halte ich nicht für gut.
Auch das "sich" in der Kaffeezeile zu streichen, empfinde ich als Schwächung. Dieses "sich" betont doch, dass die beiden sich die Nichtworte in den Kaffee rühren.

So finde ich es am besten (auch mit der Wiederholung von "Sie" in der zweiten Zeile und den damit 3 "Sie", es verstärkt diese Monotonie und Lethargie zwischen beiden:

Sie nahmen sich Zeit

Sie saßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
und lächelten leer

Sie nahmen einander die Zeit


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