leicht geänderte Fassung:
Der Stein der Bildhauerin
Am Abend fegt sie
den Staub des Tages zusammen.
Viel, denn der Stein wollte
nicht mit ihr schweigen.
Er war eine Mutter mit
schrundigem Schoß.
War auf der anderen Seite
ein Mann, viel zu gerade graviert
seine Lebenslineatur.
Er war ein Kind, das Lichtstrahlen
sammelte und an Nachtränder legte.
Er war Geburt und Tod.
Gesägt hat sie ihn.
Gefeilt, geklopft und gedreht,
bis er zusammenbrach.
Der Stein der Bildhauerin
Am Abend fegt sie
den Staub des Tages zusammen
viel, denn der Stein wollte
nicht mit ihr schweigen
Er war eine Mutter mit
schrundigem Schoß
war auf der anderen Seite
ein Mann, dessen Lebenslineatur
viel zu gerade graviert war
er war ein Kind, das Lichtstrahlen
sammelte und an Nachtränder legte
er war Geburt und Tod
Gesägt hat sie ihn
gefeilt, geklopft und gedreht
bis er zusammenbrach
Der Stein der Bildhauerin
JA!
So find ichs auch gut.
LG, Diana
So find ichs auch gut.
LG, Diana
Echt? Also, ich finds jetzt wunderbar so - mir fehlt da nix, auch kein "er" ;) - gerade weil man die Zeile
seine Lebenslineatur
so auf die vorhergehende und eben auch auf die folgende beziehen kann.
Nur meine Meinung ... :)
Sonnige Grüße
Diana
seine Lebenslineatur
so auf die vorhergehende und eben auch auf die folgende beziehen kann.
Nur meine Meinung ... :)
Sonnige Grüße
Diana
Hallo Amanita,
Dann setz es ruhig wieder ein, es muss für dich stimmig sein. Und ein wunderbares Gedicht ist es allemal!
Übrigens, hast du schon mal überlegt, hier volle Interpunktion einzusetzen, da du ja auch teilweise Kommas gesetzt hast? Und noch eine Leerzeile einfügen? So? (Mit dem eingefügten "er")
Der Stein der Bildhauerin
Am Abend fegt sie
den Staub des Tages zusammen.
Viel, denn der Stein wollte
nicht mit ihr schweigen.
Er war eine Mutter mit
schrundigem Schoß.
War auf der anderen Seite
ein Mann, viel zu gerade graviert,
seine Lebenslineatur.
Er war ein Kind, das Lichtstrahlen
sammelte und an Nachtränder legte.
Er war Geburt und Tod.
Gesägt hat sie ihn.
Gefeilt, geklopft und gedreht,
bis er zusammenbrach.
Wobei man hier dann die Lebenslineatur nicht zeilenübergreifend lesen kann, aber ich glaube, das hier auch gar kein Enjambement von dir intendiert war, hm?
Liebe Grüße
Gabi
Amanita hat geschrieben:Jetzt fehlt mir aber doch das er ... :)
Dann setz es ruhig wieder ein, es muss für dich stimmig sein. Und ein wunderbares Gedicht ist es allemal!
Übrigens, hast du schon mal überlegt, hier volle Interpunktion einzusetzen, da du ja auch teilweise Kommas gesetzt hast? Und noch eine Leerzeile einfügen? So? (Mit dem eingefügten "er")
Der Stein der Bildhauerin
Am Abend fegt sie
den Staub des Tages zusammen.
Viel, denn der Stein wollte
nicht mit ihr schweigen.
Er war eine Mutter mit
schrundigem Schoß.
War auf der anderen Seite
ein Mann, viel zu gerade graviert,
seine Lebenslineatur.
Er war ein Kind, das Lichtstrahlen
sammelte und an Nachtränder legte.
Er war Geburt und Tod.
Gesägt hat sie ihn.
Gefeilt, geklopft und gedreht,
bis er zusammenbrach.
Wobei man hier dann die Lebenslineatur nicht zeilenübergreifend lesen kann, aber ich glaube, das hier auch gar kein Enjambement von dir intendiert war, hm?
Liebe Grüße
Gabi
Hatte ich in der Tat überlegt, liebe Gabriella, ich tendiere in der letzten Zeit ohnehin zu mehr Satzzeichen.
Bis auf das Komma nach graviert werde ich Deine letzte Fassung übernehmen! Danke!
Die Leerzeile müsste für mich nicht unbedingt sein, aber sie tut vielleicht auch ganz gut - warum also nicht?
Bis auf das Komma nach graviert werde ich Deine letzte Fassung übernehmen! Danke!
Die Leerzeile müsste für mich nicht unbedingt sein, aber sie tut vielleicht auch ganz gut - warum also nicht?
Bei dem Komma nach "graviert" hatte ich hinterher auch überlegt, ob da eins hingehört. Aber du hast Recht. Da gehört keines hin.
Die abgesetzte Zeile finde ich gut, da sie diesen ganzen Schaffensprozess noch einmal sehr intensiv wiederspiegelt.
Ja doch, sehr schön so!
Und für dich muss es schließlich stimmig sein, Amanita, natürlich.
Herzlichst,
Diana
Und für dich muss es schließlich stimmig sein, Amanita, natürlich.
Herzlichst,
Diana
Liebe Amanita,
das finde ich einen sehr feinen Text,der sich auch auf andere kreative Prozesse übertragen lässt.
Ich bin nur ein wenig unschlüssig wegen der sich ähnelnden Satzstrukturen. Wäre es eine Option, es bei Geburt und Tod einmal umzudrehen:
Geburt und Tod war er.
Dann wäre natürlich die Frage, ob man die nächste Zeile nciht auch umdrehen müsste:
Sie hat ihn gesägt...
In dieser Zeile würde ich vielleicht das "und" sogar weglassen.
Sehr gern gelesen!
Liebe Grüße
leonie
das finde ich einen sehr feinen Text,der sich auch auf andere kreative Prozesse übertragen lässt.
Ich bin nur ein wenig unschlüssig wegen der sich ähnelnden Satzstrukturen. Wäre es eine Option, es bei Geburt und Tod einmal umzudrehen:
Geburt und Tod war er.
Dann wäre natürlich die Frage, ob man die nächste Zeile nciht auch umdrehen müsste:
Sie hat ihn gesägt...
In dieser Zeile würde ich vielleicht das "und" sogar weglassen.
Sehr gern gelesen!
Liebe Grüße
leonie
Hallo leonie, erst einmal vielen Dank!
Ja, die Wiederholungen waren schon auf der ersten Seite schon angesprochen, ich wollte es gern (etwas) statisch(er als sonst), weil es um Stein geht; vor allem aber wollte ich auf das fast stereotype Meißeln hinweisen.
"Er war Geburt und Tod" - in ihm war zunächst alles enthalten, und weil sich die Bildhauerin nicht entscheiden mochte (bei so viel "Angebot" :), ist er zum Schluss nur noch Staub - auch als Parallele zu unserem Menschsein. Das würde ich gern so lassen. "Sie hat ihn gesägt" würde mir nicht gefallen, denn "sie" tritt ja ziemlich in den Hintergrund, das Bildhauern (heißt das so?) ist in diesem Fall wichtiger als die Person, die sich in ihrem Tun dem Stein unterordnen muss (so erzählen mir es die Bildhauer auch).
Ja, die Wiederholungen waren schon auf der ersten Seite schon angesprochen, ich wollte es gern (etwas) statisch(er als sonst), weil es um Stein geht; vor allem aber wollte ich auf das fast stereotype Meißeln hinweisen.
"Er war Geburt und Tod" - in ihm war zunächst alles enthalten, und weil sich die Bildhauerin nicht entscheiden mochte (bei so viel "Angebot" :), ist er zum Schluss nur noch Staub - auch als Parallele zu unserem Menschsein. Das würde ich gern so lassen. "Sie hat ihn gesägt" würde mir nicht gefallen, denn "sie" tritt ja ziemlich in den Hintergrund, das Bildhauern (heißt das so?) ist in diesem Fall wichtiger als die Person, die sich in ihrem Tun dem Stein unterordnen muss (so erzählen mir es die Bildhauer auch).
-
Gerda
Liebe Amanita,
bei diesem Gedicht geschieht etwas Seltsames in mir.
Ich lese den Titel und die erste Strophe :
... und brauche weiter nichts ... alles was dann kommt, ist für mich bereits in der ersten Strophe enthalten.
Sie ist sehr aussagestark.
(Ach gerade sehe ich, du hast es unter Erzählgedichte gepostet, hm ... dann wäre vielleicht die erste Strophe der eigentliche Schluss, die Schlussfolgerung, die du gleich zu Beginn zusammenfasst?)
Liebe Grüße
Gerda
bei diesem Gedicht geschieht etwas Seltsames in mir.
Ich lese den Titel und die erste Strophe :
Am Abend fegt sie
den Staub des Tages zusammen.
Viel, denn der Stein wollte
nicht mit ihr schweigen.
... und brauche weiter nichts ... alles was dann kommt, ist für mich bereits in der ersten Strophe enthalten.
Sie ist sehr aussagestark.
(Ach gerade sehe ich, du hast es unter Erzählgedichte gepostet, hm ... dann wäre vielleicht die erste Strophe der eigentliche Schluss, die Schlussfolgerung, die du gleich zu Beginn zusammenfasst?)
Liebe Grüße
Gerda
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