Liebgehabter

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Jelena

Beitragvon Jelena » 12.02.2012, 08:08

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pjesma

Beitragvon pjesma » 15.02.2012, 17:00

mir gefällt dieses gedicht sehr, schon der titel ist schön :-)

einzig was mich etwas aus dem takt wirft ist das "sitzen" (womöglich ist es auch denkfehler von mir?)---ich sehe da ein steinigen planet der kein zutrit erlaubt...da käme mir irgendwie eher klopfen daran in sinn, kratzen, sowas eher als sitzen...oder sitzt das li an anderem planet, eigenem gestein? die beide versionen fände ich legitim, natürlich---es war aber mein erster leseeindruck.

lg, pjesma

Gerda

Beitragvon Gerda » 15.02.2012, 17:34

Liebe Pjesma

. .. kennst du die Redensart: Jemanden sitzen lassen?
Ich lese Jelenas Zeile als Anspielung darauf und die harten Steine, als Metapher für Lebensaufgaben, die Lyrich nun allein zu bewältigen hat.

Liebe Jelena,

lass sacken ... ;-) und "misslungen" ist es ganz und gar nicht ...

Liebe Grüße
Gerda

Quoth
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Beitragvon Quoth » 16.02.2012, 08:51

Hallo, Jelena,
mein Hauptproblem mit dem Text ist, dass er sich an den ehemals Liebgehabten persönlich richtet. Dadurch bekommt er den Grundton einer Anklage (und gehört m.E. in seine Mailbox und nicht hierher in ein halböffentliches Forum). Würde aus dem Du ein Er, so wäre das ganz anders, es würde eine Klage daraus, und Klage ist lyrisch besser umsetzbar als Anklage (die immer auf ästhetisch überhöhte Rechthaberei hinausläuft). Dann würde es so klingen (die Kommas habe ich hinzugefügt, weil ich es dann besser verstehe):

Er war nicht der,
den ich zu sehen glaubte,
er war nicht dort,
wo ich ihn sah,

aber es war keine Wolke,
die sein Gesicht verbarg,

es war ein ganzer Planet,
zu dem ich keinen Zutritt hatte,

ein Haufen harter Steine,
auf denen er mich sitzen ließ.

Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.02.2012, 08:58

Stimmt, das wollte ich eigentlich auch (schon/ noch) schreiben: Die Blickrichtung ...

Jelena

Beitragvon Jelena » 18.02.2012, 17:05

liebgehabt er

war nicht das Wesen
hinter den Wolken

auf seinem Planeten
war nicht der Boden

nicht der, den ich sah
war nicht zu besitzen

so hart war er Stein

Quoth
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Beitragvon Quoth » 18.02.2012, 20:03

Sehr schön. Jetzt ist es ein Gedicht!

Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 18.02.2012, 20:10

Hallo Jelena,

das geht überhaupt nicht?! Man kann zu deinem Ursprungsversen stehen, wie man möchte, aber das hier ist einfach ein lebloser Haufen Worte. Ein totgeredetes Gedicht, wenn man so will. Bitte nicht!

Ferdigruß.
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Beitragvon Amanita » 18.02.2012, 20:25

Mit der zweiten Version komme ich ehrlich gesagt noch weniger klar. Schade um die "Planeten-Stelle", die ich in der ersten sooo viel besser fand. auf seinem Planeten/ war nicht der Boden finde ich vergleichsweise schwach.

Jelena

Beitragvon Jelena » 18.02.2012, 22:20

Also, ich fand schon, dass Quoth mit seiner Kritik richtig lag, bei näherer Betrachtung. Deshalb finde ich die Neuversion auch gelungen. Es sind zwei stilitisch sehr unterschiedliche Gedichte geworden. Ich mag beide Richtungen, aber die zweite Richtung ist sicher die, in die mehr reinpasst. Das erste Gedicht ist zu eng persönlich.

Ist doch schön, was man so alles aus etwas machen kann. Man muss das mal weniger beurteilen, sondern eher nüchtern wie eine Studie betrachten.

Gerda

Beitragvon Gerda » 21.02.2012, 12:30

Liebe Jelena,

ich glaube du hast es zu eilig. ;-)
Für mich ist die neue Version keine Verbesserung.
Empfinde ganz ähnlich wie Amanita.

Liebe Grüße
Gerda

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Beitragvon ferdi » 21.02.2012, 12:53

Hallo Jelena,

du wirst wissen, was du tust. Aber zum neuen Gedicht sind mir gleich zwei Verse aus einem Sonett von Ronsard durch den Kopf gegangen:

Ich bin nur noch Gebein, mein eigner Knochenmann,
Entmarkt bin ich, entseht, entmuskelt und entfleischt


Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Quoth
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Beitragvon Quoth » 26.02.2012, 13:14

Für die Verwandlung der Anklage in eine Klage hätte der Text nicht reduziert werden müssen, da stimme ich mit Ferdi überein. Im Gegenteil, er könnte jetzt üppiger, detaillierter werden! Aber daran, dass Klage ein lyrikfreundlicheres Sujet ist als Anklage, halte ich fest - und freue mich, dass Du in Gestalt einer "Studie" darauf eingegangen bist.

Mit Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.


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