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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 29.11.2011, 18:32



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nur einen ton
sein eigen nennen
als ob der wind
durch kronen streicht
sich legen
in die weise stille
dämmrung sein
und horizont
in der weite eines tones
eigen sein
und selbst





.

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leonie
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Beitragvon leonie » 29.11.2011, 19:20

Liber Niko,

ich finde das ganz fein, denke aber, dass man die letzten drei Zeilen streichen kann (weil sie eine Art Fazit sind, das das Bild kaputt macht, das sich im Leser aufbaut) und der Text dadurch eher gewönne als verlöre (hach, ich mag diese Konjunktive...)

Liebe Grüße

leonie

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.11.2011, 20:13

Hi Niko,

stimme leo voll und ganz zu. Das gefällt mir richtig gut. Aber tatsächlich würde auch ich die letzten 3 Zeilen streichen.
Die braucht es m.E. nicht mehr.
Sehr gern gelesen!

Saludos
Gabriella

Niko

Beitragvon Niko » 29.11.2011, 22:48

hallo ihr beiden

und danke für euer kommentieren. es freut mich, dass ihr im groben und ganzen das stück mögt. mit den letzten drei zeilen aber gehen wir nicht konform. ich denke auch nicht, dass der text gewänne, so ich die zeilen streichen würde. die drei zeilen haben eine für mich wichtige aussage, die das ganze bild schlussendlich abrundet, ohne es floskulär erscheinen zu lassen. es ist einfach eine weiterführung einer betracchtung. ich finde schon, gabriella, dass der text die zeilen braucht.

aber nu: geschmäcker sind verschieden. es ist dennoch gut, das zu lesen, weil es mir die sinne schärft, noch kritischer mit schlüssen umzugehen und noch mehr gespür dafür zu entwickeln, was zuviel sein könnte.

liebe grüße: niko

Gerda

Beitragvon Gerda » 11.12.2011, 07:51

Lieber Niko,

ja, das ist fein gesponnen, als Wunsch des Lyrich.
Aber die letzten 3 Zeilen sind auch mir ein Zuviel.
Ohne sie bliebe der Text offen, was ich besser fände.

Liebe Grüße
Gerda

Quoth
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Beitragvon Quoth » 11.12.2011, 09:11

Die letzten drei Zeilen (wenn ich widersprechen darf) wiederholen ja nichts, sondern steigern den Ansatz des Anfangs. Dort spricht ein lyrisches Ich, das wahrscheinlich ein Sänger ist, den Wunsch aus, einen Ton "sein eigen", also ganz ihm gehörig nennen, sich über ihn definieren zu können im Kosmos/Chaos so vieler möglicher und realer Töne. Dann folgen drei romantische Vergleiche und am Schluss der Wunsch, "in der Weite eines Tons" "eigen (zu) sein und selbst", also zu sich zu finden, Identität zu haben. Damit wird der Ton gleichsam zum Vehikel der Selbst- und Identitätssuche.

Ich habe ein ganz anderes Problem mit dem Text. Die ersten beiden romantischen Bilder sind akustischer Art, dann aber folgen zwei reine Augenbilder ("dämmrung sein und horizont") - also dichterisch ist das, klar, aber ich würde den Text lieber allein über akustische Bilder "erlauschen"!
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Gerda

Beitragvon Gerda » 11.12.2011, 09:28

Hallo Quoth,

ja, schön, dich wiederzulesen. :-)
Das ist ein interessanter Ansatz ...

Könnten denn Dämmrung und Horiziont nicht doch ebenso akustischer Natur sein?
Für mich geht es auf.

Ich für mein Teil meinte auch nicht, dass die letzten drei Zeilen eine Wiederholung sind.
Zu erklärend empfinde ich diesen Schluss, zu nachdrücklich.

Liebe Grüße
Gerda

Mucki
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Beitragvon Mucki » 11.12.2011, 15:14

Hi Niko,

das, was Quoth schreibt, habe ich mir im Nachhinein auch gedacht. Deshalb habe ich deinen Text auch bei der Monatswahl gewählt. Es entsteht eine Klimax. Aus "nur einen ton" wird "in der weite eines tones". Aus "sein eigen nennen" wird "eigen sein". Diese Klimax könntest du noch steigern, finde ich, fügtest du vor den letzten drei Zeilen einen Absatz ein:


eigen

nur einen ton
sein eigen nennen
als ob der wind
durch kronen streicht
sich legen
in die weise stille
dämmrung sein
und horizont

in der weite eines tones
eigen sein
und selbst



Saludos
Gabriella


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