Wenn es nur endlich schneien würde,
und Frost und Winter kehrten ein,
der Pelz wär nicht mehr länger Bürde,
sondern er wärmte, ohne Pein.
Im Sommerjäckchen Shoppen gehen,
wer will das schon zur Weihnachtszeit?
Wenn laue Winde westwärts wehen,
ist niemand stimmungsvoll bereit.
Wir brauchen Schnee für unser Herz,
der Weihnachtswünsche sanft umhüllt,
für das Gemüt und den Kommerz,
sonst bleiben Träume unerfüllt.
So fliegt kein Schlitten durch den Himmel,
kein Santa kommt durch den Kamin.
Da können Glöckchen feste bimmeln,
kein Mensch hört überhaupt noch hin.
Man quält sich irgendwie durch Gassen
Glühwein – Wein-Nacht überall.
Und Lebkuchen in braunen Massen,
gehört dazu auf jeden Fall.
Allerorts ein Glitzern, Blinken,
gar mancher Schlaf wird so gestört.
Und ist der Strom auch noch so teuer
gibt´s keinen, der sich recht empört.
Nicht einmal tausend Schritte weiter:
„Kämpft mit für alle"! Occupy!
Der Marktbesucher, glühwein-heiter,
hält smalltalk um den heißen Brei.
©20111125
Änderungen in Strophe 1, 6 und 7 auf Anregung von Niko - vielen Dank
Alte Fassung:
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Dieser Text schmorte als Skizze schon lange. Auslöser war ein warmer Dezember, in dem sich Muttis dennoch in die Pelze schmissen ... heute war mir nach Posten.
Ich hoffe, dass er eine feine, bisweilen bissige Ironie transportiert.
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