Septemberbild (Fassung 2)
Staubbraun gerollte
Zigarrenblätter hängen an
den Lichtmasten die
Stadtfarben spielen ins
Moll des Kaffeespiegels schon
Lesen wir samstags schwarz auf
Weiß die Zahlen des Winters.
Septemberbild (Fassung 3)
Staubbraun gerollte
Zigarrenblätter hängen
an Lichtmasten
die Stadtfarben spielen ins
Moll des Kaffeespiegels
schon lesen wir samstags
schwarz auf weiß
die Zahlen des Winters.
Septemberbild
Hallo Eule! Septemberfarben oder Septemberbild? (Ich finde beides gut!)
Mir ist es ein bisschen zu düsterschwarzbraun (für den September), aber ich mag ja Farben in jeder Ausführung. Besonders gefällt mir der Schluss: Lesen wir samstags schwarz auf/ weiß die Zahlen des Winters.
Mit den Umbrüchen habe ich ein paar Problemchen, was sich besonders an der Zeile den Lichtmasten die zeigt. Überhaupt finde ich die Doppelzeile mit den Lichtmasten und den Stadtfarben am schwächsten (auch wenn die Wörter isoliert interessant klingen).
Mir ist es ein bisschen zu düsterschwarzbraun (für den September), aber ich mag ja Farben in jeder Ausführung. Besonders gefällt mir der Schluss: Lesen wir samstags schwarz auf/ weiß die Zahlen des Winters.
Mit den Umbrüchen habe ich ein paar Problemchen, was sich besonders an der Zeile den Lichtmasten die zeigt. Überhaupt finde ich die Doppelzeile mit den Lichtmasten und den Stadtfarben am schwächsten (auch wenn die Wörter isoliert interessant klingen).
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Herby
Hallo Eule,
das spricht mich sehr an - wenn ich den Titel überlese. Lese ich ihn mit, haut mich gleich das erste Wort raus. "Staubbraun" will für mich so gar nicht zu "septemberbild" passen.
Und an folgender Stelle
ist mir der Zeilenumbruch ein Rätsel, kommt mir gewollt/sinnlos vor. Was soll er lyrisch/poetisch hier bewirken??
Von diesen zwei kleinen Mäkeleien einmal abgesehen, gefällt mit der Text in seiner Bildhaftigkeit ausgesprochen gut.
Herzliche Grüße zur Nacht,
Herby
das spricht mich sehr an - wenn ich den Titel überlese. Lese ich ihn mit, haut mich gleich das erste Wort raus. "Staubbraun" will für mich so gar nicht zu "septemberbild" passen.
Und an folgender Stelle
Eule hat geschrieben:den Lichtmasten die
ist mir der Zeilenumbruch ein Rätsel, kommt mir gewollt/sinnlos vor. Was soll er lyrisch/poetisch hier bewirken??
Von diesen zwei kleinen Mäkeleien einmal abgesehen, gefällt mit der Text in seiner Bildhaftigkeit ausgesprochen gut.
Herzliche Grüße zur Nacht,
Herby
Hallo Herby, dies ist eben nur eines von vielen möglichen. Es erinnerte mich an Spätsommer im südlicheren Europa, die auch oft in Brauntönen gemalt waren, obwohl der Sommer dieses Jahr eigentlich recht regnerisch war.
Wenn Du die beiden Fassungen vergleichst, merkst Du vielleicht das grammatikalische Weiterdrängen durch das "offene Satzfragment" in der Beispiel-Zeile. Genau wie das "schon" in Strophe 2 verbindet es die Versteile und nehmen (für mich als Autor und eigener Leser) den Beobachtungen etwas von ihrer ruhenden Bedeutungsschwere.
Herzliche Frühherbstgrüße !
Wenn Du die beiden Fassungen vergleichst, merkst Du vielleicht das grammatikalische Weiterdrängen durch das "offene Satzfragment" in der Beispiel-Zeile. Genau wie das "schon" in Strophe 2 verbindet es die Versteile und nehmen (für mich als Autor und eigener Leser) den Beobachtungen etwas von ihrer ruhenden Bedeutungsschwere.
Herzliche Frühherbstgrüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
-
Herby
Liebe Eule,
mit der Version 3 komme ich schon eher zurecht als mit der ersten (= Version 2). Das liegt auch an der geänderten Schreibung, denn mir war nicht klar, warum z.B. in Version 2 das "Lesen" in Str. 3 groß geschrieben ist, das "den" in Strophe 1 dagegen klein.
Deine Antwort allerdings gibt mir z.T. Rätsel auf. Vielleicht kannst du mir helfen, mich von der Leitung runter zu bugsieren, auf der ich offensichtlich stehe.
Du schreibst:
Dir standen demnach Gemälde vor Augen(?), dann krieg ich aber den Anschluss nicht auf die Rolle, in dem du vom verregneten Sommer sprichst. Das will so für mich nicht zusammen passen.
Also der Artikel "die", wie du ihn in Version 2 gesetzt hast, nimmt den Beobachtungen etwas von ihrer ruhenden Bedeutungsschwere? Das kapier ich einfach nicht. Und wieso ruht die Bedeutungsschwere oder meintest du "in ihr ruhenden Bedueutungsschwere"?
Liebe Grüße,
Herby
mit der Version 3 komme ich schon eher zurecht als mit der ersten (= Version 2). Das liegt auch an der geänderten Schreibung, denn mir war nicht klar, warum z.B. in Version 2 das "Lesen" in Str. 3 groß geschrieben ist, das "den" in Strophe 1 dagegen klein.
Deine Antwort allerdings gibt mir z.T. Rätsel auf. Vielleicht kannst du mir helfen, mich von der Leitung runter zu bugsieren, auf der ich offensichtlich stehe.
Du schreibst:
Eule hat geschrieben:Es erinnerte mich an Spätsommer im südlicheren Europa, die auch oft in Brauntönen gemalt waren, obwohl der Sommer dieses Jahr eigentlich recht regnerisch war.
Dir standen demnach Gemälde vor Augen(?), dann krieg ich aber den Anschluss nicht auf die Rolle, in dem du vom verregneten Sommer sprichst. Das will so für mich nicht zusammen passen.
Eule hat geschrieben:Genau wie das "schon" in Strophe 2 verbindet es die Versteile und nehmen (für mich als Autor und eigener Leser) den Beobachtungen etwas von ihrer ruhenden Bedeutungsschwere.
Also der Artikel "die", wie du ihn in Version 2 gesetzt hast, nimmt den Beobachtungen etwas von ihrer ruhenden Bedeutungsschwere? Das kapier ich einfach nicht. Und wieso ruht die Bedeutungsschwere oder meintest du "in ihr ruhenden Bedueutungsschwere"?
Liebe Grüße,
Herby
Hallo Herby, das "in Brauntönen gemalt" ist eigentlich eine poetische Umschreibung der Eindrücke von ausgetrockneten Landschaften. Dagegen war der Sommer 2011 in Deutschland eigentlich eher regenreich.
Wenn die Schlusszeile mit einem Artikel ohne Bezugswort endet, suche ich dieses automatisch in der nächsten. Damit werde ich zum Weiterlesen statt zum "gedanklichen Verweilen" motiviert..gif)
@ Gabriella
Da steht Zigarrenblätter, nicht Zigarettenblätter ! Vielleicht ergibt das für Dich mehr Sinn. Durch die kahlere Umgebung treten die Masten wieder mehr in den Vordergrund ...
Wenn die Schlusszeile mit einem Artikel ohne Bezugswort endet, suche ich dieses automatisch in der nächsten. Damit werde ich zum Weiterlesen statt zum "gedanklichen Verweilen" motiviert.
.gif)
@ Gabriella
Da steht Zigarrenblätter, nicht Zigarettenblätter ! Vielleicht ergibt das für Dich mehr Sinn. Durch die kahlere Umgebung treten die Masten wieder mehr in den Vordergrund ...
Zuletzt geändert von Eule am 17.09.2011, 23:27, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.
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Gerda
Hallo Eule,
feines Stimmungsgespinst ...
Hier riecht es noch nach Sommer, aber bei der Formulierung "Das Moll des Kaffeespiegels" kann ich mich schon in einen Frühherbsttag versetzen.
Ich empfinde, dass du es atmosphärisch getroffen hast, das leichte Kräuseln der Blätter im Wind (der Wind hört sich jetzt anders an, als im Hochsommer, als die Blätter noch saftig waren), ahnungvoll und wehmütig, die leichten Brauntöne, die durch das schräg einfallende Licht entstehen und in der letzten Strophe bringst du es ganz real auf den Punkt.
Liebe Grüße
Gerda
feines Stimmungsgespinst ...
Hier riecht es noch nach Sommer, aber bei der Formulierung "Das Moll des Kaffeespiegels" kann ich mich schon in einen Frühherbsttag versetzen.
Ich empfinde, dass du es atmosphärisch getroffen hast, das leichte Kräuseln der Blätter im Wind (der Wind hört sich jetzt anders an, als im Hochsommer, als die Blätter noch saftig waren), ahnungvoll und wehmütig, die leichten Brauntöne, die durch das schräg einfallende Licht entstehen und in der letzten Strophe bringst du es ganz real auf den Punkt.
Liebe Grüße
Gerda
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