Massenimpfung

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 20.08.2011, 14:19

Massenimpfung

Bekittelt mit Pflicht
das Gemeinwohl im Auge
ziehen sie ihre
Wortspritzen auf
machen uns fürsorglich willensimmun
zerreißen, zerknacken
die Hüllen steriler Bestecke
befehlen den Armen
von kleidender Würde
sich zu befreien
und stechen grinsend
die Paragraphen
unter die Haut
Zuletzt geändert von Amanita am 02.09.2011, 17:16, insgesamt 1-mal geändert.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 24.08.2011, 21:27

Hallo Amanita,

das ist mir, ehrlich gesagt, zu eng. Es macht mir keine Tür auf, ich kann nur das sehen, was du mich sehen lassen willst, und durch das Thema bedingt kommt da auch der berühmte "erhobene Zeigefinger" ins Spiel...

Hm. Das ist so gar nicht meins.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 24.08.2011, 22:06

Gut, Ferdi, danke schön "fürs Befassen".

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Eule
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Beitragvon Eule » 02.09.2011, 17:11

Hallo Amanita, mir wird hier vor allem nicht klar, auf wen sich der Text bezieht. Wer zieht da die "Wortspritzen auf" und was meinst Du mit "willensimmun" ?
Danach kann ich den ironisch-sarkastischen Text durchaus genießen.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.09.2011, 20:21

Das Prinzip der Massenimpfung habe ich als Gerüst genommen - man kann mit chemisch-biologischen Substanzen geimpft werden, aber auch mit verbalen Inhalten. Willensimmun bezog sich auf den eigenen Willen - ich bin dagegen immun = etwas macht mir nichts mehr aus, ich nehme etwas nicht mehr wahr, ich werde letzten Endes unmündig (gemacht). Bei der wirklichen Massenimpfung darf ich ja auch keinen Willen mehr haben - ich muss dahin. Ähnliches beobachte ich aber auch anderswo (z. B. Arbeitslosigkeit/ Arbeitsbeschaffung/ Hartz IV usw.) - daher die Paragraphen.

Wer "sie" sind, ist weniger wichtig - Menschen, die Macht ausüben können über eine "Masse" und das auch tun.

Max

Beitragvon Max » 02.09.2011, 22:22

Mir geht es da ein wenig wie Ferdi.

Was mich besonders stört, ist, dass das Wollen und das dadurch gewählte Bild das Beobachten überdeckt. So wird das Gedicht vrohersagbar und ich verliere recht schnell die Neugier, was noch darauf, was noch kommen mag,

LIebe Grüße
Max

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.09.2011, 22:25

Joa, war halt mal ein Gedanke ...

Aber - hallo Max - Deinen Satz mit dem Wollen versteh ich nicht. Wer will da was? Wollte ich was?

Max

Beitragvon Max » 02.09.2011, 22:41

Mein gefühl ist, dass sich das Wahrnehmes des Gedichtes einem Willen die Welt so wahrzunehmen, untrerordnet.
das meinte ich .. kann sein, dassich mich irre, aber so kommt es rüber

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.09.2011, 22:53

Nein, da ist kein Wille, die Welt so wahrzunehmen. Ich sehe das nur als eine Facette unter ganz vielen.

Was nun? Soll der Text in den virtuellen Eimer? Kann man, soll man was dran machen?


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