Ein nüchternes Gedicht

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 18.12.2010, 15:04

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Eule
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Beitragvon Eule » 19.12.2010, 23:55

Hallo Xanthippe, beziehst Du dich mit "Kultur der Sehnsucht" auf materiellen Besitz, auf Sehnsucht nach Erlösung , auf Vergebung, auf Überlegenheit, auf noch mehr, alles zusammen oder das menschliche Leben überhaupt ?

Auch nüchterne Nächte können glücklich sein und wovon sind die Tage denn entleert ? So ganz erschließt sich mir der inhaltliche Kern Deines Gedichtes nicht, obwohl es mich an den Satz "lieber allein als gemeinsam einsam" erinnert. Nur der Titel gefällt mir mit seiner als etwas augenzwinkernd empfundenen Widersprüchlichkeit wirklich gut.

Die Vermischung einer allgemeinen und der persönlichen Sichtweise passt für mich in Deinem Gedicht aber nicht besonders gut zusammen, abgesehen von der darin verwendeten versachlichenden, fast philosophischen Sprache.

Herzliche Grüße !
Zuletzt geändert von Eule am 20.12.2010, 00:07, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 19.12.2010, 23:56

Hallo Xanthippe,

die Poesie der Nüchternheit, ein neues Lied der Leere, eine neue Eloge auf die Harmonie des Widersprüchlichen. Die Wahrheit wird von der Wirklichkeit vom Sockel geholt, der Gott und Held ist eigentlich ein ängstlicher, potenziell / zukünftig stinkender Krüppel. Alles ist Lüge. Alles ein Produkt der Kultur der Sehnsucht.
Ein starkes Thema, starke, beißende Worte und ein markantes Gedicht. Es hat mich beeeindruckt.

Die Frage, die ich mir stellte, ist, macht das alles die Sehnsucht? Das ist ein schillernder Begriff, ich kann mich nach allem Möglichen sehnen. Eingeführt wird sie als Sehnsucht nach einem Geruch (des Ex - so kam's beim mir an) - im Sinn von: das LyI kann sich der angeprangerten Kultur selbst nicht entziehen, hat eigene Sehnsüchte und zögert vor dem eigenen Anspruch - denn die Wirklichkeit der Sehnsucht müsste auch ein anderes Ich noch schätzen, wenn der Körper faltig und welk ist.
Gegenüber diesem hohen Ideal fühlt LyI sich als Krüppel, Angst-Trinker neben anderen Krüppeln und Trinkern. Und lastet das alles der Sehnsucht an.
Was ich nicht verstehe. Wofür (mein Nichtverstehen) ich mir zwei Gründe vorstellen könnte:
a) weil die spezifische Art von Sehnsucht, die du vor Augen hast, bei mir nicht ankam
b) weil der Anfang nicht wirklich zum Thema gehört:
Wenn die Tage leer sind - meine Empfindung jetzt - dann liegt das eher an der Folge der Beweisbarkeiten, die Reihe der Tatsachen, die Beruf- und Alltagsleben ausfüllen. Beweisbar ist auch, dass Körper altern. Das passiert alles ohne jegliche Sehnsucht. Ist das das Ideal, wenn die Kultur der Sehnsucht an ihr Ende gekommen /überwunden ist? Deshalb die Frage: Ist die Diskrepanz Wahrheit/Tatsachen/Beweisbarkeit versus Wirklichkeit wirklich Teil des Themas Sehnsucht?
Xanthippe hat geschrieben:Wahrheit eine Anreihung von Tatsachen
die beweisbar sind
ohne etwas mit der Wirklichkeit zu tun zu haben

Oder könnte das auch - so gelungen die Formulierung ist - entfallen? Wenn das weg wäre, würde die Sehnsucht nach Unvergänglichkeit ins Zentrum rücken und das schöne Wortpaar der 'Kultur der Sehnsucht' - für mich - mehr Klarheit bekommen.

Eine Formalie: mich irritieren die beiden Klammerpaare in der ersten Strophe, da hier dasselbe Zeichenpaar für zwei ganz unterschiedlichen Funktionen verwendet werden.
Schöne Grüße
Franz

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 20.12.2010, 10:01

hallo Arne,

ich mag es ja, wenn ein Gedicht mich mit vielen Fragen zurücklässt, Dir scheint das anders zu gehen, oder?
Was mir auffällt, Du und auch der Räuber scheinen sich zu reiben an dem Wort Sehnsucht. Daraufhin habe ich mal in meinem kleinen etymologischen Wörterbuch nachgeschlagen, woher das Wort kommt und so. Und bin überrascht worden: senen meinte ursprünglich kraftlos, unlustig sein. Ich glaube darüber muss ich noch eine Weile nachdenken. Danke für den Denkanstoß.

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 20.12.2010, 10:10

Hallo Räuber,

ja, die Sehnsucht. Ich habe mir gar nicht bewusst gemacht, wieviel drin steckt in diesem Wort.
Aber statt Dir jetzt Deine Fragen zu beantworten, möchte ich selbst noch einige stellen, um besser zu verstehen, was Du nicht verstehst (ohnehin geht es nicht um Verstehen beim Lesen von Gedichten, nur sehr zweitrangig, oder jedenfalls um eine sehr andere Art von Verstehen, als z.B. bei der Wettervorhersage oder einer Rechenaufgabe, aber das ist schon wieder ein anderes Thema)
Was mich interessieren würde: Was unterscheidet Wahrheit von Wirklichkeit? Was ist Wirklichkeit, für dich, im Unterschied zu Wahrheit?

Eine "Rechtfertigung", Erklärung dessen, was ich gemeint habe, warum ich denke, dass es den Satz braucht von der Wahrheit und der Wirklichkeit und dass er der Kultur der Sehnsucht nicht widerspricht, das reiche ich alles nach. Jetzt sage ich nur Danke für Deine Gedanken und stelle diese Frage.

Was die Formalie angeht, hast du zweifellos Recht (ich mit meiner Klammermanie :neutral: ), das muss ich noch ändern.

Last

Beitragvon Last » 20.12.2010, 15:10

RäuberKneißl hat geschrieben:Deshalb die Frage: Ist die Diskrepanz Wahrheit/Tatsachen/Beweisbarkeit versus Wirklichkeit wirklich Teil des Themas Sehnsucht?


Ich würde laut ausrufen: "Ja!" Weil diese Diskrepanz die Voraussetzung für die hier beschriebene Sehnsucht ist: sie ermöglicht es, sich von jedweder konkreten Aussage zu distanzieren. Was in den Klammern zuvor über Liebe gesagt wird, verallgemeinert sich hier. Die unerfüllte und sich dadurch verewigende Liebe schreit geradezu nach einer solchen Verallgemeinerung: nicht einmal die Tatsache, dass es sich hier um ein Liebesgedicht handelt, darf Bestand haben.


RäuberKneißl hat geschrieben:Eine Formalie: mich irritieren die beiden Klammerpaare in der ersten Strophe, da hier dasselbe Zeichenpaar für zwei ganz unterschiedlichen Funktionen verwendet werden.


Das verstehe ich nicht. Einerseits markieren beide Klammerpaare eine Parenthese, haben also zumindest die gleiche grammatikalische Funktion; wobei eben alle anderen Satzzeichen durch Versumbrüche ersetzt werden, was für die Parenthese aber aus rein praktischen Gründen nicht möglich ist. Andererseits sehe ich Liebe in diesem Gedicht nur an zwei Stellen explizit zur Sprache kommen: einmal wörtlich zwischen den ersten beiden Klammern und einmal zwischen den zweiten beiden Klammern, wo sich Liebe als Sehnsucht nach körperlicher Anwesenheit manifestiert; man könnte durchaus behaupten, dass dieses Liebesgedicht Liebe bewusst ausklammert, während die Intention eher bei einer allgemeineren Sehnsucht liegt, an die sich auch das Motto richtet. Vielleicht weil sich die Liebe eher an die Poesie richtet als an einen Menschen?

Klara
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Beitragvon Klara » 21.12.2010, 10:07

Hallo Xanthippe,
(keine Kommentare gelesen)

das ist schön gesagt, klingt traurig vertraut (oder vertraut traurig) -
und doch stimmt es, glaube ich nicht. Dass die Sehnsucht die Liebe quasi tiefgekühlt unendlich konservieren kann. Sogar die Sehnsucht schafft das nicht, weil auch die Liebe, die sich nie erfüllt, vergehen kann Das ist dann manchmal auch traurig, macht aber dann - möglicherweise - auch frei für - na eben Liebe inklusive Sehnsucht und nicht Sehnsucht exklusive Liebe

Interessant wäre auch die Frage, inwiefern eine ja offenbar gespürte (sogar unter dem wuchtigen Eindruck einer zähen Gegenwart als unendlich betrachtete) Liebe überhaupt unerfüllt sein kann, denn das Gedicht beruft sich ja auf ein gewissermaßen auktoriales Wissen nciht nur über die Empfindung des lyrischen Ich, sondern auch des beschriebenen Geliebten, stellt beide auf eine Wissens-, Verzichts-, Liebes- und Versagensstufe. Versagen meine ich durchaus im doppelten Sinne: Man versagt sich und einander die Liebe - und hier lauert dann wieder die ungeklärte und deshalb umso interessantere Frage des Wesens ihrer Nichterfüllung: Verzicht auf/Sehnsucht nach körperlicher Vereinigung? nach offenem Ausdruck (heimliche Liebe, heimliches Begehren wegen anderweitiger Bindungen jeweils oder nur bei einer/einem der Beteiligten? Unfähigkeit, im Rahmen einer PArtnerschaft die Liebe zu leben, wie man neudeutsch so schön sagt? Gewohnheitsmäßige Feigheit? - jedenfalls ist mansich (verkrüppelt) darin gleich. Die Erfüllung der Liebe besteht sozusagen in in ihrer - einvernehmlichen? - Nichterfüllung.

Ist es Feigheit? Ist es Vernunft? Ist es Unfähigkeit, Versehrtheit? ("Krüppel") Von allem etwas und noch mehr?

Der Blick scheint brutal, will sich nüchtern haben - und leuchtet doch ganz und gar nicht nüchtern und noch weniger kalt bei diesem uralten Thema, dieser urmenschlichen Erfahrung jedenfalls in unserer merkwürdigen liebesklammen Welt wie ein romantischer Fluch desjenigen, der sich nicht zur eigenen Sehnsucht bekennt gerade dadurch, indem er sie, die Sehnsucht, als Ursache und Ziel des eigenen Handel(n)s und Nichtverhaltenversuchens verrät. Die Sehnsucht ist, salopp gesagt, eine Scheiße, aber was wäre gerade diese Liebe ohne sie? DANN erst wäre sie nüchtern. Dann erst blass.

Auf dem Sockel, der seit jeher für den geliebten Menschen bereit gestellt wird, vekümmert die Sehnsucht zur Kompensation ihres eigenen Unvermögens. Der geliebte Mensch bleibt außen vor wie der Liebende. Ein pseudotragischer (oder tatsächlich tragischer?) Klassiker, wenn man so will.

Sprachlich mag ich die zweite Strophe sehr, die erste klingt für mich arg sezierend (das ist keine Kritik, auch kein Aufruf zur Änderung, sondern ein ganz persönlicher Geschmackseindruck).

Was ich nicht mag ist das vorangestellte Zitat, weil es mir zu allgemein erscheint, weil ich es als solches schwach finde, - und auch unnötig. Der Text erzählt genug, er braucht keinen Testimonial.

Ganz toll find ich:
betrinken wir uns mit der Leere unserer Tage
aus Angst vor einer nüchternen Nacht


Wohlstandssicherheitsabstandsliebe: Man sitzt im Auto, hat den Gurt angelegt, und lässt den Motor nicht an - wozu dann der Gurt?

Herzlich
klara

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 21.12.2010, 17:34

Das ist ein sehr schöner Kommentar, Klara, allein dafür hat sich das Gedicht schon gelohnt. Und natürlich stimmt es nicht, ein Gedicht ist ja keine Wahrheitserklärung, eher eine Erläuterung einer momentanen Wirklichkeit. Darum ging es in erster Linie, glaube ich, das Ding ist schon etwas älter und dann ändern sich die Bezüge, man schaut anders drauf.

Klara hat geschrieben:
Interessant wäre auch die Frage, inwiefern eine ja offenbar gespürte (sogar unter dem wuchtigen Eindruck einer zähen Gegenwart als unendlich betrachtete) Liebe überhaupt unerfüllt sein kann, denn das Gedicht beruft sich ja auf ein gewissermaßen auktoriales Wissen nciht nur über die Empfindung des lyrischen Ich, sondern auch des beschriebenen Geliebten, stellt beide auf eine Wissens-, Verzichts-, Liebes- und Versagensstufe. Versagen meine ich durchaus im doppelten Sinne: Man versagt sich und einander die Liebe - und hier lauert dann wieder die ungeklärte und deshalb umso interessantere Frage des Wesens ihrer Nichterfüllung: Verzicht auf/Sehnsucht nach körperlicher Vereinigung? nach offenem Ausdruck (heimliche Liebe, heimliches Begehren wegen anderweitiger Bindungen jeweils oder nur bei einer/einem der Beteiligten? Unfähigkeit, im Rahmen einer PArtnerschaft die Liebe zu leben, wie man neudeutsch so schön sagt? Gewohnheitsmäßige Feigheit? - jedenfalls ist mansich (verkrüppelt) darin gleich. Die Erfüllung der Liebe besteht sozusagen in in ihrer - einvernehmlichen? - Nichterfüllung.

Ist es Feigheit? Ist es Vernunft? Ist es Unfähigkeit, Versehrtheit? ("Krüppel") Von allem etwas und noch mehr?


Ja, das ist eine spannende Frage. Das ist aber auch die Frage danach, was Erfüllung ist und das sind ja alles Fragen, die sich nur jeweils sehr subjektiv und niemals endgültig beantworten lassen. Vielleicht ist das auch ein ganz dummer Satz, dieser Satz in Klammern, dass nur die Liebe die sichnie erfüllt unvergänglich ist. Und sicher ist er ebensowenig eine ewige Wahrheit wie die anderen Sätze in diesem nämlich ganz und gar nicht nüchternen Gedicht, da teile ich deine Einschätzung vollkommen. Aber es gibt doch dieses romantische Ideal, (vielleicht nur phasenweise und altersabhängig, vielleicht sogar nur in schönen poetischen Büchern und wenn man sehr jung und sehr gerne unglücklich ist) aber ein wenig ist eben auch dran, dass eine Liebe sobald sie sich erfüllt ja auch Alltag wird und dann eben - ganz natürlich diesen Heiligenschein, dieses Romantische des Unwirklichen - verliert und dafür den Blick frei macht, wie du eingangs geschrieben hast (auch wenn der Bezug da ein anderer war) und anderes (u.U. wertvollerers) entstehen lässt, eine Zugehörigkeit, ein Einanderkennen, sich wirklich Erkennen und sein lassen können, all diese wenig spektakulären und wunderbar wichtigen Dinge, ups, jetzt habe ich den Faden verloren, jedenfalls es ist eine romantische Idee. Und das Versagen dieser Liebe kann eventuell auch in der Hoffnung darauf stattfinden, dass man die Idee die immer höher, edler, reiner ist als die Tatsachen, damit bewahren kann, sie schützt vor einer Konfrontation mit der Realität, vor einer nüchternen Nacht eben.

Ja, wie gesagt, ich mag Deine Gedanken dazu sehr.
Und über das Zitat will ich gerne nachdenken, es ist mir nicht wichtig als Teil des Gedichtes, ich glaube auch nicht, dass es etwas zum Verständnis beiträgt, es war eher so eine Art Redlichkeit, die ich mir da erlauben wollte, anzuzeigen, was dieses Gedicht hervorgerufen hat.

Danke für Deinen schönen Kommentar

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Beitragvon Xanthippe » 22.12.2010, 07:15

Hallo Last,

spannend ist ja, wie man dieses Gedicht, wenn man dem vorangestellten Zitat von Brodsky eben doch eine Existenzberechtigung zugesteht, ganz anders lesen kann, nämlich wieder auf einer abstrakteren sprachlichen Ebene.

Last hat geschrieben:
RäuberKneißl hat geschrieben:Deshalb die Frage: Ist die Diskrepanz Wahrheit/Tatsachen/Beweisbarkeit versus Wirklichkeit wirklich Teil des Themas Sehnsucht?


Ich würde laut ausrufen: "Ja!" Weil diese Diskrepanz die Voraussetzung für die hier beschriebene Sehnsucht ist: sie ermöglicht es, sich von jedweder konkreten Aussage zu distanzieren. Was in den Klammern zuvor über Liebe gesagt wird, verallgemeinert sich hier. Die unerfüllte und sich dadurch verewigende Liebe schreit geradezu nach einer solchen Verallgemeinerung: nicht einmal die Tatsache, dass es sich hier um ein Liebesgedicht handelt, darf Bestand haben.


Die Sehnsucht ist eben das, was sich grenzenlos glaubt, nicht wissend, dass es gerade die Grenzen sind, die sie ermöglichen.

Last hat geschrieben: Vielleicht weil sich die Liebe eher an die Poesie richtet als an einen Menschen?

Ich empfinde es immer wieder als ein Wunder, dass man viel mehr schreibt (auch preisgibt) als man weiß.
Auch die Gedanken zur Formalie, die mir ja zunächst einleuchteten als Kritikpunkt, finde ich sehr interessant.


Vielen Dank dafür

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 22.12.2010, 09:00

Ich fand den mit dem Autogurt einen sehr schönen Kommentar, hingegen halte ich den Kommentar "Das ist ein sehr schöner Kommentar" für keinen sehr schönen Kommentar. Texteinsteller sollten Kommentaren keine Noten geben. Das dürfen nur Kommentatoren untereinander tun, meiner kulturellen Ansicht nach.

P.

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Beitragvon Klara » 22.12.2010, 11:29

OT Pjotr, witzigerweise dachte ich gerade beim Autogurt neben dem eigentlichen Gedanken an dich (bzw. kenne ich dich ja nicht, dachte also an einen wie auch immer projizierten "Pjotr", dessen Gefühlsbilder in mir spielen)

Ich weiß aber nicht mehr, inwiefern ich an jenen "Pjotr", mit dem ich, also "klara" ja durchaus schon auf die eine oder andere Weise aneinandergeriet, fühldachte (mit Furcht? mit der Sorge, jemandem auf den Schlips zu treten? mit Spekulationen? In welche Richtung? Oder Pjotr als Beispiel für den angelegten Gurt? Fürs Nichtlosfahren? Oder fürs Fahren ohne Gurt? Ich glaube, konkret dachte ich nichts, sondern "Pjotr" kam mir sozusagen bei dieser Metapher, die ich da hingemümmelt habe, in den Sinn -)

Egal. Fand ich nur interessant, als Schwingung.

Frohe Bald-Weihnachten wünscht, immer noch off topic
klara

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Beitragvon Klara » 22.12.2010, 11:33

Xanthippe, hab mich gefreut, dass du dich über meinen Kommentar gefreut hast :)

herzlich
klara

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Beitragvon Xanthippe » 22.12.2010, 15:13

Pjotr hat geschrieben:Ich fand den mit dem Autogurt einen sehr schönen Kommentar, hingegen halte ich den Kommentar "Das ist ein sehr schöner Kommentar" für keinen sehr schönen Kommentar. Texteinsteller sollten Kommentaren keine Noten geben. Das dürfen nur Kommentatoren untereinander tun, meiner kulturellen Ansicht nach.

P.


Guten Tag Pjotr,

dann gehören wir unterschiedlichen Kulturen an.

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Eule
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Beitragvon Eule » 22.12.2010, 17:07

Hallo Xanthippe, nein, über offene Fragen denke ich meistens gerne nach ... Sehnsucht als Kraftlosigkeit, als Schwäche, das ist sicher eine Seite der Bedeutung. Das "Betrinken mit Leere aus Angst vor der Nüchternheit" ist ein interessantes und dialektisches Bild dazu. Wenn alles zuende geht - nüchtern und wild, dann bleibt oft eine Starre, die nicht nur die des Ausdrucks sein muß. Es bleibt hier ein sehr harter Klang zurück - kratzig, widerborstig, erschreckend, wie ein neuer, desillusionierter und vielleicht sogar sinnloser Tag ?
Zuletzt geändert von Eule am 22.12.2010, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.


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