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Xanthippe hat geschrieben:Wahrheit eine Anreihung von Tatsachen
die beweisbar sind
ohne etwas mit der Wirklichkeit zu tun zu haben
), das muss ich noch ändern.RäuberKneißl hat geschrieben:Deshalb die Frage: Ist die Diskrepanz Wahrheit/Tatsachen/Beweisbarkeit versus Wirklichkeit wirklich Teil des Themas Sehnsucht?
RäuberKneißl hat geschrieben:Eine Formalie: mich irritieren die beiden Klammerpaare in der ersten Strophe, da hier dasselbe Zeichenpaar für zwei ganz unterschiedlichen Funktionen verwendet werden.
betrinken wir uns mit der Leere unserer Tage
aus Angst vor einer nüchternen Nacht
Klara hat geschrieben:
Interessant wäre auch die Frage, inwiefern eine ja offenbar gespürte (sogar unter dem wuchtigen Eindruck einer zähen Gegenwart als unendlich betrachtete) Liebe überhaupt unerfüllt sein kann, denn das Gedicht beruft sich ja auf ein gewissermaßen auktoriales Wissen nciht nur über die Empfindung des lyrischen Ich, sondern auch des beschriebenen Geliebten, stellt beide auf eine Wissens-, Verzichts-, Liebes- und Versagensstufe. Versagen meine ich durchaus im doppelten Sinne: Man versagt sich und einander die Liebe - und hier lauert dann wieder die ungeklärte und deshalb umso interessantere Frage des Wesens ihrer Nichterfüllung: Verzicht auf/Sehnsucht nach körperlicher Vereinigung? nach offenem Ausdruck (heimliche Liebe, heimliches Begehren wegen anderweitiger Bindungen jeweils oder nur bei einer/einem der Beteiligten? Unfähigkeit, im Rahmen einer PArtnerschaft die Liebe zu leben, wie man neudeutsch so schön sagt? Gewohnheitsmäßige Feigheit? - jedenfalls ist mansich (verkrüppelt) darin gleich. Die Erfüllung der Liebe besteht sozusagen in in ihrer - einvernehmlichen? - Nichterfüllung.
Ist es Feigheit? Ist es Vernunft? Ist es Unfähigkeit, Versehrtheit? ("Krüppel") Von allem etwas und noch mehr?
Last hat geschrieben:RäuberKneißl hat geschrieben:Deshalb die Frage: Ist die Diskrepanz Wahrheit/Tatsachen/Beweisbarkeit versus Wirklichkeit wirklich Teil des Themas Sehnsucht?
Ich würde laut ausrufen: "Ja!" Weil diese Diskrepanz die Voraussetzung für die hier beschriebene Sehnsucht ist: sie ermöglicht es, sich von jedweder konkreten Aussage zu distanzieren. Was in den Klammern zuvor über Liebe gesagt wird, verallgemeinert sich hier. Die unerfüllte und sich dadurch verewigende Liebe schreit geradezu nach einer solchen Verallgemeinerung: nicht einmal die Tatsache, dass es sich hier um ein Liebesgedicht handelt, darf Bestand haben.
Last hat geschrieben: Vielleicht weil sich die Liebe eher an die Poesie richtet als an einen Menschen?
Pjotr hat geschrieben:Ich fand den mit dem Autogurt einen sehr schönen Kommentar, hingegen halte ich den Kommentar "Das ist ein sehr schöner Kommentar" für keinen sehr schönen Kommentar. Texteinsteller sollten Kommentaren keine Noten geben. Das dürfen nur Kommentatoren untereinander tun, meiner kulturellen Ansicht nach.
P.
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