Beitragvon jondoy » 06.08.2010, 14:14
Liebe Elsie,
ein offenener Text, kraftvoll und doch mit leisen Tönen,
in meinen Augen daher kein unmittelbarer (Wut/Hass-)Ausbruch (mehr), weil er verwebt ist mit nuancierten, reflektierten Gedanken,
hab den Text anfangs als Gedicht lesen wollen, die Zeilenschaltung hat mich dazu verführt, doch der Text lässt sich nicht darauf ein, nein, ein Gedicht ist er nicht.
unsere codes (einander sprachlos verstehen) verraten,
diese Frage stellt sich das das Lyrische Ich, innerlich erregt, allein der Gedanke...schmerzt,
wie der Text dann genau dieses Gefühl ausdrückt, das Bild, das er dafür findet, mit dem er es ins Reich der Worte, der Sprache überträgt, "sprengt mir das Pochen hinterm Rippenbogen", ist so was wie ein Volltreffer.
Nach dem ersten Lesen hatte ich (in einer ersten intension) auch dafür plädiert, die beiden letzten wörter "ganz ehrlich" wegzulassen, weil man das ja nicht extra zu betonen braucht,
jetzt, wenn ich den text nach tagen wieder lese, seh ich es anders, hab ich meine meinung darüber geändert, ich begründe dies damit:
Diese beiden Wörter stehen in unmittelbarem Kontext zu den beiden vorherigen Zeilen
("großmütig bin ich nicht
wünsch dir die pest
ganz ehrlich").
Das sind drei Sätze, (bewusst) wie dahingeworfen,
lakonisch, einfach, wuchtig,
die wirken genau so nur in ihrer Einheit, vom Drive (Slang) her gehören sie einfach zusammen, find ich.
Namaste,
Stefan