Wortfrüchte

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 05.08.2010, 07:14

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Zuletzt geändert von Gerda am 15.08.2010, 08:59, insgesamt 4-mal geändert.

Gerda

Beitragvon Gerda » 13.08.2010, 04:40

Leider habe ich es gestern nicht geschafft, zu schreiben. Ich bin derzeit etwas mitgenommen durch den Ausbruch einer Autoimmun. Erkrankung.(Aber auf dem Wege der Besserung). Ich möchte, aufmerksam und konzentriert antworten, das würde mir heute früh (13.08. un 04:37 auch nicht so echt gelingen.
Ich bitte um Geduld bis zum WE.

Liebe Grüße
Gerda

Quoth
Beiträge: 1853
Registriert: 15.04.2010
Geschlecht:

Beitragvon Quoth » 13.08.2010, 10:13

Hallo, Gerda,
bin hier im Moment nur selten. Mit Autoimmunkrankheiten ist nicht zu spaßen, sie machen sehr müde und abgeschlagen, ich hoffe, dass wirklich eine Besserung eintritt, und das möglichst ohne Kortison!
Für mich ist "Wortfrüchte" durchaus ein Gedicht, und da es streckenweise in gebundener Sprache verfasst ist, gefällt mir das zunächst mal. Was mich dem Text entfremdet, ist seine, wie fenestra mit Recht moniert, schon in der Überschrift hergestellte und aufgelöste allegorische Ebene. Es ist von Worten die Rede - aber es sind Früchte (oder Blüten, aus denen dann Früchte hervorgehen) gemeint; es ist von Blüten/Früchten die Rede, aber es sind Worte gemeint. Dies ist eine fast barocke Methode, die lyrische Sprache "aufzuladen", aber sie entwertet sie auch, es bleibt im Text nichts mehr zu suchen und zu ergründen, er deutet sich gleichsam plakativ selbst - und das macht ihn - mit Verlaub! - platt. Dabei kann er, wie Elsa mit Recht hervorgehoben hat, klanglich durchaus wohltönend sein, aber auf der Bedeutungsebene tut sich zu wenig.
Mit Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Klara
Beiträge: 4556
Registriert: 23.10.2006

Beitragvon Klara » 13.08.2010, 13:28

Hallo Gerda,

das ist hübsch gesetzt und nett gereimt, aber
auf mich wirkt der Text - ohne dass ich eigentlich sagen könnte, warum - belehrend, ohne (mir) etwas Neues/Lehrreiches/Erkenntnisvolles mitteilen zu können. Die (Wort)Bilder scheinen fast wie ein grelles Plakat oder so - und nicht wie erntewürdige Früchte. Wenn ein Witz dabei ist, erschließt er sich mir nicht: Ich will zu schnell fort von dem für mich hohlen Wohlklang, fühle ich mich nicht angezogen, nicht bereit, wirklich zu lesen.

Das nur als Leseeindruck.

Herzlich
klara

Gerda

Beitragvon Gerda » 15.08.2010, 07:30

... ich beginne mal von hinten nach vorne ...

Liebe Klara,

zunächst einmal danke für das Feedback.
Deine Perspektive hatte früher schon/hat Bedeutung für mich.
Im Grunde bestätigst du meine Intention haargenau mit deinem Kommentar.
Der Wortklang ist da, dahinter nur Hülsen. Es ist genau das "IST" was ich beschreiben, überhöht "erzählen" wollte.

Einen "Witz" zu machen, habe ich nicht beabsichtigt, sondern ein Stückchen Sarkasmus sehr wohl freigelegt denke ich.
Dass dir das Ganze keine Leselust macht, ist schade für mich, aber so ist es nun mal.
Bestimmt wird es mir dann irgendwann an anderer Stelle gelingen, dich für einen meiner Texte mehr zu ierwärmen.

Einen herzlichen Gruß in den Sonntagmorgen
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 15.08.2010, 07:48

Guten Morgen Quoth,

Vielen Dank für die guten Wünsche.

Quoth hat geschrieben:Hallo, Gerda,
bin hier im Moment nur selten. Mit Autoimmunkrankheiten ist nicht zu spaßen, sie machen sehr müde und abgeschlagen, ich hoffe, dass wirklich eine Besserung eintritt, und das möglichst ohne Kortison!



(ohne Kortison habe ich keine Chance @ AIH = autoimmune Hepatitis). Es hat angeschlagen, das ist schon mal sehr erfreulich.



Für mich ist "Wortfrüchte" durchaus ein Gedicht, und da es streckenweise in gebundener Sprache verfasst ist, gefällt mir das zunächst mal.


Danke, ja, so seh ich das auch.

Was mich dem Text entfremdet, ist seine, wie fenestra mit Recht moniert, schon in der Überschrift hergestellte und aufgelöste allegorische Ebene.


Darüber habe ich zwischenzeitlich - also nach fenstras Rückmeldungen, auch schon nachgedacht.
Einen passenden Titel, der nicht zu viel vorausschickt, muss ich noch finden.


Es ist von Worten die Rede - aber es sind Früchte (oder Blüten, aus denen dann Früchte hervorgehen) gemeint; es ist von Blüten/Früchten die Rede, aber es sind Worte gemeint. Dies ist eine fast barocke Methode, die lyrische Sprache "aufzuladen", aber sie entwertet sie auch, es bleibt im Text nichts mehr zu suchen und zu ergründen, er deutet sich gleichsam plakativ selbst - und das macht ihn - mit Verlaub! - platt.


Das ist schon kurios - du bemängelst dass zu viel ausgesprochen wird - Nicole vermisst eine Schlussfolgerung.
Dass zur Rezeption ein und dessselben Textes zweier LeserInnen.

Dabei kann er, wie Elsa mit Recht hervorgehoben hat, klanglich durchaus wohltönend sein, aber auf der Bedeutungsebene tut sich zu wenig.


Ein Stückchen absurdes Theater ist Grundlage und guter Grund ihn so und nicht anders geschrieiben zu haben. Es war eben auch eine "reizende" Aufgabe an der ich mich ausprobiert habe, die Reibung erfolgt ja nun hier, ;-)

Gerda

Beitragvon Gerda » 15.08.2010, 08:41

Guten Morgen Nicole,

Nicole hat geschrieben:Hallo Gerda,

nun, auch ich mag die Form des Gedichts nicht. Ich bevorzuge Gedichte, die weniger formal daher kommen. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Ob die gewählte Form nun formvollendet ist, kann ich nicht beurteilen. Mag sein, mag auch nicht sein. Dies sollen andere beurteilen. Ich tue es, wie ich es immer tue, rein aus dem Bauch heraus.


Ja, Nicole es steht dir auch völlig frei diese Form - also das Gedicht nicht zu mögen, dafür bedarf es keinerlei Rechtfertigung.

Etwas ungünstig finde ich hingegen die Art, wie du gleich mit der Tür ins Haus fällst, weil ich so nicht nachvollziehen kann, weshalb du überhaupt kommentierst. Es muss dich ja etwas bewegt haben, denn sonst hättest du ganz sicher keine Zeit in diesen Kommentar investiert und dafür danke ich dir.
Mich kannst du ja damit auch nicht schrecken. allerdings wäre e sinsgesamt immer angebracht zunächst einmal auf Stärken eines Textes zu reflektieren.

Vorab, ich habe die Kommentare nur überflogen, mir ist die Diskussion ( ist die Kritik persönlich, oder ist sie es nicht, wer hat angefangen mit dem Schippchen schmießen im Sandkasten) ehrlich gesagt zu blöd. Daher mag es sein, das ich nun wiederhole, was schon jemand geschrieben hat...

Macht nichts, ich wiederhole mich wahrscheinlich auch.
Für mich ist der Inhalt des Gedichts der "Leidensweg" eines Lyrikers im Salon (beispielsweise).


Ursächlich intendiert war etwas anderes, eiigentlich eine Art "Halbwertzeit der Worte, deren Verfallsdatum inbegriffen", jedenfalls habe ich den Text nicht auf den Salon "gemünzt", wie ich an anderer Stelle schon schrieb.
Selbstverständlich aber ist dass Gedicht allgemein dahingehend zu lesen und zu interprtieren.
Er pfückt sich Worte und formt daraus ein Gedicht, das er selbst auch gar wunderbar findet. Mag sein, er sieht bereits einige Schwachstellen (gedrückte Stellen, Schrunden) aber er übersieht sie, da er sich selbst an seinem Werk berauscht. Also schreibt er es nieder.
Dann geht es daran, die Ernte zu bewerten - zu wiegen. Damit wären wir hier im Salon (beispielsweise). Und dann wird gewogen, bewertet, der "Krieg" beginnt... Am Ende ist das Werk quasi "vergällt", nun schimmelig und faul.


Könnte es nicht auch sein, dass die Worte eines DUs gepflückt und gewichtet werden?

Unabhängig von der Form fehlt mir hier die Quintessenz. Der Weg wird beschrieben. Der Autor zieht hier kein Resumee, formt keine Erkenntnis. Zumindest keine, die ich den Zeieln entnehmen kann. Von daher bleibt meine Leserwahrnehmung bei "ok, ja. Und weiter?"


Jene Zeiten, in denen Lyriker dem Leser die fertige Erkenntnis formen sind vorbei.
Du widersprichst dir im letzten Teil deines Kommentars.
Die Quintessensz fehlt ja nicht etwa, sondern es wird dem Leser überlassen sein Schlüsse zu ziehen ... auch dazu satgt ich schon, dass es in der Lyrik üblich - ein probates Mittel ist - "Keine Lösungen" zu liefern , sondern diese nur anzureißen.

Quoth hingegen findet im Gegensatz zu dir, dass der Text nichts offen lässt, und das gefällt ihm nicht ...

Nun denn, nichts für dich, heißt ja nicht, dass es nichts ist . ;-)

Herzliche Sonntagsgrüße
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 15.08.2010, 09:26

Liebe fenestra,

zunächst noch einmal herzlichen Dank für das umfassende Befassen mit meinem Gedicht.

Hätte ich mich, während ich den Text immer wieder überarbeitete auf meine Intuition verlassen, was die Zeichenstzung angeht, wäre wahrscheinlich eine der deinen ganz ähnliche Variante herausgekommen.
Deine Begründung für diese Wahl kann ich gut nachvollziehen. Ich habe sie dankbar übernommen.


du bezweckst also eher eine ironisierende, spöttische Lesart ? So wird es in der Tat nachvollziehbarer. Du überzeichnest bewusst die Gefühle sowohl am Anfang beim Überschwang, als auch später beim Hauen und Stechen
.
Ja, so in etwa.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wieso für eine Ironisierung von Gefühlen immer wieder die Hochsprache der Romantiker (oder Elemente daraus) herhalten muss. Eine Parodie auf die alten Gedichte ist es deshalb ja noch nicht und soll es wohl auch in deinem Text nicht sein - dazu ist zu wenig Zitat, sind zu wenig Parallelen darin (sollte ich mich irren, korrigiere mich bitte, ich überblicke vielleicht die entsprechende Literatur nicht ausreichend). Aber vielleicht macht man sich in solchen Texten einfach allgemein lustig über die überschwängliche Art, mit der Gefühle damals - in unserer eigenen kulturellen Vergangenheit - beschrieben wurden. Darauf beruht dann wohl ein gewisser komischer Effekt.


Meine Intention geht eher in Richtung Sarkasmus, aber da fehlt es offenbar noch der richtigen stärkeren Mittel.
Für ein "Sich-Lustig-Machen" ist mir das Thema nicht leichgewichtig genug. ;-)

Die Ironie, der Humor, wollen bei mir dennoch nicht so richtig herüber kommen, auch wenn ich die Absicht jetzt besser erkenne. Ich denke, das liegt zum Teil – wie bereits von anderen angemerkt – an den langen, gewundenen Sätzen, denen man über die Zeilensprünge folgen muss, aber auch daran, dass der Schluss nicht wirklich überraschend daher kommt. Es fehlt vielleicht eine plötzliche Wende, eine überraschende Pointe, um das Ganze abzurunden. Das Mitgehen wird sicher auch dadurch erschwert, dass in dem Gedicht niemand wirklich agiert. Es gibt kein ich, wir, sie oder er, die Sätze stehen im Passiv oder beschreiben Vorgänge, von denen man nicht weiß, durch wen und in welchem Zusammenhang sie stattfinden.


Tja, im Moment bin ich da noch blockiert, aber wer weiß wie das in einem halben Jahr aussieht. Diesen Text habe ich nämlich dem Verlag nicht angeboten, weil er ja für mich eher eine Fingerübung darstellt, nicht charakteristisch ist.
Übrigens finde ich dies wirklich bemerkenswert, wie es dir gelungen ist, jegliche Personalpronomen - und auch das schnöde "man" zu vermeiden!

Ja, und das ist kein Zufall, fällt aber augenscheinlich nur dir auf, was auch für den Text und sein Ausarbeitung spricht, denke ich.

Soweit noch ein paar Anmerkungen von mir, mit denen ich der Wirkung des Gedichtes auf mich persönlich auf den Grund zu gehen versuche.


Vielen Dank noch einmal du hast mir wirlklich einen Schritt weiter gebracht auch durch die Kritik am Titel .

Gespannt bin ich auf deine Texte in zeitgemäßerer Sprache – wie du sie ja angekündigt hast.


Sie werden kommen, aber ich glaube, dass ich erst einmal fremde Texte kommentiern sollte.

Liebe Grüße in deinen Sonntag
Gerda


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