Tanka, 14.11.11

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Wolfgang

Beitragvon Wolfgang » 14.11.2011, 15:03

so hell ihr lachen
noch immer wie die pappel
auf der grünfläche -
wo sich die wege kreuzten
wie erstmals vor zehn jahren









2. Fassung.

so hell ihr lachen
noch immer wie die pappel
auf der grünfläche -
wo ihr weg seinen kreuzte
wie zuerst vor zehn jahren
Zuletzt geändert von Wolfgang am 18.11.2011, 00:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Eule
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Beitragvon Eule » 14.11.2011, 16:21

Hallo Wolfgang, willkommen im blauen Salon ! Dein Tanka finde ich als künstlerischen Einstand sehr gelungen. Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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leonie
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Beitragvon leonie » 14.11.2011, 17:19

Hallo Wolfgang,

auch von mir herzliche Willkommen. Mir gefällt Dein Gedicht auch gut. Ich bin gespannt, mehr von Dir zu lesen!

Liebe Grüße

leonie

Wolfgang

Beitragvon Wolfgang » 15.11.2011, 00:05

Guten Abend leonie und Eule!

Danke für euer Lob.

Eine Frage: euch stört nicht das zweimalige "ihr"? Mir ist nämlich eine Möglichkeit aufgefallen, die ich vorher übersehen hatte. Deshalb ein Verbesserungsvorschlag:

so hell ihr lachen
noch immer wie die pappel
auf der grünfläche -
wo ihr weg sich gekreuzt hat
wie zuerst vor zehn jahren


Auch hier ein zweimaliges "ihr" aber jeweils mit einer anderen Bedeutung. Ist das überzeugender? Übrigens: ich finde es keine Schande, seine eigenen Texte zu hinterfragen.

Danke und Gruß

Wolfgang

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Eule
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Beitragvon Eule » 15.11.2011, 07:59

Hallo Wolfgang, für das Tanka, die "Ursprungs"form des Haiku, gelten ähnliche Regeln, was Knappheit und Genauigkeit angehen. Deshalb hast Du nicht unrecht - der Vers"fuß" klingt nun "organischer", passt besser zum Eingangsteil.

Vielleicht hat jemand ja noch eine Idee, wie die Wortdopplung entfallen könnte ? :blink1:
Zuletzt geändert von Eule am 15.11.2011, 12:15, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Max

Beitragvon Max » 15.11.2011, 11:12

Hallo Wolfgang,

willkommen im Salon. Auch wenn ich die formalen Einschränkungen eines Tanka gar nicht so schätze, finde ich diesen Text serh gelungen. Mir geällt das Bild der ersten zeilen - das doppelte "ihr" stört mich gar nicht.

Liebe Grüße
Max

Jelena

Beitragvon Jelena » 15.11.2011, 19:51

Hallo Wolfgang,

ich mag das "Zuerst" am Schluss nicht. Die Wortdopplung "Ihr" stört mich nicht so doll, aber ein bisschen schon. Aber diese Zs, das erste eigentlich überflüssig. Ich jedenfalls denke mir automatisch, dass sie sich sich vor zehn Jahren kennenlernten.
Sonst find ich das ganz nett.

Lg, Joclyn.

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Beitragvon Eule » 15.11.2011, 23:20

Hallo Wolfgang, eine weitere Möglichkeit wäre:

... "wo sich die Wege kreuzten/
am Anfang vor zehn jahren" .
Ein Klang zum Sprachspiel.

Wolfgang

Beitragvon Wolfgang » 16.11.2011, 00:10

Hallo Leute,

danke für die Komms!

Wenn ich mir die Vorschläge von Joclyn und Eule herausgreife, dann sehen die Entwürfe so aus:

Joclyn

so hell ihr lachen
noch immer wie die pappel
auf der grünfläche -
wo ihr weg sich gekreuzt hat
wie vor zehn jahren


Eule

so hell ihr lachen
noch immer wie die pappel
auf der grünfläche -
wo sich die wege kreuzten
am anfang vor zehn jahren


Beide Versionen sind ansprechend, haben aber auch Nachteile. Bei Joclyn, dass einfach ein Teil wegfällt und das Tanka aus den Takt der Silbenzahl fällt. Beim Tanka werden Silben gezählt: 1. Zeile: 5 Silben, 2. Zeile: 7 Silben, 3. Zeile: 5 Silben, 4. Zeile: 7 Silben, 5. Zeile: 7 Silben.

Eules Vorschlag vermeidet das doppelte "ihr", erwähnt aber den Anfang. Den Anfang muss man aber nicht erwähnen, da man ihn sich aus dem Zusammenhang erschließen kann.

Mein Vorschlag lautet daher:

hell sein lachen
noch immer wie die pappel
jener grünfläche
wo ihr weg sich kreuzt -
wie vor zehn jahren


Kommentare und Kritiken sind mir natürlich weiterhin willkommen.

Danke für Eure Mühe!

Wolfgang


Übrigens: Lieber Max, die Tanka-Regeln können streng ausgelegt werden, müssen aber nicht. Meine Tanka halten sich nicht immer an die Vorschriften. Warum auch?

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Beitragvon Eule » 16.11.2011, 07:57

Hallo Wolfgang, bei Deinem letzten Vorschlag fällt der Tanka"fuß" sehr in sich zusammen, Silben hin oder her - da finde ich die Ausgangsversion doch noch am besten. Werde mir mal Gedanken zu einer Version ohne "Anfang" machen ! Viele Grüße !
Zuletzt geändert von Eule am 16.11.2011, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Max

Beitragvon Max » 16.11.2011, 19:04

Also mir gefällt die Ausgangangsversion auch noch immer sher gut - und vielleicht die nach Eule.

Liebe Grüße
Max

carl
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Beitragvon carl » 17.11.2011, 08:09

Hallo Wolfgang,

mir gefällt der Vergleich zwischen hellem Lachen und der (Silber-) Pappel!
Ganz verstehe ich nicht, warum dann "sein Lachen" draus werden soll...
Sonst finde ich Eules Vorschlag für die 4. Zeile am besten:

so hell ihr lachen
noch immer wie die pappel
auf der grünfläche -
wo sich die wege kreuzten
wie zuerst vor zehn jahren

Deine letzte Zeile würde ich deshalb nicht ändern, weil sie das zufällige der erneuten Begegnung zum Ausdruck bringt. Und eben, dass es eine Pause gab, und den Schmerz des "noch immer".

So lese ich es jedenfalls.

LG, Carl

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Beitragvon Eule » 17.11.2011, 08:32

Noch ein Versuch:

So hell ihr Lachen
noch immer wie die Pappel
auf der Grünfläche -
Ein gastlicher Wegweiser
Im Zehnjahrestakt und mehr ?
Ein Klang zum Sprachspiel.

Gerda

Beitragvon Gerda » 17.11.2011, 12:38

Hallo Wolfgang, und willkommen im Salon. :smile:

ich habe jetzt mal alle Variantionen gelesen und komme zu dem Schluss, dass Carls Version, die für mich treffendste ist.
Abr immer noch stoße ich mich am doppelten "wie", hier allerdings nicht mehr so stark wie in deiner ersten Version.

Liebe Grüße
Gerda


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