aus dem Zyklus: Tagebuch einer Verschwindenden

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 08.01.2011, 13:16

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Gerda

Beitragvon Gerda » 16.01.2011, 15:51

Sorry, Xanthi, ich wusste nicht, dass dieser Text, Teil eines literarischen Tagebuchs ist. Jetzt verstehe ich das Datum = Titel. Ich würde sagen, in diesem Rahmen kann das "Ich" durchaus benannt sein.
Man muss sich als Autorin eine tiefe literarische Basis verschaffen, von der aus, die Nähe zum eigenen Erleben
nicht auf einer Stufe des Um-sich-Selbst-Drehens stehen bleibt, sondern interessant und lesenswert für Fremde macht.
Leser können bei einem solchen Tagbuch fast sicher sein, dass es sich beim "Ich" um die/den Autorin handelt, es ei denn, in der Vorbemerkung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dem nicht so ist und das Werk Fiktion, wobei wir dann wieder bei den Gedanken sind, diedie/der Autorin zumindest hatte. ;-)
Letztlich ist es gleich ob echt oder Fiktion, solange es für den Leser interessant ist, ihn berührt (aber nicht rührt).
Schwierig bleibt ein solches Unterfangen immer und nicht selten bleiben sogenannte Tagebücher besser unveröffentlicht, womit ich aber ausdrücklich nicht diesen, deinen Text meine.

Nochmals Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.01.2011, 22:03

Der Titel des Zyklus - Tagebuch einer Verschwindenden - zeigt für mich genug Distanz an.

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 18.01.2011, 10:50

ich habe nachgedacht, über manche bedenken bezüglich einer zu großen subjektivität, über diesen widerwillen gegenüber lyrischen subjekten usw., denn das ist ja durchaus etwas, das immer wieder auftaucht im blauen salon, und - wer weiß - vielleicht sogar allgemein in der rezeption von lyrik.
für mich ist es geradezu das wesen der lyrik zutiefst subjektiv zu sein, womit ich sicherlich nicht betroffenheit meine, sondern den mut zu einem sehr eigenwilligen blick,einer sehr persönlichen sicht auf die welt, einer beschreibung, einem bekenntnis, das in kauf nehmen muss, dass sie scheitern könnte, weil sich niemand findet, der da mitgehen will und kann. das ist keine hermetische abschließung, auch keine verschlüsselung, sondern der mut in einem (vielleicht für andere peinlichen) maß zu sich zu stehen. und doch, obwohl ich lyrik genaus so lese, käme ich nie auf die idee das gedicht mit dem dichter zu verwechseln, weil es letztendlich über alles subjektive hinausgeht, wenn es gelingt.


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