Mit dem Wind

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Perry

Beitragvon Perry » 09.08.2006, 16:18

Mit dem Wind


In der Savanne deiner Haare
galoppieren wilde Pferde
Selbst die Erdhörnchen pfeifen
begeistert dem Schwung
deiner Mähne hinterher

Komm, leg dich zu mir
in die sonnenwarme Mulde
Lass uns das Paarungsritual
der Klapperschlangen zelebrieren
bevor du aus deiner Haut schlüpfst

Max

Beitragvon Max » 09.08.2006, 21:44

Lieber Perry,

das klingt "tierisch" schön: Nur, was ist das Paarungsritual der Klapperschlangen, frisst er sie oder sie ihn?

Liebe Grüße
max

Louisa

Beitragvon Louisa » 09.08.2006, 23:27

Hallo Perry und Max!

Bei wikipedia fand ich nur die großen Folgen solch einer tierisch ungeschützten Sache:

Fortpflanzung:
Die Paarung erfolgt im Frühjahr. Das Weibchen legt keine Eier, da es lebendgebärend ist. Ein Wurf besteht meist aus 10-20 Jungtieren.


Aber ansonsten finde ich die Idee auch gut! Besonders der Titel hat mich gleich sehr angesprochen :smile: ...

-Wäre das denn so schlimm, wenn die Dame aus ihrer Schlangenhaut schlüpft? Danach ist sie doch wieder sehr frisch und wollüstig oder?

Liebe Grüße, louisa

Perry

Beitragvon Perry » 10.08.2006, 11:16

Hallo Max,
freut mich, dass dir meine kleine Ode an die weibliche Haarpracht gefallen hat. Das Paarungsritual der Klapperschlange ist dem des Menschen nicht ganz unähnlich. Sie lockt mit "süßen" Düften und er umschlingt sie mit begehrendem Winden (lächel). Gefressen wird dabei keiner.
Danke und LG
Manfred

Hallo Louisa,
danke für deine Recherche. Ja das "aus der Haut Schlüpfen" ist die eigentliche Aussage. Man kann es als "Erneuern" aber auch als "Entfliehen (Mit dem Wind)" aus einer Beziehung deuten.
LG
Manfred

Max

Beitragvon Max » 10.08.2006, 17:36

Hey Perry-Manfred,

danke, nun bin ich wieder etwas schlauer - insbesondere, weil ich nach zweimaligem Lesen auch gesehen habe, dass es "begehrendem Winden" heißt und nicht etwa "begehrenden Winden", was mir schon das Schmunzeln ins Gesicht getrieben hatte ;-)

Liebe Grüße
max

cali

Beitragvon cali » 28.09.2006, 01:08

Perry,

gefällt mir ausgesprochen gut. Dein Gedicht liest sich sehr flüssig, es hat Witz, Charme und Temperament.... mit einem super Schlusssatz.


liebe Grüße

pandora

Beitragvon pandora » 28.09.2006, 09:22

hallo perry,

für mich: afrikanisch schön!
nur eine frage: warum verzichtest du komplett auf satzzeichen?

lg
p.

Perry

Beitragvon Perry » 29.09.2006, 10:41

Hallo Charlotta,
dein Komm drückt all das aus, was ich in das Gedicht legen wollte.
Danke fürs "Super" und LG
Manfred

Hallo Pandora,
wegen der Klapperschlange ist der Text geografisch mehr in den südamerikanischen Pampas angesiedelt. Aber ich denke, dass das Savannengras länderübergreifen weht (lächel). Dass ich -soweit möglich- auf Satzzeichen verzichte, ist einfach eine lyrische Freiheit der Darstellung.
LG
Manfred


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