die Stadt rüstet sich

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klara
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Beitragvon Klara » 22.10.2026, 10:50

die Stadt rüstet sich
mit wohliger Wehmut und beherztem Bedauern

in milder Melancholie fallen Blätter bunt
in ihre verwilderte Seele
lockert Wind das sommerverhärtete Herz
öffnet verregnetes Tröpfeln die Lippen
zum leckenden Seufzen

so verschanzt sie sich
gegen den Winter

jondoy
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Beitragvon jondoy » 24.10.2026, 19:51

...die 'sommer- / winterzeit version', ,die mir näher ist..

sommernachtsgrüße

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OscarTheFish
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Beitragvon OscarTheFish » 25.10.2026, 11:56

Das klingt im Gedicht beinahe wie eine Kriegserklärung gegen eine Jahreszeit (nicht als Kritik, sondern thematisch): "Die Stadt rüstet sich", man "verschanzt sich gegen den Winter".
Was mich irritiert - aber das könnte beabsichtigt sein - ist das "sommerverhärtete Herz", das doch den Wind gelockert wird. Sommer ist für mich eher Expansion und Relaxation (insbesondere der Muskulatur) wegen der Wärme, die doch eher den Körper weicht aus winterlicher Kälte. In der kardiologischen (medizinischen) Perspektive wird man sogar feststellen, dass hypertensive Blutdruckproblematiken im Winter eher Relevanz besitzen als im Sommer (vereinfacht dargestellt).
Ein paar ausgewählte Werke zur Stillung weiterer Neugier:
AKUTES ABDOMEN, OBWOHL WIR BLIND SIND, SCHMUSEREI, MUCH ADO ABOUT FUJI.
Gedichte von: Der beste Dichter der Welt und XRayFusion.

Klara
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Beitragvon Klara » 25.10.2026, 14:28

Danke für deine Gedanken, OscarTheFish!

Es kommt ja, wie immer, auf die Perspektive und Wahrnehmung an.
Im Sommer ist man, vielleicht, weniger mitfühlend als im Winter.
Man suhlt sich Wärme und muss nicht an Frierende denken, weil man selbst nicht friert.

Oder: Der Klimawandel macht misstrauische gegenüber dem Sommer, jede Schreckensnachricht über zu heiß/zu trocken etc. muss das Herz verhärten, will es nicht sich vor Sorgen krümmen.

Medizinisch ist das nicht gemeint, ist aber ein interessanter Aspekt (auch interessant, dass du erhöhten Blutdruck mit Verhärung assoziierst - ist das kardio/biologisch tatsächlich so? wird der Herzmuskel HART, wenn der Blutdruck steigt?)

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OscarTheFish
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Beitragvon OscarTheFish » 25.10.2026, 18:20

Ein harter Herzmuskel in Verbindung mit dünner Herzwand bei Vergrößerung wäre eher ein Hinweis auf so etwas wie eine dilatative Kardiomyopathie, die symptomatisch auf einen Teufelskreis von Herzvergrößerung und Schwächung des Herzmuskels hinweist. (vgl. Laplace-Gesetz: σ = (P * r) / 2h; σ = Wandspannung (mechanische Belastung des Myokards, P = Innendruck in der Herzkammer, r = Radius (Größe der Kammer), h = Wandstärke des Herzmuskels)
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