momentaufnahme

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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birke
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Beitragvon birke » 18.05.2014, 22:51

.

(3. version)


momentaufnahme

worte, geöffnet am abend

sucht das auge
der nacht seltene tiere
huschen durchs gedicht
und das zwielicht
scheint durchlässig
für die töne
zwischen den zeilen
bleibt ein rest
türkis





____________________________
2. version

momentaufnahme
geöffnete worte, am abend

ein rest türkis
im auge der nacht
seltene tiere
huschen durchs gedicht
und das zwielicht
scheint durchlässig
für die töne
zwischen den zeilen



__________________________________
1. version

geöffnete worte, am abend

das auge der nacht
sternt noch türkis
seltene tiere
huschen durchs gedicht
und das zwielicht
scheint durchlässig
für die töne
zwischen den zeilen


.
Zuletzt geändert von birke am 20.05.2014, 22:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Niko

Beitragvon Niko » 18.05.2014, 23:53

Hallo betula,

Ein sehr gutes gedicht, finde ich. Und zu meckern gibt' ja immer was: mich persönlich stört 'sternt' massiv. Es ist eine wunde in der wunderschön eingefangenen stimmung.
Den titel könnte ich mir mindestens ohne komma, besser noch umgestellt vorstellen.
Nichts desto trotz: *chapeau*

Beste grüße-niko

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birke
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Beitragvon birke » 19.05.2014, 08:35

danke dir, niko, freut mich sehr!
tjaja, beim "sternt" hatte ich gleich so ein gefühl ... es ist wohl etwas zu "zackig" hier, zu viel gewollt?
und die titelzeile umzustellen hat auch was.
vielleicht so??

worte, geöffnet am abend

das auge der nacht
sucht noch türkis
...


:frage:
lg,
birke
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Klimperer

Beitragvon Klimperer » 19.05.2014, 10:45

"sucht" ist besser

Niko

Beitragvon Niko » 19.05.2014, 12:57

worte, geöffnet am abend
:daumen:

das auge der nacht
sucht noch türkis


da weiß ich nicht, birke, ob "sucht" ein ersatz für "sternt" sein kann...-ich kann mir zumindest in diesem zusammenhang keine bedeutung von "sternt" vorstellen....

beste grüße: niko

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birke
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Beitragvon birke » 19.05.2014, 13:08

danke euch beiden.

hm, nein, niko, es ist auch kein ersatz für "sternt" in dem sinne, sondern hat hier natürlich schon eine andere bedeutung... für das sternt fand ich bisher kein adäquates äquivalent ... leuchtet käme dem wohl am nächsten.
das "sucht" hingegen bietet zwei bezüge, einmal dass das auge etwas türkis(farbenes) sucht, und aber auch, dass das türkisfarbene auge (etwas) sucht.

lg,
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Niko

Beitragvon Niko » 19.05.2014, 13:13

:antwort: und wenn du schriebest:

"leuchtet nach türkisem stern"?

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birke
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Beitragvon birke » 19.05.2014, 13:35

hmm ... also, was ich eigentlich hier brauche, suche, ist so etwas wie ein mattes, schwaches leuchten ...
ein matter, müder blick ...

vielleicht

"glimmt noch türkis"?
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aram
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Beitragvon aram » 19.05.2014, 14:54

liebe birke, ja du könntest vllt. schreiben 'am auge der nacht / glimmt noch türkis', oder 'schimmert noch türkis'

(ich geb aber auch zu, dass für meinen persönlichen geschmack auch diese formulierung noch etwas zu blumig-abgehoben wirkt, um mich berühren zu können)

alles liebe!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 19.05.2014, 14:59

"schimmert" fände ich hier sehr passend für dein zartes, leises Gedicht, Diana.

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birke
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Beitragvon birke » 19.05.2014, 16:15

tsja ... ich danke euch, aber irgendwie isses das auch noch nicht so ganz ...
auch mir, aram, ist das etwas zu lieblich ...

oder wie wäre es, wenn ich es andersherum angehe:

im auge der nacht
verschwimmt/ ermattet/ erstirbt das türkis

??

grübelnde grüße,
birke, die das glaub ich mal sacken lassen muss ... ;-)


noch eine idee:

im auge der nacht
ein rest türkis

... ich glaube fast, das ist es.
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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 19.05.2014, 20:22

Hallo Birke,

dann schnell noch ein Gedanke dazu .-) ... brauchst du denn das Türkis überhaupt? Ich fände es ohne glaube ich stärker, weil die "töne" dann freier zwischen den Zeilen schwingen könnten, auch auf Farben bezogen?
Mit dem "sucht" könnte man es dann z.B. auch so setzen:

geöffnete worte, am abend

sucht das auge
der nacht seltene tiere
huschen durchs gedicht
und das zwielicht
scheint durchlässig
für die töne
zwischen den zeilen


Ist denn "Momentaufnahme" der Titel, oder nur eine Bezeichnung und "geöffnete worte, am abend" der Titel?

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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birke
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Beitragvon birke » 19.05.2014, 21:08

hallo flora,

ja, doch, das türkis brauche ich (jedenfalls derzeit noch …), auch wenn ich sehe, dass das gedicht ohne auch bestens funktioniert. allerdings hast du mich dadurch auf eine andere idee gebracht, nämlich die ersten beiden zeilen umzustellen.
den titel bilden im grunde beide zeilen.
meine aktuelle version sähe also so aus, siehe unten.

vielen dank für deinen wertvollen gedankenanstoß!

liebe grüße
birke




momentaufnahme
geöffnete worte, am abend

ein rest türkis
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Beitragvon Mucki » 19.05.2014, 23:09

Hallo Diana,

deine neue Version finde ich sehr ansprechend. Was mir bei Floras Version jedoch gut gefällt, ist der fließende Übergang vom "am abend" zum Text, dieser Teil hier:

geöffnete worte, am abend

sucht das auge
der nacht seltene tiere


Vielleicht kannst du das "ein rest türkis" darin noch unterbringen, so dass dieser schöne Fluss erhalten bleibt.

Liebe Grüße
Gabi


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