Die Gärten
Ruf mir den Namen zu, im Garten der Lüste,
im Garten der Träume, wo ich verweilen möchte,
in den herrlichen Räumen, von Flammen des Schwertes,
das der Herr dort geboten, nicht mehr erreicht.
Denn Engel beschützen, denn Engel zerstören,
immer nur, was der Herr ihnen sagt,
sie die Uralten, die der Vernichtung
einmal entgangen, als diese vertagt.
Was sollten im Garten der Sehnsucht die Hellen,
deren Flügelschlag sanfter als liebkosender Wind,
die dem hoffenden Herz eine Frohbotschaft sagen,
die sich versengen, die sich vertragen,
die nimmermehr sind und nimmermehr waren,
die keiner erkennt und sie doch in sich trägt,
für die wir Vergebung und Wiederkehr wagen?
Sie sind es, die sich an den Himmel gestellt,
um uns zu bewahren, sich zu uns bekennen,
im Lauschen des Ewigen Saitenspielklimpern,
sie, die hinter den dunkelnden Wimpern
niemals vergaßen, was sie einst waren.
Die Gärten
-
Klimperer
"Kennst Du das Land wo die Zitronen blühen"?
Spontan viel mir dieser Vers ein, bei der ersten Lektüre dieses großartigen Gedichts.
Mit "Gärten" ist der Paradies gemeint, aus dem man ausgetrieben, von einem Engel mit flammendem Schwert bewacht.
"Ruf mir den Namen zu, wo ich verweilen möchte". Dieser eine Vers ist in sich, für sich ein Liebesgedicht, eins der schönsten, das ich je gehört habe.
Dem Gedicht ist eine Musik inne, die von einem Dichter stammen könnte, der gleichzeitig Goethe und Rilke wäre.
"... sie, die hinter den dunkelnden Wimpern..."
Wenn Rilke heute leben würde, würde er so schreiben.
Spontan viel mir dieser Vers ein, bei der ersten Lektüre dieses großartigen Gedichts.
Mit "Gärten" ist der Paradies gemeint, aus dem man ausgetrieben, von einem Engel mit flammendem Schwert bewacht.
"Ruf mir den Namen zu, wo ich verweilen möchte". Dieser eine Vers ist in sich, für sich ein Liebesgedicht, eins der schönsten, das ich je gehört habe.
Dem Gedicht ist eine Musik inne, die von einem Dichter stammen könnte, der gleichzeitig Goethe und Rilke wäre.
"... sie, die hinter den dunkelnden Wimpern..."
Wenn Rilke heute leben würde, würde er so schreiben.
- Schwarzbeere
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- Registriert: 03.12.2006
- Geschlecht:
Amanita: da ich Naturkunde nur sehr beschränkt folgte, war ich etwas schockiert, als ich Deinen Namen in Wlktionary nachsah, und das regte mich zu einer Reihe von Assoziationn über die Namenswahl durch Deine Eltern an. Verzeih bitte meine Indiskretion.
Wenn man Begeisterung und Inbrunst, Entzücken und Glückseligkeit ausdrücken will, wie kann die Sprache folgen, ohne dass sie leidenschaftlich wird, also pathetisch?
Da fällt mir gerade ein, dass unsere Jugend (die ja manchmal bis in das Greisenalter reicht!) zwar Abscheu vor hohlen Wortbeschwörungen zu haben scheint, sich aber physisch mit Gezappel, Gestrampel , Verrenkungen und selbst mit Geplärre dem Sexrhythmus dessen, was sie als Musik zu erkennen behauptet, ekstatisch hingibt.
Klimperer: ich bin doch noch so naiv, dass ich Dein Lob als solches annehme, und dann kann ich freiich nur danken.
Wenn man Begeisterung und Inbrunst, Entzücken und Glückseligkeit ausdrücken will, wie kann die Sprache folgen, ohne dass sie leidenschaftlich wird, also pathetisch?
Da fällt mir gerade ein, dass unsere Jugend (die ja manchmal bis in das Greisenalter reicht!) zwar Abscheu vor hohlen Wortbeschwörungen zu haben scheint, sich aber physisch mit Gezappel, Gestrampel , Verrenkungen und selbst mit Geplärre dem Sexrhythmus dessen, was sie als Musik zu erkennen behauptet, ekstatisch hingibt.
Klimperer: ich bin doch noch so naiv, dass ich Dein Lob als solches annehme, und dann kann ich freiich nur danken.
Inbrünstige Leidenschaft wird wohl manchmal auch von einer gewissen Komik begleitet. Ungewollt ist diese Komik dann, wenn die Inbrunst todernst gemeint ist. Komik durch Gegensatz, in einem eher sachlichen Umfeld. In der Politik oder Wissenschaft, zum Beispiel.
Auch dann, wenn sich die inbrünstige Leidenschaft auf sexuelle Lust bezieht, lässt die Sprache wohl streckenweise eine gewisse Komik mitschwingen; aber in diesem Fall handelt es sich nicht um die Rettung des Universums, sondern eben um Lust. Das ist etwas freudiges. Wenn ich nach den ersten paar Zeilen erkannt habe, dass ich gerade ein inbrünstig erotisches Gedicht lese, rechne ich geradezu mit einem Rießenspaß. In meiner Kultur dürfen beim Sex durchaus mal die Mundwinkel hochgehen, sogar ein Lacher darf zwischendurch ausgestoßen werden. Ich will damit sagen, dass man Autoren von inbrünstigen Lustgedichten nicht unterstellen sollte, sie beabsichtigten eine todernste, von Selbstironie befreite Sprache, um ihnen dann stilistische Übertreibungen vorzuwerfen. Ich persönlich erwarte -- sozusagen -- eine Übertreibung, eine beabsichtigte. Ein großes Treiben eben. Natürlich steckt da -- unter anderem -- auch Witz und Freude drin! Das liegt in der Natur der Unsachlichkeit.
In der Tat käme wohl niemand auf den Gedanken, die Love Parade sei zu leidenschaftlich oder zu unernst formuliert. Ich würde sagen: Gleiches Stilrecht für alle Genres in allen Jahrhunderten. Oder so: Jeder Leidenschaft soll maximale Intensität erlaubt sein. Wenn ich auf die Love Parade ginge, würde ich keine leisen Töne erwarten. Bei keiner intensiven Leidenschaft würde ich leises erwarten. Rock'n'Roll ist laut. Beethoven war übrigens auch ein Rock'n'Roller. Es gibt Dinge im Leben, die, wenn sie reduziert werden, nicht mehr das sind, was sind. Würde man Beethovens Neunte reduzieren, was bliebe dann übrig?
Ahoy
P.
Auch dann, wenn sich die inbrünstige Leidenschaft auf sexuelle Lust bezieht, lässt die Sprache wohl streckenweise eine gewisse Komik mitschwingen; aber in diesem Fall handelt es sich nicht um die Rettung des Universums, sondern eben um Lust. Das ist etwas freudiges. Wenn ich nach den ersten paar Zeilen erkannt habe, dass ich gerade ein inbrünstig erotisches Gedicht lese, rechne ich geradezu mit einem Rießenspaß. In meiner Kultur dürfen beim Sex durchaus mal die Mundwinkel hochgehen, sogar ein Lacher darf zwischendurch ausgestoßen werden. Ich will damit sagen, dass man Autoren von inbrünstigen Lustgedichten nicht unterstellen sollte, sie beabsichtigten eine todernste, von Selbstironie befreite Sprache, um ihnen dann stilistische Übertreibungen vorzuwerfen. Ich persönlich erwarte -- sozusagen -- eine Übertreibung, eine beabsichtigte. Ein großes Treiben eben. Natürlich steckt da -- unter anderem -- auch Witz und Freude drin! Das liegt in der Natur der Unsachlichkeit.
In der Tat käme wohl niemand auf den Gedanken, die Love Parade sei zu leidenschaftlich oder zu unernst formuliert. Ich würde sagen: Gleiches Stilrecht für alle Genres in allen Jahrhunderten. Oder so: Jeder Leidenschaft soll maximale Intensität erlaubt sein. Wenn ich auf die Love Parade ginge, würde ich keine leisen Töne erwarten. Bei keiner intensiven Leidenschaft würde ich leises erwarten. Rock'n'Roll ist laut. Beethoven war übrigens auch ein Rock'n'Roller. Es gibt Dinge im Leben, die, wenn sie reduziert werden, nicht mehr das sind, was sind. Würde man Beethovens Neunte reduzieren, was bliebe dann übrig?
Ahoy
P.
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pjesma
ach, pjotr...ich könnte dich (ganz unerotisch!) küssen für dein kommentar hier. ich mag dies gedicht und hab schon gestern überlegt zu reagieren und zu sagen "man kann sich auch bis hin zur langeweile reduzieren"...das ist der satz der mir schon länger schwirrt im kopf...diese feine grenze zwischen grazilsparsam und nichtssagend wird auch zu oft unsorgfälltig betreten, wie auch die andere empfindliche grenze: zwischen geschwätzigüppigkeit und kitschpathos...ich habs dann gelassen denkend "ach lass, polarisiere lieber nicht, da trittst du wieder einmal jemandem aufs...gemut, was weiß ich...". ich freue mich ehrlich dass du es so gut formulieren konntest und dass ich mich ohne schlechten gewissen an beeres gedicht laben und erfreuen darf
---/hätte ich sowieso, aber dann hätt die beere es nie erfahren!/
lg, pjesma
---/hätte ich sowieso, aber dann hätt die beere es nie erfahren!/lg, pjesma
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