Hoffnung (Stanze)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Rita

Beitragvon Rita » 18.09.2013, 07:46

Hoffnung

Ein kalter Hauch der Nacht aus Nebelfarben,
nur hin und wieder ein Geräusch von ferne.
Die Stadt, in der noch alle Träume starben,
erhebt geplagt sich aus der Nacht Kaverne.
Du schläfst allein mit dir und deinen Narben,
ein Brauch jetzt, in den Zeiten der Moderne.
Wohl niemand lässt sich gerne unterkriegen,
dir bleibt ja noch der bittre Traum vom Fliegen.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.09.2013, 08:11

Wo ist denn da die Hoffnung?

(Und "unterkriegen" ist für mich - zumindest in diesem Kontext - nicht besonders lyrisch).

Für mich drängt sich die Reimform hier zu sehr in den Vordergrund.

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 18.09.2013, 08:18

na ja, die hoffnung könnte ja durchaus auch ironisch gemeint sein.
aber mir ist das ganze auch ein stück weit zu pathetisch. ich weiß nicht, ob das an den reimen liegt, aber ich muss amanita zustimmen, es scheint als wäre es der reim, der ton und inhalt des gedichtes bestimmt. ich lese es auch sehr viel lieber, wenn der reim so natürlich in das gedicht verwebt ist, dass man ihn regelrecht suchen muss. und gerade weil der ton pathetisch ist, fällt so etwas wie "unterkriegen" doppelt auf. was mich ebenso stört, ist der hohe abstraktionsgrad der bilder, da gibt es so gut wie nichts konkretes, was bitte sind die "zeiten der moderne", die "stadt in der noch alle träume starben" kaverne musste ich nachschauen. das ist eigentlich ein sehr gelunges bild, ein schönes bild, dieses künstliche höhle der nacht, nur finde ich es hier nicht ausgearbeitet. ich glaube es liegt einiges an potential in diesem gedicht.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.09.2013, 08:26

ich glaube es liegt einiges an potential in diesem gedicht.


Ja, da stimme ich zu.
Und mir geht es auch so, mir ist auch einiges nicht ausgearbeitet genug, die einzelnen Zeilen haben - für mich - oft zu unterschiedlichen Charakter; dies eventuell, um dem Reim zu genügen?

Rita

Beitragvon Rita » 18.09.2013, 12:38

Hallo Amanita, hallo Xanthippe,

es handelt sich um eine Stanze. Die hat ein vorgegebenes Reimschema: abababcc. Und wenn hier geschrieben wird, der Reim drängle sich auf, dann hat das mit der Stanze zu tun, die dreimal denselben Reim verlangt. Soll keine Belehrung sein, nur eine Erklärung. Ob man das nun schön findet oder nicht, ist wohl eher persönliche Geschmackssache. Allerdings suche ich immer noch das Pathos. Mir gefällt sie, weil man in aller kürzestmöglichen Dichtheit einen Gedanken damit abhandeln kann. Dankeschön für Reinsehen und Meinungen.

Lieben Gruß, Rita

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Beitragvon Amanita » 18.09.2013, 12:53

Rita, das beherzige ich alles längst - und bestimmt auch xanthippe. Dennoch möchte ich nicht das Gefühl haben, eine Wendung ordne sich einem Reimschema unter. Ich finde es ja spannend, wie Du Dir immer wieder eine neue Aufgabe stellst, immer wieder eine neue Form probierst - aber bei uns landet dann das Gesamtergebnis, und dazu nehmen wir Stellung. Manchmal kommt Deine Reaktion so rüber, als hätte Dir jemand von uns eine Hausaufgabe gegeben, es klingt fast nach Rechtfertigung: Ich hatte ja nun auch dies und das abzuleisten... Aber DU gibst Dir selbst die Form vor; dafür wirst Du Deine Gründe haben, darum geht es nicht. Die Form aber ist nicht alles! Sondern der Zusammenklang Zusammenhang... die Komposition ist "es"!

Niko

Beitragvon Niko » 18.09.2013, 13:11

hallo rita,
ich hoffe, ich komme jetzt nicht wieder "belehrend" rüber:

ich beziehe mich auf folgenden passus:
wenn hier geschrieben wird, der Reim drängle sich auf, dann hat das mit der Stanze zu tun, die dreimal denselben Reim verlangt.
stimmt. die stanze erfordert eine bestimmte reimform. dennoch kann dem leser sich "der reim aufdrängen". dann liegt es aber nicht zwingend am leser (der vielleicht sogar weiß, was eine stanze ist). es kann auch am autor liegen, der zwar völlig abgeklärt und korrekt gereimt hat, aber nicht berücksichtigt hat, dass es dabei völlig fließend un reimungezwungen lesbar sein sollte.

mir geht es nicht ganz so arg, aber die richtng stimmt schon.

Ein kalter Hauch der Nacht aus Nebelfarben,
nur hin und wieder ein Geräusch von ferne.

(wird " von ferne" nicht von Ferne" geschrieben? - ich weiß es ehrlich gesagt nicht. ist eher eine wissensdurstige frage...

Die Stadt, in der noch alle Träume starben,
erhebt geplagt sich aus der Nacht Kaverne.

ich stolpere immer und immer wieder über das "starben" - warum imperfekt? "noch" in verbindung mit "starben" beißt sich - für mich. und die zeile darunter ist so eine, wo ich denke: ja - da hat rita was gebastelt, damit's noch klappt mit dem reim. hättest du zb. geschrieben: "erhebt sich aus der nacht eine kaverne" - alles gut. aber "erhebt sich aus der nacht kaverne? - das ist mir zu reimgeschuldet abgehobelt und dann drangeflanscht.

Du schläfst allein mit dir und deinen Narben,
ein Brauch jetzt, in den Zeiten der Moderne.

mit dem sinn habe ich hier ein wenig probleme: was sind "zeiten der moderne"? eine kunstrichtung? - das würde ich am ehesten denken bei der formulierung. aber ich denke, du meinst "in der heutigen zeit". - auch hier kann der gedanke ans reimschulden kommen. und: ist es heutzutage brauch, alleine mit seinen narben zu schlafen? oder bezieht sich der brauch nur auf das alleine schlafen?
ich finde die aussage an sich in den beiden zeilen - egal, wie genau sie gemeint ist, etwas fragwürdig.

Wohl niemand lässt sich gerne unterkriegen,
dir bleibt ja noch der bittre Traum vom Fliegen.

mittlerweile halte ich es genau wie herby mit dem ' - also bei bittre würde ich "bitt're" schreiben. die formulierung bitt're traum vom fliegen" erschließt sich mir nicht in gänze. kann ein traum vom fliegen jemals bitter sein?

beste grüße - niko
(Gesendet von meinem Brain)

Rita

Beitragvon Rita » 18.09.2013, 21:13

Hallo Niko,

gestatte, dass ich zunächst deine Fragen bzw. Unsicherheiten beantworte.

"Von ferne" wird klein geschrieben im Gegensatz zu "aus der Ferne". In diesem Fall ist "ferne" ein Adverb (Lokalbestimmung) und wird grundsätzlich klein geschrieben.

Warum Präteritum, wenn ich von der Vergangenheit rede? Wie du sicher bemerkt hast, ist das Gedicht im Präsens geschrieben, und wenn ich von etwas berichte, was vorher geschah, dann benutze ich die Erzähl-Vergangenheit, wie man das Präteritum bzw. Imperfekt auch nennt. Das Wörtchen "noch" ist eine Verstärkung für das Verb "starben", ich habe es auch unter stilistischen Aspekten eingesetzt.

Nein, "der Nacht Kaverne" meint, dass die Nacht selbst eine Kaverne ist oder hat (gemeint ist hiermit eine Grotte, ein dunkler Hohlraum), also handelt es sich hier um eine Metapher. "Erhebt sich aus der Nacht eine Kaverne" geht zwar auch, dann geht aber der Zusammenhang zur vorhergehenden Verszeile verloren. Du wirst mir also sicher gestatten, dass ich meine Formulierung einsetze und nicht deine.

"Reimgeschuldet". Niko, dies i s t ein Reimgedicht, und jedes Reimwort in einem Reimgedicht ist reimgeschuldet. Deine Bemerkung hierzu halte ich für wenig professionell.

Die beiden Zeilen "Du schläfst allein mit dir und deinen Narben ..." könnte ich dir erklären, will das aber nicht tun, denn ein Gedicht "erklärt" man nicht. Wenn dir diese beiden Zeilen fragwürdig vorkommen, dann tut es mir leid. Bekanntlich soll die lyrische Sprache, und hier handelt es sich um lyrische Sprache, nicht zuletzt auch das schnelle Verständnis eines lyrischen Textes erschweren. Der Leser schreibt also um des Verständnisses willen am Text selbst mit. Das ist zwar alles nicht neu, aber schaden kann es auch nicht, es noch mal in Erinnerung zu rufen.

Nein, "bittre" schreibt man in lyrischen Texten ohne Apostroph. Mit Apostroph schrieb man zu Methusalems Zeiten. Die Apostroph-Setzung für lyrische Texte ist im Duden gesondert geregelt. Warum ein Traum bitter sein kann, darauf zu kommen, das überlasse ich dem Verständnis des Lesers.

Abschließend möchte ich etwas Grundsätzliches bemerken. Ich nehme an, der aktive Teilnehmerkreis ist hier längere Zeit unter sich gewesen. Wer hinzukam, passte sich an. Das hat Vorteile, aber es hat auch Nachteile. Der entscheidende Nachteil ist, dass mit der Zeit so etwas wie ein Schmoren im eigenen Saft eintritt, von einigen Autoren z. B. kenne ich die Texte seit Jahren. Man wird dann weniger offen für andere Autoren, die ein anderes Herangehen an die Lyrik als man selbst praktizieren. Ich habe jahrelange Erfahrung mit Kommentaren und Kommentatoren. Nicht, dass sie für mich unwichtig wären, aber da sie oftmals mit dem Anspruch auftreten, nur sie allein wüssten, wie man "es richtig macht", der Autor irrt sich sowieso oder ist unfähig oder wasweißich (oftmals werden auch persönliche Animositäten auf den Text abgeladen), manchmal treten sie auch in einer gewissen Richterpose auf, habe ich zwar Verständnis für sie, man gestatte mir aber infolgedessen eine gehörige Portion Skepsis, was Kommentare angeht. Wie vom Autor verlange ich zu Recht auch vom Kommentator ein gewisses Quantum an fachlich-theoretischen und handwerklichen Kenntnissen, ehe er sich überhaupt äußert. Und wenn ich sie bemerke, bin ich jederzeit bereit, mich über den Text auszutauschen, nicht aber, wenn ich bemerke, der Kommentator ist darauf aus, entweder selbst durch sein "Wissen" zu glänzen oder den Text zu "zerreißen". Auch reine Gefallens- oder Missfallensäußerungen sind nicht hilfreich, auch wenn sie manchmal anscheinend handwerklich begründet werden. Ich erwarte keine hieb- und stichfeste Gedichtanalyse, von niemanden, aber so etwas wie ein Bemühen um das Lesen (und nicht nur das Lesen) als Autor erwarte ich doch. Anderenfalls hat es für mich keinen Sinn, hier Gedichte zur Diskussion zu stellen. Und jetzt bitte ich um Entschuldigung, dass ich nicht auf jede einzelne Bemerkung eingehe.

Lieben Gruß, Rita

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nera
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Beitragvon nera » 18.09.2013, 21:45

liebe rita
grundsätzlich liegt mir auch mal was auf dem herzen. deine ständigen pauschalurteile finde ich ziemlich anmaßend. hier haben sich jetzt schon öfter leute viel mühe gegeben, etwas zu deinen texten zu sagen. leute die genau wie du, jahrelange erfahrung haben im analysieren von texten. mag sein, du möchtest hören, dass alles, was du schreibst gnbz wunderbar ist. aber genau wie du das auch tust, dürfen sie kritisieren, wenn ihnen etwas an deinen texten nicht schmeckt. ich habe nicht das gefühl, dass du dich austauschen willst. du bügelst jeden kommentar schulmeisterlich ab. ein austausch ist auf dieser basis kaum möglich.
zu deinen texten: handwerklich bist du sicherlich gut, nur, es springt kein funken rüber, die magie ist nicht da, nichts berührt. es scheint, du arbeitest die formen ab, ohne jedes gefühl für den inhalt. hauptsache die form stimmt. wie ein musiker, der zwar die noten und den rhythmus beherrscht, aber nur handwerker ist. ich nehme deinen texten nicht ab, was sie transportieren wollen. punkt!

Niko

Beitragvon Niko » 18.09.2013, 22:09

weißt du, rita, ich will nicht darüber urteilen, wer nun richtig liegt mit seiner jeweiligen meinung. aber du verstehst sicher, dass es ziemlich öde ist, einen kommentar zu schreiben und doch gleich zu wissen (!!!) was als antwort kommt. nämlich das besser-wissen.
da ich mich wieder einmal mehr bestätigt sehe im kommentieren deiner gedichte und dem daraus resultierenden echo deinerseits wirst du mir sicher nachsehen, dass ich mit diesem kommentar hier das kapitel "ritas gedichte kommentieren" abhake.
ich mag mich nicht deinem qualitätsurteil unterziehen, ob ich würdig genug bin, deine texte kommentieren zu können.
bei deinen ansprüchen an die erlauchten kommentare wäre es eine gute maßname, deine von dir aufgestellten regeln dem moderatorenteam zu übersenden.
ich finde es schade, dass du - bei aller kunstfertigkeit - einfach den willen missen lässt, über manche einlassungen auch nur geringfügig nachzudenken. und da zählen für mich auch nicht schlechte autoren-kindheitserlebnisse.
man kann sich auch im leben nicht immer damit entschuldigen, dass man es früher schwer hatte.

ich wünsche dir weiterhin gutes reimen. und darüber hinaus noch besseres verstehen (wollen)

letzte grüße - niko
Zuletzt geändert von Niko am 18.09.2013, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.09.2013, 22:12

Rita, Deine lyrischen Worte bekommen oft gar keine Chance, sich zu entfalten. Man merkt beim Lesen, wie wichtig Dir die Form ist - und das tut den Texten in der Summe nicht gut.

Das willst Du aber ja gar nicht hören. Deine Texte sind ausgearbeitet, fertig, durchdacht bis ins Detail. Ich glaube Dir das. Was möchtest Du dann aber hier von uns?

Eines noch: Hier passt sich niemand an irgendwas oder irgendwen an, und die Gruppe war nie "unter sich" (seitdem ich hier bin, jedenfalls nicht), im Gegenteil, sie ändert sich ständig.

scarlett

Beitragvon scarlett » 19.09.2013, 07:59

nera hat geschrieben: ich habe nicht das gefühl, dass du dich austauschen willst. du bügelst jeden kommentar schulmeisterlich ab. ein austausch ist auf dieser basis kaum möglich.


und genauso verfährst du auch bei deinen eigenen kommentaren zu anderen texten: du "empfiehlst" von deiner "hohen" warte aus irgendwas und wenn der autor nachfrägt, warum eigentlich, wodurch diese deine empfehlung begründet ist, kommt weiter nichts mehr!
das ist kein austausch, das geht - mit verlaub - auch in die richtung schulmeisterlich, der meister hat gesprochen und das wars dann.

Nifl
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Beitragvon Nifl » 19.09.2013, 19:42

Hallo Rita,
Wie vom Autor verlange ich zu Recht auch vom Kommentator ein gewisses Quantum an fachlich-theoretischen und handwerklichen Kenntnissen, ehe er sich überhaupt äußert.

das hieße ja im Umkehrschluss, du dichtest nur für Dichter? Glaube ich nicht recht.

Gruß
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Rita

Beitragvon Rita » 01.10.2013, 17:14

Hallo Nifl,

das ist es doch. Dein Umkehrschluss hinkt, einfach nicht zu Ende gedacht, aus welchem Grunde auch immer. Was hältst du denn von der Überlegung, dass ich nicht für Dichter oder Kommentatoren schreibe, sondern für Leser? Noch nicht drauf gekommen? Hier aber befinde ich mich nicht beim sogenannten Normalleser, sondern bei Autoren, und ich halte es nicht für zuviel verlangt, wenn ihre Kommentare halbwegs Hand und Fuß haben. Und was hältst du denn von solcher Äußerung: "In diesem Gedicht treten die Reime zu sehr in den Vordergrund", wenn es sich um ein Reimgedicht handelt, das dreimal denselben Reim verlangt. Was soll ich denn von diesem ahnungslosen Kommentar halten? Soll ich sagen: Das hast du sehr schön bemerkt, auch mir fällt auf, dass es hier dreimal denselben Reim gibt, der sich dadurch zu sehr in den Vordergrund drängt, ich werde das gleich mal ändern - und das bei einer Stanze? Das ist damit gemeint, wenn ich sage, auch das Lesen und das Kommentieren eines Gedichtes will gelernt sein. Voraussetzung ist natürlich auch ein gewisser Grundstock an Kenntnissen des lyrischen Handwerks. Dass genau das hier fehlt, jedenfalls bei einigen Kommentatoren hier, nämlich das lyrische Handwerk, ist zumindest bei einer solchen Äußerung nicht zu übersehen. Soll ich mich darüber freuen? Wie soll ich mich verhalten? Mich freuen, dass man mir eine solche Dummheit zumutet, oder soll ich erklären, dass ein Reimgedicht auch Reime verlangt? Wir sind doch hier nicht im Kindergarten. Ich habe es mir nicht vorstellen können, dass mir solch ein und ähnlicher Unsinn in einem Lyrikforum begegnet. Ich denke schon, es ist besser, ich verabschiede mich in aller Freundlichkeit und wünsche euch noch weiterhin alles Gute.

Und damit ihr euch ein letztes Mal entrüsten könnt, hier ein kleines satirisches Gedicht zum Thema Kritiker und Kritik:


Krümelpick und die Kritik

Herr Krümelpick weiß immer, wo es langgeht,
sein Riecher spürt, woher das Windchen weht.
So ist es auch kein großes Wunder nicht,
wenn er mit dickem Hals sein Urteil spricht.

Beweise braucht er nicht, er abstrahiert.
Ihm reichts, wenn er behauptet und doziert,
setzt sich gekonnt in auserwählte Pose,
er weiß von allem etwas, kennt die Chose.

Erfindet Regeln, doch woher, weiß keiner,
mit jedem Wort macht er den Dichter kleiner.
Und auf ein Wortspiel drückt er seinen Finger:
Ogottegott, was sind denn das für Dinger?

Aus allen Rohren schießt er auf den Dichter.
Denn als der Kritiker ist er auch Richter.
Der Angeklagte traut sich nichts zu sagen,
den Krümelpick muss man nun mal ertragen.

Der Ärmste schifft sich beinah in die Hose.
Als wahrer Dichter macht er auf Mimose,
er schluckt beleidigt und schweigt renitent.
Denn tut ers nicht, gilt er als resistent.

Herr Krümelpick beruft sich auf Vernunft,
dies sei das Hoheitszeichen seiner Zunft.
Im Namen aller Dichter spricht er Recht:
Der Text ist leider pfui, ist grottenschlecht!

Doch trifft er mal auf einen Geistesbruder,
entpuppt er sich als ein gewieftes Luder,
er lobt gewaltig, was zu loben geht –
sein Riecher spürt, woher das Windchen weht.

Ich bitte die Moderation um Löschung meiner Mitgliedschaft sowie aller von mir geposteten Beiträge und Kommentare.

Ciao, Rita


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