gedanken nach einem stufengebet

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Niko

Beitragvon Niko » 01.08.2013, 22:13

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Zuletzt geändert von Niko am 18.08.2013, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 02.08.2013, 08:56

"Der Herr ist ein Bekenntnis:
Die Kirche macht das Bekenntnis zum Kenotaph",
zum leeren Grab also ...

Das Stufengebet, der feierliche Ritus bei dem man um Vergebung der Sünde betet, wird mit einem "Windhuhn", diesem Geschöpf von Günter Grass, verglichen.

Die Irren (die Gläubigen?) beschweren die Schiffe der Kirche... und teilen kein Brot.
Lippenbekenntnisse, also.
Dieses "steil fliegendes Windhuhn" muss der Hahn sein, der die Kuppel, bzw. den Gipfel der Kirche krönt. Und der sich mit dem Wind dreht ...

Niko

Beitragvon Niko » 07.09.2013, 20:32

hallo klimperer,

danke für's kommentieren! naja.....windhuhn....stimmt, kommt bei grass vor. bei mir ist es gedacht als eine mischung aus windei und huhn. deine interpretation und dein verständinis für den text haben mich hoch erfreut!

beste grüße: niko
(gesendet von meinem iBrain)

Rita

Beitragvon Rita » 08.09.2013, 11:16

Hallo Niko,

im Grunde geht es darum in diesem Text, dass das ungenannte Ich die Gebete, das Bekenntnis der Kirchen als substanzlos empfindet. Du benutzt das Bild des Keno- oder Zenographen, ein Scheingrab zum Gedächtnis an einen Toten, der an einem anderen Ort begraben wurde. Ich finde, dieser Begriff haut irgendwie nicht hin. Denn die (alten, gestorbenen) Gebete werden in Wirklichkeit immer wieder von neuem zelebriert, eben nicht (für immer) begraben, sie werden immer wieder hervorgezogen und als lebendiges Zeugnis dargeboten. Man sollte sie ruhen lassen, denkt man eher, sie sind nur noch Lippenbekenntnisse. Ich denke da vielleicht an Zombies, hört sich natürlich nicht so gebildet an, aber das trifft meiner Ansicht nach die Sache eher. Wobei mich interessiert hätte, um welche Aussage konkret es dir geht.

Lieben Gruß, Rita

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 08.09.2013, 11:41

Hallo, Niko,

ich finde den Text mit seiner Kombination von Worten, die sonst nicht miteinander in Verbindung stehen (Kenotaph, Windhuhn, Druckkasten, Ablasstore) sehr interessant. Den Begriff "Kenotaph" verstehe ich hier so, dass die Gebete, eben wie ein Scheingrab, lediglich der Erinnerung an etwas Erhabenes dienen, denn so richtig tief ist der Glaube oft gar nicht mehr.

auf allen stufen
beschweren die schiffe der kirchen


Hier komme ich nicht ganz klar. Beschweren sich die Schiffe? Wenn ja, dann bei wem? Werden sie beschwert? Nein, wohl nicht, sie beschweren etwas, also belasten, aber was denn nur (den Steuerzahler?)? Ein schlüssiges Bild wäre für mich ein Schiff, dass durch eine übergroße Ladung schwer wird, aber das kann ich hier nicht herauslesen.

Der letzte Absatz ist mir im Gegensatz zu dem übrigen assoziationsreichen Wortmosaik etwas zu erklärend.

Viele Grüße
fenestra

Niko

Beitragvon Niko » 14.09.2013, 19:16

hallo rita,

worum es geht? vielleicht um den widerspruch von glauben und kirche zusammengefasst in einer (subjektiven) betrachtung auf kirche und glauben. . und im einzelnen geht es auch um all die dinge, die du erwähnst in deinem kommentar. der text ist weniger sachlich denn intuitiv zu lesen.

hallo fenestra,

beschweren im sinne von belasten, (er)drücken ist ebeso gemeint wie beschweren im sinne von "die beschwerde" der gang zum altar führt über diese stufen. dort gab es zum einzug immer das sogenannte stufengebet. ein reumütiges glaubensbekenntnis, wo man schuld auf sich lädt (mea culpa). ich musste das noch aufsagen zum gottesdiensteinzug. und zwar auf lateinisch. die schiffe - das lehnt sich sowohl an ein kirchenlied "ein schiff das sich gemeinde nennt" als auch an die kirchenschiffe.
ja..vielleicht hast du recht, was den schluss angeht. mein kardinalsfehler (um im bild zu bleiben)

beste grüße - niko
(Gesendet von meinem iBrain)


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