duell

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klimperer

Beitragvon Klimperer » 05.09.2013, 10:12

kann es sein dass
duelle
einen sexuellen Ursprung haben

ein zweikampf um die gunst
des weiblichen
früher mit händen mit waffen
neuerdings mit worten ausgetragen

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 05.09.2013, 12:52

Lieber Klimperer,

das ist - mit Verlaub gesagt - eine Binsenweisheit (und kein Gedicht).

Viele Grüße
fenestra

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 05.09.2013, 13:41

Klimperer, fenestra hat sicher nicht unrecht.
Was mir aber noch aufgefallen ist: Das (Wort-)Duell bezieht sich doch - mehr oder weniger augenzwinkernd - auf das Waffenduell. Und ob das soooo neu ist ("neuerdings") bezweifle ich.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 05.09.2013, 13:51

(Wort)-Duelle sind wohl so alt wie die Antike.
Aber was wohl, meiner Meinung nach, neu ist: dass (Wort)-Duelle nicht mehr sexuellen Ursprungs geprägt sind. ,-)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 05.09.2013, 13:53

Revier abstecken/ verteidigen hat immer noch damit zu tun...

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 06.09.2013, 03:19

Früher gab es nur Duelle.
Ferdinand Lassalle, einer der Gründerväter der SPD, starb bei einem Duell.

"Rededuelle" sind eine amerikanische Erfindung, wohl nur durch das Fernsehen möglich.
Zuletzt geändert von Klimperer am 06.09.2013, 09:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 06.09.2013, 04:39

Manche nennen es Duellieren, das, was Jon Lord und Ritchie Blackmore früher auf der Bühne miteinander machten. Für mich klang das immer wie ein Dialog, wie ein Konsens sogar. Ich glaube, ich bin wettbewerbsblind. Mir sind keine Sensoren gegeben zum Detektieren von Wettbewerbsvorgängen. Es geht an mir vorbei. Kein Reiz. Sportergebnisse gehören für mich mit zum Langweiligsten, was das Leben bietet. Es ist geradezu anti-erotisch.

aram
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Beitragvon aram » 06.09.2013, 08:31

Klimperer hat geschrieben:Früher gab es nur Duelle.
lieber klimperer, was meinst du mit 'nur'?

Klimperer hat geschrieben:"Rededuelle" sind eine amerikanische Erfindung, wohl nur durch das Fernsehen möglich.
- und wie kommst du denn bloß darauf? - gab es doch sehr entwickelt/ausgeprägt etwa in der antike.

'der geist als waffe' im 'zweikampf' repräsentiert, glaube ich, eine stufe einer gewissen entwicklung des mentalen.

der zweikampf selbst ist natürlich viel älter, er hat eine recht klare funktion und berechtigung als revierkampf.

als führungsinstrument eines kollektivs ist er nur sehr bedingt, also schlecht, und letztlich überhaupt nicht geeignet (sondern eben nur als revierkampf) - komischerweise mach(t)en wir ihn ansatzweise genau dazu - zwar nicht 'wirklich', aber wir gefallen uns darin, so zu tun, als wäre das so. (mit 'wir' meine ich hier vor allem die menschen, die in 'demokratien' leben)

ich weiß auch nicht, warum die menschen in ihrem verhalten so viel dümmer sind, als es ihrer geistigen entwicklungsstufe entsprechen würde.

ist diese dummheit sexuellen ursprungs?

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 06.09.2013, 09:52

Lieber Pjotr,
ich finde wirklich interessant, was du sagst, und möchte gerne etwas dich fragen, aber erst will ich versuchen, Aram zu antworten.
Lieber Aram,

ich finde fast traurig und eigentlich nicht gut, dass man eine literarische Produktion rechtfergigen oder gar "verteidigen" muss. Da hat die Musik einen Riesenvorteil, kein Musiker muss nachträglich erklären, warum seine Musik gefällt oder nicht gefällt. Die Musik geht direkt zu unserer Seele, zu unserem Körper, ohne erst durch den Filter der Vernunft passieren zu müssen. Wir schlucken sogar dabei die banalsten Texten mit runter ...

Ich will hier nur konkret präzisieren, was ich gemeint habe.



Es sollte ein Scherz sein: ich habe es ja unter der Rubrik "Humor, satire, Unsinn" eingestellt. Ich erwarte also von dem Leser eine Haltung, die vergleichbar ist mit der eines Menschen, der sich anschickt, einen Witz zu hören ... Kein Witz würde klappen, wenn man nicht ein Auge zuschließt.

Was meine ich mit: "Früher gab es nur Duelle"?

Nun, eben das. Früher gab es keine "Rededuelle", nur Duelle.

Es gab keine Rededuellen in der Antike. Nicht so, wie wir es uns heute vorstellen.

Die Redner sind nicht gleichzeitig aufgetreten.

Die Reden waren nicht an ein neutrales Publikum gerichtet, sondern an Senatoren, die eine konkrete Entscheidung treffen mussten. Für oder gegen Catilina.

Oder bei gerichtlichen Prozessen, wo die Advokaten die Richter zu überzeugen suchten. Da ging es meistens um Erbstreitigkeiten.

In der Politik ging es um Leben und Tod.

Heutzutage ist alles "show" geworden. Wir können uns einen Gladiatorenfilm anschauen, oder ein Fußballspiel, wenn wir keine Lust haben, die Kandidaten im Fernsehen zu sehen.

Im 19. Jahrhundert, in Amerika, kannten die meisten Amerikaner Lincoln nur vom Hörensagen ...

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 06.09.2013, 10:04

Lieber Klimperer,
nur hierzu:
Da hat die Musik einen Riesenvorteil, kein Musiker muss nachträglich erklären, warum seine Musik gefällt oder nicht gefällt. Die Musik geht direkt zu unserer Seele, zu unserem Körper, ohne erst durch den Filter der Vernunft passieren zu müssen.


Das ist so nicht ganz korrekt. Ich lese in mehreren Foren zur klassischen Musik, und da wird über die musikalische Ausführung (anhand von Hörproben) manchmal heftig gestritten, zum Teil auch von den Ausführenden selbst. Die Kriterien sind sogar ganz ähnlich wie hier im Salon: da heißt es: banal, vorhersehbar, abgegriffen; oder: gekünstelt, unnötig kompliziert; oder: Spannungsbogen nicht durchgehalten ... Oder auch mal "kann es nicht erklären, es gefällt mir halt einfach". :mrgreen:

Musikalische Grüße
Zefira
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(Ikkyu Sojun)

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 06.09.2013, 13:10

Danke, Zefira,

Ich habe was dazu gelernt.

Ich hatte an einfache Melodien wie "una paloma blanca" gedacht.

Ich muss heulen, wenn ich manche Texte der Beegees (?) höre, das zum Beispiel:

"You don´t know what is like (bis)
to love somebody (bis)
the way that I love you".

Ich habe eben eine sentimentale Seele.

Ein anderes, vielleicht besseres Beispiel: Udo Jürgens. Er hat etliche, recht anspruchvolle Texte, aber sein erfolgreichtes Lied (ich weine auch dabei) ist "Griechischer Wein" ...

I hope you understand me,

LG
k.

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Beitragvon Zefira » 06.09.2013, 13:22

Nun ja, die Texte stehen auf einem anderen Blatt. Mir ist es meistens lieber, ich verstehe sie gar nicht, oder es sind wortlose Vocals (wie früher bei Pat Metheny zum Beispiel). Ich sprach jetzt von ausführenden Musikern.

Bei "First Of May" habe ich auch schon geflennt ...

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 07.09.2013, 12:01

Lieber Carlos,

heißt das im Klartext, du willst uns Texte à la Paloma blanca hier als "literarische Produktion" verkaufen? :icon_rendeer:

Viele Grüße
fenestra

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 07.09.2013, 13:00

Natürlich nicht!


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