schlehenfeuer

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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fenestra
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Beitragvon fenestra » 06.05.2013, 18:41

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.05.2013, 18:59

Hallo fenestra,

dein "schlehentanz" in deinem Blog gefiel mir schon so gut. Hier hast du noch mal eine Schippe draufgesetzt. Klasse! Ich mag es sehr, wie du hier mit den Worten spielst, wie du z.B. den Zaunkönig untergebracht hast. Und - wie immer - liest es sich toll!

Liebe Grüße
Gabi

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 07.05.2013, 01:43

Hallo Fenestra,

das wirkt auf mich trotz des schönen Klangs etwas brav und bieder, zu nah an der Konvention. Ich fragte mich, ob es an den Sätzen liegt, den vielen kleinen Füllseln neben den schönen Wörtern? Ich würde den Stier an den Hörnern packen und das radikalisieren. Was hieltest du von einer Version wie dieser (die sicher noch schöner verwuschelt werden könnte):

schlehenfeuer


schlehen sehen haufen daunen
drinnen singen könig zaunen
weise nester kommen staunen
frauen sollen leise raunen


schlehen sehen haufen schneen
türmen wege wohin gehen
rücken bleiche wurzel bruten
händen und an füßen bluten


warten dornig gemäuer
monde kälte feuer
morgen frieren zehen
schlehen wirbeln schneenwehen


schlehen haufen schaumen
blühen bluten pflaumen
zweige schnee ebenholzen
rinnen schnee entschmolzen

Mucki
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Beitragvon Mucki » 07.05.2013, 13:42

Hi Franz,

deine Version wirkt auf mich nicht flüssig, sondern eher hölzern. Da fehlt mir die Melodie, die m.E. gerade durch die Füllsel erzeugt werden.

Saludos
Gabriella

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 07.05.2013, 15:33

Hallo,

Franz hat geschrieben:das wirkt auf mich trotz des schönen Klangs etwas brav und bieder, zu nah an der Konvention.
Obwohl es wirklich schön klingt und das Spiel mit den Reimen und Worten diesen Eindruck für mich etwas augenzwinkernd aufbricht, geht es mir doch auch ein wenig wie Franz. Es wirkt noch etwas unentschlossen, so dass man vielleicht auch am Ende nicht ganz sicher ist, ob das Spielerische wirklich intendiert war, oder eher aus der "Not" geboren wurde und eigentlich ursprünglich etwas ganz Konventionelles daraus hätte werden sollen. Vielleicht sind aber meine Erwartungen an Fenestra auch einfach in beide Richtungen hoch gesteckt. :o)

Auf mich wirkt die Version von Franz optisch zu "kühl" gesetzt, aber klanglich wirkt es auf mich nur in der unteren Hälfte (bewusst?) stellenweise hölzern, die ersten beiden "Strophen" jedoch schwingen schön. Die Idee selbst gefällt mir gut, vor allem, wenn es gelingen würde, es auch untereinander an allen Stellen "sinnvoll" zu füllen und somit das Feuer auf mehreren Leseebene "aufscheinen" und tanzen zu lassen und so noch mehr Bewegung hineinzubringen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 08.05.2013, 22:17

Huhu und danke für den Befreiungsschlag!

Auch ich war noch nicht ganz zufrieden mit der Version. Zwar schon besser, inhaltlich runder (wegen der Märchenanspielungen), als die im Blühblog, aber die mittleren Strophen erschienen auch mir noch zu konventionell. Außerdem war ich nicht glücklich über den Kreuzreim in S2, den habe ich aber jetzt beseitigt. Ich denke, die Version muss nicht verworfen werden, sie kann z.B. bei einem Frühlingsspaziergang mit einem literarisch ungeübten Publikum durchaus Anwendung finden. Aber ich habe nun auch noch eine experimentellere Version eingestellt. Sie ist durchgehend rhythmisch und im Gegensatz zu Franz' Ansatz habe ich die optische Gliederung weggelassen, denn obwohl ich sowas sonst sehr mag, finde ich, dass es hier keine Entsprechung im Text gibt, nichts, was man mit den Augen beim Lesen erkunden muss. Es ist ein Sprechtext und ich habe ihn auch gleich eingesprochen. Die Hörversion ist zu Trixie unterwegs!

Nun bin ich gespannt auf eure Meinung!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 08.05.2013, 23:10

Hallo fenestra,

deine experimentelle Fassung gefällt mir auch ausgesprochen gut und ist in der Tat sehr rhythmisch (rhythmischer als die Originalversion und die fand ich schon klasse), bin gespannt auf deine Lesung!

Liebe Grüße
Gabi

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 11.05.2013, 11:10

Offenbar ist die Hörbarfee dieser Tage nicht ansprechbar. Habe die Dateien (auch zum frostkogel) schon Mittwoch gemailt. Hier einstweilen ein eigener Link zur Audioversion:

Link zur Lesung aus Sicherheitsgründen von Gabriella entfernt, da die Datenbank "Blaue Schublade" vermutlich infiziert war
Zuletzt geändert von fenestra am 14.05.2013, 20:17, insgesamt 2-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 11.05.2013, 13:26

Hallo fenestra,

habe eben fasziniert deiner Lesung gelauscht.
Du hast es tatsächlich "wehend" gelesen. Mal kräftiger, mal leiser wehend. :daumen:
Verrate mir, wie oft musstest du es lesen, ohne dich zu versprechen? :mrgreen:

Liebe Grüße
Gabi

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 14.05.2013, 20:21

Liebe Gabi,

danke für deine Rückmeldung! Interessant, dass du an ein Wehen (im Wind) denkst, irgendwie war mir das gar nicht in den Sinn gekommen. Ich dachte an andere Wehen. Für mich ist der Text ein Verführungs-(oder sogar Vergewaltigungs-?)Gedicht.

Nun habe ich den Link von Trixie verwendet, der funktionniert aber nicht. :frage:
Vielleicht könntet ihr Admins mal in meinem Post nachschauen, was ich falsch gemacht habe.

Viele Grüße
fenestra

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Beitragvon Mucki » 14.05.2013, 21:01

Bei mir funktioniert der neue Link anstandslos, fenestra.

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Beitragvon fenestra » 14.05.2013, 21:53

Ja, inzwischen funktionniert es. Der Upload war wohl noch nicht vollständig vorhin, die Hörbarfee musst noch ein bisschen zaubern. ;)

Trixie

Beitragvon Trixie » 15.05.2013, 10:25

1. Tut mir leid :-/
3. Klingt toll!! Danke DIR für's Zaubern, fenestra!

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 15.05.2013, 11:56

Hallo fenestra,

Interessant, dass du an ein Wehen (im Wind) denkst, irgendwie war mir das gar nicht in den Sinn gekommen. Ich dachte an andere Wehen. Für mich ist der Text ein Verführungs-(oder sogar Vergewaltigungs-?)Gedicht.
In deiner Lesung "höre" ich diese beiden Aspekte auch nicht. Vor allem für ein Vergewaltigungsgedicht wäre es mir viel zu sanft und am Ende auch zu lächelnd versöhnlich? Mich hat dein Lesen auch eher an ein Windwehen denken lassen, an einen Spaziergang, bei dem Dornen und Bluten eben auch zur Natur gehören und auch einen Teil des (Märchen-)zaubers ausmachen.

Deine Texte verführen aber auch wirklich zum laut Lesen. :) Schön! Und die Schlehenwehenfassung finde ich klasse!
Nur hier: leisen wäre das nicht als "leise" besser integriert?

Liebe Grüße
Flora
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