was eigentlich

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
ecb

Beitragvon ecb » 15.03.2013, 21:02

was eigentlich
in meinem gedicht sein sollte
steht dort nicht

wie manches sich ändert
was nicht zu ändern ist

wie kälte und wärme sich
zueinander verhalten
aber schwer zu ertragen sind
jedes für sich

nicht zulassend zu sein
und nicht zugelassen
das eine oder andere
genannt
sehend dabei ungesehen
in allem die bebende
ungereimtheit

was eigentlich hätte
mein gedicht werden sollen
ist hier nicht

hier
mußt du gut sein
und das ist gut
genug für dich

.....................................

Zweite, um die letzte Strophe gekürzte Fassung, 17.3.


was eigentlich
in meinem gedicht sein sollte
steht dort nicht

wie manches sich ändert
was nicht zu ändern ist

wie kälte und wärme sich
zueinander verhalten
aber schwer zu ertragen sind
jedes für sich

nicht zulassend zu sein
und nicht zugelassen
das eine oder andere
genannt
sehend dabei ungesehen
in allem die bebende
ungereimtheit

was eigentlich hätte
mein gedicht werden sollen
ist hier nicht
Zuletzt geändert von ecb am 17.03.2013, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.

pjesma

Beitragvon pjesma » 16.03.2013, 20:54

hallo eva, die ende verwirrt mich, ich kann die letzte strofe nicht einordnen. du im sinne von "man", oder im sinne von ansprache , direkte anrede? das spiel gefällt mir in ganzem gedicht, zulassend, zugelassen, sehend, ungesehen...bloß die ende kommt mir etwas zu...kann nicht erklären...zu schnell, zu fahrig? entweder verdient dieses gedicht ein subtileres ende, oder---was auch nicht die sache der unmöglichkeit ist---ich es einfach nicht richtig verstanden habe? zur hülfe! ;-)
lg, pjesma

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 17.03.2013, 13:23

Liebe Eva,

dieses Gedicht erinnert mich an die "gedichtgedichte" von Pastior, etwa

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Nur das dein "gedichtgedicht" eben auch nicht fröstelt sondern gar keine Eigenschaften hat. Das finde ich sowohl spannend als auch kunstvoll.

Die letzte Strophe - da geht es mir wir pjesma - ist in diesem Zusammenhang unverständlich. Wieso wird ein lyrisches Du jetzt eingeführt? Das lenkt den Blick von den interessanten Wendungen vorher ab. Außerdem ist die Strophe - wie soll ich sagen - ziemlich banal.

Viele Grüße
fenestra

Rosebud

Beitragvon Rosebud » 17.03.2013, 15:08

.
Zuletzt geändert von Rosebud am 26.06.2015, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.

ecb

Beitragvon ecb » 17.03.2013, 20:13

Herzlichen Dank an euch, pjesma, fenestra, rodebud - wenn ihr alle drei gleich reagiert auf diese letzte Strophe, dann lasse ich mir gern gesagt sein, daß sie nicht am Platze ist.
Es ist damit, wie du vermutest, rosebud, ich dachte, ich sollte noch irgendwie andeuten, warum da etwas fehlt, aber ihr habt mich überzeugt, daß das überflüssig im wahren Sinne des Wortes ist und der Form Abbruch tut.

Danke auch für Pastiors Fröstelgedicht, fenestra, zu ihm würde ich mich natürlich in keinerlei Beziehung stellen, aber er hat auch mich immer mal wieder beschäftigt, und ich habe ihn selbst auf denkwürdigen kleinen Lesungen erlebt, als ich in den siebziger Jahren in Berlin lebte. :daumen:

Ich werde also oben die gekürzte Fassung im Anschluß dazustellen, die mir jetzt auch viel besser gefällt. :smile:

Nochmals vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, sie hat mir sehr geholfen!

Liebe Grüße
Eva


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