ist der taxifahrer
seine söhne
studieren noch beide
haben noch
eine lange fahrt vor sich
diplombiologe
Hallo, Klimperer,
ich verstehe deinen Impuls für dieses Gedicht, aber allein das Wortspiel mit dem langen Weg ist mir hier ein bisschen zu wenig. Sprachlich stört mich vor allem die Doppelung von "noch" in dem kurzen Text.
Wie wäre es z.B. mit einer etwas längeren Aufzählung "gescheiterter" Akademiker:
an der bar
serviert mir der geograf
einen cuba libre
die reise nach rom
buche ich
beim theologen
das taxi zum flughafen
fährt
der biologe
seine söhne
studieren skandinavistik
ich finde das
riskant
ich verstehe deinen Impuls für dieses Gedicht, aber allein das Wortspiel mit dem langen Weg ist mir hier ein bisschen zu wenig. Sprachlich stört mich vor allem die Doppelung von "noch" in dem kurzen Text.
Wie wäre es z.B. mit einer etwas längeren Aufzählung "gescheiterter" Akademiker:
an der bar
serviert mir der geograf
einen cuba libre
die reise nach rom
buche ich
beim theologen
das taxi zum flughafen
fährt
der biologe
seine söhne
studieren skandinavistik
ich finde das
riskant
-
ecb
Ist mir zu klischeehaft. Man muß bedenken, daß es nur in Deutschland komisch anmutet oder als Problem betrachtet wird, wenn jemand nicht in seinem Beruf arbeitet ( bzw. arbeiten kann). In den USA ist das eine Selbstverständlichkeit, und dort haben viele Menschen - und unter ihnen viele Akademiker - zwei und drei Jobs allerverschiedenster Art auf einmal.
Liebe Grüße
Eva
Liebe Grüße
Eva
Hi K.
auf mich wirkt der Text konservativ und müffelt nach Stammtischparole. Motto: Ja Bub, hätts't was Gescheits gelernt... höhöhö(...dann wärest du so ein toller Hecht wie ich). Und nun machen die Kinder auch noch den gleichen Fehler! Ist das zu glauben?
Und es schwingt auch eine ordentliche Portion Bildungskomplex mit.
Fenes Vorschlag finde ich gut, weil er das "Bierernste" rausnimmt, nur beobachtet und nicht unangenehm unterschwellig selbsterhöht und wertet. Ja, humorvoll könnte ich mir ein Spiel mit dem Klischee gut gefallenen lassen, aber in obiger Form leider nicht.
Überdies finde ich bei den paar Worten die zwei "noch" unschön.
Außerdem gibt es weit perspektivenlosere Studienfächer als Biologie?
Gruß
auf mich wirkt der Text konservativ und müffelt nach Stammtischparole. Motto: Ja Bub, hätts't was Gescheits gelernt... höhöhö(...dann wärest du so ein toller Hecht wie ich). Und nun machen die Kinder auch noch den gleichen Fehler! Ist das zu glauben?
Und es schwingt auch eine ordentliche Portion Bildungskomplex mit.
Fenes Vorschlag finde ich gut, weil er das "Bierernste" rausnimmt, nur beobachtet und nicht unangenehm unterschwellig selbsterhöht und wertet. Ja, humorvoll könnte ich mir ein Spiel mit dem Klischee gut gefallenen lassen, aber in obiger Form leider nicht.
Überdies finde ich bei den paar Worten die zwei "noch" unschön.
Außerdem gibt es weit perspektivenlosere Studienfächer als Biologie?
Gruß
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)
-
Klimperer
Nifl, während ich eine Antwort schrieb ist dein Kommentar eingetroffen, sonst hätte ich natürlich deinen Namen dazu geschrieben.
Wie du aus meiner Antwort sehen kannst, nehme ich mich gar nicht so ernst. Ich selbst glaube nicht, dass es mir gelungen ist, deswegen mein Vorschlag, wozu ich dich auch herzlich einlade.
Übrigens, ich finde den Beruf Taxifahrer gar nicht schlecht. Ich habe wunderbare Menschen dabei kennengelernt, die gar nicht verbittert oder resigniert sind. Wo wir beim Thema sind, ich finde alle Berufe bei denen man direkt oder indirekt Mitmenschen dient genau so würdig wie die von Akademikern. Kein Mensch ist für mich, prinzipiell, besser als andere. In der Beziehung fühle ich mich Mahatma Gandhi nah.
Wie du aus meiner Antwort sehen kannst, nehme ich mich gar nicht so ernst. Ich selbst glaube nicht, dass es mir gelungen ist, deswegen mein Vorschlag, wozu ich dich auch herzlich einlade.
Übrigens, ich finde den Beruf Taxifahrer gar nicht schlecht. Ich habe wunderbare Menschen dabei kennengelernt, die gar nicht verbittert oder resigniert sind. Wo wir beim Thema sind, ich finde alle Berufe bei denen man direkt oder indirekt Mitmenschen dient genau so würdig wie die von Akademikern. Kein Mensch ist für mich, prinzipiell, besser als andere. In der Beziehung fühle ich mich Mahatma Gandhi nah.
Hallo, Klimperer,
ich sehe deine Antwort, auf die du dich im letzten Posting beziehst, gar nicht. Vermutlich ist sie verloren gegangen, weil sie gleichzeitig mit Nifls Posting aufgelaufen ist. Sowas kommt vor. Also bitte den von dir erwähnten Vorschlag an uns nochmals posten.
Viele Grüße
fenestra
ich sehe deine Antwort, auf die du dich im letzten Posting beziehst, gar nicht. Vermutlich ist sie verloren gegangen, weil sie gleichzeitig mit Nifls Posting aufgelaufen ist. Sowas kommt vor. Also bitte den von dir erwähnten Vorschlag an uns nochmals posten.
Viele Grüße
fenestra
-
Klimperer
Ok, es fällt mir schwer, ich versuche es.
Ich hatte erstmals mich bei euch allen bedankt, euch Recht gegeben, und vorgeschlagen, zusammen ein Gedicht über dieses Thema zu schreiben, wobei eine verkürzte Fassung von meinem "Gedicht" der Anfang sein könnte:
diplombiologe
ist der taxifahrer
seine söhne studieren noch
Ich hatte erwähnt, dass gerade du mehr als einen Ansatz dazu schon geschrieben hattest.
Ich weiß nicht, warum es nicht versuchen?
Ich danke dir
Carlos
Ich hatte erstmals mich bei euch allen bedankt, euch Recht gegeben, und vorgeschlagen, zusammen ein Gedicht über dieses Thema zu schreiben, wobei eine verkürzte Fassung von meinem "Gedicht" der Anfang sein könnte:
diplombiologe
ist der taxifahrer
seine söhne studieren noch
Ich hatte erwähnt, dass gerade du mehr als einen Ansatz dazu schon geschrieben hattest.
Ich weiß nicht, warum es nicht versuchen?
Ich danke dir
Carlos
Übrigens, ich finde den Beruf Taxifahrer gar nicht schlecht. Ich habe wunderbare Menschen dabei kennengelernt, die gar nicht verbittert oder resigniert sind. Wo wir beim Thema sind, ich finde alle Berufe bei denen man direkt oder indirekt Mitmenschen dient genau so würdig wie die von Akademikern. Kein Mensch ist für mich, prinzipiell, besser als andere. In der Beziehung fühle ich mich Mahatma Gandhi nah.
Hallo K.,
das ist doch wunderbar, dann schreibe deine Texte so, dass man diese Erklärung nicht braucht. Wäre dieses Gedicht in einem Gedichtband, hättest du auch nicht die Möglichkeit Erklärungen nachzuschieben?
Gruß
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)
Hallo Nifl,
der text überzeugt mich zwar poetisch auch nicht so ganz, aber ich habe den Text gar nicht so wahrgenommen wie du. Viel mehr habe ich einfach gesehen, dass einen das Leben trotz bestimmter scheinbarer fixer Stationen (Diplom) überall hintragen kann. Und über das studieren wird das Taxifahren eben auch für dieses in der Welt treiben gesehen. Der Vater hat das schon erfahren, die Söhne werden es auch. Ich finde nicht, dass es konservativ angelegt ist, es geht nur darum die Leben von Vater und Kindern zu verbinden.
Hallo Klimperer,
trotz dieser "Verteidigung" ist der Text mir nicht kraftvoll genug. Ich mag einfache Beobachtungen, darin liegt meistens das größte Anrühren, Wachrütteln und Erzählenkönnen. Aber der Text bleibt sprachlich einfach zu dicht an Vokabeln/Schlagwörtern (schon der Titel), gerade für ein Gedicht - dadurch wirkt das Bild, das die Verbindung zwischen Vater und Kindern schaffen soll, zu klischeehaft.
Auch wenn spürt, was für eine Art Beobachter bist und ich das mag, könnte hier noch mehr stattfinden, sprachlich (es muss nichts ästhetisiert werden, aber so geht es für mich auch nicht auf).
liebe Grüße
Lisa
der text überzeugt mich zwar poetisch auch nicht so ganz, aber ich habe den Text gar nicht so wahrgenommen wie du. Viel mehr habe ich einfach gesehen, dass einen das Leben trotz bestimmter scheinbarer fixer Stationen (Diplom) überall hintragen kann. Und über das studieren wird das Taxifahren eben auch für dieses in der Welt treiben gesehen. Der Vater hat das schon erfahren, die Söhne werden es auch. Ich finde nicht, dass es konservativ angelegt ist, es geht nur darum die Leben von Vater und Kindern zu verbinden.
Hallo Klimperer,
trotz dieser "Verteidigung" ist der Text mir nicht kraftvoll genug. Ich mag einfache Beobachtungen, darin liegt meistens das größte Anrühren, Wachrütteln und Erzählenkönnen. Aber der Text bleibt sprachlich einfach zu dicht an Vokabeln/Schlagwörtern (schon der Titel), gerade für ein Gedicht - dadurch wirkt das Bild, das die Verbindung zwischen Vater und Kindern schaffen soll, zu klischeehaft.
Auch wenn spürt, was für eine Art Beobachter bist und ich das mag, könnte hier noch mehr stattfinden, sprachlich (es muss nichts ästhetisiert werden, aber so geht es für mich auch nicht auf).
liebe Grüße
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
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