glaros

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klimperer

Beitragvon Klimperer » 15.01.2013, 10:19

Langsam über dem wasser kreisend

träumt sie vom flug

unter anderen himmeln

von hellem wasser

wo sie sich dunkel

erkennen kann

von den hurtigen schatten der anderen.


Einmal die augen schließen

nur herz im flug sein.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 15.01.2013, 16:41

Hola Carlos,

hm, ob eine Möwe davon träumt?
Kann man sich in eine Möwe hineinversetzen und was meinst du mit "nur herz im flug sein"?
Wäre es nicht "sinnreicher", wenn ein Mensch davon träumt, eine Möwe zu sein? Du siehst, Fragen über Fragen.

Saludos
Gabriella

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 15.01.2013, 23:48

Hi Gabriella,

danke, dass du auf das Gedichtchen reagierst hast.

Ich habe mir nichts dabei gedacht, bloß gefühlt ...


Hat mich die Inspiration getäuscht?

Ich glaube, die höchste Kunst ist die Musik. Da braucht man keine rationellen Gründe, um etwas zu akzeptieren. Und man findet die banalsten Texte wunderbar, wenn sie von einer schönen Stimme vorgetragen werden.

Dieser Möwe werde ich treu bleiben.

Saludos,


Carlos

Mucki
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Beitragvon Mucki » 16.01.2013, 00:14

Hola Carlos,
Klimperer hat geschrieben:Ich habe mir nichts dabei gedacht, bloß gefühlt ...

und genau DAS solltest du im Gedicht zeigen.
Auch dies hier:
Klimperer hat geschrieben:Dieser Möwe werde ich treu bleiben.

Klimperer hat geschrieben:Und man findet die banalsten Texte wunderbar, wenn sie von einer schönen Stimme vorgetragen werden.

Ja, natürlich.

Ich stelle mir vor, wie du den Flug dieser Möwe beobachtest und wie du dich in diese Möwe hineinfühlst. Sprich: webe das LI hier mit ein, so dass LI und die Möwe miteinander verschmelzen. Dann könnte das ein wunderbares Gedicht werden. Das wäre hier mein Rat. ,-)

Saludos
Gabriella

carl
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Beitragvon carl » 16.01.2013, 08:42

Hallo Klimperer,

mir gefällt es!
Ich finde es auch legitim, das lyrische Objekt als Spiegel für die eigene Befindlichkeit zu nutzen (oder als Projektions-Fläche).
Nur handelst du dir dann das Schimpfwort "Befindlichkeitslyrik" ein.
Das ist übrigens nicht meine Meinung. Ich sags bloß ;-)

Ein Gedicht in deutscher Sprache kann doch aber auch einen deutschen Titel haben, oder?
Ohne Gabriellas Übersetzung hätte ich googeln müssen. Oder gibt es einen lyrischen Grunf für Glaros?

Dann schlage ich vor, du ziehst den Komparativ in Erwägung, um das erträumte Wasser von dem realen abzuheben:
"von hellerem wasser/ wo sie sich dunkel/ unterscheiden kann/ von den hurtigen schatten der anderen."
Du siehst, ich habe noch etwas verändert: "unterscheiden... von". Oder
"wo sie sich dunkel/ erkennen kann/ unter den hurtigen schatten der anderen."
Ist aber Geschmackssache, kein "Verbesserungsvorschlag".

Diesen Vorschlag würde ich dir aber ans Herz legen:
"nur flug im herzen sein."

Das kann ich gerne noch näher ausführen!
Saludos, Carlos ;-)

Mucki
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Beitragvon Mucki » 16.01.2013, 13:16

Hallo Carlos, der II. ;-)
carl hat geschrieben:Diesen Vorschlag würde ich dir aber ans Herz legen:
"nur flug im herzen sein."

ja, das ist gut. Andersherum hab ich das gar nicht kapiert.

Übrigens: "Glaros" ist griechisch für Möwe. Hab mich auch gefragt, warum Carlos hier einen griechischen Titel wählt.

Saludos
Gabriella

pjesma

Beitragvon pjesma » 16.01.2013, 13:25

och bitte nicht herz im flug ändern ins gewöhnliche...das trägt doch das ganze gedicht...

Mucki
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Beitragvon Mucki » 16.01.2013, 17:11

Hola Carlos,

die Ideen von carl finde ich gut. Ich habe mir mal erlaubt, diese einzubringen zusätzlich zu meiner Idee, das LI mehr mit einzubeziehen und alles kleingeschrieben und ohne Interpunktion. Das könnte dann in etwa so aussehen, nur mal als Anregung:

langsam über dem wasser kreisend
träume ich mich in ihren flug
unter anderen himmeln
von hellerem wasser
in dem ich mich dunkel
erkennen kann unter
den hurtigen schatten der anderen

einmal möchte ich die augen schließen
nur flug im herzen sein


Saludos
Gabriella

pjesma

Beitragvon pjesma » 16.01.2013, 19:24

mir gefällt die version von k besser, gabi, deine version hat etwas narratives, beschreibendes,beruhigtes...verliert die leichtigkeit und zerrisenheit und schnelligkeit das mir grade gefällt bei k.-s.
interpuktion auszulassen finde ich gut... ich hätt die ganze geschichte ganz auf die spitze getrieben und noch ein bisschen "zerhackt" was die zeilen umbrüche betrifft, zbsp (unten) aber das sind kleinigkeiten die jeder anders sehen kann. ein herz im flug, dagegen, finde ich groß, ein tolles vers, da hätt mir echt leid getan wenn ihm der k. anzweifelt ;-). es ist (für mich)ein unterschied ob flug im herzen ist(da passen dann auchdie anderen sachen hinein) oder jemand ein herz im flug ist...flug selbstr, ein eingefleischtes gefühl, dass für nix anderes raum lässt... (zbsp. ein herz im flug, ein mensch im feuer, flug ist im herzen, feuer ist im menschen...für mich besteht da feines unterschied, bzw sind 4 ganz verschieden aussagen...)
lg

langsam
über dem wasser
kreisend
träumt sie
vom flug
unter anderen
himmeln
von hellem wasser
wo sie sich
dunkel
erkennen kann
von den hurtigen
schatten
der anderen

einmal
die augen
schließen
nur
herz
im flug
sein

Mucki
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Beitragvon Mucki » 16.01.2013, 19:34

Ist ja nur eine Idee meinerseits, pjesma.

Dein Vorschlag ist mir z.B. viel zu zerhackt. Außerdem fehlt mir das LI darin. ;-)

Aber ich verstehe jetzt besser, warum dir "herz im flug" viel besser gefällt.

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 16.01.2013, 19:41

Gabriela. Carl Pjesma,

ich danke Euch herzlich für eure Antworten, für eure Vorschläge. Ich bin gerührt für das Interesse. Ich sage es ganz offen, ich habe fast geweint.

Warum der griechische Name? Ein wenig aus Angeberei, weil ich diese Sprache seit dreißig Jahren lerne, aber nicht nur das, das Wort gefällt mir wirklich gut, und weil es der Name eines Hotels auf Kreta ist, in dem ich mal war. Ich meine, heutzutage kostet nur eine Minute, sich darüber zu informieren.

Aber es gibt einen anderen Grund: mir ist aufgefallen, wie viel Wert auf Raten, auf Enschlüsseln gelegt wird. Nun, indem ich nicht gleich beim Titel verrate, dass es sich um eine Möwe handelt, hat man die Möglichkeit, selbst, anhand des Gedichts, dahinter zu kommen ...

Es gibt noch einen anderen, sentimentalen Wert, den ich nicht hier verraten möchte.

Ich werde dem Rat von Pjesma folgen.

Ich danke Euch alle,


Carlos


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