app-ochal
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Niko
app-ochal
inzwischen lebt man android
und mit der welt in der tasche
sie ist einen touch nur
weit entfernt
wer war sielmann
wo starb ghandi
wie komme ich von irgendwo
nach anderswo
man stellt sich
selbst keinen fragen mehr
nur antworten zählen
was offen bleibt
wird weggedrückt
in den paradiesischen apfel beißen
der saftig fruchtigen einsamkeit
beim öffnen der fenster unbemerkt
in einzelhaft verschlossen
und offline wird nur gespielt
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Niko
liebe flora,
ich denke, wo nifl diese offenheit an den tag legt, kann er gut mit der offenheit in der reaktion leben.
weißt du, ich habe keine lust mehr, etwas zu erklären, was offensichtlich nicht verstanden wird oder verstanden sein will.... - das ist einfach alles. was meinst du, warum ich keine prosa kommentiere? röchtööööööööööööch - weil mir das prosa-gen fehlt.
genfreie früße: niko
ich denke, wo nifl diese offenheit an den tag legt, kann er gut mit der offenheit in der reaktion leben.
weißt du, ich habe keine lust mehr, etwas zu erklären, was offensichtlich nicht verstanden wird oder verstanden sein will.... - das ist einfach alles. was meinst du, warum ich keine prosa kommentiere? röchtööööööööööööch - weil mir das prosa-gen fehlt.
genfreie früße: niko
Hallo Niko, ich mag den Text würde den etwas behäbigen Versrhythmus dem Inhalt anpassen, d.h. etwas mehr Schwung geben, z.B. :
inzwischen lebt man
android mit der welt
in der tasche
einen touch nur
weit entfernt
... usw ...
Probiers doch mal aus !
inzwischen lebt man
android mit der welt
in der tasche
einen touch nur
weit entfernt
... usw ...
Probiers doch mal aus !
Ein Klang zum Sprachspiel.
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Niko
deine sichtweise leuchtet mir ein, eule. allerdings bin ich gerade als jemand, der kurze zeilen bevorzugt (hat), dabei, die zeilen etwas länger zu lassen. weil ich mir einbilde, dass dies dem text eher dient. ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ein vielfaches mehr an zeilensprüngen mehr schwung bringt.
aber ich schlaf mal drüber und versuche mich mal an einer kurzzeiligeren version.
danke für deinen kommentar!
liebe grüße: niko
aber ich schlaf mal drüber und versuche mich mal an einer kurzzeiligeren version.
danke für deinen kommentar!
liebe grüße: niko
Lieber Niko,
obwohl viele Einzelstellen im Text durchaus ihren Reiz haben, mag ich es auch nicht, wie der Text daherkommt. Er wirkt auf mich zu unausgegoren, er hört sich an wie "so jetzt nehmen wir uns mal das hema smartphones" vor, dazu kann man auch ein Gedicht schreiben, was viele spannend finden. Dir ist wahrscheinlich die schöne Zeile, dass wir android leben, eingefallen, und dann hast du in kurzer Zeit diesen Text geschrieben. Wer so etwas sinnvoll zum Thema machen möchte, muss meines Erachtens aber tiefer und feinsinniger bohren.
Zudem weiß ich nicht, ob der böse Zeitgeist, den du hier beschwörst, wirklich in der Handynutzung zu finden ist. Das, was du bemängelst (mangelnde Auseinandersetzung mit echten Erfahrungen, Vereinsamung durch scheinbare Nähe Technisierung usw.), hat doch viel mehr mit dem Internet an sich zu tun. Durch smartphones kann auf dieses zwar noch leichter und permanenter zugegriffen werden, aber die Verankerung des Problems in den neuen Handys finde ich schief.
Was du beschreiben willst, ist auch meiner Meinung nach eine Formung der Welt, die man sich bewusst machen sollte. Und mit Sicherheit ist daran jede Menge zu betrauern (wenn der Verlust auch meiner Meinung nach nicht so eindimensional zu fassen ist, Menschen sind zu kreativ, um schlicht zu vereinsamen, sie schwimmen geschickt und schön und grausam wie Delfine darin). So einfach, wie der Text es sich macht, ist es für mich nicht. Er verfällt auf reizvolle Vokalbel wie "android" und "touch", die das Thema zu umspielen meinen, aber da muss meiner Meinung noch mehr kommen, um den Punkt zu treffen!
liebe Grüße
Lisa
obwohl viele Einzelstellen im Text durchaus ihren Reiz haben, mag ich es auch nicht, wie der Text daherkommt. Er wirkt auf mich zu unausgegoren, er hört sich an wie "so jetzt nehmen wir uns mal das hema smartphones" vor, dazu kann man auch ein Gedicht schreiben, was viele spannend finden. Dir ist wahrscheinlich die schöne Zeile, dass wir android leben, eingefallen, und dann hast du in kurzer Zeit diesen Text geschrieben. Wer so etwas sinnvoll zum Thema machen möchte, muss meines Erachtens aber tiefer und feinsinniger bohren.
Zudem weiß ich nicht, ob der böse Zeitgeist, den du hier beschwörst, wirklich in der Handynutzung zu finden ist. Das, was du bemängelst (mangelnde Auseinandersetzung mit echten Erfahrungen, Vereinsamung durch scheinbare Nähe Technisierung usw.), hat doch viel mehr mit dem Internet an sich zu tun. Durch smartphones kann auf dieses zwar noch leichter und permanenter zugegriffen werden, aber die Verankerung des Problems in den neuen Handys finde ich schief.
Was du beschreiben willst, ist auch meiner Meinung nach eine Formung der Welt, die man sich bewusst machen sollte. Und mit Sicherheit ist daran jede Menge zu betrauern (wenn der Verlust auch meiner Meinung nach nicht so eindimensional zu fassen ist, Menschen sind zu kreativ, um schlicht zu vereinsamen, sie schwimmen geschickt und schön und grausam wie Delfine darin). So einfach, wie der Text es sich macht, ist es für mich nicht. Er verfällt auf reizvolle Vokalbel wie "android" und "touch", die das Thema zu umspielen meinen, aber da muss meiner Meinung noch mehr kommen, um den Punkt zu treffen!
liebe Grüße
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
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Niko
hallo lisa,
deine einwände kann ich durchaus nachvollziehen. zum teil jedenfalls. du hast sogar mit der android-zeile recht. ich muss auch nicht zwingend meinen text verteidigen. wozu? jeder hat eine eigene, ganz subjektive sichtweise und gegen ein ureigenes empfinden kann man nur in den seltensten fällen anschreiben.
dennoch möchte ich den ein oder anderen punkt aufgreifen.
wenn das so ankommt, kann ich´s ja nicht ändern. aber mit solchen mechanismen schreibe ich nicht, lisa. die androidzeile fiel mir ein. soweit, so gut. alles, was dann kommt im text ist etwas, was ohne kalkül geschieht. ich habe mir schon vor jahren nicht angewöhnen können, etwas gefälliges zu schreiben. dazu ist meine lyrik viel zu störrisch. das kann im grunde kaum einer besser wissen als du.
ich habe kein smartphone. aber ich wünsche mir sehr eines. weil ich die vorzüge dieses dingelchens mag, bei dem telefonieren zur nebensache wird.
es gibt kein tiefes und feinsinniges bohren, lisa, wenn es darum geht, empfindungen aufzuschreiben. du kennst meine lyrik und weißt, dass ich kein recherschierer bin. ich beobachte, denke über verschiedenes nach und dann schreibe ich irgendwann, meist zu einem zeitpunkt, wo ich längst nicht mehr über dieses thema grüble, das ganze auf. alles, was du mir "vorwerfen" kannst, ist also mangelnde intelligenz, über ein thema nicht ausrteichend reflektiert zu haben. aber muss lyrik ausgewogen sein? -ich denke nein. ausgewogenheit in der lyrik ist ihr tod. lyrik muss polarisieren und muss einseitig sein. auch das weißt du nur zu gut, denn du schreibst selbst so.
was man mir vorwerfen kann, ist, dass ich nicht - wie sonst vielleicht mehr - offener bleibe in den formulierungen.
schade, dass du den text nicht anders beleuchten kannst.
liebe grüße: niko
deine einwände kann ich durchaus nachvollziehen. zum teil jedenfalls. du hast sogar mit der android-zeile recht. ich muss auch nicht zwingend meinen text verteidigen. wozu? jeder hat eine eigene, ganz subjektive sichtweise und gegen ein ureigenes empfinden kann man nur in den seltensten fällen anschreiben.
dennoch möchte ich den ein oder anderen punkt aufgreifen.
er (der text...)hört sich an wie "so jetzt nehmen wir uns mal das hema smartphones" vor, dazu kann man auch ein Gedicht schreiben, was viele spannend finden. Dir ist wahrscheinlich die schöne Zeile, dass wir android leben, eingefallen, und dann hast du in kurzer Zeit diesen Text geschrieben. Wer so etwas sinnvoll zum Thema machen möchte, muss meines Erachtens aber tiefer und feinsinniger bohren.
wenn das so ankommt, kann ich´s ja nicht ändern. aber mit solchen mechanismen schreibe ich nicht, lisa. die androidzeile fiel mir ein. soweit, so gut. alles, was dann kommt im text ist etwas, was ohne kalkül geschieht. ich habe mir schon vor jahren nicht angewöhnen können, etwas gefälliges zu schreiben. dazu ist meine lyrik viel zu störrisch. das kann im grunde kaum einer besser wissen als du.
ich habe kein smartphone. aber ich wünsche mir sehr eines. weil ich die vorzüge dieses dingelchens mag, bei dem telefonieren zur nebensache wird.
es gibt kein tiefes und feinsinniges bohren, lisa, wenn es darum geht, empfindungen aufzuschreiben. du kennst meine lyrik und weißt, dass ich kein recherschierer bin. ich beobachte, denke über verschiedenes nach und dann schreibe ich irgendwann, meist zu einem zeitpunkt, wo ich längst nicht mehr über dieses thema grüble, das ganze auf. alles, was du mir "vorwerfen" kannst, ist also mangelnde intelligenz, über ein thema nicht ausrteichend reflektiert zu haben. aber muss lyrik ausgewogen sein? -ich denke nein. ausgewogenheit in der lyrik ist ihr tod. lyrik muss polarisieren und muss einseitig sein. auch das weißt du nur zu gut, denn du schreibst selbst so.
was man mir vorwerfen kann, ist, dass ich nicht - wie sonst vielleicht mehr - offener bleibe in den formulierungen.
ich finde es, ehrlich gesagt, gedankenlos, mir "bösen zeitgeist" in meinem gedicht zu unterstellen. das hat mein gedicht nicht verdient! es beschönigt nicht. das stimmt. aber es verteufelt nicht.Zudem weiß ich nicht, ob der böse Zeitgeist, den du hier beschwörst, wirklich in der Handynutzung zu finden ist.
liebe lisa...........wie recht du hast! und vor jahren war der pc zu hause der zugriff zur welt. dort, wo man alleine ist, wo man sich mal vielleicht ein paar stunden damit beschäftigt. das handy aber ist der permanente zugang zur welt. das hat extrem viele vorteile. und extrem viele nachteile. man verabredet sich in einem café mit freunden. und dann sitzt man da und jeder tickert in seinem teil rum. konversation miteinander - fehlanzeige. ich saß letztens 10 min. an der theke eines sonnenstudios. wartend auf meine partnerin. dahinter eine junge dame, die den kopf vom smartphone die ganze zeit nicht hochbekam........und nein: das sind keine einzelfälle.Das, was du bemängelst (mangelnde Auseinandersetzung mit echten Erfahrungen, Vereinsamung durch scheinbare Nähe Technisierung usw.), hat doch viel mehr mit dem Internet an sich zu tun. Durch smartphones kann auf dieses zwar noch leichter und permanenter zugegriffen werden, aber die Verankerung des Problems in den neuen Handys finde ich schief.
schade, dass du den text nicht anders beleuchten kannst.
liebe grüße: niko
Hallo, Niko,
vielleicht hätte ich die Diskussion vorher gar nicht lesen sollen. Ich will versuchen, erst einmal meinen eigenen Eindruck von dem Text wiederzugeben:
Titel und Einstieg sind super, könnten allerdings für meinen Geschmack etwas eingekürzt werden, wie eule schon vorschlug:
inzwischen lebt man android
die welt in der tasche
einen touch weit entfernt
Auch die kurze Aufzählung der Fragen ist prägnant. Ist schon wahr: Was nicht gleich googlebar ist, wird häufig erstmal zurückgestellt und dann vergessen. Das findet seinen Wiederhall in den ewigen Quizshows, wo nur noch unzusammenhängendes Häppchenwissen verlangt wird. Andererseits findet man schneller Antworten, kann schneller Unwahrheiten aufklären. Oder gerade nicht? Vielschichtig. Aber wie du sagst, ist ein Gedicht eher dazu da, einer Empfindung Ausdruck zu verleihen und nicht unbedingt dazu geeignet, einen Sachverhalt von allen Seiten zu beleuchten. Dazu bräuchte man vielleicht einen ganzen Gedichtzyklus. Zu Handy & Co. Vielleicht mal ein Monatsthema?
Bei dem paradiesischen Apfel steige ich aus. Die Einsamkeit ist fruchtig? Fruchtbar ist sie vielleicht sogar, aber nicht im biologischen, sondern im schöpferischen Sinne. Schmeckt sie süß? Vordergründig wird fast jeder das verneinen, aber wenn man mal nachdenkt: Es gibt genug Menschen, die lieber in SB-Läden gehen, weil sie gerade das Nachfragen und das Gefragtwerden, vielleicht sogar zum Kauf Bedrängtwerden scheuen. In Restaurants und Bahnen wahrt man größtmöglichen Abstand voneinander. Man möchte gezielt Kontakt aufnehmen, nicht wahllos. Es ist ja nicht so, dass die neuen Medien ohne Interaktion und Kommunikation sind. Das Gegenteil ist der Fall. Gäbe es das Internet und dieses Forum nicht, könnte ich jetzt nicht hier mit euch diskutieren. Ich würde auch keinen Zirkel literaturinteressierter Leute hier an meinem Tisch versammeln können. Wäre jedenfalls äußerst mühsam und längst nicht so oft möglich, wie im Internet. Beim Öffnen der Fenster nehme ich Kontakt mit euch auf. Daher mein Nickname: fenestra. "Offline wird nur gespielt" - das ist nun wieder wahr. Es bedeutet, dass das Leben sich nach und nach ins Web verlagert.
Nifls Nachfragen, auch in dieser pointierten Form, finde ich berechtigt und von mir aus darf Kritik gern pointiert vorgetragen werden. Wir sind alle erwachsen und können das von Angriffen auf die Person trennen. Daher finde ich deine Reaktion darauf schade und hätte lieber eine sachliche Entgegnung von dir dazu gelesen.
Spannend jedenfalls, welche Aspekte dieser Text in der Diskussion bereits freigelegt hat.
Viele Neujahrsgrüße
fenestra
vielleicht hätte ich die Diskussion vorher gar nicht lesen sollen. Ich will versuchen, erst einmal meinen eigenen Eindruck von dem Text wiederzugeben:
Titel und Einstieg sind super, könnten allerdings für meinen Geschmack etwas eingekürzt werden, wie eule schon vorschlug:
inzwischen lebt man android
die welt in der tasche
einen touch weit entfernt
Auch die kurze Aufzählung der Fragen ist prägnant. Ist schon wahr: Was nicht gleich googlebar ist, wird häufig erstmal zurückgestellt und dann vergessen. Das findet seinen Wiederhall in den ewigen Quizshows, wo nur noch unzusammenhängendes Häppchenwissen verlangt wird. Andererseits findet man schneller Antworten, kann schneller Unwahrheiten aufklären. Oder gerade nicht? Vielschichtig. Aber wie du sagst, ist ein Gedicht eher dazu da, einer Empfindung Ausdruck zu verleihen und nicht unbedingt dazu geeignet, einen Sachverhalt von allen Seiten zu beleuchten. Dazu bräuchte man vielleicht einen ganzen Gedichtzyklus. Zu Handy & Co. Vielleicht mal ein Monatsthema?
Bei dem paradiesischen Apfel steige ich aus. Die Einsamkeit ist fruchtig? Fruchtbar ist sie vielleicht sogar, aber nicht im biologischen, sondern im schöpferischen Sinne. Schmeckt sie süß? Vordergründig wird fast jeder das verneinen, aber wenn man mal nachdenkt: Es gibt genug Menschen, die lieber in SB-Läden gehen, weil sie gerade das Nachfragen und das Gefragtwerden, vielleicht sogar zum Kauf Bedrängtwerden scheuen. In Restaurants und Bahnen wahrt man größtmöglichen Abstand voneinander. Man möchte gezielt Kontakt aufnehmen, nicht wahllos. Es ist ja nicht so, dass die neuen Medien ohne Interaktion und Kommunikation sind. Das Gegenteil ist der Fall. Gäbe es das Internet und dieses Forum nicht, könnte ich jetzt nicht hier mit euch diskutieren. Ich würde auch keinen Zirkel literaturinteressierter Leute hier an meinem Tisch versammeln können. Wäre jedenfalls äußerst mühsam und längst nicht so oft möglich, wie im Internet. Beim Öffnen der Fenster nehme ich Kontakt mit euch auf. Daher mein Nickname: fenestra. "Offline wird nur gespielt" - das ist nun wieder wahr. Es bedeutet, dass das Leben sich nach und nach ins Web verlagert.
Nifls Nachfragen, auch in dieser pointierten Form, finde ich berechtigt und von mir aus darf Kritik gern pointiert vorgetragen werden. Wir sind alle erwachsen und können das von Angriffen auf die Person trennen. Daher finde ich deine Reaktion darauf schade und hätte lieber eine sachliche Entgegnung von dir dazu gelesen.
Spannend jedenfalls, welche Aspekte dieser Text in der Diskussion bereits freigelegt hat.
Viele Neujahrsgrüße
fenestra
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Niko
ja. die reaktion an nifl war überzogen. da spielt noch anderes mit rein, was ich nicht hier besprechen möchte, weil es wieder unmengen langer diskussionen gäbe. das möchte ich jetzt zumindest nicht mehr verlängern.
was ich mit nifl kläre, werde ich auf pn - basis tun. und damit juck.
ich gehe auf deine antwort später ein, fenestra, da mir im moment die zeit fehlt!
dennoch schonmal ein "danke" vorwech
liebe grüße: niko
was ich mit nifl kläre, werde ich auf pn - basis tun. und damit juck.
ich gehe auf deine antwort später ein, fenestra, da mir im moment die zeit fehlt!
dennoch schonmal ein "danke" vorwech
liebe grüße: niko
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Niko
so, fenestra, jetzt etwas detailierter:
in den paradiesischen apfel beißen
der saftig fruchtigen einsamkeit
beim öffnen der fenster unbemerkt
in einzelhaft verschlossen
die paradiesische einsamkeit, oder apple als paradies ...........es liegt eine bewertung in den zeilen. die paradiesische einsamkeit ist saftig und fruchtig, weil sie nicht als einsamkeit empfunden wird. die einsamkeit wiederum wird in den beiden folgenden zeilen erklärt. und darin wird ja auch der widerspruch deutlich. man öffnet windows, das fenster. öffnet sich, stößt ein fenster auf. das zur großen weiten welt von mir aus. paradoxer weise kann aber genau das dazu führen, dass man sich verschließt. das leben findet oft genug und oft immer mehr im internet statt.
ist das wirklich so? welche alternativen gibt es, fenestra? wo ist ein kleiner laden, wo wir schnell kontakt miteinander bekämen? - in der lebensmittelbranche zumindest fiele mir kein anderes angebot als der supermarkt ein. gut.ich kann in einen hutzeligen bioladen gehen. a) sterben die aus und weichen dem gesetz des marktes - große kaufhäuser. siehe alnatura. die leute haben schlicht nicht das geld, in kleinen läden zu kaufen. in der regel ist eine "boutique" immer teurer als c&a. dein argument greift also da nicht wirklich, finde ich.
das weiß ich doch alles, fenestra. ich lebe doch nicht an der welt vorbei! ich nutze sie hier und andernorts hinlänglich. manchmal schon für meine begriffe zuviel. ich sag´s noch einmal gerne: ich schätze die vorzüge des internets ungemein. ich bin der letzte, der das ganze verteufelt.
aber ich habe mittlerweile ein ambivalentes verhältnis zum internet. ein beispiel aus meinem leben:
ich habe fast immer, solange ich gedichte schreibe, meine gedichte in word verfasst. alle korrekturen, alle gedanken direkt über word eingetippt. seit gut einem jahr verfasse ich meine gedichte wieder vorwiegend auf papier, kleine hefte, die früher allenfalls dazu dienten, einen gedankenblitz nicht verloren gehen zu lassen um es dann als grundlage für einen in word verfassten text zu nehmen.
der grund ist schnell erklärt:
ich nehme mir vor, ein gedicht zu schreiben (das sei allgemein so gesagt, der prozesse, die es dazu bedarf, sind viele) und schalte den pc an. und dann passiert es: ach.......erstmal in den blauen salon gucken. habe ich neue post bei gmx? was gibt es neues bei facebook? ach.....und ein spielchen backgammon - da könnt ich auch nochmal drauf! - und schwupps........weg ist er, der gute gedanke, der moment, in dem die stimmung passte, um einen text zu verfassen.
das hat überhand genommen. ich alsse mich zu sehr vereinnahmen von der bunten virtuellen welt. und die bedrohung einer "innerlichen vereinsamung" möchte ich gerne aus dem weg gehen.
und ich glaube, dass ich da kein einzelfall bin. ganz allgemein gesehen.
liebe grüße - niko
Bei dem paradiesischen Apfel steige ich aus. Die Einsamkeit ist fruchtig? Fruchtbar ist sie vielleicht sogar, aber nicht im biologischen, sondern im schöpferischen Sinne. Schmeckt sie süß?
in den paradiesischen apfel beißen
der saftig fruchtigen einsamkeit
beim öffnen der fenster unbemerkt
in einzelhaft verschlossen
die paradiesische einsamkeit, oder apple als paradies ...........es liegt eine bewertung in den zeilen. die paradiesische einsamkeit ist saftig und fruchtig, weil sie nicht als einsamkeit empfunden wird. die einsamkeit wiederum wird in den beiden folgenden zeilen erklärt. und darin wird ja auch der widerspruch deutlich. man öffnet windows, das fenster. öffnet sich, stößt ein fenster auf. das zur großen weiten welt von mir aus. paradoxer weise kann aber genau das dazu führen, dass man sich verschließt. das leben findet oft genug und oft immer mehr im internet statt.
Vordergründig wird fast jeder das verneinen, aber wenn man mal nachdenkt: Es gibt genug Menschen, die lieber in SB-Läden gehen, weil sie gerade das Nachfragen und das Gefragtwerden, vielleicht sogar zum Kauf Bedrängtwerden scheuen.
ist das wirklich so? welche alternativen gibt es, fenestra? wo ist ein kleiner laden, wo wir schnell kontakt miteinander bekämen? - in der lebensmittelbranche zumindest fiele mir kein anderes angebot als der supermarkt ein. gut.ich kann in einen hutzeligen bioladen gehen. a) sterben die aus und weichen dem gesetz des marktes - große kaufhäuser. siehe alnatura. die leute haben schlicht nicht das geld, in kleinen läden zu kaufen. in der regel ist eine "boutique" immer teurer als c&a. dein argument greift also da nicht wirklich, finde ich.
das sehe ich anders. ich glaube, dass wir (vielleicht auch durch internet etc. einfach verlernen und eine scheu entwickeln, mit anderen mal einfach so zu kommunizieren.In Restaurants und Bahnen wahrt man größtmöglichen Abstand voneinander. Man möchte gezielt Kontakt aufnehmen, nicht wahllos.
Es ist ja nicht so, dass die neuen Medien ohne Interaktion und Kommunikation sind. Das Gegenteil ist der Fall. Gäbe es das Internet und dieses Forum nicht, könnte ich jetzt nicht hier mit euch diskutieren. Ich würde auch keinen Zirkel literaturinteressierter Leute hier an meinem Tisch versammeln können. Wäre jedenfalls äußerst mühsam und längst nicht so oft möglich, wie im Internet.
das weiß ich doch alles, fenestra. ich lebe doch nicht an der welt vorbei! ich nutze sie hier und andernorts hinlänglich. manchmal schon für meine begriffe zuviel. ich sag´s noch einmal gerne: ich schätze die vorzüge des internets ungemein. ich bin der letzte, der das ganze verteufelt.
aber ich habe mittlerweile ein ambivalentes verhältnis zum internet. ein beispiel aus meinem leben:
ich habe fast immer, solange ich gedichte schreibe, meine gedichte in word verfasst. alle korrekturen, alle gedanken direkt über word eingetippt. seit gut einem jahr verfasse ich meine gedichte wieder vorwiegend auf papier, kleine hefte, die früher allenfalls dazu dienten, einen gedankenblitz nicht verloren gehen zu lassen um es dann als grundlage für einen in word verfassten text zu nehmen.
der grund ist schnell erklärt:
ich nehme mir vor, ein gedicht zu schreiben (das sei allgemein so gesagt, der prozesse, die es dazu bedarf, sind viele) und schalte den pc an. und dann passiert es: ach.......erstmal in den blauen salon gucken. habe ich neue post bei gmx? was gibt es neues bei facebook? ach.....und ein spielchen backgammon - da könnt ich auch nochmal drauf! - und schwupps........weg ist er, der gute gedanke, der moment, in dem die stimmung passte, um einen text zu verfassen.
das hat überhand genommen. ich alsse mich zu sehr vereinnahmen von der bunten virtuellen welt. und die bedrohung einer "innerlichen vereinsamung" möchte ich gerne aus dem weg gehen.
und ich glaube, dass ich da kein einzelfall bin. ganz allgemein gesehen.
liebe grüße - niko
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pjesma
problem bei dem gedicht sehe ich darin dass es kritisch/moralisch daher kommt, weil: es ist eben kein augenzwinkerndes, unter anderem auch selbstkritisches daraus zu lesen wie aus dem erklärung...es lässt spielraum zum schließen dass die "vorwürfe" anderen gelten, nicht auch sich selbst... das wäre aber leicht zu umgehen, denke ich, wenn das neutrale, verallgemeinernde "man lebt, man stellt sich, es wird"...in erster sg person geschrieben wäre...es würde das gedicht "sympatischer" machen, bzw. dem leser mehr raum um sich damit auseinanderzusetzen zulassen ,was auf ihn selbst zutrifft und was nicht, es käme weniger als "vorwurf" daher, gegen welchen sich automatisch gesträubt wird und mehr als ein neuzeitlicher menschlicher problem und irrweg, von dem keiner 100 pro frei ist.
hm, niko
mir wirfst du zuviel durcheinander in deinem text. zb. ist eine app ja nicht gleich app. es ist doch ein unterschied, ob ich den ganzen tag zocke oder mir wissen aneigne. ich habe kein so sciencefiktiontelefon und brauche es auch nicht unbedingt. trotzdem wünsche ich mir zb. eine app über wechselwirkungen von medikamenten. und um in eine andere welt abzutauchen haben mir schon immer bücher gedient. viel lesen kann auch einsam machen. aber ich nehme gerne ein buch mit zum friseur, weil ich da dann doch lieber ein bischen einsam bin.
wenn ich einen text schreibe, bin ich auch froh, dass ich gleich googeln kann; ich habe oft eine idee, eine erinnerung
von etwas, das ich gerne benutzen würde und das sollte dann auch exakt sein. in dem fall ist das internet für mich nur werkzeug, zusätzlich zu den büchern, die ich benutze., zb. dem etymologischen lexikon.
darüber hinaus,für manche meiner patienten wünsche ich mir internet, damit sie aus ihrer einsamkeit wenigstens stückweise heraus kämen.
übrigens gibt es in dem pflegeheim, das meine schwester und meine eltern betreiben gerade ein projekt, bei dem die senioren und bewohner lernen einen blog zu schreiben und skybe zu benutzen. das kommt prima an, ermöglicht vielen öfter in kontakt mit ihren kindern und enkel, bzw urenklen zu bleiben und zu kommunizieren.
ich könnte hier noch ein paar beispiele anführen, zb auch wie meine 4 kinder damit umgehen, die da reingewachsen sind und bei denen ich nicht den eindruck habe, dass sie besonders einsam sind.
ich sehe aber auch die gefahren, keine frage. nur ist mir dein text zu einseitig und ein bischen zu sehr klischee und lässt die positiven seiten einfach vor.
pjesmas idee finde ich da sehr gut.
lg
lg
mir wirfst du zuviel durcheinander in deinem text. zb. ist eine app ja nicht gleich app. es ist doch ein unterschied, ob ich den ganzen tag zocke oder mir wissen aneigne. ich habe kein so sciencefiktiontelefon und brauche es auch nicht unbedingt. trotzdem wünsche ich mir zb. eine app über wechselwirkungen von medikamenten. und um in eine andere welt abzutauchen haben mir schon immer bücher gedient. viel lesen kann auch einsam machen. aber ich nehme gerne ein buch mit zum friseur, weil ich da dann doch lieber ein bischen einsam bin.
wenn ich einen text schreibe, bin ich auch froh, dass ich gleich googeln kann; ich habe oft eine idee, eine erinnerung
von etwas, das ich gerne benutzen würde und das sollte dann auch exakt sein. in dem fall ist das internet für mich nur werkzeug, zusätzlich zu den büchern, die ich benutze., zb. dem etymologischen lexikon.
darüber hinaus,für manche meiner patienten wünsche ich mir internet, damit sie aus ihrer einsamkeit wenigstens stückweise heraus kämen.
übrigens gibt es in dem pflegeheim, das meine schwester und meine eltern betreiben gerade ein projekt, bei dem die senioren und bewohner lernen einen blog zu schreiben und skybe zu benutzen. das kommt prima an, ermöglicht vielen öfter in kontakt mit ihren kindern und enkel, bzw urenklen zu bleiben und zu kommunizieren.
ich könnte hier noch ein paar beispiele anführen, zb auch wie meine 4 kinder damit umgehen, die da reingewachsen sind und bei denen ich nicht den eindruck habe, dass sie besonders einsam sind.
ich sehe aber auch die gefahren, keine frage. nur ist mir dein text zu einseitig und ein bischen zu sehr klischee und lässt die positiven seiten einfach vor.
pjesmas idee finde ich da sehr gut.
lg
lg
"viel lesen kann auch einsam machen."
Liebe nera, genau so habe ich mich letztens auch geäußert, denn das ist meine Überzeugung. Wahrscheinlich liegt dort in der Nähe auch ein Aspekt, warum mir in Nikos Text zuviel "moralischer Zeigefinger" enthalten ist.
Aber Niko hat andererseits nicht unrecht mit seinem Wink in Richtung Einsamkeit: "fruchtbar" ist für mich die Illusion, die unrealistische Vorstellung, die wir - zumindest ansatzweise - von den Menschen haben, mit denen wir nur per Internet kommunizieren.Ein (lebendiger, existierender) Mensch wird ja, sozusagen, abstrahiert.
Liebe nera, genau so habe ich mich letztens auch geäußert, denn das ist meine Überzeugung. Wahrscheinlich liegt dort in der Nähe auch ein Aspekt, warum mir in Nikos Text zuviel "moralischer Zeigefinger" enthalten ist.
Aber Niko hat andererseits nicht unrecht mit seinem Wink in Richtung Einsamkeit: "fruchtbar" ist für mich die Illusion, die unrealistische Vorstellung, die wir - zumindest ansatzweise - von den Menschen haben, mit denen wir nur per Internet kommunizieren.Ein (lebendiger, existierender) Mensch wird ja, sozusagen, abstrahiert.
Hallo, Niko,
danke für die Erläuterungen. Die Strophe mit dem paradiesischen Apfel ist mir jetzt klarer geworden. Es ist schlüssig, so wie du es erklärst.
Den Vorschlag von pjesma, es mal mit der ersten Person (kann auch "wir" sein) zu versuchen, finde ich gut.
Bei meiner Beobachtung, dass Menschen manchmal lieber anonym einkaufen (mich selber eingeschlossen), bleibe ich. Woran immer die Scheu vor dem direkten Kontakt, der direkten Exposition der eigenen Person auch liegen mag, sie existiert und fördert anonyme Dienstleistungssysteme.
Viele Grüße
fenestra
danke für die Erläuterungen. Die Strophe mit dem paradiesischen Apfel ist mir jetzt klarer geworden. Es ist schlüssig, so wie du es erklärst.
Den Vorschlag von pjesma, es mal mit der ersten Person (kann auch "wir" sein) zu versuchen, finde ich gut.
Bei meiner Beobachtung, dass Menschen manchmal lieber anonym einkaufen (mich selber eingeschlossen), bleibe ich. Woran immer die Scheu vor dem direkten Kontakt, der direkten Exposition der eigenen Person auch liegen mag, sie existiert und fördert anonyme Dienstleistungssysteme.
Viele Grüße
fenestra
-
Niko
vielleicht ist die scheu vor direktem kontakt manchmal zumindest darin begründet, dass menschen hemmschwellen haben. und des öfteren - da gebe ich dir recht - möchte man gar nicht großartig kommunizieren. dann hat man selbst den kopf voll mit irgendwelchen gedanken, problemen, mit denen man schon genügend zu tun hat, sie an sich selbst heranzulassen. um so mehr dann scheut man, andere damit zu konfrontieren. auch weil man seinem gegenüber nicht die eventuell gute stimmung vermiesen will. wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, dann geht es mir gut. entweder geht es mir auch gut, oder ich sage es, damit es nicht in tiefere schichten geht, über die man nicht reden kann oder mag.
"wir" in verbindung mit diesem text wirt, finde ich, gerade extrem den moralischen-finger-hebend. was meint ihr:
inzwischen leben wir android
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nach anderswo
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wird weggedrückt
wir beißen in den paradiesischen apfel
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und offline spielen wir nur
würde ich das ganze in "ich" form schreiben, verliert das ganze an einer möglichen(!!!) allgemeingültigkeit. es hätte dann zumindest in dieser rubrik nichts mehr verloren.
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was offen bleibt
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ich beiße in den paradiesischen apfel
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na...ich weiß nicht
"du" ist noch katastrophaler und der moralzeigefingersupergau:
inzwischen lebst du android
und mit der welt in der tasche
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weit entfernt
wer war sielmann
wo starb ghandi
wie kommst du von irgendwo
nach anderswo
du stellst sich
selbst keinen fragen mehr
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wird weggedrückt
du beißt in den paradiesischen apfel
der saftig fruchtigen einsamkeit
bist beim öffnen der fenster unbemerkt
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und offline spielst du nur
ich finde es interessant, die einzelnen formen durchzuspielen. es bekommt jedesmal einen anderen (bei)geschmack. "ich" empfinde ich für mich zu persönlich. "du" zu moralinsauer "wir" noch extremer. "sie" empfände ich als zu fremd. die form "man" finde ich eigentlich immer noch am passensten. es ist nicht persönlich, ich empfinde es nicht als moralisch. es ist -im besten sinne - unverbindlich und lässt dem leser offen, ob er sich nun damit identifizieren soll oder nicht. aber - das ist halt nur mein blickwinkel...
liebe grüße: niko
"wir" in verbindung mit diesem text wirt, finde ich, gerade extrem den moralischen-finger-hebend. was meint ihr:
inzwischen leben wir android
und mit der welt in der tasche
sie ist einen touch nur
weit entfernt
wer war sielmann
wo starb ghandi
wie kommen wir von irgendwo
nach anderswo
wir stellen uns
selbst keinen fragen mehr
nur antworten zählen
was offen bleibt
wird weggedrückt
wir beißen in den paradiesischen apfel
der saftig fruchtigen einsamkeit
sind beim öffnen der fenster unbemerkt
in einzelhaft verschlossen
und offline spielen wir nur
würde ich das ganze in "ich" form schreiben, verliert das ganze an einer möglichen(!!!) allgemeingültigkeit. es hätte dann zumindest in dieser rubrik nichts mehr verloren.
inzwischen lebe ich android
und mit der welt in der tasche
sie ist einen touch nur
weit entfernt
wer war sielmann
wo starb ghandi
wie komme ich von irgendwo
nach anderswo
ich stelle mich
selbst keinen fragen mehr
nur antworten zählen
was offen bleibt
wird weggedrückt
ich beiße in den paradiesischen apfel
der saftig fruchtigen einsamkeit
bin beim öffnen der fenster unbemerkt
in einzelhaft verschlossen
und offline spiele ich nur
na...ich weiß nicht
"du" ist noch katastrophaler und der moralzeigefingersupergau:
inzwischen lebst du android
und mit der welt in der tasche
sie ist einen touch nur
weit entfernt
wer war sielmann
wo starb ghandi
wie kommst du von irgendwo
nach anderswo
du stellst sich
selbst keinen fragen mehr
nur antworten zählen
was offen bleibt
wird weggedrückt
du beißt in den paradiesischen apfel
der saftig fruchtigen einsamkeit
bist beim öffnen der fenster unbemerkt
in einzelhaft verschlossen
und offline spielst du nur
ich finde es interessant, die einzelnen formen durchzuspielen. es bekommt jedesmal einen anderen (bei)geschmack. "ich" empfinde ich für mich zu persönlich. "du" zu moralinsauer "wir" noch extremer. "sie" empfände ich als zu fremd. die form "man" finde ich eigentlich immer noch am passensten. es ist nicht persönlich, ich empfinde es nicht als moralisch. es ist -im besten sinne - unverbindlich und lässt dem leser offen, ob er sich nun damit identifizieren soll oder nicht. aber - das ist halt nur mein blickwinkel...
liebe grüße: niko
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