Freundschaft

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.01.2013, 19:11

Freundschaft


Nun wurden wir überwuchert
von der Zeit
die plötzlich überreif war
und alles würgte
dich
meinen Mut
nahm und mir
in die Augen brannte

Geh schon mal vor
hätte ich früher gesagt
Ich komme gleich nach

und gewinkt

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allerleirauh
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Beitragvon allerleirauh » 03.01.2013, 11:17

hallo amanita,

ich finde das thema deines gedichtes spannend: freundschaft - wie erhält man sie / was führt dazu, dass freundschaften zerbrechen?

allerdings empfinde ich die von dir gebrauchten sprachlichen bilder für die zeit als insgesamt betrachtet unstimmig. "überwuchert" und "alles würgte" passt meiner meinung nach, das sind assoziationen die sich ergänzen, aber wie passt "überreif" dazu? und das augenbrennen?

nicht ganz schlüssig bin ich mir bei "mir in die augen brannte". naheliegend wäre ja eher "in den augen brannte", was vielleicht auch die trauer um eine verlorene freundschaft, bedauern und leere, beschreiben würde. andererseits ist die unübliche wendung ein schöner stolperstein. der verlorene freund und der verlorengegangene mut werden dem lyrICH vor augen geführt.

lga

Niko

Beitragvon Niko » 03.01.2013, 13:31

um auf dies hier einzugehen:
nicht ganz schlüssig bin ich mir bei "mir in die augen brannte". naheliegend wäre ja eher "in den augen brannte", was vielleicht auch die trauer um eine verlorene freundschaft, bedauern und leere, beschreiben würde.


korrekt empfände ich es, amanita, wenn du es so schreiben würdest:

Nun wurden wir überwuchert
von der Zeit
die plötzlich überreif war
und alles würgte
dich
meinen Mut
nahm und sich
mir in die Augen brannte


liebe grüße niko

Mucki
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Beitragvon Mucki » 03.01.2013, 13:31

Hallo Amanita,

in deinem Gedicht ist hier
Amanita hat geschrieben:und alles würgte
dich
meinen Mut
nahm und mir
in die Augen brannte

eine Stolperstelle für mich. Ich weiß nicht, wie ich das lesen soll, welches Wort hier als Enjambement gelesen werden soll. Mir scheint, dass hier etwas vor "meinen Mut" fehlt. :12:

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 03.01.2013, 14:27

Hallo, danke für Eure Kommentare.

Es geht eigentlich um eine Krebserkrankung im letzten Stadium - die wuchert und würgt. Die Zeit aber sammelt sich beim Altern auch unschön an, daher darf sie hier auch "wuchern und würgen" wie ein Geschwür. Sie kann ja durchaus jemanden wegnehmen, und mit der Zeit kann auch der Mut schwinden.

Mit dem in die Augen brennen ... da muss ich mal überlegen. "Sich" wäre nicht ganz korrekt. Vielleicht

dich
meinen Mut
nahm und mir alles
in die Augen brannte

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nera
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Beitragvon nera » 03.01.2013, 15:29

hi amanita
dass die zeit sich ansammelt? versteh ich nicht.
ansonsten gut!

lg

Niko

Beitragvon Niko » 03.01.2013, 15:35

liebe gabriella,
Ich weiß nicht, wie ich das lesen soll, welches Wort hier als Enjambement gelesen werden soll. Mir scheint, dass hier etwas vor "meinen Mut" fehlt.

wenn man es so liest, dann finde ich es passend:


Nun wurden wir überwuchert
von der Zeit,
die plötzlich überreif war
und alles würgte. Die (Zeit, die)
dich
meinen Mut
nahm, und die sich mir
in die Augen brannte.

ich denke, dass amanita es so gedacht hat.

liebe grüße: niko

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 03.01.2013, 15:43

Hallo nera: Die Jahre sammeln sich an. Die Zeit überwuchert die Ereignisse/ das Erinnern daran. "Über etwas Gras wachsen lassen" - ins Negative gekehrt.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 03.01.2013, 15:43

Stimmt, danke Niko.
Ich hatte die Zeit als Bezug übersehen.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 03.01.2013, 15:44

Niko ich wollte Dir auch gerade dankeschön sagen bzw. tu' das jetzt auch. Du hast es richtig erklärt.

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nera
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Beitragvon nera » 03.01.2013, 23:00

ok, ich verstehe jetzt, was du meinst. wie schon gesagt, gut!

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Schwarzbeere
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Beitragvon Schwarzbeere » 13.01.2013, 13:12

Ich suchte sie, ich fand sie nicht, da wollte ich fast weinen!
Beistriche, Punkte sind keine Pflicht, doch hilfreich, will mir scheinen!

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 13.01.2013, 16:17

Hallo Schwarzbeere, meinst Du denn, dass ich hier Zeichen verwenden MUSS? Bei explizit diesem Text?

Was genau, welche Stelle ist für Dich missverständlich? Könnte dies wirklich durch Zeichensetzung behoben werden?

Und warum hast Du mich gerad' rausgefischt??

Mucki
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Beitragvon Mucki » 13.01.2013, 17:53

Hm, Interpunktion halte ich in diesem Gedicht nicht für nötig.


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