Alter Mann

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Lilo

Beitragvon Lilo » 13.12.2012, 20:45

Etlich die Falten
Traurig die Augen
Spröde die Lippen
Zittrig die Finger
Fragil der Körper

Unerfüllte Sehnsucht
Gescheiterte Flucht
Ärmlich verloren
Nimmer geborgen
Frostig verstoßen
Allein gelassen...
Zuletzt geändert von Lilo am 14.12.2012, 21:41, insgesamt 1-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 13.12.2012, 21:04

und in jeder sekunde unseres lebens gehen wir auf eine kreuzung die uns vor die wahl stellt, eine bestimmte richtung einzuschlagen.
bei solchen gedichten, lilo, bin ich zwiegespalten. einerseits mag ich solche "stilleben" und eine eindringliche schilderung dessen. andererseits ist es eine gratwanderung. ein text kippt, wenn man beim versuch, anteilnahme zu zeigen, ja auch anteilname zu erwirken, zu plakativ vorgeht.
eine beschreibung, die das offensichtliche ausspart, das ohnehin jedem geläufig ist, und die feinen unmerklichen zwischenbilder ausmalt, fände ich bestechender. mir ist es zu dick aufgetragen.

liebe grüße: niko
PS: bis du die lilo, die ich vermute???

Lilo

Beitragvon Lilo » 13.12.2012, 21:20

Hallo Niko,
erstmal herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
Wenn ich das richtig sehe, sollte ich ein bißchen unterschwelliger schreiben für Deinen Geschmack?
Welche Lilo vermutest Du denn? Das kann ich mir leider nicht so vorstellen.
Allerdings kann ich schon mal sagen, dass ich nicht in der Sesamstraße aufgetaucht bin. ;)
Liebe Grüße.
Lilo

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nera
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Beitragvon nera » 14.12.2012, 15:54

niko hat recht, lilo
was mir auch nicht gefällt, sind wertungen wie "umsonst geboren" und "auswegslose seelenqual" und andere. wie kommt das lyich dazu?

lg

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 14.12.2012, 16:00

Ich kann mich da nur anschließen.

Begriffe wie enorm halte ich für regelrecht gefährlich, das Übertriebene haut alles kaputt, schade.

Lilo

Beitragvon Lilo » 14.12.2012, 18:08

Hallo nera,
hallo Amanita,

Euch beiden auch ganz herzlichen Dank.

Nicht, dass der Eindruck entsteht, dass ich denke, dass irgendjemand umsonst geboren ist. Ich schätze jedes Leben hoch.

Meine Intention war genau darauf aufmerksam zu machen. Heutzutage leben so viele Menschen unter uns, die einfach von der Gesellschaft ausgeschlossen oder sogar vergessen werden. Es gibt unzählige, traurige Schicksale. Auch bei uns gibt es Menschen, die in Not und Elend leben. Vielleicht muss Niemand verhungern, aber ein Mensch braucht mehr als Nahrung um zu leben.
Mitgefühl oder auch Mitleid sind oft als Schwäche angesehen.
Ich finde es ist wichtig auch die Schattenseiten zu erkennen und sich darüber bewusst zu sein wie schnell einen das Schicksal packt und zu Boden wirft. Wer möchte in einer schlimmen Situation nicht die Hand gereicht bekommen.?

An der Übertreibung muss ich wohl noch etwas arbeiten. Habt ihr vielleicht einen Vorschlag für mich, wie es besser klingen würde?
Das wäre toll.
Gleichzeitig werde ich mir meine Gedanken machen, wie ich meine "Botschaft" in eine ansprechendere Form bringen kann.

Liebe Grüße.
Lilo

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nera
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Beitragvon nera » 14.12.2012, 18:47

lilo

zuerst einmal eine frage: wieso kann man jemanden nicht anschauen, der falten hat, traurige augen usw.? was löst das aus? ich denke, hier müsstest du ansetzen.
ich würde auch alle wertungen weglassen. das sind deine ganz eigene interpretationen einer situation, die du erstmal nur siehst und zu der du dir dann solche sachen wie einsamkeit, verstoßensein vorstellst.
(oder das lyich)

Lilo

Beitragvon Lilo » 14.12.2012, 21:46

Hallo nera,

mit nicht anschauen können meinte ich, man will es nicht sehen.

Aber gut, ist jetzt egal. Habe es nun umgeschrieben und offensichtlich gekürzt ;)

Ganz ohne subjektive Wertungen bin ich dabei allerdings nicht ausgekommen, aber ich denke ich habe es zumindest geschafft die Übertreibungen und die vielleicht zu starken Bewertungen.

Vielen lieben Dank nochmal.
LG
Lilo

Niko

Beitragvon Niko » 14.12.2012, 22:03

ich versuch´s mal, lilo. weiß aber jetzt schon, dass es nicht gut werden wird. aber vielleicht erkennst du, was für dich umsetzbar ist.

in den lebenskerben
sterben deine augen
einen getrübten tod
verkrustet leben und gesicht
hinter die ohren geschrieben:
ich darf nicht sein

du und die träume unbesohlt
auf kaltem asphalt werden sie blau

ich habe zwischen deine rippen gesehen
doch zwei finger breit
unter dem brustbein
ist nichts mehr
was schlägt
ist die stunde
jede stunde
als wenn es die letzte wäre


mal so ins grobe.....

Rala

Beitragvon Rala » 14.12.2012, 22:13

Hallo Lilo,

ich habe die erste Version leider nicht gesehen, kann mich jetzt also nur auf die neue Version beziehen. Der Ansatz ist ja nicht schlecht, aber mich stört daran irgendwie, dass du diese Menschen auf ihre Defizite reduzierst. Wenn du die Gesellschaft dazu bringen möchtest, sich mit ihnen zu beschäftigen, wäre es vielleicht ganz sinnvoll, der Beschreibung des körperlichen Verfalls und der Vereinsamung vielleicht auch positive Eigenschaften hinzuzufügen, um eben zu zeigen, dass in ihnen mehr steckt, als dass was man von außen wahrnimmt, meinst du nicht?

Liebe Grüße,
Rala


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