Pro Haiku II

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klimperer

Beitragvon Klimperer » 06.12.2012, 09:08

wenn ich
nicht mehr bin
will ich
der mann auf dem mond sein

ecb

Beitragvon ecb » 06.12.2012, 20:52

... der also nicht (mehr) ist? :engel:


(Darf man erfahren, warum du diese Art Kurzverse mit Haiku in Verbindung bringst, Carlos?)

Liebe Grüße
Eva

Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.12.2012, 21:37

Hola Carlos,

genau die gleiche Frage wollte ich dir auch stellen, schon beim "Pro Haiku I".
Und wofür soll das "Pro" stehen?

Saludos
Gabriella

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 07.12.2012, 10:53

Hallo Eva,

der Mann auf dem Mond ist etwas das existiert und gleichzeitig nicht existiert. Es existiert für die, die daran glauben, die daran glauben wollen. So wie der Mond selbst. Was ist der Mond wirklich für jeden von uns?
Oder der Horizont ... Wir wissen, dass er nur eine Täuschung ist, nehmen trotzdem ständig daran Bezug, bilden uns ein, dahinter zu sehen ...
Wir leben gerne mit unseren Illusionen, geben ihnen Namen ... Wir sagen nicht bloß: Kaffee mit Milch, bestellen wir uns einen "Cappuccino", einen "Latte macchiato" ... Wir stellen fest, dass ein "Espresso" aus einer großen Tasse uns nicht schmeckt, oder dass ein "Espresso doppio" uns enttäuscht, uns beweist, dass das Doppelte nicht unbedingt doppel so gut ist.

Das mit dem Titel "Pro Heiku" ist nur ein Versuch zu sagen, dass es kein richtiges, kein klassisches Heiku ist.

Ich verrate dir gerne, wie das Gedichtchen entstanden ist: Ein Taxifahrer fragte meine Freundin "Glaubst du an den Mann auf dem Mond?" Und sie antwortete spontan: "Den gibt es wirklich, ich brauche nur, wenn ich aufstehe, mich nach rechts umzuschauen!"
Vielen Dank für dein Interesse. Die Art wie du schreibst verrät mir, dass du eine sensible, rücksichtsvolle Person bist.

Carlos

Die

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 07.12.2012, 11:21

Hola Gabriela,

ich bin jetzt fast leer, eben habe ich ausführlich an Eva geantwortet, aber ich wollte nicht pauschal, sondern getrennt schreiben.

Du liest ja, was ich eben an Eva geschrieben habe.

Ich überlege, was ist ein Dichter?

Theodor W. Adorno sagte, dass es nach dem Holokaust unmöglich sei, sich ernsthaft mit Lyrik zu beschäftigen.

Trotz seiner Autorität glaube ich, dass die Lyrik, nach wie vor, eine Existenzberechtung hat. So wie die Musik.

Nach wie vor sind wir individuelle, subjektive Wesen, und spielen gerne ... Der Dichter ist kein Homo Sapiens, auch kein Homo Faber, sondern ein Homo Ludens.
Die Lyrik ... Wir dürfen sie nicht zu ernst nehmen, oder so wie die Kinder ernstnehmen.

Wo Kinder sind, da ist eine magische Welt, sagte Novalis.

Lass uns weiter spielen!

Ich freue mich auf neue lyrische Beiträge.

Carlos

Mucki
Beiträge: 26644
Registriert: 07.09.2006
Geschlecht:

Beitragvon Mucki » 07.12.2012, 15:04

Hola Carlos,

na klar hat Lyrik seine Existenzberechtigung, aber hallo! Ohne Lyrik würde mir etwas sehr Wichtiges fehlen.
Ich finde es nett, wie dein Textlein entstanden ist. ,-)

Und ja, lass uns weiter spielen! :-)

Saludos
Gabriella


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