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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
ecb

Beitragvon ecb » 08.10.2012, 18:48

so sieht es also aus, eine weile
steht das leben
neben dir und ... blinzelt.

dann tritt es ein.
nichts bleibt übrig.

Niko

Beitragvon Niko » 08.10.2012, 21:13

kompromisslos in der fülle und der leere......
ein sehr wahres gedicht. birgt nicht viel neues, aber ich finde es gut auf den punkt gebracht.
am ende lese ich einen vernichtenden schicksalsschlag, wie aus dem nichts. das leben blinzelt und dann.....

liebe grüße: niko

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birke
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Beitragvon birke » 10.10.2012, 11:13

hm, dies ist eine von mehreren möglichen sichtweisen … weshalb ich mir bei diesem text wünschen würde, es stünde dort ein „neben mir“ anstatt „neben dir" ... weil doch das "LI" nur "von sich" sprechen kann?

außerdem stellt sich mir die frage: wenn doch „das leben“ eintritt – wovon bleibt dann nichts übrig? sinn würde es für mich machen, stünde in der ersten strophe „steht der tod“ – dann bliebe nichts vom leben übrig. aber das leben? wenn es eintritt, dann – folgt für mich nur positives, sprudelndes, glück, vielleicht. „leben“ an sich – tilgt doch nichts?
oder steh ich hier vollkommen auf dem schlauch?

das bild an sich, dass das leben neben einem (außerhalb) steht, einem zublinzelt, und dann „eintritt“, gefällt mir übrigens gut!

lg, diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

ecb

Beitragvon ecb » 10.10.2012, 12:38

Ja, so, Niko. Und nein, nichts Neues, nur, wenn es eintritt.

Das "dir" soll gerade das "befremdende" jenes Zustands zeigen, birke - daß da neben dir stehen kann, womit du eigentlich eins bist. Oder: was du eigentlich bist. Das LI kann durchaus von sich sprechen, indem es sich duzt.
Wovon nichts übrig bleibt? - Man muß wohl die Erfahrung gemacht haben, sonst kann man es nicht recht erklären - doch, doch, es tilgt. Und wie.

Habt Dank für eure Gedanken!
Liebe Grüße
Eva

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birke
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Beitragvon birke » 10.10.2012, 12:51

hallo eva,

ah ja, eine art "neben-sich-stehen" ... verstehe.
aber wenn man dann wieder "eins" wird ... müsste sich dann der "befremdende" zustand nicht - bessern?
ich weiß nicht, ob ich dahinter komme, was du hier meinst ... schade.

liebe grüße
diana
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ecb

Beitragvon ecb » 10.10.2012, 15:38

Machts nichts, diana, aber ich hoffe, du entschuldigst, daß ich mich jetzt nicht weiter selbst interpretieren möchte, denn das ist es ja gerade, was mich interessiert: wie andere einen Text lesen, wie andere darüber denken.

In diesem Sinne danke ich dir in jedem Fall, daß du dich damit beschäftigst, und wer weiß, vielleicht warten noch Einsichten auf alle beide von uns. :engel:

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 10.10.2012, 20:04

Hallo Eva,

für mich hat es keinen rein negativen Klang, eher einen erkennenden, annehmenden, ein kleines Seufzen und eine Spur Erstaunen. Vermutlich trägt das Blinzeln für mich hier eine Leichtigkeit hinein, die mich auch die erste Zeile nicht verbittert lesen lässt, obwohl sich das sicher auch als eine Leseweise anbietet.
Das Eintreten sehe ich daher auch unabhängig davon, was für ein Ereignis, Moment diesen Zustand auslöst, gut oder schlecht, wie das Leben dann aussieht, wie es sich zeigt. Es tritt ein, der Schwebemoment der Möglichkeit, des Blinzelns, des Innehaltens auf der Schwelle, des Anschauenkönnens, der Distanzierung von sich selbst, vom Leben, wird aufgehoben und damit bleibt nichts (anderes) mehr übrig (zu tun). Schön auch, dass man es auch so lesen kann, dass alle Bestandteile, alle "Elemente" wieder an ihren Platz gefunden haben, etwas wieder "ganz" wurde. Aber es ist dann, wie es ist. So sieht es also aus. Und alle anderen Alternativen sind restlos verloren.

So ungefähr würde ich wohl lesen (wollen .-)) . Vielleicht kommt aber auch über mich noch eine andere Einsicht. :-) Auf jeden Fall wieder gern gelesen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

ecb

Beitragvon ecb » 15.10.2012, 15:08

Vielen Dank, Flora - ja, so etwa habe ich es in seinen verschiedenen Aspekten gedacht und freue mich sehr, daß es so gelesen werden kann. :hut0039:

Liebe Grüße
Eva


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