Sie, die Freundschaft
Sieh, auch die Freundschaft stirbt
lange vor dem Tod.
Sie, die Freundin verlor alle Milde
und angstvoll irrten ihre Augen
den Geräuschen der Krankenschwestern nach,
von denen sie sagte,
nicht geliebt zu werden,
auch der Arzt wolle ihr Übel.
Sieh, die Milde des graublauen Blicks
ist nun stechend wie Basedow und
die Drüse war ohnehin das
erste Siedlungsgebiet jener Wucherung,
die nun jeden Tag überhandnimmt.
Sie, die Freundin gibt es nicht mehr.
Sie gehört dem Tod
und ich betrachte eifersüchtig wie
er ihr kahles Haupt betört.
Doch noch hat er damit zu tun,
zu töten, was noch lebt.
nach der Freundin
die Gattin,
die Mutter endlich.
Und dann?
Wer stirbt zuletzt?
.........
Wir Frauen
Wir Rothaarige
Doppelnamen unermüdlich artikulierend
Wir koketten Nachspielerinnen der libidinösen Jahre
Wir Redeseligen
Wir Lockenköpfe enorm aufgebläht am Strand
Sandkörnchen tragend und Fussnägel stets lackiert
Wir Blauäugigen, wasserblau tief, jeder fällt ins Blau
und Susan, Susan Grünauge, nicht Sontag, aber auch.
Wir stets Bleistifte suchend, Wir Großtaschenfrauen,
wir Frauen in Scharen, in Haufen, wir
böse Flugblätterfrauen der ersten Jahre
Kinder waren wir und unsere Kinder auch.
Wir stehen nun auf der Abschussliste dieses
beginnenden Jahrhunderts. Den Körper haben wir
einem Ultratest unterzogen.
Er rächt sich.
An uns allen.
Das Sterben 3. Sie
Hallo Renee,
im Gegensatz zum ersten Teil scheint mir das hier eher ein Naja-Gedicht ... Die Sprache wirkt mir zu bemüht, ohne den Leser dafür in irgendeiner Form zu entschädigen; und am Ende rutschst du sogar in die typische Journalisten-Schreibe, einen der üblichen Wege, einen Artikel zu beenden: mit zwei eigentlich zusammengehörigen Sätzen (Beispiel, eben auf spiegelonline gelesen: ("Von Sandra Maischberger sollten wir lernen, wie man den Dingen für eine Weile ihren Lauf lässt. Die Dinge halten das schon aus. Und wir auch.") Mag ja Absicht sein, verstärkt aber mein Mißbehagen eher noch.
Ferdigruß!
im Gegensatz zum ersten Teil scheint mir das hier eher ein Naja-Gedicht ... Die Sprache wirkt mir zu bemüht, ohne den Leser dafür in irgendeiner Form zu entschädigen; und am Ende rutschst du sogar in die typische Journalisten-Schreibe, einen der üblichen Wege, einen Artikel zu beenden: mit zwei eigentlich zusammengehörigen Sätzen (Beispiel, eben auf spiegelonline gelesen: ("Von Sandra Maischberger sollten wir lernen, wie man den Dingen für eine Weile ihren Lauf lässt. Die Dinge halten das schon aus. Und wir auch.") Mag ja Absicht sein, verstärkt aber mein Mißbehagen eher noch.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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Renée Lomris
Die Kritik an 2 und 3 akzeptiere ich voll und ganz. Wobei 3, Ferdi, glaube ich eher noch Bestand hat als 2. Es wird wohl bei 1 bleiben.
Es ist ein Versuch gewesen, die Medienfrau mit hineinzunehmen, aber wohl doch daneben gegangen. Ich hänge nicht sehr daran.
Es ist übrigens nicht so, dass mich die Kritik an einem Text beeinflusst, ich spüre beim Einstellen bereits, wie ich selbst einen Text einschätze. Das mit den Reihen ist so, dass ich wohl thematisch aneinander gereihte Texte schreiben möchte (und auch gern lese, Enzensberger z.B. Kiosk) aber selbst damit große Schwierigkeiten habe. Nach wie vor ist der "Blaue Salon" ein Spiegel, den ich den Texten vorhalte, die es sich dann gefallen lassen müssen, ihre eigene Verzerrung, Gewolltheit, wahrzunehmen.
Für mich ist dann das "Gelungene" oder "Misslungene" weniger von der Konzentration auf die Form, von der Feilbereitschaft abhängig, sondern von einem inneren Zustand, den ich auch die Schreibhaltung nennen möchte, von der aus die Texte bereit sind, sich in eine längst vorbereitete, vorbedachte Rinne eingießen zu lassen.
Danke für die Kommentare, Pjesma und Ferdi.
lG
Renée
Es ist ein Versuch gewesen, die Medienfrau mit hineinzunehmen, aber wohl doch daneben gegangen. Ich hänge nicht sehr daran.
Es ist übrigens nicht so, dass mich die Kritik an einem Text beeinflusst, ich spüre beim Einstellen bereits, wie ich selbst einen Text einschätze. Das mit den Reihen ist so, dass ich wohl thematisch aneinander gereihte Texte schreiben möchte (und auch gern lese, Enzensberger z.B. Kiosk) aber selbst damit große Schwierigkeiten habe. Nach wie vor ist der "Blaue Salon" ein Spiegel, den ich den Texten vorhalte, die es sich dann gefallen lassen müssen, ihre eigene Verzerrung, Gewolltheit, wahrzunehmen.
Für mich ist dann das "Gelungene" oder "Misslungene" weniger von der Konzentration auf die Form, von der Feilbereitschaft abhängig, sondern von einem inneren Zustand, den ich auch die Schreibhaltung nennen möchte, von der aus die Texte bereit sind, sich in eine längst vorbereitete, vorbedachte Rinne eingießen zu lassen.
Danke für die Kommentare, Pjesma und Ferdi.
lG
Renée
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...man dürfte da oder dort kleinigkeit ändern, aber minimalst
...später mehr und konzentrierter von mir