im gegenlicht
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
fallen vielleicht noch
ab vielleicht ein paar träume
gespiegelt im weiß
einer streunenden wolke
sein ein schiefes lächeln
zieht seltsame kreise
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
wir schälen häuten die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt zerfällt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
/c/ monika kafka, 09/12
im gegenlicht
Hallo scarlett!
Strophe 1 und 4 finde ich sehr, sehr schön.
Strophe 2 und 3 gefallen mir weniger; vermutlich u. a. wegen des Einstiegs fallen noch ab/ vielleicht ein paar träume, da fehlt mir der Bezug, und ich gebe zu, dass ich beim Plural Träume immer etwas allergisiert reagiere (was vielleicht etwas übertrieben ist). Die streunende wolke lässt mich etwas zwiespältig zurück; einerseits originell, andererseits bewegt sie sich vor meinem inneren Auge zu "wirr". Ich glaube allerdings, dass es vor allem die Kombination träume [...] wolke ist, die mir nicht "passt".
Dann: sein schiefes Lächeln - da fehlt mir wieder der Bezug. Das schiefe Lächeln des Sommers? Da ist mir die "Entfernung" ein bisschen zu groß.
Teil zwei der 3. Strophe überzeugt mich dann wieder!
Ich hoffe, das war nicht "zu" kritisch!
Strophe 1 und 4 finde ich sehr, sehr schön.
Strophe 2 und 3 gefallen mir weniger; vermutlich u. a. wegen des Einstiegs fallen noch ab/ vielleicht ein paar träume, da fehlt mir der Bezug, und ich gebe zu, dass ich beim Plural Träume immer etwas allergisiert reagiere (was vielleicht etwas übertrieben ist). Die streunende wolke lässt mich etwas zwiespältig zurück; einerseits originell, andererseits bewegt sie sich vor meinem inneren Auge zu "wirr". Ich glaube allerdings, dass es vor allem die Kombination träume [...] wolke ist, die mir nicht "passt".
Dann: sein schiefes Lächeln - da fehlt mir wieder der Bezug. Das schiefe Lächeln des Sommers? Da ist mir die "Entfernung" ein bisschen zu groß.
Teil zwei der 3. Strophe überzeugt mich dann wieder!
Ich hoffe, das war nicht "zu" kritisch!
-
scarlett
nee, das ist nicht "zu" kritisch, amanita, aber hallo! in DER art vorgetragen, ist das völlig ok.
nun- der einstieg zur s2 ist ein harter strophensprung, der bezug "aus dünnem haar//fallen noch ab ... " ist durch die leerzeile getrennt. und der soll hier so sein, bildrt einen kontrast zur s1.
die "streunende wolke" hmm ... ja, ich versteh schon, wie du das meinst, allerdings fand ich das bild so schön
... und es nimmt ja auch in gewisser weise dieses "vielleicht" auf, dieses unbesimmte, zufällige ...
und zu den "träumen" - ich fürchte, da kann ich nix als rechtfertigung vorbringen, ich teile deine kritik in gewisser weise.
andrerseits fand ich dieses irrationale moment auch wieder schön, die melancholie, die über dem wasser wabert/hängt angesichts der allgemeinen auflösung ...
das "sein" ist in der tat etwas weit weg von seinem bezugswort herbst- andrerseits geht kein anderes männliches substantiv voraus, so dass es mit ein wenig goodwill auflösbar bleibt.
haste ne idee zu dieser stelle? darüber ließe sich mit mir reden ...
hab dank!
scarlett
nun- der einstieg zur s2 ist ein harter strophensprung, der bezug "aus dünnem haar//fallen noch ab ... " ist durch die leerzeile getrennt. und der soll hier so sein, bildrt einen kontrast zur s1.
die "streunende wolke" hmm ... ja, ich versteh schon, wie du das meinst, allerdings fand ich das bild so schön
... und es nimmt ja auch in gewisser weise dieses "vielleicht" auf, dieses unbesimmte, zufällige ... und zu den "träumen" - ich fürchte, da kann ich nix als rechtfertigung vorbringen, ich teile deine kritik in gewisser weise.
andrerseits fand ich dieses irrationale moment auch wieder schön, die melancholie, die über dem wasser wabert/hängt angesichts der allgemeinen auflösung ...
das "sein" ist in der tat etwas weit weg von seinem bezugswort herbst- andrerseits geht kein anderes männliches substantiv voraus, so dass es mit ein wenig goodwill auflösbar bleibt.
haste ne idee zu dieser stelle? darüber ließe sich mit mir reden ...
hab dank!
scarlett
Melancholie des endenden Sommers … in fein gezeichneten Bildern.
Zwei Kleinigkeiten hätt ich allerdings auch zur zweiten Strophe … das „ab“ ist mE verzichtbar – und das „vielleicht“ würde ich wohl hinter die träume setzen, so dass es sich auch noch auf das „gespiegelt im weiß“ beziehen lässt.
„Sein“ schiefes Lächeln wäre leicht zu lösen mit „das“ schiefe Lächeln oder auch „ein schiefes Lächeln“? Ist dann auch noch offener …
Soweit meine Gedanken hierzu.
Liebe Grüße
deine di
Zwei Kleinigkeiten hätt ich allerdings auch zur zweiten Strophe … das „ab“ ist mE verzichtbar – und das „vielleicht“ würde ich wohl hinter die träume setzen, so dass es sich auch noch auf das „gespiegelt im weiß“ beziehen lässt.
„Sein“ schiefes Lächeln wäre leicht zu lösen mit „das“ schiefe Lächeln oder auch „ein schiefes Lächeln“? Ist dann auch noch offener …
Soweit meine Gedanken hierzu.
Liebe Grüße
deine di
-
Niko
das gefällt mir, liebe monika. und doch....... .gif)
was mir besonders gefällt, ist die tatsache, dass bis auf die letzte strofe jede der strofen mit dem titel beginnen könnte. ich lese jedenfalls imaginär immer die titelzeile vor dem jeweils ersten vers. wie du das hinkriegst, dass es einfach so passiert......gefällt mir. desweiteren:
im gegenlicht
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
weißt du, monika, es gibt viel gutes von dir. und in vielen guten texten mal etwas richtig gutes. diese erste strofe hier ist einfach nur sehr gut!
fallen noch ab
vielleicht ein paar träume
gespiegelt im weiß
einer streunenden wolke
diese strofe ist ok (für mich!), aber sie fällt schon gegen die erste strofe ab. gott sei dank nicht zu deutlich. bei so einer ersten strofe ist das schon kunst an sich.
ein schiefes lächeln
zieht seltsame kreise
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
das schiefe lächeln. das gefällt mir nicht. in einem solchen spätsommerromantik gedicht stört mich "schiefes" sehr. die beiden zeilen sind mir dann auch zu waberig. schiefes lächeln....es gibt viele arten davon. eine richtungsweisung fände ich schon gut. "zieht seltsame kreise" lässt mich da noch mehr im dunkeln. die beiden anderen zeilen knüpfen wieder an die geniale erste strofe an. du fängst hier das gedicht wieder auf.
wir schälen die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
die geschälte zeit.....nur ganz subjektiv, monika: ich finde es genial-platt. das heißt, platt ist es nicht, aber schon in der literatur oft benutzt. und damit wirkt es plakativ und platt. für mich. wie gesagt.
ich hätte die erste zeile, wenn sie denn schon so sein müsste, so umgeschrieben, dass auch hier der titel vor passt. "schälen wir die zeit" hätte den vorteil, dass es auch wie ein aufruf klingt, eine aufforderung. wie du in den letzten beiden zeilen wieder mit den begrifflichkeiten der jahreszeit spielst und etwas ganz anderes damit bedeutest, das ist wirklich gut!
gerne gelesen!
liebe grüße: niko
.gif)
was mir besonders gefällt, ist die tatsache, dass bis auf die letzte strofe jede der strofen mit dem titel beginnen könnte. ich lese jedenfalls imaginär immer die titelzeile vor dem jeweils ersten vers. wie du das hinkriegst, dass es einfach so passiert......gefällt mir. desweiteren:
im gegenlicht
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
weißt du, monika, es gibt viel gutes von dir. und in vielen guten texten mal etwas richtig gutes. diese erste strofe hier ist einfach nur sehr gut!
fallen noch ab
vielleicht ein paar träume
gespiegelt im weiß
einer streunenden wolke
diese strofe ist ok (für mich!), aber sie fällt schon gegen die erste strofe ab. gott sei dank nicht zu deutlich. bei so einer ersten strofe ist das schon kunst an sich.
ein schiefes lächeln
zieht seltsame kreise
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
das schiefe lächeln. das gefällt mir nicht. in einem solchen spätsommerromantik gedicht stört mich "schiefes" sehr. die beiden zeilen sind mir dann auch zu waberig. schiefes lächeln....es gibt viele arten davon. eine richtungsweisung fände ich schon gut. "zieht seltsame kreise" lässt mich da noch mehr im dunkeln. die beiden anderen zeilen knüpfen wieder an die geniale erste strofe an. du fängst hier das gedicht wieder auf.
wir schälen die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
die geschälte zeit.....nur ganz subjektiv, monika: ich finde es genial-platt. das heißt, platt ist es nicht, aber schon in der literatur oft benutzt. und damit wirkt es plakativ und platt. für mich. wie gesagt.
ich hätte die erste zeile, wenn sie denn schon so sein müsste, so umgeschrieben, dass auch hier der titel vor passt. "schälen wir die zeit" hätte den vorteil, dass es auch wie ein aufruf klingt, eine aufforderung. wie du in den letzten beiden zeilen wieder mit den begrifflichkeiten der jahreszeit spielst und etwas ganz anderes damit bedeutest, das ist wirklich gut!
gerne gelesen!
liebe grüße: niko
Liebe Monika,
ein feines Gedicht, das - nach meinem Empfinden - nur an kleinen Stellen holpert (das "schiefe Lächeln" passt für mich auch nicht so recht rein). Ich lese auch die Überschrift automatisch immer mit.
Nur mal als Anregung, wie es mir sehr gefiele:
im gegenlicht
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
fallen vielleicht noch
ein paar träume ab
spiegeln sich im weiß
einer streunenden wolke
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
schälen wir die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
Liebe Grüße
Gabi
ein feines Gedicht, das - nach meinem Empfinden - nur an kleinen Stellen holpert (das "schiefe Lächeln" passt für mich auch nicht so recht rein). Ich lese auch die Überschrift automatisch immer mit.
Nur mal als Anregung, wie es mir sehr gefiele:
im gegenlicht
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
fallen vielleicht noch
ein paar träume ab
spiegeln sich im weiß
einer streunenden wolke
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
schälen wir die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
Liebe Grüße
Gabi
alsooo, für mich gehören hier das "schiefe lächeln" und "die seltsamen kreise" unbedingt hinein.
es ist doch die sonne, das licht, das schräg fällt.
und die kreise - nun, die entstehen doch, wenn das laub (hier des blickes) und die träume auf die glatte oberfläche fallen, in kombination mit dem lächeln, das darüber zieht.
zudem deutet es ja auch letztendlich das "zwielichtige", also fragwürdige, schiefe!, glück schon an.
ich finde den text sehr wohl durchdacht ... die bilder sind stimmig und beziehen sich aufeinander.
liebe mo, schön, dass dir mein vorschlag mit dem lächeln zusagt.
liebe grüße
deine di
es ist doch die sonne, das licht, das schräg fällt.
und die kreise - nun, die entstehen doch, wenn das laub (hier des blickes) und die träume auf die glatte oberfläche fallen, in kombination mit dem lächeln, das darüber zieht.
zudem deutet es ja auch letztendlich das "zwielichtige", also fragwürdige, schiefe!, glück schon an.
ich finde den text sehr wohl durchdacht ... die bilder sind stimmig und beziehen sich aufeinander.
liebe mo, schön, dass dir mein vorschlag mit dem lächeln zusagt.
liebe grüße
deine di
-
Renée Lomris
liebe Monika,
habe nun keinen Kommentar gelesen. Von meiner Seite ein absolutes: ja das stimmt so, das kann ich wieder erkennen, diesen Schmerz am Leichten, das geht mir unter die Haut.
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
Man denkt natürlich an den Altweibersommer, schütteres Haar. Das Gegenlicht ist das Licht, das stört, das Fehlerhaftes sichtbar macht, das Grelles verstrahlt.
fallen noch ab
vielleicht ein paar träume
gespiegelt im weiß
einer streunenden wolke
Hier hatte ich ein winziges Problem - wegen des Weiß, in dem sich etwas spiegeln könnte ... aber das ist deine "Festlegung" und als solche akzeptiere ich sie natürlich.
Ich mag die Idee des Streunend, der streunenden Wolke ...
sein ein schiefes lächeln
zieht seltsame kreise
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
Ich fühle hier die Nähe des Teufelspiegels, der bei Andersen genau zu dieser Schiefheit des Blicks führet. Das Schiefe mangelt so sehr der Anmut- so wie die Wolke streunt, so schieft der Blick und endlich der See. Sogar die konzentrischen Wasserringe sind angegriffen von dieser Disharmoniei
wir schälen die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks[/font]
zum Schluss diese schöne Häufung der Zerr und Zischlaute. Hier hast du mir jedenfalls nahezu alles in einem Geeicht gegeben, was ein Gedicht (mmn) leisten, den Abdruck einer realen Empfindung, der keinerlei ästhetische Hochstilisierung von der Schönheit einerseits und von der schiefen Dinglichkeit andererseits entfernt.
Mein Kompliment!
habe nun keinen Kommentar gelesen. Von meiner Seite ein absolutes: ja das stimmt so, das kann ich wieder erkennen, diesen Schmerz am Leichten, das geht mir unter die Haut.
steht schon der sommer
kämmt letztes leuchten
aus dünnem haar
Man denkt natürlich an den Altweibersommer, schütteres Haar. Das Gegenlicht ist das Licht, das stört, das Fehlerhaftes sichtbar macht, das Grelles verstrahlt.
fallen noch ab
vielleicht ein paar träume
gespiegelt im weiß
einer streunenden wolke
Hier hatte ich ein winziges Problem - wegen des Weiß, in dem sich etwas spiegeln könnte ... aber das ist deine "Festlegung" und als solche akzeptiere ich sie natürlich.
Ich mag die Idee des Streunend, der streunenden Wolke ...
sein ein schiefes lächeln
zieht seltsame kreise
über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
Ich fühle hier die Nähe des Teufelspiegels, der bei Andersen genau zu dieser Schiefheit des Blicks führet. Das Schiefe mangelt so sehr der Anmut- so wie die Wolke streunt, so schieft der Blick und endlich der See. Sogar die konzentrischen Wasserringe sind angegriffen von dieser Disharmoniei
wir schälen die zeit
zwischen unseren händen
zerrinnt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks[/font]
zum Schluss diese schöne Häufung der Zerr und Zischlaute. Hier hast du mir jedenfalls nahezu alles in einem Geeicht gegeben, was ein Gedicht (mmn) leisten, den Abdruck einer realen Empfindung, der keinerlei ästhetische Hochstilisierung von der Schönheit einerseits und von der schiefen Dinglichkeit andererseits entfernt.
Mein Kompliment!
-
DavidK88
Bevor ich kommentiere, eine kurze Frage.
Sind die Celan-Verweise so gewollt? Ich meine damit zunächst den Titel, der mit auf das Kapitel "Gegenlicht" aus dem Band "Mohn und Gedächtnis" hinzuweisen scheint und dann den Wink zu "wir schälen die Zeit aus den Nüssen" aus dem Gedicht "Corona", ebenfalls in "Mohn und Gedächtnis" vorzufinden.
Das drängt mich jedenfalls zu einer Lesart, die bei mir Verwirrung auslöst. Wenn das Zufall ist, werde ich natürlich anders an das Gedicht herangehen.
LG David
Sind die Celan-Verweise so gewollt? Ich meine damit zunächst den Titel, der mit auf das Kapitel "Gegenlicht" aus dem Band "Mohn und Gedächtnis" hinzuweisen scheint und dann den Wink zu "wir schälen die Zeit aus den Nüssen" aus dem Gedicht "Corona", ebenfalls in "Mohn und Gedächtnis" vorzufinden.
Das drängt mich jedenfalls zu einer Lesart, die bei mir Verwirrung auslöst. Wenn das Zufall ist, werde ich natürlich anders an das Gedicht herangehen.
LG David
-
scarlett
@ david: der titel hat nichts mit celan zu tun, selbst der große hat wörter nicht für sich "gepachtet", anders sähe es aus, wenn jemand so vermessen wäre "schwarze milch" oder "fadensonnen" zu verwenden ...
gleiches gilt für "die zeit schälen"- kein gewollter bezug, ansonsten hätt ich das anders gemacht, wenn ich corona hätte mitschwingen lassen wollen ...
ich werde die letzte strophe auch aus diesem grund umgestalten.
@ all:
dass der titel vor jeder strophe mitgelesen werden kann, ist ein nebeneffekt, auf den ich nicht zwingend hinaus wollte ... was ich aber auf jeden fall wollte, ist, dass die letzte strophe sich von der machart der vorherigen abhebt- also genau das, was einige von euch gern anders sehen würden ...
die letzte strophe ist in meinen augen eine art resumée, auf sie läuft das ganze letztlich hinaus, anders gesagt: es gibt die vorhergegangen nur im hinblick auf die letzte-
zum schiefen lächeln und den seltsamen kreisen - das hat diana bestens auf den punkt gebracht, merci dir!, im übetragenen sinn ist da eine "verkorkste" situation versprachlicht, man lächelt zwar noch /so wie die herbstsonne scheinbar noch wärme verspricht/ und weiß dennoch, dass das nicht mehr "echt" ist, und das kann seltsame folgen haben ... etwas zieht kreise, die seltsam anmuten - in der übetragenen situation zwischen zweien kann das ne menge bedeuten, man verhält sich schräg, das kann von übermütigem lachen, um das eigentliche empfinden zu überspielen, bis zum gegenteil reichen - auf jeden fall schmeckt eine solche situation irgendwie unecht, gekünstelt ...
die umstellung, gabi, so wie du sie zu beginn der s2 vorgeschlagen hast, werde ich übernehmen, dankend, der rest ist nicht meine sache, sorry, da geht mir zu viel verloren, vor allem an rhythmus.
renée, deine interpretation hat mir sehr gefallen, dank auch dir. und natürlich hast du recht mit dem weiß, in dem sich ja eigetnlich nichts spiegeln kann /!/, genau, wo nichts mehr ist, kann auch nichts gespiegelt werden ...
abgesehen davon interessieren physikalische gesetzmäßigkeiten herzlich wenig in einem lyrischen gebilde, es sei denn ... auch das will etwas bedeuten /siehe vorheriges/.
lieber niko, dir noch ein extra dankeschön, deine sichtweise auf meine texte erfreut mich immer wieder, selbst wenn sie - wie ja auch schon geschehen in der vergangenheit - nicht mit meiner konform geht - hier hast du mich wieder dazu gewzungen, genauer auf meinen text zu schauen.
wen hab ich vergessen???
was hab ich vergessen???
kann alles noch nachgereicht werden ...
liebe grüße aus einem wunderbar sonnigen münchen,
scarlett/monika
gleiches gilt für "die zeit schälen"- kein gewollter bezug, ansonsten hätt ich das anders gemacht, wenn ich corona hätte mitschwingen lassen wollen ...
ich werde die letzte strophe auch aus diesem grund umgestalten.
@ all:
dass der titel vor jeder strophe mitgelesen werden kann, ist ein nebeneffekt, auf den ich nicht zwingend hinaus wollte ... was ich aber auf jeden fall wollte, ist, dass die letzte strophe sich von der machart der vorherigen abhebt- also genau das, was einige von euch gern anders sehen würden ...
die letzte strophe ist in meinen augen eine art resumée, auf sie läuft das ganze letztlich hinaus, anders gesagt: es gibt die vorhergegangen nur im hinblick auf die letzte-
zum schiefen lächeln und den seltsamen kreisen - das hat diana bestens auf den punkt gebracht, merci dir!, im übetragenen sinn ist da eine "verkorkste" situation versprachlicht, man lächelt zwar noch /so wie die herbstsonne scheinbar noch wärme verspricht/ und weiß dennoch, dass das nicht mehr "echt" ist, und das kann seltsame folgen haben ... etwas zieht kreise, die seltsam anmuten - in der übetragenen situation zwischen zweien kann das ne menge bedeuten, man verhält sich schräg, das kann von übermütigem lachen, um das eigentliche empfinden zu überspielen, bis zum gegenteil reichen - auf jeden fall schmeckt eine solche situation irgendwie unecht, gekünstelt ...
die umstellung, gabi, so wie du sie zu beginn der s2 vorgeschlagen hast, werde ich übernehmen, dankend, der rest ist nicht meine sache, sorry, da geht mir zu viel verloren, vor allem an rhythmus.
renée, deine interpretation hat mir sehr gefallen, dank auch dir. und natürlich hast du recht mit dem weiß, in dem sich ja eigetnlich nichts spiegeln kann /!/, genau, wo nichts mehr ist, kann auch nichts gespiegelt werden ...
abgesehen davon interessieren physikalische gesetzmäßigkeiten herzlich wenig in einem lyrischen gebilde, es sei denn ... auch das will etwas bedeuten /siehe vorheriges/.
lieber niko, dir noch ein extra dankeschön, deine sichtweise auf meine texte erfreut mich immer wieder, selbst wenn sie - wie ja auch schon geschehen in der vergangenheit - nicht mit meiner konform geht - hier hast du mich wieder dazu gewzungen, genauer auf meinen text zu schauen.
wen hab ich vergessen???
was hab ich vergessen???
kann alles noch nachgereicht werden ...
liebe grüße aus einem wunderbar sonnigen münchen,
scarlett/monika
-
Gerda
Liebe Monika,
das Ergebnis - ich habe den Faden eben erst gesehen gefällt mir sehr gut.
Ich finde du hast die Atmosphäre eines Wechsels, einer Veräanderung (Jahreszeit/Liebe), gut eingefangen.
Liebe Grüße
Gerda
PS ... mir ist sogleich ein von der Stimmung her ähnliches Gedicht eingefallen, mal sehen ob ich es aufstöbere.
das Ergebnis - ich habe den Faden eben erst gesehen gefällt mir sehr gut.
Ich finde du hast die Atmosphäre eines Wechsels, einer Veräanderung (Jahreszeit/Liebe), gut eingefangen.
Liebe Grüße
Gerda
PS ... mir ist sogleich ein von der Stimmung her ähnliches Gedicht eingefallen, mal sehen ob ich es aufstöbere.
-
DavidK88
@ david: der titel hat nichts mit celan zu tun, selbst der große hat wörter nicht für sich "gepachtet", anders sähe es aus, wenn jemand so vermessen wäre "schwarze milch" oder "fadensonnen" zu verwenden ...
gleiches gilt für "die zeit schälen"- kein gewollter bezug, ansonsten hätt ich das anders gemacht, wenn ich corona hätte mitschwingen lassen wollen ...
"Gegenlicht" alleine wäre mir gar nicht aufgefallen. Es war nur die Kombination :)
Weiß ich Bescheid. In den nächsten Tagen schreib ich mal was dazu.
Gruß
David
-
Timo
Liebe Monika
die Form deiner Gedichte sind mir etwas fremd, ich kann nicht immer deuten was du meinst.
Z.Bsp: über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
kann ein Blick sich entlauben? Für mich würde es heißen: Der Blick über dem See, sieht entlaubte Bäume?
zwischen unseren händen
zerrinnt zerfällt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
Das, dass Glück manchmal zerrint, zerfällt ist nichts Neues. Beziehst du das zwielichtige auf die Einstrahlung der Sonne oder worauf.
Das sind Fragen die sich bei mir ergeben.
Herzlichst
Timo
die Form deiner Gedichte sind mir etwas fremd, ich kann nicht immer deuten was du meinst.
Z.Bsp: über dem see entlaubt
sich zunehmend der blick
kann ein Blick sich entlauben? Für mich würde es heißen: Der Blick über dem See, sieht entlaubte Bäume?
zwischen unseren händen
zerrinnt zerfällt selbst der rest
eines zwielichtigen glücks
Das, dass Glück manchmal zerrint, zerfällt ist nichts Neues. Beziehst du das zwielichtige auf die Einstrahlung der Sonne oder worauf.
Das sind Fragen die sich bei mir ergeben.
Herzlichst
Timo
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