Deine Augen sind mir nah,
aber ich finde nicht zu dir.
Ich habe meine Hand gereicht,
doch du wendest dich ab.
Der Pfad zu dir unendlich
über Brücken muss ich geh`n.
Traurig schaue ich dir nach.
@ Timo
Augen
Lieber Timo,
man spürt, wie aufladen der Autor, also du, ist, wie sehr in ihm/dir die Energie ist, sein/dein Gegenüber zu erreichen - diesen Willen macht der Text für mich spürbar. Allerdings: Was genau dieser Wille an sein Liebesobjekt herantragen möchte, das ist für mich in Worten, die Allgemeinplätze bedienen, nicht zu erkennen:
Augen und Hände, etwas ganz einfaches, brauchen für mich andere Bilder als den "unendlichen Pfad", um den Versuch einer Annäherung erzählen zu können. Die Brücken erinnern mich an die sieben Brücken, über die man angeblich zu gehen hat - Worte, die, weil von allen zu jeder Zeit benutzt werden, ohne noch ein Gefühl für die Anwendung, den Bezug zu haben. Das geschieht sicherlich nicht absichtlich. Im Gegenteil. Ein bisschen so, wie mit der Werbung. Die funktioniert auch an den Stellen am besten, an denen wir nicht merken, dass sie funktioniert. So empfinde ich hier auch die Verwendung der Worte: Ein Schwelgen ohne Kontakt zu dem, was du sagen willst. Ich könnte auch vor einem großen Werbeschild stehen, auf dem das Wort "Liebe" blinkt.
Wenn ich jemanden sehe, der jemandem traurig nachschaut, dann wirkt das (an guten Tagen) auf mich. Wenn man aber einfach sagt: "traurig schaue ich dir nach", dann wirkt das auf mich nicht, ich sehe es nicht. Ein Text muss es mit seinen Mitteln schaffen, etwas sichtbar zu machen. Und das tut dieser Text für mich nicht.
liebe Grüße
Lisa
man spürt, wie aufladen der Autor, also du, ist, wie sehr in ihm/dir die Energie ist, sein/dein Gegenüber zu erreichen - diesen Willen macht der Text für mich spürbar. Allerdings: Was genau dieser Wille an sein Liebesobjekt herantragen möchte, das ist für mich in Worten, die Allgemeinplätze bedienen, nicht zu erkennen:
Augen und Hände, etwas ganz einfaches, brauchen für mich andere Bilder als den "unendlichen Pfad", um den Versuch einer Annäherung erzählen zu können. Die Brücken erinnern mich an die sieben Brücken, über die man angeblich zu gehen hat - Worte, die, weil von allen zu jeder Zeit benutzt werden, ohne noch ein Gefühl für die Anwendung, den Bezug zu haben. Das geschieht sicherlich nicht absichtlich. Im Gegenteil. Ein bisschen so, wie mit der Werbung. Die funktioniert auch an den Stellen am besten, an denen wir nicht merken, dass sie funktioniert. So empfinde ich hier auch die Verwendung der Worte: Ein Schwelgen ohne Kontakt zu dem, was du sagen willst. Ich könnte auch vor einem großen Werbeschild stehen, auf dem das Wort "Liebe" blinkt.
Wenn ich jemanden sehe, der jemandem traurig nachschaut, dann wirkt das (an guten Tagen) auf mich. Wenn man aber einfach sagt: "traurig schaue ich dir nach", dann wirkt das auf mich nicht, ich sehe es nicht. Ein Text muss es mit seinen Mitteln schaffen, etwas sichtbar zu machen. Und das tut dieser Text für mich nicht.
liebe Grüße
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Hi Timo,
sehe es ganz genauso wie Lisa (juhu).
Wenn man den Text liest, könnte man auch fast auf die Idee kommen, LyI sei ein Stalker. Diese Möglichkeit etwas ausgebaut empfände ich als sehr spannend.
LG
Nifl
sehe es ganz genauso wie Lisa (juhu).
Wenn man den Text liest, könnte man auch fast auf die Idee kommen, LyI sei ein Stalker. Diese Möglichkeit etwas ausgebaut empfände ich als sehr spannend.
LG
Nifl
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)
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DavidK88
Hallo,
in der Form finde ich das leider noch nicht überzeugend. Hier werden Bilder bemüht, die leider abgenutzt sind und nicht originell kontextualisiert werden. Das pars pro toto am Anfang hinterlässt eher einen unfreiwillig komischen Eindruck. Auch ansonsten ist da nichts, was sich nach dem Lesen noch irgendwie weiter entwickeln lässt. Ich finde, es fehlt dem Gedicht an Resonanzraum, an einem poetischen Mehrwert. Viel schreiben kann ich daher leider nicht dazu.
Nichts für Ungut
LG David
in der Form finde ich das leider noch nicht überzeugend. Hier werden Bilder bemüht, die leider abgenutzt sind und nicht originell kontextualisiert werden. Das pars pro toto am Anfang hinterlässt eher einen unfreiwillig komischen Eindruck. Auch ansonsten ist da nichts, was sich nach dem Lesen noch irgendwie weiter entwickeln lässt. Ich finde, es fehlt dem Gedicht an Resonanzraum, an einem poetischen Mehrwert. Viel schreiben kann ich daher leider nicht dazu.
Nichts für Ungut
LG David
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Nada
DavidK88 hat geschrieben:Hier werden Bilder bemüht, die leider abgenutzt sind und nicht originell kontextualisiert werden. Das pars pro toto am Anfang hinterlässt eher einen unfreiwillig komischen Eindruck.
Öhm ... David ... kannst du das auch für Nichtliteraturwissenschaftstudierte übersetzen?
Normalerweise habe ich ein Problem damit, Gedichte zu verstehen - doch hier verstehe ich das Gedicht, aber die Kritik nicht

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Niko
der haken bei der lyrik ist meiner meinung nach immer, dass sie nicht gut sein kann, wenn sie nichts mit dem autoren zu tun hat, aber schnell "schlecht" wird, wenn der verfasser es nicht schafft, seine person ein bisschen mehr vom text abzukoppeln.
wo die linie idealer weise ist, muss dann wieder jeder für sich herausfinden.
der text scheint zu nah an dir dran zu sein, timo!
liebe grüße: niko
wo die linie idealer weise ist, muss dann wieder jeder für sich herausfinden.
der text scheint zu nah an dir dran zu sein, timo!
liebe grüße: niko
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Nada
David, mir sind die Übersetzungen einerlei, da ich kein Lyriker bin - und wenn sie für Prosa wichtig wären, hätte ich es wohl in den letzten dreißig Jahren mitbekommen können, oderso ...
Ich finde, dass man bei diesem Gedicht unschwer erkennt, dass der Autor noch nicht oft hilfreiche Rückmeldungen erhalten haben kann. Die von Lisa angemerkten kritischen Punkte kenne ich als typische Anfängerschnitzer. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass deine Kritik oder der Verweis auf Google weiterhilft. Also ich bin jedenfalls in einem Forum, um mich hier mit anderen und ihren Erfahrungen austauschen zu können, googlen kann ich auch alleine.
Vielleicht sieht Timo das aber auch ganz anders, warten wir einfach ab ...
Ich finde, dass man bei diesem Gedicht unschwer erkennt, dass der Autor noch nicht oft hilfreiche Rückmeldungen erhalten haben kann. Die von Lisa angemerkten kritischen Punkte kenne ich als typische Anfängerschnitzer. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass deine Kritik oder der Verweis auf Google weiterhilft. Also ich bin jedenfalls in einem Forum, um mich hier mit anderen und ihren Erfahrungen austauschen zu können, googlen kann ich auch alleine.
Vielleicht sieht Timo das aber auch ganz anders, warten wir einfach ab ...
Zuletzt geändert von Nada am 10.09.2012, 22:48, insgesamt 1-mal geändert.
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DavidK88
Eben .. das ist Timos Thread.
Abgesehen davon lese ich die Kritiken zu einem Text erst nachdem ich selber eine geschrieben habe. Ich will unbefangen sein. Lisas Kommentar enthält auch meinen Hauptkritikpunkt. Sie hat es nur anders geschrieben. Dieses Forum legt außerdem so einen Schwerpunkt auf Lyrik, dass ich überrascht war, mich für den Begriff "pars pro toto" rechtfertigen zu müssen. Es geht schlichtweg schneller, den Begriff zu verwenden, als ihn zu umschreiben ^^ Deshalb hab ich ihn verwendet und nicht, um irgendwas zu beweisen.
Egal. Ich will mich nicht verkrachen. Timo soll mitnehmen, was ihm lohnend erscheint.
Abgesehen davon lese ich die Kritiken zu einem Text erst nachdem ich selber eine geschrieben habe. Ich will unbefangen sein. Lisas Kommentar enthält auch meinen Hauptkritikpunkt. Sie hat es nur anders geschrieben. Dieses Forum legt außerdem so einen Schwerpunkt auf Lyrik, dass ich überrascht war, mich für den Begriff "pars pro toto" rechtfertigen zu müssen. Es geht schlichtweg schneller, den Begriff zu verwenden, als ihn zu umschreiben ^^ Deshalb hab ich ihn verwendet und nicht, um irgendwas zu beweisen.
Egal. Ich will mich nicht verkrachen. Timo soll mitnehmen, was ihm lohnend erscheint.
nada, ich wüßte auch nicht, dass diese "fremdwörter" für die lyrik wichtig wären. "kontextatualisierung" hat meiner meinung was mit der gesprochenen sprache zu tun. mit der betonung zb. vielleicht mit der mimik, dem kulturellen rahmen....in dem interagiert wird. mit dem, was zb. im internet oft fehlt. das andere bedeutet lediglich " das teil vom ganzen" , was ja in der lyrik oft benutzt wird. aber vielleicht liege ich völlig falsch und deshalb finde ich es schade, wenn david es nicht erläutert.
Hallo Nera,
strengenommen bedeutet "pars pro toto" eher so etwas wie "ein Teil anstelle des ganzen" (einen Bestandteil nennen, das Ganze meinen) ... Und angesichts des Umstands, dass jedes zweite hier im Salon eingestellte Gedicht mindestens einen fremdsprachlichen Ausdruck, irgendeine abstruse biologische Bezeichnung oder den Namen eines 437 vor Christus verstorbenen chinesischen Wasserbüffelzüchters einflicht, immer in der Erwartung, nein: mit dem Anspruch, dass der Leser das alles gefälligst ergoogelt - angesichts all dessen von David zu verlangen, zwei Begriffe zu erläutern, die jedem, der sich irgendwie mit Sprache beschäftigt, geläufig sein sollten: Das halte ich ja mal für eher gewagt.
Ferdigruß!
strengenommen bedeutet "pars pro toto" eher so etwas wie "ein Teil anstelle des ganzen" (einen Bestandteil nennen, das Ganze meinen) ... Und angesichts des Umstands, dass jedes zweite hier im Salon eingestellte Gedicht mindestens einen fremdsprachlichen Ausdruck, irgendeine abstruse biologische Bezeichnung oder den Namen eines 437 vor Christus verstorbenen chinesischen Wasserbüffelzüchters einflicht, immer in der Erwartung, nein: mit dem Anspruch, dass der Leser das alles gefälligst ergoogelt - angesichts all dessen von David zu verlangen, zwei Begriffe zu erläutern, die jedem, der sich irgendwie mit Sprache beschäftigt, geläufig sein sollten: Das halte ich ja mal für eher gewagt.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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DavidK88
Ein pars pro toto verwendest du, wenn du einen Teil für das Ganze setzt.
Beispiel:
Da sind hundert Mäuler, die gestopft werden wollen.
Mäuler = stellvertretend für Menschen
"Kontextualisiert" heißt "etwas in einen Kontext setzen".
Ich hoffe, damit sind die Fragen geklärt.
Beispiel:
Da sind hundert Mäuler, die gestopft werden wollen.
Mäuler = stellvertretend für Menschen
"Kontextualisiert" heißt "etwas in einen Kontext setzen".
Ich hoffe, damit sind die Fragen geklärt.
Zuletzt geändert von DavidK88 am 10.09.2012, 23:12, insgesamt 1-mal geändert.
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