auf deinen apfellippen
Hallo Niko, mir gefällt, dass man hier die Lippen als "Sprechinstrumente" (bzw. Mittel des Schweigens) lesen kann.
Apfel und Kern gefällt mir auch. Aber irgendwie ... die apfellippen ... und rot ist m. E. keine ganz typische Apfelfarbe. Er hat im allgemeinen rote Stellen, rote Backen - hinter all der röte wäre, meine ich, eher für andere Früchte typisch.
Ich bin also zwiegespalten, mir gefällts und auch wieder nicht.
Apfel und Kern gefällt mir auch. Aber irgendwie ... die apfellippen ... und rot ist m. E. keine ganz typische Apfelfarbe. Er hat im allgemeinen rote Stellen, rote Backen - hinter all der röte wäre, meine ich, eher für andere Früchte typisch.
Ich bin also zwiegespalten, mir gefällts und auch wieder nicht.
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Gerda
Guten Morgen Niko,
ich bin froh, dass nicht ich allein dastehe ich meiner Zwiespältigekit. Amanita, hat so ziemlich das geschrieben, was ich mir auch gedacht habe ...
Aber nicht nur das. Mir kommt der kleine Text konstruiert vor.
Ist "Kern" das Gegenteil von "Segen" ?
Den inneren Kern verbergen ist ja eine Sache, aber mit dem Gedanken, dass er im Text kein Segen ist, wird der Leser allein gelassen.
Mir kommt der Text nicht bis in die letzte Konsequenz durchkomponiert, durchdacht vor. (Ich weiß du schreibst aus dem Bauch, aber dann fehlt die "Bauchlogik").gif)
Ich kann mir zwar vorstellen, was du intendiert hast, aber ... s. o.
Liebe Grüße
Gerda
ich bin froh, dass nicht ich allein dastehe ich meiner Zwiespältigekit. Amanita, hat so ziemlich das geschrieben, was ich mir auch gedacht habe ...
Aber nicht nur das. Mir kommt der kleine Text konstruiert vor.
Ist "Kern" das Gegenteil von "Segen" ?
Den inneren Kern verbergen ist ja eine Sache, aber mit dem Gedanken, dass er im Text kein Segen ist, wird der Leser allein gelassen.
Mir kommt der Text nicht bis in die letzte Konsequenz durchkomponiert, durchdacht vor. (Ich weiß du schreibst aus dem Bauch, aber dann fehlt die "Bauchlogik")
.gif)
Ich kann mir zwar vorstellen, was du intendiert hast, aber ... s. o.
Liebe Grüße
Gerda

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Niko
also ihr beiden,
ich freue mich über eure kritik und über das teilweilige gefallen an dem text. die sache mit der apfelfarbe finde ich jetzt mal ein bisschen haarspalterisch. denn es gibt natürlich ne menge grüne äpfel. aber ebenso gibt es ne menge roter äpfel. auch solche, die komplett rot sind. und ich denke, dass man bei dem denken an einen reifen apfel eher an einen roten, denn an einen grünen apfel denkt...
tut mir leid, aber den einwand kann ich gar nicht nachvollziehen.
ach...hab den "segen" ganz geschlabbert. ich denke nicht, dass man kompliziert denken muss und den segen dem kern gegenüberstellen muss. das ist irgendwie von hinten durch´s auge und zurück gedacht.gif)
aus sicht des lyrichs und vieler leuts sicht ist es so, wenn sich ein partner nicht öffnet, offenbart, dann verschließt sich dem lyrich was. und das kann als negativ empfunden werden. ich denke, mehr soll und will der text ja gar nicht sagen. er beschreibt nur einen zustand, der durchaus auch auf eine bestimmte situation bezogen sein kann, wo sich das lydu nicht öffnet...
liebe grüße: niko
ich freue mich über eure kritik und über das teilweilige gefallen an dem text. die sache mit der apfelfarbe finde ich jetzt mal ein bisschen haarspalterisch. denn es gibt natürlich ne menge grüne äpfel. aber ebenso gibt es ne menge roter äpfel. auch solche, die komplett rot sind. und ich denke, dass man bei dem denken an einen reifen apfel eher an einen roten, denn an einen grünen apfel denkt...
tut mir leid, aber den einwand kann ich gar nicht nachvollziehen.
ach...hab den "segen" ganz geschlabbert. ich denke nicht, dass man kompliziert denken muss und den segen dem kern gegenüberstellen muss. das ist irgendwie von hinten durch´s auge und zurück gedacht
.gif)
aus sicht des lyrichs und vieler leuts sicht ist es so, wenn sich ein partner nicht öffnet, offenbart, dann verschließt sich dem lyrich was. und das kann als negativ empfunden werden. ich denke, mehr soll und will der text ja gar nicht sagen. er beschreibt nur einen zustand, der durchaus auch auf eine bestimmte situation bezogen sein kann, wo sich das lydu nicht öffnet...
liebe grüße: niko
Nein, Niko, nicht haarspalterisch; ein Apfel ist keine typisch-rote Frucht, er hat viele andere Nuancen dazu, viel Gelb, viel Grün. In einem so kurzen Text wiegt hinter all der röte eben richtig "doll", und ich jedenfalls frage mich, warum Du nicht die Kirschen genommen hast ... zumal die ja auch nur einen Kern haben ...
Eben, als ich in der Straßenbahn fuhr, sind mir ein paar Änderungsideen für Deinen Text in den Sinn gekommen - mal sehen, ob ich sie noch zusammenkriege :)
auf deinen lippen
liegt ein apfelduft
hinter ihrem zartrot
ist ein kern
den du nicht
preisgibst
so ungefähr ... ich finde die Aussage "auf deinen apfellippen liegt kein segen" nämlich zu heftig, zu wertend.
Eben, als ich in der Straßenbahn fuhr, sind mir ein paar Änderungsideen für Deinen Text in den Sinn gekommen - mal sehen, ob ich sie noch zusammenkriege :)
auf deinen lippen
liegt ein apfelduft
hinter ihrem zartrot
ist ein kern
den du nicht
preisgibst
so ungefähr ... ich finde die Aussage "auf deinen apfellippen liegt kein segen" nämlich zu heftig, zu wertend.
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Niko
lyrik ist immer wertend, amanita. sie kann nicht anders.
gelbe äpfel sind mir nun wieder fremd.
ich bin wirklich für textänderungen generell sehr offen, aber deine variante ist mir zu aussagelos, bzw hat nur eine aussage wie: der bus fährt heute um 11:25 uhr.
eine subjektive sichtweise - und die ist bei einem lyrich immer gegeben - lässt auch rote äpfel zu. genau so, wie für manche das wasser blau ist und ein herz rot.
liebe grüße von der farbpalette - niko
gelbe äpfel sind mir nun wieder fremd.
ich bin wirklich für textänderungen generell sehr offen, aber deine variante ist mir zu aussagelos, bzw hat nur eine aussage wie: der bus fährt heute um 11:25 uhr.
eine subjektive sichtweise - und die ist bei einem lyrich immer gegeben - lässt auch rote äpfel zu. genau so, wie für manche das wasser blau ist und ein herz rot.
liebe grüße von der farbpalette - niko
Natürlich lässt Lyrik auch rote Äpfel zu!
"hinter all der röte" klingt für mich allerdings, als wolle Dein Text NUR rote Äpfel zulassen.
Auch geht es nicht ohne Wertung, da hast Du recht. Aber darauf "liegt kein segen" ist mir eine zu esoterisch klingende Wertung.
"hinter all der röte" klingt für mich allerdings, als wolle Dein Text NUR rote Äpfel zulassen.
Auch geht es nicht ohne Wertung, da hast Du recht. Aber darauf "liegt kein segen" ist mir eine zu esoterisch klingende Wertung.
vielleicht etwas mehr: also eigentlich hat mich der titel oder anfang abgeschreckt. jesses, hab ich gedacht, apfellippen! wobei mir da weniger die farbe durch den kopf ging, sondern der duft. ich ernte im moment äpfel und sie duften alles aus. sehr schön, aber auch sehr intensiv.
nachdem ich deinen text nun doch gelesen habe, kommt zu dem olifaktorischen auch das optische, klar, lippen, apfel...rot. verführerisch, versprechend ( das ewige weib, versuchung)
da passt auch das wort "segen" ganz gut. etwas altmodisch, religiös. aber ich mag dieses wort vom klang her und von der bedeutung.
das lyrische ich fühlt sich da irgendwo irgendwie bedroht von all der sinnlichkeit und erwartet das gegenteil von segen. unheil, schwierigkeit, zu wenig nähe, was auch immer?!
etwas, was ihm unheimlich ist, was es nicht greifen kann, ein kern, vielleicht ein sehr harter kern. an dem es sich die zähne ausbeißt.
nachdem ich deinen text nun doch gelesen habe, kommt zu dem olifaktorischen auch das optische, klar, lippen, apfel...rot. verführerisch, versprechend ( das ewige weib, versuchung)
da passt auch das wort "segen" ganz gut. etwas altmodisch, religiös. aber ich mag dieses wort vom klang her und von der bedeutung.
das lyrische ich fühlt sich da irgendwo irgendwie bedroht von all der sinnlichkeit und erwartet das gegenteil von segen. unheil, schwierigkeit, zu wenig nähe, was auch immer?!
etwas, was ihm unheimlich ist, was es nicht greifen kann, ein kern, vielleicht ein sehr harter kern. an dem es sich die zähne ausbeißt.
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pjesma
hi niko
ich wollte da eigentlich nicht reagieren, da ich lieber ein lob als gemäckele ausspreche, aber doch eine rückmeldung. abgeschreckt wurde ich auch mit apfellippen (und wie man sieht, jeder konnotiert was anderes damit---olfaktorisches, farbiges...). mich besprang sofort die formvorstellung, größe...und das harte, tastile...(ich möchte es nicht ins witz zerren, aber apfel, birne...sitzt schon sehr markant in bewustsein als beschreibung anderer körperteile, das spielte bei meinem lesen auch eine negative rolle)...dann las ich weiter und kam zum kern-vers, für den ich vermute dass er eigentliche,ausganggedanke des gedichtes war...und es erklärt mir warum du da ein kernobst benöttigt hattest....daher, ganz geglückt finde ich vergleich nicht, aber ganz undenkbar ist es nicht.
lg, pjesma
ich wollte da eigentlich nicht reagieren, da ich lieber ein lob als gemäckele ausspreche, aber doch eine rückmeldung. abgeschreckt wurde ich auch mit apfellippen (und wie man sieht, jeder konnotiert was anderes damit---olfaktorisches, farbiges...). mich besprang sofort die formvorstellung, größe...und das harte, tastile...(ich möchte es nicht ins witz zerren, aber apfel, birne...sitzt schon sehr markant in bewustsein als beschreibung anderer körperteile, das spielte bei meinem lesen auch eine negative rolle)...dann las ich weiter und kam zum kern-vers, für den ich vermute dass er eigentliche,ausganggedanke des gedichtes war...und es erklärt mir warum du da ein kernobst benöttigt hattest....daher, ganz geglückt finde ich vergleich nicht, aber ganz undenkbar ist es nicht.
lg, pjesma
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Gerda
pjesma hat geschrieben: ganz geglückt finde ich vergleich nicht, aber ganz undenkbar ist es nicht.
lg, pjesma
Die Frage, die sich mir aufgrängt ist auch hier ganz ähnlich, wie jene in Evas Faden: Was mute ich dem Leser zu?
Ein um die Ecke denken? (Hier sind es die Bilder, die eine Schieflage (bei mir) verursachen, in Evas Text, die Grammatik.
Niko, du hast an meiner Interpretation bemängelt, sie sei zu sehr von hinten herum gedacht. Das mag alles sein, aber damit musst du rechnen, wenn du ein Gedicht in die Welt hinaus schickst. Du hast dann keine Macht mehr darüber, was der Text bem Leser auslöst. So geschehen und die Gedanken habe ich mitgeteilt. Du hast m. E. eine Vorlage geschrieben um kompliziert zu denken. Wenn du dann schreibst, eigentlich müsse man so komplziert nicht denken, fühle ich mich veräppelt
, passt hier grad so schön ! .gif)
Ich frage mich auch, warum die Apfellippen sein müssen, ich musste unweigerlich an Botox denken, traue mich aber erst jetzt das zu schreiben ...
Liebe Grüße
Gerda
Zuletzt geändert von Gerda am 05.09.2012, 08:54, insgesamt 1-mal geändert.
für mich ist der text rundum und in sich stimmig.
mit den apfellippen assoziiere ich etwas zartes, verführerisches.
und natürlich gibt es knallrote äpfel, wobei ich die röte hier aber auch metaphorisch lese.
das einzige, was ich für überdenkenswert hielte, wäre das "ist" vor "ein kern".
dieses wort "ist" ;) immer so allgemein, vielleicht könntest du hier noch ein spezielleres wort finden, das die "lage" des kerns näher beschreibt - oder aber man könnte das "ist" auch ganz streichen.
ich mag diesen kleinen text sehr, lieber niko, für mich sagt er eine menge aus und malt ein stimmiges bild.
herzlich,
diana
mit den apfellippen assoziiere ich etwas zartes, verführerisches.
und natürlich gibt es knallrote äpfel, wobei ich die röte hier aber auch metaphorisch lese.
das einzige, was ich für überdenkenswert hielte, wäre das "ist" vor "ein kern".
dieses wort "ist" ;) immer so allgemein, vielleicht könntest du hier noch ein spezielleres wort finden, das die "lage" des kerns näher beschreibt - oder aber man könnte das "ist" auch ganz streichen.
ich mag diesen kleinen text sehr, lieber niko, für mich sagt er eine menge aus und malt ein stimmiges bild.
herzlich,
diana
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scarlett
lieber niko,
ich finde das auch sehr stimmig und in seiner knappheit sehr anregend- dem nicht gesagten nachzuspüren.
der apfel, dieses hochgradig aufgeladene symbol, von dem ja eigentlich per se kein segen ausgehen kann, wird hier umgemünzt, der kern ist es- einer von vielen!- der verhindert, dass das li die geröteten lippen als segen empfinden kann.
für mich geht das wunderbar auf, die symbolik greift.
lg
monika
ich finde das auch sehr stimmig und in seiner knappheit sehr anregend- dem nicht gesagten nachzuspüren.
der apfel, dieses hochgradig aufgeladene symbol, von dem ja eigentlich per se kein segen ausgehen kann, wird hier umgemünzt, der kern ist es- einer von vielen!- der verhindert, dass das li die geröteten lippen als segen empfinden kann.
für mich geht das wunderbar auf, die symbolik greift.
lg
monika
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