und so

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 30.08.2012, 22:43

veränderte version




und so
gaben wir
alle worte auf
um unsere sprache zu entdecken
die in dem was sie schwieg
so vieles erzählte

von schattenhöfen
der beständigkeit des durstes
spaziergängen durch fallstudien
und von dem schnee von gestern
der geschmolzen ist und frieren lässt
von anschlüssen
von zäunen
und dem was vor uns
gelassen bleibt




urversion




und so
gaben wir
alle worte auf
um unsere sprache zu entdecken
die in dem was sie schwieg
so vieles erzählte

von schattenhöfen
der beständigkeit des durstes
spaziergängen durch fallstudien
und von dem schnee von gestern
der geschmolzen ist und frieren lässt
von anschlüssen
von zäunen

du und ich
die zukunft heißt wir




.
Zuletzt geändert von Niko am 01.09.2012, 19:02, insgesamt 1-mal geändert.

ecb

Beitragvon ecb » 01.09.2012, 07:44

Vieles gefällt mir, Niko, aber manches ist zu viel, überflüssig in diesem Gedicht - ich wünschte, du könntest es offener lassen, das fände ich als Leser anregender.
Vielleicht so - damit du siehst, was ich meine:


und so gaben wir
alle worte auf
um unsere sprache zu entdecken

die erzählte
von schattenhöfen
der beständigkeit des durstes
spaziergängen durch fallstudien
und von dem schnee von gestern
der geschmolzen ist und frieren lässt
von anschlüssen
von zäunen

vom wir



Nur als Vorschlag - in diesem Sinne
liebe Grüße
Eva

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.09.2012, 08:33

Lieber Niko,

für dieses Gedicht hatte auch ich mir ein Lesezeichen gesetzt.
Mir geht es ähnlich wie Eva. Mir gefällt die Idee und in Teilen die Umsetzung, aber die gezeichnete Grundstimmung ist mir zu unbestimmt.
Schade, dass du den Allgemeinplatz,

dem schnee von gestern
der geschmolzen ist


nicht brichst.

Der Schluss ist, denke ich ist der schwächste Teil des Textes.
Zu alltäglich, üblich um noch lyirsch zu sein.
Die "Fallstudien" empfinde ich als Fremdkörper, klingen wissenschaftlich ...

Liebe Grüße
Gerda

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Beitragvon Amanita » 01.09.2012, 08:42

Hallo Niko! Ich schließe mich Gerda an - diese Fallstudien sind für mich regelrechte Fallstricke.

Für mich beginnt das Gedicht sehr schön (rhythmisch fände ich viel statt vieles übrigens besser) und verliert m. E. dann mehr und mehr. Den Schnee von gestern empfinde ich - wie Gerda - als zu flach und abgenutzt.

Niko

Beitragvon Niko » 01.09.2012, 12:45

danke für eure kommentare!

... und ihr habt recht. der schluss ist grauselig. ein alter fehler, den ich immer mal wieder gerne mache. ich möchte abschließen und dazu noch mit salbungsvollen worten. schrecklich.....ich hoffe, der fehler wird in diesem leben noch eliminiert!

die einwände an dem schnee von gestern kann ich einerseits verstehen, andererseits verstehe ich sie wiederum nicht. denn es hört nicht mit "geschmolzen" auf. die stelle muss allumfassend so gelesen und verstanden sein: "und von dem schnee von gestern der geschmolzen ist und frieren lässt" gerade das frieren lassen ist hier ganz wichtig, weil es doch den abgelutschten spruch vom "schnee von gestern" wieder ad absurdum führt.

die "spaziergänge durch fallstudien" war für mich jetzt eines der highlights. denn es ist auch mal (zur abwechslung zu meiner sonst doch überwiegend düsteren schreibe) etwas sehr positives. spaziergänge an sich sind positiv besetzt. schlendern zum einen und im übertragenen sinne: etwas mit leichtigkeit meistern. fallstudien sind hier durchaus wörtlich zu nehmen. also mit leichtigkeit das vergangene oder auch das wohl eintretende behandeln, abhandeln. sogar anderherum wäre es grammatikalisch korrekt und würde funktionieren. wenn nämlich die spaziergänge nur möglich werden durch das abhandeln von fallstudien.

was meint ihr?

liebe grüße: niko

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Beitragvon Amanita » 01.09.2012, 12:56

Niko, ich hab gar nichts gegen (den Begriff) fallstudien - ich finde nur, aus Deinem Kontext fällt er raus.

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birke
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Beitragvon birke » 01.09.2012, 13:46

Lieber Niko, ich finde das richtig gut, inklusive "schnee von gestern" als auch die "fallstudien". :daumen:

Bis auf die letzten beiden Zeilen.
Die schwächen den gesamten Text, meine ich.
Entweder würde ich sie ganz streichen oder aber noch einen stärkeren - einen ganz starken! - Abschluss finden.

Liebe Grüße
Diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

Niko

Beitragvon Niko » 01.09.2012, 19:03

danke, diana...

ich habe jetzt das ganze nochmal überarbeitet. genauer gesagt: den schluss. uuuuuuuund??????

liebe grüße_ ich

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birke
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Beitragvon birke » 02.09.2012, 22:25

jaaaaa. ich finds sehr gut so, niko, das ist für mich ein feiner mehrdeutiger schluss! :daumen:
liebe grüße
diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

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