Erfahrung VIII

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Sam

Beitragvon Sam » 31.08.2012, 11:46

Wenn Schreiben ein Wahn,

ist Lesen der Sinn.

Gerda

Beitragvon Gerda » 31.08.2012, 12:10

Hi Sam,

komme gerade hier vorbei und verheddere mich in deinen Gedanken.

So richtig verstehe ich (noch) nicht, was du damit sagen möchtest, weil doch, das eine ohne das andere völlig abtrus wäre.

Also könnte man doch wohl feststellen, dass Lesen und Schreiben Wahnsinn sind - oder?

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.08.2012, 12:18

Mir geht es ähnlich - bei einer falschen/ falsch klingenden Voraussetzung hätte ich jetzt eine viel verrücktere Schlussfolgerung erwartet. Jedenfalls nichts mit Sinn ...

Mucki
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Beitragvon Mucki » 31.08.2012, 12:52

Feinsinniges Wortspiel, Sam!

Wahn und Sinn. Man kann mit deinem Zweizeiler gedanklich herrlich herumassoziieren.
Zum Beispiel:
Wenn jemand besessen ist vom Schreiben, sprich nicht aufhören kann, jemand quasi schon krankhaft immer und immer schreiben muss, gibt es ein Heilmittel, um sich davon zu lösen: Lesen!
Etwas anderes lesen oder sein eigenes Geschriebenes lesen. Weil man dann den Stift aus der Hand nehmen muss (oder die Finger von der Tastatur).

Oder, ähnlich wie Gerda: Schreiben ist Wahnsinn
Oder: Man muss wahnsinnig sein, sich im Wahn befinden, um schreiben zu können.
Oder: Es macht nur Sinn, etwas zu lesen, wenn es im Wahn geschrieben wurde, etc. etc.

Wie gesagt, feinsinniges Wortspiel für mich.

Lieben Gruß
Gabi

Sam

Beitragvon Sam » 31.08.2012, 16:25

Hallo Gerda, Amanita und Gabriella,

vielen Dank euch Dreien!

Tatsächlich handelt es sich hier um ein Wortspiel. Das sind so Sätze, die einem im Hirn aufploppen, und beim Nachdenken darüber stellt man fest, dass die Teile auf verschiedene Art zusammenpassen. Es steht also kein konkreter Gedanke dahinter, sondern sein Reiz besteht in der von mir vermuteten Vieldeutigkeit.

Gruß

Sam

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 31.08.2012, 22:33

wenn Lesen der Sinn und Schreiben mein Los?

ecb

Beitragvon ecb » 01.09.2012, 08:09

wenn Lesen dasjenige Komplement des Schreibens wäre, das dem Wahn Sinn verleiht?

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.09.2012, 08:25

schreiben ist schweben.
schweben ist wahn
wahn ist spaltung
spaltung ist nötig
nötig um sinn zu finden

Niko

Beitragvon Niko » 01.09.2012, 10:32

für mich eine liebeserklärung an die literatur, die gleichzeitig von dem "das eine ist ohne das andere nichts" lebt. das "wahnsinn"-wortspiel ist gut umgesetzt, der text erreicht genau das, was man von einem guten text erwarten möchte: nachdenken, weiterspinnen, überdenken, seine eigenen gedanken dazu formen und eigene schlussfolgerungen finden. zum text, zur inhaltlichen übereinstimmung oder gegensätzlichkeit. der text nötigt quasi in 8 wörtern zu einer standortbestimmung.

respekt, sam!
(ich sach ja - du bist ein begnadeter lyriker. aber auf mich hörst du ja nicht!)

liebe grüße: niko

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birke
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Beitragvon birke » 01.09.2012, 13:53

:daumen:

schreiben und lesen sind eben genau so eine symbiose wie wahn und sinn! :mrgreen:

sehr viel sinn in "wahnsinnig" wenig worte gelegt, die zum weiterdenken anregen, gefällt mir sehr gut, sam!

lg,
diana
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

Mucki
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Beitragvon Mucki » 01.09.2012, 21:41

Oder umgekehrt:

Wenn Lesen ein Wahn,
ist Schreiben der Sinn.

Klasse Sam, du verführst uns dazu, weiterzuspielen. ;-)

Sam

Beitragvon Sam » 02.09.2012, 11:31

Hallo Zusammen,

vielen Dank!

Es freut mich sehr, dass die paar Worte euch zum Weiterdenken, Ändern, Umstellen, ins Gegenteil Verkehren angeregt haben.

Nochmals Danke!


Und lieber Niko:

Nein, ich höre nicht auf dich. ;-)


Gruß

Sam

scarlett

Beitragvon scarlett » 02.09.2012, 12:40

Sam hat geschrieben: Und lieber Niko:

Nein, ich höre nicht auf dich. ;-)



schade ;-)

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 04.09.2012, 14:12

Hallo ihr,

hier frage ich mich jetzt, warum das ein Gedicht ist und wozu es den Zeilenumbruch braucht?

Wenn dadurch zusätzlich die Betonung auf den "Wahn-Sinn" gelegt werden soll, ist mir das zu zaunpfahlig. Als würde jemand seinen Witz gleich mit Nachdruck erklären, weil er denkt, der andere würde es sonst nicht kapieren. :)
Als Einzeiler fände ich das aber auch gelungen und anregend, Sam.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


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