Fassung III
Wir, denen allzu früh die Milde fehlte
Wir, die wir spürten, dass uns keiner
Zu sehen wünschte, und selbst ein kleiner
Gruß nur Pflicht, wie man uns nicht verhehlte
Wir, die letzten, die man niemals wählte
Aus freien Stücken jedenfalls, denn unsereiner
Gehörte nicht dazu. Unmerklich und mit feiner
Geste verschloss das Tor der, der die Geladenen zählte
Wir trugen es zunächst mit Scham
Wir, deren Sehnsucht rasch hinauffliegt
In jedes lächelnde Gesicht
Und als man uns den Schleier nahm
Sahn wir, dass es im Weiten liegt
Das was wir suchten: das gnädge Licht
---------------
Stimme der armen Klagegeister, die sich u.a. (auch) auf Foren herumtreiben)
Wir, denen es an Picknickkörben fehlte,
an Wandertagen und an Jahrgangsfesten,
denen oft ein guter Geist verhehlte,
wie oft und wer sie hielt zum Besten.
Wir, die wir wenig reisten, zunächst, weil
meist das fremde Land so fremde Worte fand,
die uns zu tauben Hörern machten. War nicht das Band
der Heimatsprache unser letztes Rettungsseil?
Wir, deren Sehnsucht rasch hinauffliegt,
in jedes lächelnde Gesicht. Und ... drum
neigen wir das Haupt: Wir sind besiegt.
Und unsere Scham verleugnet jenen Hunger, um
nicht zu zeigen, wie wenig wir -von allem- abgekriegt.
Von jenem Stoff, der uns selten stark macht, wohl aber stumm.
ursprüngliche Fassung:
Wir, denen es an .... fehlt, an Wanderungen,
an Picknickkörben und an Lampions,
an Familienfeiern ohne Lamento
an Crescendo und an Bravissimo,
Wir, die wir wenig reisten, zunächst aus Mangel
an Gelegenheiten, an Fantasie, an Fernweh
und das hieß nicht, dass sie uns mit Weh erfüllen,
diese Orte, dort, fort, wir immer fort.
Wir, deren Sehnsucht leicht hinauffliegt,
in jedes lächelnde Gesicht. Deshalb
müssen wir die Augen niederschlagen
aus Scham verstecken, jenen Hunger, der
allzu deutlich zeigt, wie wenig wir von dem
bekamen, was alle Mägen füllt: die zärtliche Begrüßung
unter Freunden -
sind wir allein, noch mehr
als blieben wir mit uns allein: verschlossen.
Wir, denen ...
-
ecb
Von einem Ausgeschlossensein scheint mir hier die Rede zu sein, einem Nichtdazugehören, weil da vielleicht bestimmte Attribute fehlen (worauf die Erwähnung von Familie, Gesprächsstoff über Reisen, Freunden hindeutet?), durch die sich gesellschaftliche Zugehörigkeit definiert.
Mit der zweiten Strophe habe ich allerdings Schwierigkeiten, ich glaube, ich verstehe sie nicht. Da fehlt mir unter anderem als Ergänzung zu dem "zunächst" auch ein "dann".
In der letzten Strophe ahne ich ein Apokoinu, "unter Freunden" sich rückbeziehend auf "die zärtliche Begrüßung", sowie vielleicht auf das folgende "sind wir allein", trotz des Trennstriches - jedenfalls würde mir das sehr gefallen.
Von der Form her fällt mir auf, daß ich besonders die beiden ersten Abschnitte mehr als Prosa lese denn als Gedicht.
Da sie aber einen unmißverständlich lyrischen Ton und einen Grad von Verdichtung aufweisen, der über reine Prosa hinausgeht, fände ich es einen Versuch wert, für den ganzen Text eine Form lyrischer Prosa zu finden, das heißt, mit weniger Zeilenbrechungen, aber beibehaltenen strukturierenden Abschnitten.
Wenn ich es recht verstanden habe, ein Text über eine Trauer, mit der ich etwas anfangen kann, weil sie auch mir bekannt ist.
Bin gespannt, was andere dazu sagen.
Liebe Grüße
Eva
Mit der zweiten Strophe habe ich allerdings Schwierigkeiten, ich glaube, ich verstehe sie nicht. Da fehlt mir unter anderem als Ergänzung zu dem "zunächst" auch ein "dann".
In der letzten Strophe ahne ich ein Apokoinu, "unter Freunden" sich rückbeziehend auf "die zärtliche Begrüßung", sowie vielleicht auf das folgende "sind wir allein", trotz des Trennstriches - jedenfalls würde mir das sehr gefallen.
Von der Form her fällt mir auf, daß ich besonders die beiden ersten Abschnitte mehr als Prosa lese denn als Gedicht.
Da sie aber einen unmißverständlich lyrischen Ton und einen Grad von Verdichtung aufweisen, der über reine Prosa hinausgeht, fände ich es einen Versuch wert, für den ganzen Text eine Form lyrischer Prosa zu finden, das heißt, mit weniger Zeilenbrechungen, aber beibehaltenen strukturierenden Abschnitten.
Wenn ich es recht verstanden habe, ein Text über eine Trauer, mit der ich etwas anfangen kann, weil sie auch mir bekannt ist.
Bin gespannt, was andere dazu sagen.
Liebe Grüße
Eva
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scarlett
liebe renée,
manchmal ist es nur eine verszeile, die darüber entscheidet, ob mich ein text "hat" oder ich ihn "abhake".
die sehnsucht, die so leicht hinauffliegt in jedes lächenlde gesicht und deshalb die verräterischen augen niedergeschlagen werden müssen, ist für mich so eine zeile.
sie offenbart mir alles, was hinter diesem text steckt und zwischenzeilig zu lesen ist.
in der s1 würde ich versuchen, ein paar präpösitionen zu reduzieren, das ginge, meine ich, ganz gut.
und den strich in der letzten strophe würde ich ersatzlos streichen.
sehr gern gelesen, deinen text, und den gedanken hinterher geträumt, die er bei mir in gang gesetzt hat.
liebe grüße,
mo
manchmal ist es nur eine verszeile, die darüber entscheidet, ob mich ein text "hat" oder ich ihn "abhake".
die sehnsucht, die so leicht hinauffliegt in jedes lächenlde gesicht und deshalb die verräterischen augen niedergeschlagen werden müssen, ist für mich so eine zeile.
sie offenbart mir alles, was hinter diesem text steckt und zwischenzeilig zu lesen ist.
in der s1 würde ich versuchen, ein paar präpösitionen zu reduzieren, das ginge, meine ich, ganz gut.
und den strich in der letzten strophe würde ich ersatzlos streichen.
sehr gern gelesen, deinen text, und den gedanken hinterher geträumt, die er bei mir in gang gesetzt hat.
liebe grüße,
mo
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Renée Lomris
ljebe nera, ich will mal meinen eigenen Text interpretieren, ob das geht? ich Versuchs:
Es gibt <Menschen, sagte Trixie, Menschen, die auf den Seiten des Internet wie Geister wirken. Warum das so sein könnte, habe ich versucht auszudrücken.
davon ausgehend, dass es die wohl erzogenen zivilisierten Menschen sind, die der schwierigen Übung des Kontakts mit über und durch Schreiben gerecht werden, beschreibe ich einen solchen Klagegeist "von innen heraus:" er oder sie leidet an jenem gefährlichen Syndrom der Gefallsucht, eine Schwäche, deren Ursprung beschrieben wird:
zu wenig von den banalen Erlebnissen einer durchschnittlichen Kindheit und uzend,
Wir, zu sehr an den Lippen anderer hängend,
beschützt von gutmeinendenGutmenschen, die das Problem solcher Menschen unter den Teppich kehren, bzw. vertuschen,
weder in der Fremde noch in der Heimat zu Hause:
dann liefert das lyrIch seine eigentliche Schwäche, die Bereitschaft sich geliebt zu fühlen, was Niederlage und Sprachlosigkeit zur Folge hat:
und von dem Stoff der Liebe --- die selten stark macht, jedenfalls nicht allein, die aber Schweigen auferlegt.
ist das akzeptable?
lg
Renée
Es gibt <Menschen, sagte Trixie, Menschen, die auf den Seiten des Internet wie Geister wirken. Warum das so sein könnte, habe ich versucht auszudrücken.
davon ausgehend, dass es die wohl erzogenen zivilisierten Menschen sind, die der schwierigen Übung des Kontakts mit über und durch Schreiben gerecht werden, beschreibe ich einen solchen Klagegeist "von innen heraus:" er oder sie leidet an jenem gefährlichen Syndrom der Gefallsucht, eine Schwäche, deren Ursprung beschrieben wird:
zu wenig von den banalen Erlebnissen einer durchschnittlichen Kindheit und uzend,
Wir, denen es an Picknickkörben fehlte,
an Wandertagen und an Jahrgangsfesten,zu sehr an den Lippen anderer hängend,
Wir, zu sehr an den Lippen anderer hängend,
beschützt von gutmeinendenGutmenschen, die das Problem solcher Menschen unter den Teppich kehren, bzw. vertuschen,
denen oft ein guter Geist verhehlte,
wie oft und wer sie hielt zum Besten.
weder in der Fremde noch in der Heimat zu Hause:
Wir, die wir wenig reisten, zunächst, weil
meist das fremde Land so fremde Worte fand,
die uns zu tauben Hörern machten. War nicht das Band
der Heimatsprache unser letztes Rettungsseil?
dann liefert das lyrIch seine eigentliche Schwäche, die Bereitschaft sich geliebt zu fühlen, was Niederlage und Sprachlosigkeit zur Folge hat:
Wir, deren Sehnsucht rasch hinauffliegt,
in jedes lächelnde Gesicht. Und ... drum
neigen wir das Haupt: Wir sind besiegt.
Renée Lomris hat geschrieben:Stimme der armen Klagegeister, die sich u.a. (auch) auf Foren herumtreiben)
die Scham der Armut:Und unsere Scham verleugnet jenen Hunger, um
nicht zu zeigen, wie wenig wir -von allem- abgekriegt.
Von jenem Stoff, der uns selten stark macht, wohl aber stumm.
und von dem Stoff der Liebe --- die selten stark macht, jedenfalls nicht allein, die aber Schweigen auferlegt.
ist das akzeptable?
lg
Renée
ja und nein... das sind zwei verschieden geschichten, gedichte und ich muss sie wohl erstmal so lesen. deine erste version interpretierte ich in eine völlig andere richtung. auch weil sie unter liebeslyrik stand. ( so schnell ist eine schublade offen- und man bei liebeslyrik an zweierbeziehungen denkt)also die erste version sprach zu mir von einer liebesgeschichte, die heimlich gelebt werden sollte/wollte. die zweite version ist mir beim ersten lesen zu unbestimmt. sie lebt nun, da du darauf hinweist nur (für mich) von ihrer überschrift. uff, sehr schwer jetzt in worte zu fassen.
ich verstehe auch nich,t warum du in der zweiten version reime benutzt. das führt zu seltsamen vergewaltigungen. sorry. es hört sich nach einem sonett an. aber ich bin aus der übung, trotzdem fühlt es sich nicht stimmig an.( also,wenn es als sonett gedacht ist, stimmt die metrik meiner meinung nicht. aber ich weiß auch, dass man schon unterschiedlich teritoal betont,.) also also also
ich sehe zwei verschiedene aussagen, wobei deine zweite version zumindest in der 4. zeile des ersten verses deutlich schwächelt, um dem reim- und metrikschema zu entsprechen.
ich bin nicht so gebildet, zumindest nicht heute nacht, um das genau auseinder zunehmen, aber nach meinem gefühl ist deine zweite version sehr viel schwächer oder beliebiger, wie die erste. aber ich mag den begriff "beliebig" auch nicht. er ist so ein beliebiger wischiwaschi-ausdruck für subjektive eindrücke, die man schlecht benennen kann.
mir fällt es auch schwer, der aussage der zweiten version zu folgen. ich finde diese aussage etwas anmaßend.
und deine erklärung macht das nicht besser...die bereitschaft, sich geliebt zu fühlen...?
uff....ich möchte nur die erste version lesen, mit meiner eigenen interpretation, weil die für mich nachvollziehbar ist.
lg evi
ich verstehe auch nich,t warum du in der zweiten version reime benutzt. das führt zu seltsamen vergewaltigungen. sorry. es hört sich nach einem sonett an. aber ich bin aus der übung, trotzdem fühlt es sich nicht stimmig an.( also,wenn es als sonett gedacht ist, stimmt die metrik meiner meinung nicht. aber ich weiß auch, dass man schon unterschiedlich teritoal betont,.) also also also
ich sehe zwei verschiedene aussagen, wobei deine zweite version zumindest in der 4. zeile des ersten verses deutlich schwächelt, um dem reim- und metrikschema zu entsprechen.
ich bin nicht so gebildet, zumindest nicht heute nacht, um das genau auseinder zunehmen, aber nach meinem gefühl ist deine zweite version sehr viel schwächer oder beliebiger, wie die erste. aber ich mag den begriff "beliebig" auch nicht. er ist so ein beliebiger wischiwaschi-ausdruck für subjektive eindrücke, die man schlecht benennen kann.
mir fällt es auch schwer, der aussage der zweiten version zu folgen. ich finde diese aussage etwas anmaßend.
und deine erklärung macht das nicht besser...die bereitschaft, sich geliebt zu fühlen...?
uff....ich möchte nur die erste version lesen, mit meiner eigenen interpretation, weil die für mich nachvollziehbar ist.
lg evi
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Renée Lomris
eine echte Auseinandersetzung mit diesem Text... der es womöglich gar nicht verdient! liebe dvi, ich kenne die Form des Sonetts nicht gut genug und habe trotzdem auf ihr aufgebaut. Der Reim scheint für mich in diesem Fall eine Distanz auszudrücken-
du hast im Übrigen Recht mit dem "Schwächeln": nur würde ich die (schlimmste) Schwachstelle in der Schlusszeile sehen. Da habe ich mich wirklich verrenkt, und bin mit der Lösung nicht zufrieden.
ich werde mal sehen, vielleicht finde ich eine Variante.
Danke für deine Rückmeldung
lG
Renée
du hast im Übrigen Recht mit dem "Schwächeln": nur würde ich die (schlimmste) Schwachstelle in der Schlusszeile sehen. Da habe ich mich wirklich verrenkt, und bin mit der Lösung nicht zufrieden.
ich werde mal sehen, vielleicht finde ich eine Variante.
Danke für deine Rückmeldung
lG
Renée
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Gerda
Liebe Renate,
ich beziehe mich mit meiner Rückmeldung auf die zweite Version.
Inhaltlich gefällt mir, wie du einen Mangel der in Jugend herrschte, liebevoll und auch bildreich treffend beschreibst. Auch mir fehlte es ebenso an Reisen, z. B. nach Italien, besonders dann, wenn nach den großen Sommerferien, alle Klassenkameradinnen in der Sonne gewesen zu sein schienen und nur ich mit meinen Eltern und Geschwistern im "kalten" Westerwald, im Haus meiner Großmutter "Ferien gemacht" hatte. Du siehst also, dass ich es gut nachvollziehen kann, womit du u. a. den Mangel verknüpfst. Doch das Lyrich in deinem Text hat noch tiefergehenden Mangel ertragen müssen, und ich finde, du hast gut gewählt, gerade anhand der Sprache aufzuzeigen, wie sie spalten, trennen und verbinden kann. Ja, und dass du den Bogen zum "Stoff" geschlagen hast finde ich besonders schön. Man kann wirklich sich sagen, dass eine Generation, die Mangel erlitten hat, aus einem besonderen Soff gemacht sein muss, wenn sie das Erlebte verdauen kann und später auf den gemachten Erfahrungen aufbauen kann.
Formal war ich zunächst hin und hergerissen. (Ich habe eine Reihe von Sonetten geschrieben, einen Bruchteil nur halte ich für gelungen).
Einerseits, warum solltest du nicht die Sonett-Regeln brechen, andererseits, könntest du es vielleicht doch der Form nach "korrekt" schreiben, oder dich nur in der letzen Strophe frei entfalten ... Aber um die Regeln brechen zu können sollte man sie zunächst beherrschen ... Entschuldige ... und das, so erscheint es mir, kannst du (noch) nicht.
Es ist schwierig dir zu raten. Ich habe mal ein klein wenig ergänzt oder auf fehlendes Metrum hingewiesen in dem ich den betreffenden Text im Zitat gegilbt habe.
Ich bin zu der Ansicht gelangt: du solltest auf keinen Fall, den Inhalt der Form unterordnen.
Jetzt nachdem ich mal genau geschaut habe, möchte ich dir doch raten, weg von der Form. Manches Bild gerät in Schieflage, durch die "angepasste" Satzstellung.
Ich habe dein Gedicht mit Freude rezipiert, weil es mir ganz persönliche Assoziationsmöglichkeiten eröffnet.
Herzliche Grüße
Gerda
ich beziehe mich mit meiner Rückmeldung auf die zweite Version.
Inhaltlich gefällt mir, wie du einen Mangel der in Jugend herrschte, liebevoll und auch bildreich treffend beschreibst. Auch mir fehlte es ebenso an Reisen, z. B. nach Italien, besonders dann, wenn nach den großen Sommerferien, alle Klassenkameradinnen in der Sonne gewesen zu sein schienen und nur ich mit meinen Eltern und Geschwistern im "kalten" Westerwald, im Haus meiner Großmutter "Ferien gemacht" hatte. Du siehst also, dass ich es gut nachvollziehen kann, womit du u. a. den Mangel verknüpfst. Doch das Lyrich in deinem Text hat noch tiefergehenden Mangel ertragen müssen, und ich finde, du hast gut gewählt, gerade anhand der Sprache aufzuzeigen, wie sie spalten, trennen und verbinden kann. Ja, und dass du den Bogen zum "Stoff" geschlagen hast finde ich besonders schön. Man kann wirklich sich sagen, dass eine Generation, die Mangel erlitten hat, aus einem besonderen Soff gemacht sein muss, wenn sie das Erlebte verdauen kann und später auf den gemachten Erfahrungen aufbauen kann.
Formal war ich zunächst hin und hergerissen. (Ich habe eine Reihe von Sonetten geschrieben, einen Bruchteil nur halte ich für gelungen).
Einerseits, warum solltest du nicht die Sonett-Regeln brechen, andererseits, könntest du es vielleicht doch der Form nach "korrekt" schreiben, oder dich nur in der letzen Strophe frei entfalten ... Aber um die Regeln brechen zu können sollte man sie zunächst beherrschen ... Entschuldige ... und das, so erscheint es mir, kannst du (noch) nicht.
Es ist schwierig dir zu raten. Ich habe mal ein klein wenig ergänzt oder auf fehlendes Metrum hingewiesen in dem ich den betreffenden Text im Zitat gegilbt habe.
Ich bin zu der Ansicht gelangt: du solltest auf keinen Fall, den Inhalt der Form unterordnen.
Jetzt nachdem ich mal genau geschaut habe, möchte ich dir doch raten, weg von der Form. Manches Bild gerät in Schieflage, durch die "angepasste" Satzstellung.
Ich habe dein Gedicht mit Freude rezipiert, weil es mir ganz persönliche Assoziationsmöglichkeiten eröffnet.
Herzliche Grüße
Gerda
Renée Lomris hat geschrieben:Stimme der armen Klagegeister, die sich u.a. (auch) auf Foren herumtreiben)
Wir, denen es an Picknickkörben fehlte,
an Wandertagen und an Jahrgangsfesten,
unddenen oft ein guter Geist verhehlte,
wie oft und wer sie hielt zum Besten.
Wir, die wir wenig reisten, zunächst, weil
meist das fremde Land so fremde Worte fand,
die uns zu tauben Hörern machten. War nicht das Band
der Heimatsprache unser letztes Rettungsseil?
Wir, deren Sehnsucht rasch hinauffliegt,
in jedes lächelnde Gesicht. Und ... drum
neigen wir das Haupt: Wir sind besiegt.
Und unsere Scham verleugnet jenen Hunger, um
nicht zu zeigen, wie wenig wir -von allem- abgekriegt.
Von jenem Stoff, der uns selten stark macht, wohl aber stumm.
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scarlett
liebe renée,
ich kann leider weder mit deiner zweiten version sonderlich viel anfangen noch deinen erläuterungen so richtig folgen.
das aber macht letztlich nichts, ich bezog und beziehe mich weiterhin auf deine version 1, die erscheint mir gelungen, selbst wenn ich in eine andere richtung gedacht/interpretiert habe, als du offensichtlich beabsichtigt hattest.
aber auch das ist letztlich unerheblich, wichtig ist, was der text hergibt und nicht was du evtl damit wolltest.
lg
mo
ich kann leider weder mit deiner zweiten version sonderlich viel anfangen noch deinen erläuterungen so richtig folgen.
das aber macht letztlich nichts, ich bezog und beziehe mich weiterhin auf deine version 1, die erscheint mir gelungen, selbst wenn ich in eine andere richtung gedacht/interpretiert habe, als du offensichtlich beabsichtigt hattest.
aber auch das ist letztlich unerheblich, wichtig ist, was der text hergibt und nicht was du evtl damit wolltest.
lg
mo
Liebe Renée,
na sowas, da hatt ich mir deinen Text vorgemerkt zum Kommentieren - und da steht auf einmal eine sehr veränderte Version da! ;) Die mE ein ganz neues Gedicht darstellt. Mit dem ich ebenso wie Mo nicht mehr besonders viel anfangen kann, genau so wenig wie mit deinen Erläuterungen.
Insofern beziehe ich das Folgende jetzt nur auf deine erste Version, die ich dann vermutlich zwar "fehlinterpretiere", die mir dennoch sehr gefällt!! Und die ich für gelungen halte.
Ich lese dort von einem Ich und einem Du, die sich voneinander angezogen fühlen, dies aber nicht ausleben können (davon erzählt mir die erste Strophe, fehlendes Familienleben etc), aus welchen Gründen, verschließt sich hier, aber das ist auch nicht wichtig für den Text.
Sie sind oder waren sich fern, sehen sich nur selten (zweite Strophe, in der ich das „wir immer fort“ so so schön finde in seiner Doppeldeutigkeit!).
Die Sehnsucht (allgemein, aber wohl auch nacheinander) muss verborgen werden, da sie (zu viel über) einen verrät.
Und jaaa, ich empfinde diese Zeilen auch als Essenz des Gedichtes, die mich sehr angesprochen hat, die ja auch die Mitte des Gedichtes bildet, von der alles ausströmt:
Die Zeile „unter Freunden“, die sich sowohl auf die vorhergehende Zeile bezieht, als auch auf die danach (sehr gut gemacht!), sagt mir, dass das Ich und Du Freunde sind, die ihre Liebe geheim halten müssen.
So lese ich deinen Text.
Also, vermutlich ist er ganz anders gemeint, aber ich denke nun auch, wichtig ist ja, was der Text einem Leser erzählt, und das wollte ich dir hier nicht vorenthalten.
Ich mag ihn jedenfalls sehr!
Liebe Grüße
Diana
na sowas, da hatt ich mir deinen Text vorgemerkt zum Kommentieren - und da steht auf einmal eine sehr veränderte Version da! ;) Die mE ein ganz neues Gedicht darstellt. Mit dem ich ebenso wie Mo nicht mehr besonders viel anfangen kann, genau so wenig wie mit deinen Erläuterungen.
Insofern beziehe ich das Folgende jetzt nur auf deine erste Version, die ich dann vermutlich zwar "fehlinterpretiere", die mir dennoch sehr gefällt!! Und die ich für gelungen halte.
Ich lese dort von einem Ich und einem Du, die sich voneinander angezogen fühlen, dies aber nicht ausleben können (davon erzählt mir die erste Strophe, fehlendes Familienleben etc), aus welchen Gründen, verschließt sich hier, aber das ist auch nicht wichtig für den Text.
Sie sind oder waren sich fern, sehen sich nur selten (zweite Strophe, in der ich das „wir immer fort“ so so schön finde in seiner Doppeldeutigkeit!).
Die Sehnsucht (allgemein, aber wohl auch nacheinander) muss verborgen werden, da sie (zu viel über) einen verrät.
Und jaaa, ich empfinde diese Zeilen auch als Essenz des Gedichtes, die mich sehr angesprochen hat, die ja auch die Mitte des Gedichtes bildet, von der alles ausströmt:
Wir, deren Sehnsucht leicht hinauffliegt,
in jedes lächelnde Gesicht.
Die Zeile „unter Freunden“, die sich sowohl auf die vorhergehende Zeile bezieht, als auch auf die danach (sehr gut gemacht!), sagt mir, dass das Ich und Du Freunde sind, die ihre Liebe geheim halten müssen.
So lese ich deinen Text.
Also, vermutlich ist er ganz anders gemeint, aber ich denke nun auch, wichtig ist ja, was der Text einem Leser erzählt, und das wollte ich dir hier nicht vorenthalten.
Ich mag ihn jedenfalls sehr!
Liebe Grüße
Diana
hi renee
da habe ich gestern nacht wohl etwas durcheinander gebrabbelt, sorry. (liegt darana, wenn man beim krimigucken immerzu bei den spannenden stellen weg zum rechner rennen muss, wegen den nerven, kindisch, und dann doch wieder zum fernseher....)
aber nun nochmal zum text bzw. inhalt der zweiten version. sie ist mir nicht stimmig. sie versucht etwas in forennutzer rein zu interpretieren und ein bestimmtes verhalten dieser in einer kindheit zu suchen. das ist aber spekulativ und es verallgemeinert mir zu sehr.
warum jemand (wir) eine sprache sucht, also kommunikation, bleibt auf eine bestimmte kindheit reduziert und wieso das "gefallsucht" nach sich ziehen soll, erschließt sich mir nicht.
wenn ich es richtig interpretiere, unterstellst du dem "wir" nur zu schreiben (in foren) um die sprachlosigkeit, sprich einsamkeit (kargen jugendjahren) zu überwinden und durch das feedback zuwendung zu bekommen. so lese ich auch deine zweite strophe als metapher: fremde welt- babel-unverstandensein.
und die überwindung dieser fremde durch eine gemeinsam sprache- das schreiben um sich verständlich zu machen.
in den letzten strophen schreibst du dann von einem ich (?) dass seine sprachlosigkeit nur durch anerkennung anderer beheben kann und es nicht eingestehen kann.
das mag für das lyrische ich stimmen. aber auch hier zweifele ich sehr. für ein "wir" kann es meiner meinung nicht stehen, schon gar nicht für schreib-foren-user. ohne genügend narzissmus würden sie doch gar nicht ihr (oft) innerstes einer fremden meute zum fraße abieten. darüber hinaus geht es doch in schreibforen nicht um die kommunikation von gefühlen, sondern um die sprachfertigkeit /kunst gefühle oder geschichten zu kommunizieren.
soviel dazu.
zum sonett. üb nur weiter. ich habe das auch schon versucht und bin meist kläglich gescheitert- gelle gerda;)
lg
da habe ich gestern nacht wohl etwas durcheinander gebrabbelt, sorry. (liegt darana, wenn man beim krimigucken immerzu bei den spannenden stellen weg zum rechner rennen muss, wegen den nerven, kindisch, und dann doch wieder zum fernseher....)
aber nun nochmal zum text bzw. inhalt der zweiten version. sie ist mir nicht stimmig. sie versucht etwas in forennutzer rein zu interpretieren und ein bestimmtes verhalten dieser in einer kindheit zu suchen. das ist aber spekulativ und es verallgemeinert mir zu sehr.
warum jemand (wir) eine sprache sucht, also kommunikation, bleibt auf eine bestimmte kindheit reduziert und wieso das "gefallsucht" nach sich ziehen soll, erschließt sich mir nicht.
wenn ich es richtig interpretiere, unterstellst du dem "wir" nur zu schreiben (in foren) um die sprachlosigkeit, sprich einsamkeit (kargen jugendjahren) zu überwinden und durch das feedback zuwendung zu bekommen. so lese ich auch deine zweite strophe als metapher: fremde welt- babel-unverstandensein.
und die überwindung dieser fremde durch eine gemeinsam sprache- das schreiben um sich verständlich zu machen.
in den letzten strophen schreibst du dann von einem ich (?) dass seine sprachlosigkeit nur durch anerkennung anderer beheben kann und es nicht eingestehen kann.
das mag für das lyrische ich stimmen. aber auch hier zweifele ich sehr. für ein "wir" kann es meiner meinung nicht stehen, schon gar nicht für schreib-foren-user. ohne genügend narzissmus würden sie doch gar nicht ihr (oft) innerstes einer fremden meute zum fraße abieten. darüber hinaus geht es doch in schreibforen nicht um die kommunikation von gefühlen, sondern um die sprachfertigkeit /kunst gefühle oder geschichten zu kommunizieren.
soviel dazu.
zum sonett. üb nur weiter. ich habe das auch schon versucht und bin meist kläglich gescheitert- gelle gerda;)
lg
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