punktgenau
ein Stück Leben
in Augenschalen verpflanzen
fixieren
und wenn es winkt
nicht beirren lassen
Labor - III
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Gerda
Dass Eule schreibt, dass jeder so etwas schon mal erlebt hat. Das finde ich seltsam.
Ich denke bei dem Text eher an die Transplatationsmedizin ... wenn Zellen an der falschen Stelle implantiert werden ...
Ist die Verwirrung gewollt? Auch der Titel verleitet mich dazu an einen medizinischen Fehleingriff zu denken, oder Versuche mit Stammzellen, also eher an Dr. Frankenstein als an nettes Augenzwinkern.
Ich denke bei dem Text eher an die Transplatationsmedizin ... wenn Zellen an der falschen Stelle implantiert werden ...
Ist die Verwirrung gewollt? Auch der Titel verleitet mich dazu an einen medizinischen Fehleingriff zu denken, oder Versuche mit Stammzellen, also eher an Dr. Frankenstein als an nettes Augenzwinkern.

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Niko
hallo amanita,
wieder ein text, der mehrere gedankengänge zulässt und dabei immer schlüssig bleibt!
für mich ist es ein trauriger text.
punktgenau
ein Stück Leben
in Augenschalen verpflanzen
fixieren
und wenn es winkt
nicht beirren lassen
das in die augenschalen verpflanzte leben (verinnerlicht, indem es hinter das auge geht. augenschalen sind für mich die augenhöhlen) das hat man verpflanzt. aber nicht so verinnerlicht, dass lyrich es lebt. es macht ihm...........angstt vielleicht? wenn die situation eintrifft, und man jetzt, genau jetzt dieses eingepflanzte stück leben umsetzen möchte - nicht beirren lassen. denn dieses neue stück leben wirft aus der bahn, lässt mich mein normales leben schwanken. also: verharren, erstarren, warten bis das winken aufhört. nach dem man sich so sehnt. und das soviel angst macht........
mir gefällt das sehr!
liebe grüße: niko
wieder ein text, der mehrere gedankengänge zulässt und dabei immer schlüssig bleibt!
für mich ist es ein trauriger text.
punktgenau
ein Stück Leben
in Augenschalen verpflanzen
fixieren
und wenn es winkt
nicht beirren lassen
das in die augenschalen verpflanzte leben (verinnerlicht, indem es hinter das auge geht. augenschalen sind für mich die augenhöhlen) das hat man verpflanzt. aber nicht so verinnerlicht, dass lyrich es lebt. es macht ihm...........angstt vielleicht? wenn die situation eintrifft, und man jetzt, genau jetzt dieses eingepflanzte stück leben umsetzen möchte - nicht beirren lassen. denn dieses neue stück leben wirft aus der bahn, lässt mich mein normales leben schwanken. also: verharren, erstarren, warten bis das winken aufhört. nach dem man sich so sehnt. und das soviel angst macht........
mir gefällt das sehr!
liebe grüße: niko
Stimmt, Eva, das sind antike Trinkschalen. Au wei, diesen Begriff kannte ich nicht.
Ich habe Begriffe wie Petrischale und Okular (die ich aus dem Labor kenne) vermengen wollen, so dass gleichzeitig noch eine organische Assoziation hinzukommt.
Was mache ich denn jetzt :) ???
Ich habe Begriffe wie Petrischale und Okular (die ich aus dem Labor kenne) vermengen wollen, so dass gleichzeitig noch eine organische Assoziation hinzukommt.
Was mache ich denn jetzt :) ???
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ecb
Ich finde, du solltest es so lassen, Amanita. Durch den Titel habe ich mir nämlich schon etwas Labormäßiges vorgestellt und dachte, daß es in der Laborwelt vielleicht so etwas wie Augenschalen gibt, da kenne ich mich nicht aus.
Wenn du etwas Zusammengesetztes aus dieser Welt beabsichtigt hast, funktioniert das für mich eigentlich gleich gut, indem ich mir vorstelle, daß da (in einem Labor oder im Leben oder dem Leben als Labor - wie auch immer) etwas Lebendiges mit naturwissenschaftlicher Exaktheit "behandelt" wird, zu welchem Zweck alles Gefühl ausgeschaltet werden muß. In diesen Vorgang würden für mich auch besonders Nikos Überlegungen hineinreichen, der Text ruft tatsächlich sehr weitgehende Assoziationen hervor, was ich für seine ganz besondere Qualität halte.
Da ist etwas Wesentliches unglaublich schlagend auf den Punkt gebracht, "punktgenau", eine Problematik, die auch nicht leicht oder vielleicht gar nicht eindeutig entschieden werden kann, die immer wieder nach allen Seiten reflektiert werden muß.
Ich finde den Text in seiner konzentrierten Kürze große Klasse
Liebe Grüße
Eva
Wenn du etwas Zusammengesetztes aus dieser Welt beabsichtigt hast, funktioniert das für mich eigentlich gleich gut, indem ich mir vorstelle, daß da (in einem Labor oder im Leben oder dem Leben als Labor - wie auch immer) etwas Lebendiges mit naturwissenschaftlicher Exaktheit "behandelt" wird, zu welchem Zweck alles Gefühl ausgeschaltet werden muß. In diesen Vorgang würden für mich auch besonders Nikos Überlegungen hineinreichen, der Text ruft tatsächlich sehr weitgehende Assoziationen hervor, was ich für seine ganz besondere Qualität halte.
Da ist etwas Wesentliches unglaublich schlagend auf den Punkt gebracht, "punktgenau", eine Problematik, die auch nicht leicht oder vielleicht gar nicht eindeutig entschieden werden kann, die immer wieder nach allen Seiten reflektiert werden muß.
Ich finde den Text in seiner konzentrierten Kürze große Klasse
Liebe Grüße
Eva
Hi Ama.
die Geister, die ich rief.
Menno, ich bin doch kein Kontrapunktefabrikant!
(und Vorsicht mit der Flapsigkeit! Hier geht es um Gedichte und Kommentare, also um Leben und Tod)
(habe keine Kommentare gelesen)
Kurzlyrik ist ein schwieriges Feld, da sollte jedes Wort stimmen. Oft ist sie so entkernt, dass sie alles und nichts sein kann, aus einem Generator stammen kann oder aus endlos tiefsinnigen Gedankenschleifen.
Diese Beliebigkeit abzuwenden, ist dir hier mE. gut gelungen. Ich lese klar die Anleitung zu einem Flirt heraus. Anleitungen oder Laborberichte aber sind schematisch und trocken, minimieren Spielräume per se. Und da tut sich für mich der bestellte Kontrapunkt auf, der vielleicht gewollt ist und den ganzen Prozess auch in ein ironisches Licht stellt. Das korrespondiert auch mit deiner Wortwahl.
Irgendwie denke ich dabei auch an Kinder, die mit Dartpfeilen spielen ...
vielleicht liegt es am scharfen "punktgenau". Auch das "in Augenschalen verpflanzen" sagt mir nicht so zu. Beim Wort "Verpflanzen" schwingt für mich Gewalt mit und die Augenschalen finden sich in meiner Vorstellungswelt in der Pathologie wieder.
"fixieren" ist ein Unwort für jeden Hundehalter mit einem leinenaggressiven Hund. Sofort das Fixieren unterbinden! Aber davon ab transportiert das Wort auch ein "Festmachen" und das ist "freiheitsberaubend" und ebenfalls aus der "Gewaltwelt".
Will sagen: Der Laborbericht ist gelungen, der Funke zum Flirt entfacht aber nicht.
LG
Nifl
die Geister, die ich rief.
War ein bisschen flapsig, Gabriella, gebe ich zu - dahinter steckte aber schon auch das ernsthafte Anliegen, einen Kontrapunkt einzufangen :)
Menno, ich bin doch kein Kontrapunktefabrikant!
(und Vorsicht mit der Flapsigkeit! Hier geht es um Gedichte und Kommentare, also um Leben und Tod)
(habe keine Kommentare gelesen)
Kurzlyrik ist ein schwieriges Feld, da sollte jedes Wort stimmen. Oft ist sie so entkernt, dass sie alles und nichts sein kann, aus einem Generator stammen kann oder aus endlos tiefsinnigen Gedankenschleifen.
Diese Beliebigkeit abzuwenden, ist dir hier mE. gut gelungen. Ich lese klar die Anleitung zu einem Flirt heraus. Anleitungen oder Laborberichte aber sind schematisch und trocken, minimieren Spielräume per se. Und da tut sich für mich der bestellte Kontrapunkt auf, der vielleicht gewollt ist und den ganzen Prozess auch in ein ironisches Licht stellt. Das korrespondiert auch mit deiner Wortwahl.
punktgenau
ein Stück Leben
in Augenschalen verpflanzen
Irgendwie denke ich dabei auch an Kinder, die mit Dartpfeilen spielen ...
vielleicht liegt es am scharfen "punktgenau". Auch das "in Augenschalen verpflanzen" sagt mir nicht so zu. Beim Wort "Verpflanzen" schwingt für mich Gewalt mit und die Augenschalen finden sich in meiner Vorstellungswelt in der Pathologie wieder.
fixieren
und wenn es winkt
nicht beirren lassen
"fixieren" ist ein Unwort für jeden Hundehalter mit einem leinenaggressiven Hund. Sofort das Fixieren unterbinden! Aber davon ab transportiert das Wort auch ein "Festmachen" und das ist "freiheitsberaubend" und ebenfalls aus der "Gewaltwelt".
Will sagen: Der Laborbericht ist gelungen, der Funke zum Flirt entfacht aber nicht.
LG
Nifl
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)
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