Sie nahmen sich Zeit
Sie saßen einander gegenüber
rührten sich Nichtworte in den Kaffee
nippten vom Zuckergebäck der Stille
und lächelten leer
Sie nahmen einander die Zeit
Sie nahmen sich Zeit
hmmm ... nur noch ein kleiner einwurf :)
und wie wäre es, das "zuckergebäck" wegzulassen und einfach zu schreiben:
"knabberten (oder auch: nagten) an der Stille"?
lg, diana
und wie wäre es, das "zuckergebäck" wegzulassen und einfach zu schreiben:
"knabberten (oder auch: nagten) an der Stille"?
lg, diana
Das ist zu wertend, Diana. Dann hätte Amanita ja gleich schreiben können:
Sie saßen einander gegenüber
schwiegen sich an
stahlen sich die Zeit
Nee, dieses Gefühl des Sich-Nichts-Zu-Sagen-Habens, diese unerträgliche Situation muss aus dem hervorgehen, was zwischen den Zeilen steht, es darf nicht so direkt da stehen. Das wäre zu banal.
Sie saßen einander gegenüber
schwiegen sich an
stahlen sich die Zeit
Nee, dieses Gefühl des Sich-Nichts-Zu-Sagen-Habens, diese unerträgliche Situation muss aus dem hervorgehen, was zwischen den Zeilen steht, es darf nicht so direkt da stehen. Das wäre zu banal.
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Renée Lomris
Liebe Amanita,
ich lese deine Gedichte nicht regelmäßig genug, und bin voller Bewunderung für deine plastische (Mal)Arbeit. Mit den Texten tu ich mich schwerer, wie mit diesem hier. Ich finde diesen Ton, dem gleichzeitig die sprachliche Schärfe zu mangeln (scheint) und dennoch Wertungen enthält, die ich so nicht ausdrücken würde. So wertend, meine ich.
Das liegt möglicherweise daran, dass ich ein Problem mit Wertungen habe - selbstverständlich kenne ich diese Wertungen genau, ich werte ebenfalls ... und genau so. Vielleicht würde ich versuchen einfließen zu lassen, dass diese Beobachtung auch mich selbst einschließt ...
Da es einige solcher Gedichte oder Texte gibt, mich selbst nicht ausgeschlossen, wollte ich dies zur Diskussion stellen.
liebe Grüße
Renée
ich lese deine Gedichte nicht regelmäßig genug, und bin voller Bewunderung für deine plastische (Mal)Arbeit. Mit den Texten tu ich mich schwerer, wie mit diesem hier. Ich finde diesen Ton, dem gleichzeitig die sprachliche Schärfe zu mangeln (scheint) und dennoch Wertungen enthält, die ich so nicht ausdrücken würde. So wertend, meine ich.
Das liegt möglicherweise daran, dass ich ein Problem mit Wertungen habe - selbstverständlich kenne ich diese Wertungen genau, ich werte ebenfalls ... und genau so. Vielleicht würde ich versuchen einfließen zu lassen, dass diese Beobachtung auch mich selbst einschließt ...
Da es einige solcher Gedichte oder Texte gibt, mich selbst nicht ausgeschlossen, wollte ich dies zur Diskussion stellen.
liebe Grüße
Renée
Liebe Gabriella, selbstverständlich hat es Zeit (nur wenn es um EIN Wort geht, bin ich manchmal etwas ungeduldig :)
Liebe Renée, den Vorwurf (<- oder so ähnlich :) des zuviel Wertens sehe ich hier nicht unbedingt angebracht. Das Wort "ich" nervt auch manchmal, das Ich möchte auch mal irgendwo, meinetwegen im Café, sitzen und einfach nur beobachten (im Sinne des Sehens, Entdeckens). Eine alltägliche Situation, die einen bestimmten Eindruck hinterlässt, mag nicht ganz ohne "Wertung" auskommen, aber kann man, muss man das vermeiden?
Mancher hier sperrt sich gegen das Wort "wir". Ich habe gelernt, dass das vereinnahmend wirken kann (na gut). Wenn ich aber den Plural brauche, weil es sich um (mindestens) zwei Menschen handelt, was mache ich da? Ich will ja gerade nicht werten, wer hier "schuld" ist ...
Liebe Renée, den Vorwurf (<- oder so ähnlich :) des zuviel Wertens sehe ich hier nicht unbedingt angebracht. Das Wort "ich" nervt auch manchmal, das Ich möchte auch mal irgendwo, meinetwegen im Café, sitzen und einfach nur beobachten (im Sinne des Sehens, Entdeckens). Eine alltägliche Situation, die einen bestimmten Eindruck hinterlässt, mag nicht ganz ohne "Wertung" auskommen, aber kann man, muss man das vermeiden?
Mancher hier sperrt sich gegen das Wort "wir". Ich habe gelernt, dass das vereinnahmend wirken kann (na gut). Wenn ich aber den Plural brauche, weil es sich um (mindestens) zwei Menschen handelt, was mache ich da? Ich will ja gerade nicht werten, wer hier "schuld" ist ...
-
Renée Lomris
liebe Amanita,
ich würde vielleicht aus dieser Situation eher einen Prosatext machen, aber das ist wirklich sehr sehr subjektiv ...
nimm es mir nicht übel.
Einen Vorwurf möchte ich wirklich nicht machen, denn ich gebe dir nur meine persönliche Reaktion wider. Daraus soll keine Vorschrift abgeleitet werden. Im Grunde geht es mir um eine Diskussion über diese Situation, über solche Beobachtungen ... die wir alle kennen. (Ist das das vereinnahmende Wir, das du meinst?)
Vielleicht habe ich auf der Ebene der kritischen Diskussion Defizite ... mich interessiert einfach, was du dazu meinst.
Vielen Dank, wie gesagt, für deine rasche Antwort
liebe Grüße
Renée
ich würde vielleicht aus dieser Situation eher einen Prosatext machen, aber das ist wirklich sehr sehr subjektiv ...
nimm es mir nicht übel.
Einen Vorwurf möchte ich wirklich nicht machen, denn ich gebe dir nur meine persönliche Reaktion wider. Daraus soll keine Vorschrift abgeleitet werden. Im Grunde geht es mir um eine Diskussion über diese Situation, über solche Beobachtungen ... die wir alle kennen. (Ist das das vereinnahmende Wir, das du meinst?)
Vielleicht habe ich auf der Ebene der kritischen Diskussion Defizite ... mich interessiert einfach, was du dazu meinst.
Vielen Dank, wie gesagt, für deine rasche Antwort
liebe Grüße
Renée
Nein, ich nehm Dir nix übel, Renée, nur wenn ich lese Mit DEN Texten tu ich mich schwerer, stimmt mich das etwas traurig, weil ich meine, dass sie doch recht verschieden strukturiert sind ... Das ist für mich nun wieder eine Verallgemeinerung, die "automatisch" wertet.
Hallo Amanita,
das kenn ich nur zu gut! *lach*
beidem kann ich nicht zustimmen, Renée. Wo ist in diesem Text eine Wertung? Das einzige, eventuell "leicht" wertende Adjektiv, das hier steht, ist das "leer", aber das war es auch schon.
Prosa für diese Szene halte ich für nicht geeignet. Es ist doch hier gerade die Kürze, die es ausmacht, die Kürze, in der so viel drinsteckt.
Liebe Grüße
Gabi
Amanita hat geschrieben:selbstverständlich hat es Zeit (nur wenn es um EIN Wort geht, bin ich manchmal etwas ungeduldig :)
das kenn ich nur zu gut! *lach*
Renée Lomris hat geschrieben:Ich finde diesen Ton, dem gleichzeitig die sprachliche Schärfe zu mangeln (scheint) und dennoch Wertungen enthält, die ich so nicht ausdrücken würde. So wertend, meine ich.
Renée Lomris hat geschrieben:ich würde vielleicht aus dieser Situation eher einen Prosatext machen
beidem kann ich nicht zustimmen, Renée. Wo ist in diesem Text eine Wertung? Das einzige, eventuell "leicht" wertende Adjektiv, das hier steht, ist das "leer", aber das war es auch schon.
Prosa für diese Szene halte ich für nicht geeignet. Es ist doch hier gerade die Kürze, die es ausmacht, die Kürze, in der so viel drinsteckt.
Liebe Grüße
Gabi
Ich glaube, es wäre eher eine prinzipielle Frage (also nicht unbedingt der richtige Ort hier), die durchaus zu erörtern wäre - wo beginnt Wertung, geht es überhaupt ohne usw.
Klar, eine Prosaskizze geht in jedem Fall, aber es wäre doch was ganz anderes.
Klar, eine Prosaskizze geht in jedem Fall, aber es wäre doch was ganz anderes.
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