Nocturne
Ich schleiche durch Schattenhäuser.
Nacht verstaut mich.
Meine Schritte stottern sich
Nichtworte –
schlachten will ich das Stumme.
Es stimmt mich, scheucht mich.
Stockrosen streifen
schwarz mein Gesicht.
Ich spähe in deinen Spiegel.
erste Version:
Ich schleiche durch Schattenhäuser.
Nacht verstaut mich.
Meine Schritte stottern sich
Nichtworte –
schlachten will ich das Stumme.
Es stimmt mich, scheucht mich.
Dunkel streifen mich
deine Stockrosen.
Ich spähe in deinen Spiegel.
Nocturne
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Niko
was mir sehr gefällt ist die erste zeile und die darauf folgende strofe. wobei ich mir sehr gewünscht hätte, du hättest geschrieben: meine schritte stottern / nichtworte - das "sich" hinter stottern würde ich gern missen, weil es mir dadurch wieder mehr lese-fühlraum gäbe.
aaaaaaaaaber:
ich-mich-sich.....davon ist es mir nach dem lesen ein bischen viel, amanita. ich extrahiere mal besagte worte zeile für zeile......
nocturne
ich
mich
meine sich
nicht
ich
mich, mich
mich
deine
ich deinen
auf 9 zeilen finde ich das nicht nur (zu) viel, sondern schon massiv......
wäre nicht diese ich-mich-nicht-dein lastigkeit, wäre das gedicht deutlich stimmungsmalender - für MEIN empfinden!
aber ich bleibe dennoch dabei: deine bilder der ersten strophe sind sehr gut!
liebe grüße: ich.gif)
aaaaaaaaaber:
ich-mich-sich.....davon ist es mir nach dem lesen ein bischen viel, amanita. ich extrahiere mal besagte worte zeile für zeile......
nocturne
ich
mich
meine sich
nicht
ich
mich, mich
mich
deine
ich deinen
auf 9 zeilen finde ich das nicht nur (zu) viel, sondern schon massiv......
wäre nicht diese ich-mich-nicht-dein lastigkeit, wäre das gedicht deutlich stimmungsmalender - für MEIN empfinden!
aber ich bleibe dennoch dabei: deine bilder der ersten strophe sind sehr gut!
liebe grüße: ich
.gif)
Nico, hast recht, ich hätte selbst mal zählen müssen :)
Ich war so froh, dass ich "es" nun endlich hatte, nachdem ich mehrere Tage mit meiner Idee schwanger ging ... :)
Man sollte wirklich einmal "drüber schlafen"!
Vielleicht... so?
Ich schleiche durch Schattenhäuser.
Nacht verstaut alle Wünsche.
Meine Schritte stottern einander
Nichtworte –
schlachten will ich das Stumme.
Es stimmt mich, scheucht mich.
Deine Stockrosen streifen
schwarz mein Gesicht.
Ich spähe in deinen Spiegel.
Ich war so froh, dass ich "es" nun endlich hatte, nachdem ich mehrere Tage mit meiner Idee schwanger ging ... :)
Man sollte wirklich einmal "drüber schlafen"!
Vielleicht... so?
Ich schleiche durch Schattenhäuser.
Nacht verstaut alle Wünsche.
Meine Schritte stottern einander
Nichtworte –
schlachten will ich das Stumme.
Es stimmt mich, scheucht mich.
Deine Stockrosen streifen
schwarz mein Gesicht.
Ich spähe in deinen Spiegel.
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pjesma
hallo amanita, will jetzt nicht komplizieren mit weiteren vorschlägen (ähem, hab auch keine, bin mit erstversion zufrieden!)... die schritte die SICH stottern finde ich schöner als wenn die schritte aneinander...bzw. passt das so schön zu "es stimmt mich, es scheucht mich". ich bemängele in dem gedicht (ausnamsweiße?) NICHT zu viele ich und mich, weil es geschieht hier einem was (passivform wird gewählt, der/die eine führt die handlung nicht selbst), ein ICH muss sich dem ganzen entgegenstellen, sich betonen um bestehen zu bleiben...so m.m.
lg, pjesma
lg, pjesma
Hat zwei Gründe, liebe scarlett. Erstens weil ich "meine" Konstruktionen nicht inflationär benutzen will (geliebte Wörter kommen vermutlich eh oft genug vor, aber mit so expliziten will ich lieber vorsichtig sein); hinzu kommt, dass eine Kollegin ein paar Texte "gegengelesen" hat und just über diese Stelle stolperte, was meine Entscheidung, da was zu ändern, natürlich nochmal verstärkte.
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scarlett
also "nichtworte" hab ich auch schon mal verwendet ...
schon lang her.
mit den geliebten worten ist das so eine sache, ja ja, ich finde sie aber als "wiedererkennungszeichen" eigentlich ganz gut ...
ich fürchte, ich kann mich hier nicht von ihnen trennen, amanita, das ist schon zu festgefugt ... sorry, kann also nicht weiter helfen ...
schon lang her.
mit den geliebten worten ist das so eine sache, ja ja, ich finde sie aber als "wiedererkennungszeichen" eigentlich ganz gut ...
ich fürchte, ich kann mich hier nicht von ihnen trennen, amanita, das ist schon zu festgefugt ... sorry, kann also nicht weiter helfen ...
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DavidK88
Hallo Amanita,
inhaltlich und formal gut gestaltet. Ich lese darin von einem lyrischen Ich, das gerade seine/n Partner/in oder einen anderen wichtigen Menschen verloren hat und von der Einsamkeit in ihrem alten Haus heimgesucht wird. Die Einsamkeit wird vor allem dadurch deutlich, dass die Schritte bereits als Kommunikation wahrgenommen werden, wenn auch als wortlose, die keinen klaren Verweisungscharakter besitzt und sich nur in Bewegung wiederspiegelt.
Schön auch die Personifikation des Stummen als quasi ungebetenen neuen Bewohner, der das L.I. terrorisiert, es wie ein Instrument gebraucht. "Stockrosen" als Symbol für sehr kurzlebige Liebe (die Dinger halten ja nicht lange), außerdem als Liebe, die sich nicht frei entfaltet, denn die Pflanze wächst ja sehr gerade nach oben.
"Spähen" hat im Gegensatz zu Blicken eine Konnotation von gezieltem Ausschau-Halten. Vielleicht versucht das L.I. in sich die alte Liebe wiederzufinden, Spuren derselben aufzuspüren (?) Vielleicht hat es verlernt, den direkten Blickkontakt aufzunehmen, will gleichgültig wirken (?)
Kritisches:
Die "Schattenhäuser" würde ich ersetzen, weil die eher wie eine behelfsmäßige Konstruktion rüberkommen. Auch finde ich den Cut zwischen dem ersten Vers und der zweiten Strophe etwas hart, mit diesem Gegensatz zwischen Aktivität und Passivität. Zuerst "schleicht" das L.I. noch selber, fühlt sich offenbar von etwas bedroht, dann wird es bereits verstaut. Ich finde, an der Stelle fehlt irgendwo ein Schritt.
Dann bin ich noch unsicher, was genau formal durch diese auffälligen Reim/Assonanz-Bewegungen ausgedrückt wird. Mal erscheint es mir passend, weil es wie ein panisches Japsen klingt, mal finde ich es wieder unpassend, weil es die "stotternden Schritte" in ihrer lautlichen Absolutheit einschränkt. Bei diesen vielen Reibelauten fühle ich mich auch eher an das "Schleichen" aus der ersten Strophe erinnert. Interessant ist es allemale, dass da etwas im Hintergrund mitschwingt, ohne konkret verbalisiert zu werden, nur mit dem "Stottern" kriege ich es noch nicht verbunden. Aber sicherlich fällt mir da noch etwas zu ein.
Wie gesagt: Ein schönes Gedicht.
LG David
inhaltlich und formal gut gestaltet. Ich lese darin von einem lyrischen Ich, das gerade seine/n Partner/in oder einen anderen wichtigen Menschen verloren hat und von der Einsamkeit in ihrem alten Haus heimgesucht wird. Die Einsamkeit wird vor allem dadurch deutlich, dass die Schritte bereits als Kommunikation wahrgenommen werden, wenn auch als wortlose, die keinen klaren Verweisungscharakter besitzt und sich nur in Bewegung wiederspiegelt.
Schön auch die Personifikation des Stummen als quasi ungebetenen neuen Bewohner, der das L.I. terrorisiert, es wie ein Instrument gebraucht. "Stockrosen" als Symbol für sehr kurzlebige Liebe (die Dinger halten ja nicht lange), außerdem als Liebe, die sich nicht frei entfaltet, denn die Pflanze wächst ja sehr gerade nach oben.
"Spähen" hat im Gegensatz zu Blicken eine Konnotation von gezieltem Ausschau-Halten. Vielleicht versucht das L.I. in sich die alte Liebe wiederzufinden, Spuren derselben aufzuspüren (?) Vielleicht hat es verlernt, den direkten Blickkontakt aufzunehmen, will gleichgültig wirken (?)
Kritisches:
Die "Schattenhäuser" würde ich ersetzen, weil die eher wie eine behelfsmäßige Konstruktion rüberkommen. Auch finde ich den Cut zwischen dem ersten Vers und der zweiten Strophe etwas hart, mit diesem Gegensatz zwischen Aktivität und Passivität. Zuerst "schleicht" das L.I. noch selber, fühlt sich offenbar von etwas bedroht, dann wird es bereits verstaut. Ich finde, an der Stelle fehlt irgendwo ein Schritt.
Dann bin ich noch unsicher, was genau formal durch diese auffälligen Reim/Assonanz-Bewegungen ausgedrückt wird. Mal erscheint es mir passend, weil es wie ein panisches Japsen klingt, mal finde ich es wieder unpassend, weil es die "stotternden Schritte" in ihrer lautlichen Absolutheit einschränkt. Bei diesen vielen Reibelauten fühle ich mich auch eher an das "Schleichen" aus der ersten Strophe erinnert. Interessant ist es allemale, dass da etwas im Hintergrund mitschwingt, ohne konkret verbalisiert zu werden, nur mit dem "Stottern" kriege ich es noch nicht verbunden. Aber sicherlich fällt mir da noch etwas zu ein.
Wie gesagt: Ein schönes Gedicht.
LG David
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