Notizbuch (M)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Eule
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Beitragvon Eule » 15.04.2012, 12:11

Notizbuch (M)


Der großen Liebe
Kreis band mich
An diese Wege

Hauchklein vor Mut
Verwurzelt Tausendschön
Lag hinter jedem Wort

Ein unentdecktes Land
Es ließ mich bleiben trieb es mich
Täglich schon immer weiter fort

Und fortan weiter groß und kleiner
Muss es doch wachsen zu
Einem neuen Hort auch

Wenn wir selbst einmal zu
Stein erstarren zerfallen
Hoffnungslos in Monatsfrist

Wir gaben diesen Schrecken
Einen Namen und pflanzten
Tag um Tag Vergißmeinnicht

Es geht ein Jahr
Es gehen schnell Jahrzehnte
Das Weltenrad es ändert sich

Denn tief im Herzen
Wachsen viele Ranken

Allein die Hoffnung sie
Vergehet nicht.
Zuletzt geändert von Eule am 15.04.2012, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 15.04.2012, 18:47

Hallo Eule,

einen romantisch-verklärten Blick durch die Jahre hast du hier geschrieben. Es liest sich sehr schön.
Doch vllt. ist es ein bisschen zu pathetisch, geht schon haarscharf an der Kitschgrenze entlang, obgleich du in meinen Augen die Kurve gerade noch hinkriegst. Nur die letzte Strophe ist mir da ein bisschen zu viel. Da würde ich versuchen, einen anderen Schluss zu schreiben.
"Tausendschön" zu wählen statt Gänseblümchen oder Rose, gefällt mir.
Hier
Eule hat geschrieben:Es lies mich bleiben trieb es mich

muss es "ließ" heißen
Und hier
Eule hat geschrieben:Täglich schon immer weiter fort

Und fortan weiter groß und kleiner

könntest du das doppelte "fort" elimieren.
Die großen Anfangsbuchstaben finde ich ein bisschen störend, da würde ich schon klein schreiben, wo es klein geschrieben gehört.

Liebe Grüße
Gabi

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Eule
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Beitragvon Eule » 15.04.2012, 21:01

Hallo Gabi, danke für Deinen Kommentar und den Korrekturhinweis.

Die Verdopplung/Steigerung bei "... fort ... fortan..." ist dagegen bewußt gesetzt (im Sinne von ... fort ... nur fort ... vielleicht), genau wie die stilisierenden Schlusszeilen. :-)

Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

pjesma

Beitragvon pjesma » 27.04.2012, 12:05

hallo eule
ich weiß nicht wie ich anfangen soll, hab schon ewig nix kommentiert ---gottbewahre kritisiert ;-)
aaaalso, es gibt in diesem gedicht stellen, die mir sagen, dass die worte und bilder schon früher in deinem kopf waren, bevor du sie aufgeschrieben hast- die sind mir wahrhaftig---und dann die stellen (von denen keiner gefeit ist, mich inklusive)---die ein bisschen wie füllungmaterial, streckmasse vorkommen. ich "beispieliere", bzw. ausklammere was mir persönlich problematisch vorkommt:

Der großen Liebe
Kreis band mich
An diese Wege

Hauchklein vor Mut
Verwurzelt Tausendschön
Lag hinter jedem Wort

Ein unentdecktes Land
Es ließ mich bleiben (trieb es mich
Täglich schon immer weiter fort

Und fortan weiter groß und kleiner
Muss es doch wachsen zu
Einem neuen Hort auch

Wenn wir selbst einmal zu
Stein erstarren zerfallen
Hoffnungslos in Monatsfrist)1

Wir gaben diesen Schrecken
Einen Namen und pflanzten
Tag um Tag Vergißmeinnicht

(Es geht ein Jahr
Es gehen schnell Jahrzehnte
Das Weltenrad es ändert sich)2

(Denn tief im Herzen
Wachsen viele Ranken)3

(Allein die Hoffnung sie
Vergehet nicht.)4

so jetzt zerppflückung:
2 und 4 dürften raus (?), zu süßlich
3 ranken im herzen irgendwie als ende neuverflechten
1 ist zu lang...und meines empfindens nach, vom inhalt her sollte erst nach vergismeinnicht kommen

hoffe es ist eine nicht negativaufgefasste rückmeldung :-)
lg, pjesma

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Eule
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Beitragvon Eule » 28.04.2012, 19:39

Hallo pjesma, danke für Deine Zeilen und die "kritisierenden" Bemerkungen. ;-)
Kein Text kann vor negativen Gefühlen, Einstellungen oder Reaktionen völlig sicher sein, das wäre ja ein Maulkorb für den Leser. Trotzdem kann ich Deiner Kritik an den von Dir zitierten Stellen nicht folgen - der Pathos entspricht dem lI, vielleicht weil die Gedankenbögen so groß gezogen werden - nur "Herkunft", "Ehre", "Gott" und "Erdball" wären vielleicht schwierigere Themen.
Und - beim zweiten Lesen - schwingen auch für mich als Autor bekannte, konventionelle Töne und Anklänge mit und sicher auch Ironie und Selbstironie. Trotzdem, die Argumente für eine Änderung überzeugen mich nicht wirklich, weshalb ich ihn vorläufig so belassen möchte.
Ein Klang zum Sprachspiel.


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