Beitragvon Amanita » 17.02.2012, 09:10
Ich bin, als "alte Botanikerin", natürlich auch an dieser Stelle hängen geblieben. Fand dieses "unfreiwillige" etwas zu lange Verweilen nicht weiter schlimm, weil ich das Gedicht so mag.
Gleichwohl hatte ich mir schon überlegt, dass die Schlehen in meiner Erinnerung als Früchte erst beim Kochen in der Küche ihren Duft entwickeln; dass sie m. W. so spät geerntet werden, dass die Wiesen dann kaum noch schön sein können usw.
Und jetzt, nach Euren kritischen Worten, fällt mir doch auch auf, dass ich das Ende des Gedichts etwas schwächer finde als den Beginn - was durchaus mit genau dieser Stelle zusammenhängen könnte. Den Geschmack des Waldes akzeptiert "man" (ich jedenfalls) ohne nähere Erläuterung - akzeptieren hier wirklich im Sinne von annehmen. Dann kommen die Schlehen. Die Gedanken, die man sich zur "Logik der Schlehen" macht, könnten tatsächlich etwas ablenken.
Ich kann mich allerdings auch sehr mit der Herbheit der Schlehen anfreunden, mit ihrer bitteren Süße, mit der Schlehe als einer "altmodischen" Frucht, die den Hinweis auf Vergangenes noch einmal unterstützt. Hm.