Fassung 3
Höhlenkinder
weißt du noch, dass Fledermäuse singen?
hast du unsere Töne noch im Ohr?
Gibt es die eine Höhle noch,
in der wir das fanden,
was uns notwendig war.
Zuflucht nein.
Flucht ja.
Stetes Vergessen.
Kronos oder Meister Zeit
den du verehrtest, wusste wohl
dass jemand überleben würde.
Vielleicht fürchtete er, so wie du,
dass ich genesen könnte
vom Befall schwarzer Stunden.
frühmorgens, samstag 4.2.2012
was mir anfangs nicht nur möglich sondern auch notwendig erschien - die Höhle der Kinder von Gaia und Kronos, wo sich diese verstecken (um nicht von Kronos gefressen zu werden) erscheint mir jetzt in meiner Zuasatzversion ... überflüssig. Dasselbe gilt für die Pixelwelt. Die erste Version genügt mir. Ohne wirklich anzukommen, hier auf diesem Forum jedenfalls, drückt sie - für mich - in etwa aus, was sie ausdrücken soll.
I.
Als Mutter Gaia eifersüchtig
unsere Windeln wusch
und wir sie
selten küssten
waren wir Wälsungenblut
und vielfingrige Krokodile in einem
mir wuchs das Haar zur Schlangenkrone
und du trugst das dritte Auge
von dem sie sagen
es nehme wahr.
Gaia hatte neben uns viele Avatare
und verstand es mit ihnen zu spielen.
Sie nannte uns ihre Giftzwerge
und wir pixelten halb blind
in der Höhle,
wo die Bildschirme standen,
wo
unsere Heimat war.
Denn wir bewohnen diese
und die andren Welten.
Wir.
Kronos, sage ich, wir
sind jetzt geschiedene Leute.
Dein Gesetz habe ich verlassen müssen.
Nun,
Kronos, schutzlos dem
Licht ausgesetzt.
Muss ich leben
in Arkadien. Auch.
II
Als wir noch Titanen waren
und nur selten Gaia besuchten,
unsere Mutter:
Als wir noch der Höhle, vielfingrig,
vierbeinig und dreiäugig, selten
entkamen;
Als das Haar meiner Schwester, das blaudurchblutete, lebendige,
uns noch Schutz bot, im Licht der Bildschirme der Nacht,
auf denen sie den eigenen Anblick mied;
Da lebten wir Pixelstunde um Pixelstunde
und das Gift der Netze belebten wir mit den Gesängen
von Maldoror.
Mein Lied, Kronos,
war schöner als deins.
Habe ich dir nicht,
schließlich,
Philemon und
Baucis abgerungen?
Titanen
Liebe Renée,
es fängt so schön und richtig einladend an mit "Als wir noch Titanen waren" und geht auch so weiter, bis zum Wort "Bildschirme" und den "Pixelstunden".
Ich finde es schade, dass du die griechische Mythologie verlässt, um sie in den letzten beiden Strophen wieder aufzunehmen.
Kannst du nicht komplett in der griechischen Mythologie bleiben? Das gefiele - mir zumindest - vieeeel besser..gif)
Liebe Grüße
Gabi
P.S.
Übrigens: Zeile 3 ist m.E. überflüssig. Wer sich mit der griech. Mythologie beschäftigt hat, weiß, wer Gaia ist.
Es sei denn, du möchtest es noch mal betonen, um es eindringlicher zu gestalten.
es fängt so schön und richtig einladend an mit "Als wir noch Titanen waren" und geht auch so weiter, bis zum Wort "Bildschirme" und den "Pixelstunden".
Ich finde es schade, dass du die griechische Mythologie verlässt, um sie in den letzten beiden Strophen wieder aufzunehmen.
Kannst du nicht komplett in der griechischen Mythologie bleiben? Das gefiele - mir zumindest - vieeeel besser.
.gif)
Liebe Grüße
Gabi
P.S.
Übrigens: Zeile 3 ist m.E. überflüssig. Wer sich mit der griech. Mythologie beschäftigt hat, weiß, wer Gaia ist.
Es sei denn, du möchtest es noch mal betonen, um es eindringlicher zu gestalten.
-
Renée Lomris
Liebe Gabi,
Dieses Gedicht wäre die Fortsetzung von "Als das Tier noch ein Tier war ..." das du - wenn ich mich recht erinnere, mochtest.
Es beschreibt den selben Zustand, mit dem Unterschied, dass die heile Tierwelt aufgebrochen ist. Aus den (unschuldigen ) Tieren sind monströse Gestalten geworden (die Kinder von Gaia und Kronos sind Zyklop, Zentauren, Gorgonen aber auch Zeuss, Aphrodite ... in direkter oder indirekter Abstammung)
Diese Monster können die Höhle kaum verlassen, weil Kronos sie auffrisst,
Aus diesen monströsen Höhlenbewohner habe ich die unheiligen, oft böswilligen Internetgespenster und Vampire gemacht, die sich nur im Licht der Bildschirme wohlfühlen und austoben. Dieser Pixelhöhlenwelt galt das Gedicht. Wobei das lyrich seinen Teil daran mit"verschuldet" ...
Die Pixelwelt ist mir sehr wichtig. Sie indirekt über Gaias Nachkommenschaft als Monster zu bezeichnen und nicht direkt als solche anzureden, fand ich richtig...
wenn nun gar nichts rüberkommt, muss ich natürlich noch viel ändern,
vielen Dank für deinen Kommentar
liebe Grüße
Renée
Dieses Gedicht wäre die Fortsetzung von "Als das Tier noch ein Tier war ..." das du - wenn ich mich recht erinnere, mochtest.
Es beschreibt den selben Zustand, mit dem Unterschied, dass die heile Tierwelt aufgebrochen ist. Aus den (unschuldigen ) Tieren sind monströse Gestalten geworden (die Kinder von Gaia und Kronos sind Zyklop, Zentauren, Gorgonen aber auch Zeuss, Aphrodite ... in direkter oder indirekter Abstammung)
Diese Monster können die Höhle kaum verlassen, weil Kronos sie auffrisst,
Aus diesen monströsen Höhlenbewohner habe ich die unheiligen, oft böswilligen Internetgespenster und Vampire gemacht, die sich nur im Licht der Bildschirme wohlfühlen und austoben. Dieser Pixelhöhlenwelt galt das Gedicht. Wobei das lyrich seinen Teil daran mit"verschuldet" ...
Die Pixelwelt ist mir sehr wichtig. Sie indirekt über Gaias Nachkommenschaft als Monster zu bezeichnen und nicht direkt als solche anzureden, fand ich richtig...
wenn nun gar nichts rüberkommt, muss ich natürlich noch viel ändern,
vielen Dank für deinen Kommentar
liebe Grüße
Renée
-
Renée Lomris
Ich habe versucht die Verbindung von der Mythologie zur Pixelwelt etwas einfacher und unbemüht zu machen. Es handelt sich immer noch um die "Schwarze Unliebe" --- die schwarze Galle will nicht aufhören sich bemerkbar zu machen ... obwohl das Bukkolische längst seine ländliche Schönheit zegt ....
Hallo Renée,
vermutlich weiß ich einfach zu wenig über griechische Mythologie und scheitere auch deshalb an den meisten Verweisen. Aber dann ist da ja der Sprung ins Heute, der Bezug, den du herstellen möchtest zur Pixelwelt und auch zu dieser Aussage:
Aus diesen monströsen Höhlenbewohner habe ich die unheiligen, oft böswilligen Internetgespenster und Vampire gemacht, die sich nur im Licht der Bildschirme wohlfühlen und austoben. Dieser Pixelhöhlenwelt galt das Gedicht.
Aber auch da komme ich nicht hinterher, wer sind denn diese Gespenster und Vampire, die du über die Figuren der Titanen zeigen möchtest? Und wer ist das "wir" des Gedichtes?
Liebe Grüße
Flora
edit: Was ich mich auch frage, warum du es unter Liebeslyrik eingestellt hast?
vermutlich weiß ich einfach zu wenig über griechische Mythologie und scheitere auch deshalb an den meisten Verweisen. Aber dann ist da ja der Sprung ins Heute, der Bezug, den du herstellen möchtest zur Pixelwelt und auch zu dieser Aussage:
Aus diesen monströsen Höhlenbewohner habe ich die unheiligen, oft böswilligen Internetgespenster und Vampire gemacht, die sich nur im Licht der Bildschirme wohlfühlen und austoben. Dieser Pixelhöhlenwelt galt das Gedicht.
Aber auch da komme ich nicht hinterher, wer sind denn diese Gespenster und Vampire, die du über die Figuren der Titanen zeigen möchtest? Und wer ist das "wir" des Gedichtes?
Liebe Grüße
Flora
edit: Was ich mich auch frage, warum du es unter Liebeslyrik eingestellt hast?
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
-
Renée Lomris
liebe Flora, ich danke dir für die Rückmeldung.
Ich schaffe es anscheinend nicht, mich adäquat lyrisch in diesem möglicherweise zu nahen "Liebes"bereich auszudrücken.
Schreiben wir nicht alle von dem, was irgendwo, irgendwann, irgendwie erlebt wurde?
Es gelingt mir nicht, die richtige Distanz und die richtige Haltung dazu einzunehmen.
Der Bereich Liebeslyrik ist schon der Richtige, da ich hier den Abgesang einer faszinierenden und zerstörerischen Liebesgeschichte zu formulieren versuche ... ... aber das überhaupt zu sagen, ist zuviel.
Offensichtlich ist das nicht lesbar.
Ich will nochmal etwas versuchen.
vielleicht gelingt es mir mit einer anderen Metapher.
lG
R.
Ich schaffe es anscheinend nicht, mich adäquat lyrisch in diesem möglicherweise zu nahen "Liebes"bereich auszudrücken.
Schreiben wir nicht alle von dem, was irgendwo, irgendwann, irgendwie erlebt wurde?
Es gelingt mir nicht, die richtige Distanz und die richtige Haltung dazu einzunehmen.
Der Bereich Liebeslyrik ist schon der Richtige, da ich hier den Abgesang einer faszinierenden und zerstörerischen Liebesgeschichte zu formulieren versuche ... ... aber das überhaupt zu sagen, ist zuviel.
Offensichtlich ist das nicht lesbar.
Ich will nochmal etwas versuchen.
vielleicht gelingt es mir mit einer anderen Metapher.
lG
R.
Liebe Renée,
leider kommt es für mich so nicht rüber, wie du es intendierst. In der 2. Version ist es noch verwirrender für mich.
Es ist diese Vermischung aus griech. Mythologie und Pixelwelt, der es einfach nicht gelingt, bei mir anzukommen und zu einem Kontext zu werden.
Liebe Grüße
Gabi
Renée Lomris hat geschrieben:Der Bereich Liebeslyrik ist schon der Richtige, da ich hier den Abgesang einer faszinierenden und zerstörerischen Liebesgeschichte zu formulieren versuche ... ... aber das überhaupt zu sagen, ist zuviel.
Offensichtlich ist das nicht lesbar.
leider kommt es für mich so nicht rüber, wie du es intendierst. In der 2. Version ist es noch verwirrender für mich.
Es ist diese Vermischung aus griech. Mythologie und Pixelwelt, der es einfach nicht gelingt, bei mir anzukommen und zu einem Kontext zu werden.
Liebe Grüße
Gabi
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 40 Gäste