Es war eine mühsame zärtliche Abkehr
wir gingen einander auf den Grund.
Tief in die Zeit wenn alle schlafen
wenn die Zeit selbst schläft
Wir haben alles verloren
die Neigung den Hunger
die Reinheit des Papiers.
So machten wir Bilder und drehten sie um.
Ich liebte das Haus weil das Haus nicht wusste was Liebe ist
Auf einmal herrschte Stille.
Die Stille richtete sich ein.
Richtete mich auf.
Berief sich auf etwas Tieferliegendes
auf Behauptungen
die sich nicht widerlegen ließen
Am Ende ist es das Schweigen das überdauert
Das Schweigen der Mauern.
Ihr Haus.
Originalversion:
Es war eine mühsame zärtliche Abkehr
wir gingen einander auf den Grund.
Die Zeit wenn alle schlafen
wenn die Zeit selbst schläft
Wir haben alles verloren
die Neigung, den Hunger
die Reinheit des Papiers
Wir machten Bilder und drehten sie um
Ich liebte das Haus weil das Haus nicht wusste was Liebe ist
Auf einmal herrschte Stille.
Die Stille richtete sich ein.
Richtete mich auf.
Berief sich auf etwas Tieferliegendes
auf Behauptungen
die sich nicht widerlegen ließen
Am Ende ist es das Schweigen das überdauert
Das Schweigen der Mauern.
Ihr Haus.
Ihr Haus
Zuletzt geändert von Xanthippe am 08.01.2012, 12:01, insgesamt 2-mal geändert.
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scarlett
so ganz steig ich hier noch nicht durch. liebe xanthi, aber deine zeilen ziehen mich magisch an, immer wieder lese ich sie und erfreue mich an einzelnen bildern, an diesem vers z. b. "ich liebte das Haus weil das Haus nicht wusste was Liebe war" und ich denke, es erschließt sich vielleicht nur peu à peu,d. h. ich werde noch öfters hierher zurückkehren.
das "Tieferliegendes" müsstest du groß schreiben.
gedankenvoll,
sca
das "Tieferliegendes" müsstest du groß schreiben.
gedankenvoll,
sca
Hallo Xanthi,
mich berührt dein Gedicht sehr. Es liegt sehr viel Zärtlichkeit darin und Schmerz, doch dieser Schmerz hüllt sich ein in Stille, die sich LI durch dieses Haus bewahrt, so dass die Liebe, die zwischen beiden einmal war, nicht verloren gehen kann. Sehr fein finde auch ich den Satz "Ich liebte das Haus weil das Haus nicht wusste was Liebe ist". Wunderbar!
Saludos
Gabriella
mich berührt dein Gedicht sehr. Es liegt sehr viel Zärtlichkeit darin und Schmerz, doch dieser Schmerz hüllt sich ein in Stille, die sich LI durch dieses Haus bewahrt, so dass die Liebe, die zwischen beiden einmal war, nicht verloren gehen kann. Sehr fein finde auch ich den Satz "Ich liebte das Haus weil das Haus nicht wusste was Liebe ist". Wunderbar!
Saludos
Gabriella
vielen herzlichen Dank für eure Rückmeldungen.
Gabriella: ich mag Deine kleine Interpretation sehr, allerdings habe ich das Gefühl, dass Scarlett formuliert, dass die Zeilen noch ein wenig zu unstrukturiert sind. Vielleicht erhalte ich hier noch ein paar Hinweise, woran das liegt, wie die Richtung klarer werden kann, oder der Knoten platzt von allein.
Viele Grüße
Xanthi
Gabriella: ich mag Deine kleine Interpretation sehr, allerdings habe ich das Gefühl, dass Scarlett formuliert, dass die Zeilen noch ein wenig zu unstrukturiert sind. Vielleicht erhalte ich hier noch ein paar Hinweise, woran das liegt, wie die Richtung klarer werden kann, oder der Knoten platzt von allein.
Viele Grüße
Xanthi
Hallo Xanthi,
ich schleiche auch um dieses Gedicht herum. :)
Die ersten zwei Zeilen sind wunderbar. Dann bleibe ich aber an der Zeit hängen. Zum einen, weiß ich nicht wohin diese Zeilen zielen (wenn – dann?) und finde auch nichts im Gedicht, auf das ich es beziehen könnte, sie geht ja im Gedicht weiter, es findet eine Entwicklung statt, es wird sogar bis zum Ende erzählt. Dadurch erscheint es mir zu beliebig und beliebt, dieses Spiel mit der Zeit?
Hinzukommt, dass ich mir nicht sicher bin, ob du bewusst mit der Zeichensetzung (mal Punkte, mal keine) gearbeitet hast?
Einfacher (deshalb aber natürlich nicht unbedingt besser!) wäre es für mich, wenn da stünde: Ich liebte das Haus weil das Haus nicht fragte/sagte/bestimmte/vorgab/festlegte/erklärte was Liebe ist weil ich das dann je nach Wahl auf die Mutter/die Partnerin, die Beziehung und die Diskussionen/Gespräche, die irgendwann verstummt sind und einer Stille Raum gegeben haben, beziehen könnte und so für diese ein besseres Gefühl bekäme.
Den Rest mag ich wieder sehr und kann das für mich auch gut und schlüssig interpretieren.
Ich würde Leerzeile einfügen, weil es mir im Moment so konträr zum Inhalt gedrängt, schnellfließenmüssend und gesprächig erscheint, aber das ist sicher auch Geschmackssache.
Zusammengefasst würde das in etwa so aussehen:
Es war eine mühsame zärtliche Abkehr.
Wir gingen einander auf den Grund.
Wir hatten alles verloren
die Neigung, den Hunger
die Reinheit des Papiers.
Wir machten Bilder und drehten sie um.
Ich liebte das Haus weil es nicht fragte was Liebe ist.
Auf einmal herrschte Stille.
Die Stille richtete sich ein.
Richtete mich auf.
Berief sich auf etwas Tieferliegendes
auf Behauptungen
die sich nicht widerlegen ließen.
Am Ende ist es das Schweigen das überdauert.
Das Schweigen der Mauern.
Ihr Haus.
Liebe Grüße
Flora
ich schleiche auch um dieses Gedicht herum. :)
Die ersten zwei Zeilen sind wunderbar. Dann bleibe ich aber an der Zeit hängen. Zum einen, weiß ich nicht wohin diese Zeilen zielen (wenn – dann?) und finde auch nichts im Gedicht, auf das ich es beziehen könnte, sie geht ja im Gedicht weiter, es findet eine Entwicklung statt, es wird sogar bis zum Ende erzählt. Dadurch erscheint es mir zu beliebig und beliebt, dieses Spiel mit der Zeit?
Hinzukommt, dass ich mir nicht sicher bin, ob du bewusst mit der Zeichensetzung (mal Punkte, mal keine) gearbeitet hast?
Das klingt toll und ist sicher die Kernzeile des Gedichtes ... aber hm ... was sagt sie mir? Ich rätsele am "weil" und am "wusste" und suche nach Anhaltspunkten, die mir ermöglichen würde diese grundlegende Sicht, diesen Gedanken oder dieses Gefühl (die ich dann auf den Umgang mit Menschen rückbeziehe), und die Unmöglichkeit die im Umkehrschluss steckt, des LIch zu verstehen. Da bräuchte ich im Gedicht noch eine Verständnisbrücke.Ich liebte das Haus weil das Haus nicht wusste was Liebe ist
Einfacher (deshalb aber natürlich nicht unbedingt besser!) wäre es für mich, wenn da stünde: Ich liebte das Haus weil das Haus nicht fragte/sagte/bestimmte/vorgab/festlegte/erklärte was Liebe ist weil ich das dann je nach Wahl auf die Mutter/die Partnerin, die Beziehung und die Diskussionen/Gespräche, die irgendwann verstummt sind und einer Stille Raum gegeben haben, beziehen könnte und so für diese ein besseres Gefühl bekäme.
Den Rest mag ich wieder sehr und kann das für mich auch gut und schlüssig interpretieren.
Ich würde Leerzeile einfügen, weil es mir im Moment so konträr zum Inhalt gedrängt, schnellfließenmüssend und gesprächig erscheint, aber das ist sicher auch Geschmackssache.
Zusammengefasst würde das in etwa so aussehen:
Es war eine mühsame zärtliche Abkehr.
Wir gingen einander auf den Grund.
Wir hatten alles verloren
die Neigung, den Hunger
die Reinheit des Papiers.
Wir machten Bilder und drehten sie um.
Ich liebte das Haus weil es nicht fragte was Liebe ist.
Auf einmal herrschte Stille.
Die Stille richtete sich ein.
Richtete mich auf.
Berief sich auf etwas Tieferliegendes
auf Behauptungen
die sich nicht widerlegen ließen.
Am Ende ist es das Schweigen das überdauert.
Das Schweigen der Mauern.
Ihr Haus.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Danke, liebe Flora, für Deine Mühe. Ich habe sehr lange nachgedacht über das, was du schreibst, über das Gedicht überhaupt, so dass ich jetzt einige Ahnungen mehr habe, worauf es eigentlich hinaus will.
Viel geändert habe ich nicht. Aber manchmal genügen ja auch Kleinigkeiten.
Viele Grüße
Xanthi
Viel geändert habe ich nicht. Aber manchmal genügen ja auch Kleinigkeiten.
Viele Grüße
Xanthi
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