Schmerz, der so geduldig
erträgt, dass du ihn nicht spürst.
Igel, der den Sommer verschläft.
Nicht-Haiku
Hallo Räuber,
vom Inhalt her finde ich das gut; nur die Form gefällt mir nicht so. Du zwingst gleich drei Glied-Sätze in diesen kleinen Raum, und dadurch klingt der Text ziemlich sperrig und hölzern (dieser Eindruck verstärkt sich durch das Fehlen der Artikel). Könntest du da nicht etwas tun, eine Wandlung in ein Mittel-Wort, irgend so was ...
Ferdigruß!
vom Inhalt her finde ich das gut; nur die Form gefällt mir nicht so. Du zwingst gleich drei Glied-Sätze in diesen kleinen Raum, und dadurch klingt der Text ziemlich sperrig und hölzern (dieser Eindruck verstärkt sich durch das Fehlen der Artikel). Könntest du da nicht etwas tun, eine Wandlung in ein Mittel-Wort, irgend so was ...
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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Jelena
RäuberKneißl hat geschrieben:Schmerz, der so geduldig
erträgt, dass du ihn nicht spürst.
Igel, der den Sommer verschläft.
Ich kreise hier, lieber Räuber, schon länger drumrum, weil ich diese Zeilen mag. Mir ist nicht ganz klar gewesen, warum ich sie so mag.
Der Schmerz wird hier personifiziert. Verstehe ihn hier dem Igel gleichgesetzt, weil der Igel sticht, ohne es zu wissen. Der Schmerz weiß auch nichts über seinen Schmerz eigentlich. Sein Nichtwissen wird hier Geduld genannt. Eigentlich ist er einfach nur da.
Wer allein kennt den Schmerz? Der Lebende. Wer den Sommer verschläft, lebt wohl eher verkehrt, besonders wenn der Lebende ein Igel ist, also der Schmerz. Schmerz wäre dann Leben, könnte man schlussfolgern. Leben wartet geduldig, Leben erträgt alles, Leben ist eigentlich nicht vorhanden, wenn es nicht gespürt wird.
Die Form stört mich nicht, weil es ja ein Nicht-Haiku ist. Da kann es doch ruhig etwas abgestorben klingen, finde ich, naturlos halt.
Kann natürlich sein, dass meine Worte eine Überinterpretation sind.
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RäuberKneißl
Hallo Ferdi,
generell ist da noch was zu tun; das zweimalige ", der" ist problematisch, es entstand ein bißchen aus dem Versuch, aus der Not eine Tugend zu machen. Ich hatte noch vieles anderes probiert, was der Nachteile noch mehr hatte (Igel, den Sommer verschlafend ... sein Nicht-Gespürtwerden erträgt ...) .Vielleicht kommt noch eine verfeinernde, entholzende Inspiration.
Jelena, deine Gedanken hatte ich ähnlich vor Augen, Schmerz als Ausdruck von Leben, der nicht gespürt=wahrgenommen wird und selbst 'leidend' wird.
(Bei R. Walser erinnere ich eine ähnliche Figur - unsauber aus dem Kopf:
wie sind wir doch alle
in den Krallen
des hilflosen Bösen
den keiner
aus den Horden seiner Leiden
mag erlösen )
Grüße
Franz
generell ist da noch was zu tun; das zweimalige ", der" ist problematisch, es entstand ein bißchen aus dem Versuch, aus der Not eine Tugend zu machen. Ich hatte noch vieles anderes probiert, was der Nachteile noch mehr hatte (Igel, den Sommer verschlafend ... sein Nicht-Gespürtwerden erträgt ...) .Vielleicht kommt noch eine verfeinernde, entholzende Inspiration.
Jelena, deine Gedanken hatte ich ähnlich vor Augen, Schmerz als Ausdruck von Leben, der nicht gespürt=wahrgenommen wird und selbst 'leidend' wird.
(Bei R. Walser erinnere ich eine ähnliche Figur - unsauber aus dem Kopf:
wie sind wir doch alle
in den Krallen
des hilflosen Bösen
den keiner
aus den Horden seiner Leiden
mag erlösen )
Grüße
Franz
Hallo Räuber,
eine Sache, die ich reizvoll fände, wäre, den "Igel" ans Ende des Textes zu nehmen - mit ihm rauszugehen, wie man zu Beginn mit dem "Schmerz" reingeht. Also so etwas wie Ein den Sommer verschlafender Igel.
Beim "dass"-Satz finde ich, Gedicht- und Normsprache doppeln sich hier, sinnloserweise? Wenn du das "erträgst" einfach in Z1 lässt, kommt das Konsekutive im "dass" schon durch den Wechsel in eine neue Zeie ausreichend durch, finde ich.
Warum kann Z1 eigentlich kein Haupsatz sein? So geduldig erträgt de Schmerz / du spürst ihn nicht wäre in Ordnung meinem Empfinden nach ... aber ich weiß ja nicht, was du dir so für Gedanken gemacht hast hier, und lasse das also mal mit den Vorschlägen.
Ferdigruß!
eine Sache, die ich reizvoll fände, wäre, den "Igel" ans Ende des Textes zu nehmen - mit ihm rauszugehen, wie man zu Beginn mit dem "Schmerz" reingeht. Also so etwas wie Ein den Sommer verschlafender Igel.
Beim "dass"-Satz finde ich, Gedicht- und Normsprache doppeln sich hier, sinnloserweise? Wenn du das "erträgst" einfach in Z1 lässt, kommt das Konsekutive im "dass" schon durch den Wechsel in eine neue Zeie ausreichend durch, finde ich.
Warum kann Z1 eigentlich kein Haupsatz sein? So geduldig erträgt de Schmerz / du spürst ihn nicht wäre in Ordnung meinem Empfinden nach ... aber ich weiß ja nicht, was du dir so für Gedanken gemacht hast hier, und lasse das also mal mit den Vorschlägen.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo Räuber,
ich mag es, wie es da steht! Es hat einen trockenen, nüchternen und nicht wehleidigaufgebauschten Klang, auch durch die Gleichstellung und das Fehlen der Artikel, was das Bild für mich gut und stark wirken lässt, ohne es zu belasten. "hölzern" passt auch für mich gut, aber ich würde es hier durchweg positiv verstehen.
(Schön finde ich auch, dass ich mitlesen kann "Schmerz erträgt Igel".)
Ich könnte es mir auch so vorstellen:
so geduldig schmerz erträgt
dass du ihn nicht spürst
ein igel, der den sommer verschläft
So wäre die zweite Zeile auch als Frage lesbar und das Gedicht würde insgesamt "weicher" aber dadurch auch "(be)drängender" und aufgewühlter werden.
Liebe Grüße
Flora
ich mag es, wie es da steht! Es hat einen trockenen, nüchternen und nicht wehleidigaufgebauschten Klang, auch durch die Gleichstellung und das Fehlen der Artikel, was das Bild für mich gut und stark wirken lässt, ohne es zu belasten. "hölzern" passt auch für mich gut, aber ich würde es hier durchweg positiv verstehen.
(Schön finde ich auch, dass ich mitlesen kann "Schmerz erträgt Igel".)
Ich könnte es mir auch so vorstellen:
so geduldig schmerz erträgt
dass du ihn nicht spürst
ein igel, der den sommer verschläft
So wäre die zweite Zeile auch als Frage lesbar und das Gedicht würde insgesamt "weicher" aber dadurch auch "(be)drängender" und aufgewühlter werden.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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RäuberKneißl
Hallo Jelena und Ferdi,
Entschuldigung, das hätte ich ergänzen sollen:
@Jelena: das 'wie ein Igel ...' gefällt mir nicht, da es nicht vorkommt, dass ein Igel den Sommer verschläft, das 'wie' verplausibiliert/bindet sprachlich etwas, was eigentlich als widersprüchlich/unnatürlich gekennzeichnet werden sollte.
@Ferdi: die Variante 'ein den Sommer verschlafender Igel' ist ähnlich vermittelnd, an einer Stelle, wo ich mehr Gegensatz suchte. 'Schmerz' war personifiziert gemeint, er ist Objekt insofern, als er das nicht-wahrgenommen-werden zu erdulden hat, er kann dem 'du' seine Botschaft (über ein nicht Genanntes Drittes) nicht mitteilen. Wo du eine 'sinnlose Dopplung' siehst habe ich noch nicht verstanden.
Grüße
Franz
Entschuldigung, das hätte ich ergänzen sollen:
@Jelena: das 'wie ein Igel ...' gefällt mir nicht, da es nicht vorkommt, dass ein Igel den Sommer verschläft, das 'wie' verplausibiliert/bindet sprachlich etwas, was eigentlich als widersprüchlich/unnatürlich gekennzeichnet werden sollte.
@Ferdi: die Variante 'ein den Sommer verschlafender Igel' ist ähnlich vermittelnd, an einer Stelle, wo ich mehr Gegensatz suchte. 'Schmerz' war personifiziert gemeint, er ist Objekt insofern, als er das nicht-wahrgenommen-werden zu erdulden hat, er kann dem 'du' seine Botschaft (über ein nicht Genanntes Drittes) nicht mitteilen. Wo du eine 'sinnlose Dopplung' siehst habe ich noch nicht verstanden.
Grüße
Franz
Hallo Räuber,
das mit dem "vermittelnden" des Partizips sehe ich überhaupt nicht - was bringt dich auf diese Einschätzung? Ein Partizip ist wie ein Relativsatz einfach nur ein Attribut, eine Ergänzung. Und da wird meistens eher das Partizip als "ungewohnter" wahrgenommen ... (Und wieso drückst du einen Gegensatz besser aus, wenn du zweimal die gleiche Konstruktion wählst?) Ansonsten habe ich nur den Artikel hinzugenommen; den kannst du aber mit genausoviel Schaden und Nutzen einfach weglassen wie bei dir auch.
Ja, der Schmerz ist personifiziert, das war von Anfang an klar!?
"Sinnlose Dopplung": "dass" leitet hier einen Konsekutiv-, einen Folge-Satz ein; das macht aber der Sprung in die nächste Zeile auch (der Inhalt dieser Zeile folgt aus / auf den Inhalt der letzten Zeile).
Ferdigruß!
das mit dem "vermittelnden" des Partizips sehe ich überhaupt nicht - was bringt dich auf diese Einschätzung? Ein Partizip ist wie ein Relativsatz einfach nur ein Attribut, eine Ergänzung. Und da wird meistens eher das Partizip als "ungewohnter" wahrgenommen ... (Und wieso drückst du einen Gegensatz besser aus, wenn du zweimal die gleiche Konstruktion wählst?) Ansonsten habe ich nur den Artikel hinzugenommen; den kannst du aber mit genausoviel Schaden und Nutzen einfach weglassen wie bei dir auch.
Ja, der Schmerz ist personifiziert, das war von Anfang an klar!?
"Sinnlose Dopplung": "dass" leitet hier einen Konsekutiv-, einen Folge-Satz ein; das macht aber der Sprung in die nächste Zeile auch (der Inhalt dieser Zeile folgt aus / auf den Inhalt der letzten Zeile).
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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